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Interview mit Hr. Thole in "Metall"

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Achim

Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon Achim » 4. Januar 2002, 18:48

Habe heute die Gewerkschaftszeitung "Metall" der IGM-Gewerkschaft Nr. 12 Dez 2001 in die Finger bekommen.

Auf Seite 23 steht die Rubrik "Ratgeber" mit dem Titel "Spiel mal wieder". Es werden einige Spiele vorgestellt u.a. Carcassonne, Das Amulett und andere.

In einem Kasten mit der Überschrift "Nachgefragt" gibt Dr. Bernward Thole Metall ein Interview: (Auszug)

metall: Gibt es neue Tendenzen oder Entwicklungen?
Thole: Es gibt einen deutlichen Trend zu einer neuen,
raffinierten Einfachheit bei den Brettspielen.
metall: Worin zeigt sich diese Einfachheit?
Thole: Statt hochkomplexer Freak-Spiele mit uferlosen
Regelwerk und unendlicher Spieldauer werden wieder
vermehrt Spiele für Otto Normalverbraucher angeboten.
metall: Und das bedeutet?
Thole: Es sind Spiele mit einer einfachen, geradlinigen
Grundstruktur, die gleichzeitig eine erstaunliche
Spieltiefe bieten und großen Spielspaß machen.

Ich frage mich nun, welche vielen deutsche hochkomplexen Spiele mit uferlosen Regelwerk das waren. Es war zwar eindeutig eine Qualitätssteigerung in den Spielen der letzten 5 Jahre erkennbar, nur schließe ich aus den Äusserungen von Herrn Thole, dass im das so nicht gefiel.

Sicherlich will die "Familie" interessante Spiele mit kurzem eingängigen Regelwerk, nur hoffenlich bewegen wir uns nach den Worten von Herrn Thole nicht wieder zurück auf "Mau-Mau"-Niveau.
Gerade von Herrn Thole hätte ich etwas qualifizierende Äusserungen erwartet. Auch Gewerkschaftsmitglieder wollen sicherlich keinen glattgestrichenen Spielebrei.

mit grübelnden Grüßen
Achim

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. Januar 2002, 22:18

"Spiele mit einer einfachen, geradlinigen Grundstruktur, die gleichzeitig eine erstaunliche Spieltiefe bieten und großen Spielspaß machen" würde ich nicht als glattgestrichenen Spielebrei bezeichnen!

Und das man in einem derartig kurzem Absatz nicht die ganze Differenzierthet der abendländischen Spielkultur unterbringt, scheint mir auch recht einleuchtend.

Roland

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

RE: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon Arno C. Hofer » 5. Januar 2002, 00:04

"Achim" hat am 04.01.2002 geschrieben:

> Gerade von Herrn Thole hätte ich etwas qualifizierende
> Äusserungen erwartet. Auch Gewerkschaftsmitglieder wollen
> sicherlich keinen glattgestrichenen Spielebrei.
>
> mit grübelnden Grüßen
> Achim

Lieber Achim,
auch wenn ich wahrscheinlich wieder als Besserwisser dastehen werde: das mit den Kurzinterviews "nachgefragt" ist so eine Sache und wie Roland meint: aus dem Zusammenhang gerissen und zusammengestoppelt: das Interview war sicher ok. An der Umsetzung scheint's zu mangeln.
Ich glaube aber, Dir das erklären zu können. Thole sprach sicher von Spielen wie Carcassonne, als er meinte "einfache, geradlinige Spielstruktur" und Carcassonne ist sicher nicht [b]Spielebrei[/b]... sondern hat in der Tat "erstaunliche Spieltiefe und bereitet großen Spielspaß", wogegen es schon sehr viele "aufgemotzte, vermeintliche Freakspiele mit uferlosen Regelwerken" gibt, die bei uns trotzdem nicht ankamen ... schau nur in Dein Spieleregal (oder erinnere Dich an Spiele, die Du u.U. gleich weiterverkauft hast ...). Von denen hatten weder die [b]Normalspieler[/b] 'was - weil sie ihnen "zu kompliziert" waren - noch die Freaks - weil sie keinen Tiefgang hatten sondern, wie im Thread weiter oben "die Spielenden spielten" ...

Arno (der solche Kurzinterviews an solchen Orten wie in Gewerkschaftszeitungen trotzdem für wichtig hält, weil sie Werbung fürs "Spielen an sich" machen - und eine polarisierende Meinung gerade dort "wahrscheinlich auch zum Lesen verleitet und auf fruchtbaren Boden fällt: es kommt halt schon drauf an, wo und wem man was mitteilen will ... hier im Forum würde Bernward Thole sicher profunder argumentieren und es ist mir fast unverständlich, warum er das nicht öfter tut: denn hier fände er "fachkundige" Diskussionspartner ...)

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michael weber

RE: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon michael weber » 5. Januar 2002, 10:56

vielleicht ist ihm ja wichtiger, seine aussagen dort unterzubringen, wo sie keiner vermutet (und wahrscheinlich ihn keiner kennt). sicher hätte er hier "kompetentere" (was ist kompetent?) diskussionspartner, aber vielleicht auch schwierigere. ich denke nur an die diskussionen unter dem motto "nur ein komplexes spiel ist ein gutes spiel", die es hier ja häufiger gibt.

für einfach komplexe, lange und kurzweilige superschöne spiele!

michael

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

RE: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. Januar 2002, 12:14

> vielleicht ist ihm ja wichtiger, seine aussagen dort
> unterzubringen, wo sie keiner vermutet

Mit Sicherheit! Denn hier für das Kulturgut Spiel zu werben, hieße Eulen nach Athen tragen!

Roland

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michael weber

RE: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon michael weber » 5. Januar 2002, 20:20

genau das meinte ich (unter anderem *g*)

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Harald Schrapers

Re: Interview mit Hr. Thole in "Metall"

Beitragvon Harald Schrapers » 7. Januar 2002, 14:45

Wer die spielbox-Printausgabe liest, weiß, das dies einer der wichtigen strittigen Punkte zwischen den Mitgliedern der Spiel-des-Jahres-Jury und den Ex-Mitgliedern ist.

Gruß
Harald


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