Beitragvon Stefan Blanck » 16. Januar 2002, 16:00
Hallo Günter,
ausreichend Infos zum Spiel findest Du ja unter dem geposteten Link.
Ich habe es vor 10 bis 12 Jahren oft gespielt und es hat sehr viel Spaß gemacht. Allerdings muss man das auch ein wenig relativieren:
Gut ist - wie ich finde -, dass Du es genauso gut alleine wie mit mehreren Spielern (bis zu 9 ist angegeben) spielen kannst. Das kommt daher, dass entweder jeder Spieler einen oder bis zu alle Charaktere übernimmt und in einem Szenario gegen die bösen, bösen Aliens kämpft. Die sterben im Laufe eines Szenarios dann so nacheinander weg und ein typisches Ziel ist, mit einem oder einigen wenigen Leuten zu überleben. Mit anderen Worten: Wenn wirklich viele Spieler mitmachen, scheidet einer nach dem anderen mehr oder weniger schnell aus (Schon der erste Spielzug ist keine Seltenheit.) und kann nur noch zuschauen, was natürlich nicht so toll ist. Am besten spielt sich Aliens also mit 1 bis 3 Leuten, wobei jeder mehrere Charaktere übernimmt und sollte er alle verlieren, einfach von den anderen einen oder zwei erhält, so dass jeder Spieler immer was machen kann und sie gemeinsam das Spielziel erreichen.
Somit dürfte klar sein, dass es nicht wirklich entscheidend ist, wer Ripley, Hicks, die coole Vasques, Hudson oder den Sesselpupser Gordon spielt. Hauptsache, genügend Aliens werden zerspratzt und davon wirft einem das Spiel jede Menge entgegen, allerdings - und das muss man dem Spiel wohlwollend attestieren - immer die richtige herausfordernde Menge, so dass bei ausgewogenem Würfelglück wirklich die Spielerentscheidungen über Erfolg oder Misserfolg eines Szenarios bestimmen. Die Siegchancen dürften bei einer ersten Partie eines noch unbekannten Szenarios etwa bei 15 % liegen und mit jeder Partie durch wachsende Erfahrung rund um 10 bis 15 % bis auf annähernd 60 % nach einigen Partien wachsen. Dass nicht mehr drin ist, dafür sorgt der Würfel.
Apropos Szenarien: Die sind dem 2. Film "Aliens - Die Rückkehr" entnommen. Jeder Fan des Films wird begeistert sein, denn die Bodenpläne und die Missionsaufgaben sind konkreten Filmsequenzen nachgestellt. Das reicht bis zu Aliens, die ab einer gewissen Spielrunde durch die Decke brechen, während Burke den Ausgang verriegelt, den die Spieler erst aufbekommen müssen, um ihre Flucht durch einen Korridor fortsetzen zu können. Das ist sehr stimmungsvoll und jedes neu auftauchende Alien wird von den Spielern mit Flüchen begrüßt, genauo wie sie auch deren Ableben sicherlich passend kommentieren.
Unterstützt wird die Stimmung durch die Eigenschaftswerte der Charaktere, bei denen von Beginn an die Looser und "coolen Typen mit der krassen Ausrüstung" schon feststehen, was die Spieler natürlich ebenfalls zu ständigen Bemerkungen verführt.
Gesagt werden muss allerdings, dass es sich um typisch "amerikanisches" Spielmaterial handelt: Die Spielmarken sind aus dünner Pappe und die Spielpläne bestehen aus etwa 120 g/qm Papier. Dafür sind die Pappmarken mit Originalaufnahmen aus dem Film (Charaktere, Aliens, Facehugger) versehen, was sehr schön ist.
Weniger schön hingegen ist, dass jede Luftzirkulation im Raum zu unterbinden ist, an ein Spiel an der frischen Luft ist erst gar nicht zu denken, denn die Spielfiguren drohen schon beim Ausatmen umzufallen. (Okay, ich übertreibe etwas.)
Fazit: Ein tolles Spiel für Fans des Films, die Solo oder in kleiner Runde den Aliens trotzen wollen und keine Probleme damit haben, unter hohen personellen Verlusten an Pappkameraden mit einem kleinen Rest Schwerverletzter einen Raum zu durchqueren, um sich gegenseitig zum Erreichen des Ziels zu beglückwünschen. Hollywood on Board.
Stefan Blanck