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Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

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Marc Gallus
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Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

Beitragvon Marc Gallus » 2. März 2002, 23:22


Hallo, Ihr Spielwütigen!

Nachdem Puerto Rico ja schon von einigen hier gespielt wurde, interessiert mich mal Eure Meinung dazu. Ist es wirklich so ein Hammer, wie es beispielsweise die Fairplay-Umfrage in Essen gezeigt hat?
Die Vergangenheit zeigte ja schon mehrfach,dass im "Messerausch" einige Spiel viel zu positiv bewertet wurden.

Würdet Ihr also dem Spiel noch immer eine glatte 1 geben?

Gruss
Marc
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Roman Pelek

Re: Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

Beitragvon Roman Pelek » 3. März 2002, 02:26

Hi Marc,

> Nachdem Puerto Rico ja schon von einigen hier gespielt wurde,
> interessiert mich mal Eure Meinung dazu. Ist es wirklich so
> ein Hammer, wie es beispielsweise die Fairplay-Umfrage in
> Essen gezeigt hat?

Für mich persönlich wäre es noch zu früh für eine solche Frage, zumindest bei einem Spiel wie "Puerto Rico" es ist. In unseren ersten Runden neulich waren wir sehr angetan davon, aber es wurde auch klar, dass es noch sehr viel zu entdecken gibt bei diesem Spiel. Gerade was die Spielbalance und die Möglichkeit, immer wieder neue Strategien zu spielen angeht, wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis man Puerto Rico wirklich fundiert beurteilen kann...

Für mich hält Puerto Rico bislang, was ich mir davon erwartet habe, aber ich würde mich auf dieser Basis allein noch lange nicht zu einem endgültigen Urteil hinreissen lassen. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich Primärstrategien im Laufe der Zeit herausbilden, die den Spielspaß auf Dauer mindern, obwohl ich aufgrund der Anlage des Spiels, d. h. den vorhandenen Interaktionsmöglichkeiten (bei Warenverschiffung, Rollen- und Gebäudeauswahl), den variablen Spielenden und der engen Verzahnung der Mechanismen nicht darauf tippen würde. Und es erscheint mir ad hoc auch nicht, dass der Spielbeginn (wer ist Startspieler, wer fängt mit Indigo oder Mais an) eine so starke Asymmetrie hervorrufen würde, dass man dadurch festgelegt oder bevorteilt/benachteiligt ist, eher im Gegenteil. Aber da heisst es abwarten...

So oder so bin ich gespannt, herauszufinden, was man mit welchen Gebäude/Felderkombination für Möglichkeiten erhält und welche Strategien es gibt - und da hoffe ich, dass genug Zeit bleibt, das selbst spielerisch herauszufinden, bevor ich's hier lese :-D (und ja, meine Selbstdisziplin hört da leider auf, ich bin zu neugierig, was andere schreiben, um dem Lesen von solchen Beiträgen entsagen zu können).

Was uns jedoch aufgefallen war bei den ersten Partien: zu Anfang benötigten wir ca. 2h für ein Spiel, danach ging's teilweise in einer knappen Stunde, wobei da sowohl Kolonisten als auch Siegpunktchips erschöpft waren. Ich schätze mal, dass wir alle zu viel auf Plantagen/Produktion/Verschiffung denn auf Geld und Gebäude gespielt haben. Wie sah's bei Euch aus von der Spieldauer/Strategie her?

Ciao,
Roman (freut sich auf die nächsten Partien)

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Michael Andersch

Re: Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

Beitragvon Michael Andersch » 3. März 2002, 17:06

Roman Pelek schrieb:
>
> Gerade was die Spielbalance und die
> Möglichkeit, immer wieder neue Strategien zu spielen angeht,
> wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis man Puerto Rico
> wirklich fundiert beurteilen kann...

> Für mich hält Puerto Rico bislang, was ich mir davon erwartet
> habe, aber ich würde mich auf dieser Basis allein noch lange
> nicht zu einem endgültigen Urteil hinreissen lassen. Es
> besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich
> Primärstrategien im Laufe der Zeit herausbilden, die den
> Spielspaß auf Dauer mindern, obwohl ich aufgrund der Anlage
> des Spiels, d. h. den vorhandenen Interaktionsmöglichkeiten
> (bei Warenverschiffung, Rollen- und Gebäudeauswahl), den
> variablen Spielenden und der engen Verzahnung der Mechanismen
> nicht darauf tippen würde.


Puh, hartes Brot! Um das alles machst Du Dir Gedanken bis Du Dich zu einem Urteil über ein Spiel hinreissen lässt???
Das klingt nach viel Arbeit und nach eher wenig Spass...

Erstaunte Grüße,
Micha (der für sich selbst normalerweise schon nach 2-3 Partien weiss, ob ihm ein Spiel zusagt oder nicht, ohne alle theoretisch zur Verfügung stehenden Strategien durchprobiert zu haben und ein Spiel "wissenschaftlich tot zu spielen")

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Matthias Esken

RE: Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

Beitragvon Matthias Esken » 4. März 2002, 08:49

"Marc Gallus" hat am 02.03.2002 geschrieben:

> Nachdem Puerto Rico ja schon von einigen hier gespielt
> wurde, interessiert mich mal Eure Meinung dazu. Ist es
> wirklich so ein Hammer, wie es beispielsweise die
> Fairplay-Umfrage in Essen gezeigt hat?

Ich hab's am Wochenende das erste Mal gespielt - und zwar gleich zwei Mal hintereinander. Das Spiel hat definitiv einen sehr hohen Spielreiz.

Wie die Langzeitmotivation ist, das muss man dann sehen, aber ich schaue da recht hoffnungsvoll in die Zukunft.

Gruß,
Matthias

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Sylvia Berger

RE: Puerto Rico- Ist es wirklich "der" Überflieger?

Beitragvon Sylvia Berger » 4. März 2002, 09:44

Matthias Esken schrieb:
>
> Ich hab's am Wochenende das erste Mal gespielt - und zwar
> gleich zwei Mal hintereinander. Das Spiel hat definitiv einen
> sehr hohen Spielreiz.
>
> Wie die Langzeitmotivation ist, das muss man dann sehen, aber
> ich schaue da recht hoffnungsvoll in die Zukunft.
>

100% Zustimmung.

Aber man sollte schon eine geeignete Runde von Spielern zusammenhaben.
Also
- keine Endlosgrübler (schleppt sich dann doch sehr hin, 1. Partie: 5 Spieler, 3 Stunden)
- keine Gelegenheitsspieler (zu komplex)

Ansonsten ein sehr schönes Spiel, auch was die Ausstattung angeht

Sylvia
(die die gespielten Neuheiten dieses Wochenendes in die Wertungsreihenfolge
Puerto Rico -- Ogallala ------ Piratenbucht bringt)

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Roman Pelek

[OT] Spaß beim Spielen

Beitragvon Roman Pelek » 4. März 2002, 10:01

Moin Micha,

> Puh, hartes Brot! Um das alles machst Du Dir Gedanken bis Du
> Dich zu einem Urteil über ein Spiel hinreissen lässt???
> Das klingt nach viel Arbeit und nach eher wenig Spass...

Das ist Spaß, weil das die Dinge sind, über die ich mir beim Spielen und beim Ausprobieren von Strategien auch Gedanken mache - zumindest bei einem Spiel wie "Puerto Rico", das dazu reizt :) Bei einem locker-leichten Kartenspielchen würd' ich's nicht tun...

> Micha (der für sich selbst normalerweise schon nach 2-3
> Partien weiss, ob ihm ein Spiel zusagt oder nicht, ohne alle
> theoretisch zur Verfügung stehenden Strategien durchprobiert
> zu haben und ein Spiel "wissenschaftlich tot zu spielen")

Ich weiß bislang, dass mir Puerto Rico viel Spaß macht ;-) Aber ich möchte einfach noch einiges ausprobieren, bis ich mich endgültig festlegen würde. Und obige Dinge ergeben sich für mich ganz einfach beim Spielen, ganz ohne Zwang, ohne Testbögen, ohne Arbeit ;-) Ich find's jedenfalls für mich tückisch, bei komplexen Spielen allzu früh sich auf ein Urteil festzulegen, ich trau's mir nicht vorbehaltlos zu.

Ciao,
Roman


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