Beitragvon Roman Pelek » 18. März 2002, 00:03
Hi Adam,
Adam schrieb:
>
> Hat jemand schonmal die Maisfrachter-Strategie ausprobiert?
> Mich interessiert, ob damit schon mal jemand gewonnen hat.
Ja, mehrfach ausprobiert (5x, 1x zu dritt, 3x zu viert, 1x zu fünft), kein einziges Mal gewonnen. Ergebnisse: 4x 2. zu 3. und zu 4., 4. zu fünft.
> Grundidee des Maisfrachters ist, ohne Geld zu spielen. Denn
> nicht Geld gewinnt das Spiel, sondern Siegpunkte. Der
> direkteste Weg zu Siegpunkten ist das Verschiffen von Mais.
Ja, aber zumeist machen Siegpunkte durch Gebäude mehr aus als Siegpunkte durch Verschiffen. Außer alle Spieler spielen aufs Verschiffen.
> Man benötigt mindestens zwei Gebäude:
> Das Hospiz, damit jedes neue Maisfeld sofort bewirtschaftet
> wird, und der daraus stammende Mais bei der nächsten
> Kapitänsphase mit verschifft werden kann.
> Ein Lagerhaus, damit man auch mal eine Kapitänsphase
> überstehen kann, in der die drei Schiffe, sagen wir, mit
> Indigo, Zucker und Tabak vollgebunkert sind.
Ich habe heute zu fünft letzlich mit 5 Maisfeldern und 1 Indigo gespielt, Gebäude waren Gr. Markthalle (für's Geld), Hospiz (für die Maisfelder) und Werft (für das unproblematische Verschiffen, statt Lagerhäusern). Ich hatte dabei 1 Steinbruch und als 4er Gebäude ein Kolonistengebäude (Festung). Endergebnis: 48 Punkte. Die anderen: 46, 51, 53, 61.
> Damit wird auch das Problem an dieser Null-Geld-Strategie
> deutlich: woher diese Gebäude nehmen? Mit Steinbrüchen kann
> man die Kosten zwar senken, aber nicht auf Null bringen. Die
> einzige Möglichkeit an die benötigten Dublonen zu kommen ist
> der Goldsucher, Händler, sowie die Jobs, die in den Vorrunden
> niemand haben wollte. Offensichtlich ein mühsames Verfahren
> zu Einnahmen zu kommen.
...und ungewiss! Nimmt jemand anderes das Geld auf den Rollen, isses Essig! Vor allem bist Du mit dieser Strategie nicht im mindesten dagegen gefeit, dass andere gegen Dich gemeinsame Sache machen, was Verschiffen oder Geldeinnahmen angeht - sehr riskant.
> Was mich interessiert ist, wenn man diese Strategie
> konsequent durchspielt, kann man dann auch gewinnen? Bei
Definitiv nicht, wenn die anderen Mitspieler geschickt spielen bzw. einen blockieren. Das ist auf jeden Fall keine garantierte Siegstrategie, und selbst wenn sie manchmal gut funktioniert, setzt sie voraus, dass man die entsprechenden Ressourcen (Mais) in genügender Menge bekommt. Wenn andere Mitspieler zusammen spielen oder gezielt gegen einen spielen, reißt man in PR mit keiner Strategie etwas...
> unserer letzten Partie hat jemand halbwegs danach gespielt.
> Dazu kam allerdings noch eine Produktionskette Zucker, denn
> Indigo war zu dem Zeitpunkt schon von zwei anderen
> Mitspielern bewirtschaftet. Der Zucker wurde aber auch fast
> duchgehend verschifft, und brachte weitere Siegpunkte. Der
> Spieler wurde knapp Zweiter von fünf Mitspielern. Geht das
> noch besser?
Im Zweifelsfall würde ich einer Strategie, die auf mehr Geld/höherwertige Waren angelegt ist, jederzeit (im Hinlick auf Sieg, nicht auf spielerische Experimentierfreudigkeit :) ) den Vorzug vor der Maisstrategie geben. Ich sehe für reine Monopolstrategien mit billigen Waren bei PR eh wenig Chancen, eher würde ich auf's Geld bzw. Mischwarenstrategien gehen.
Insgesamt gesehen würde ich sagen, dass immer die beste, angepasste und flexible Mischsstragie gewinnt, außer gewisse Mitspieler spielen kompletten Blödsinn oder gezielt zusammen. Dann hat man evtl. auch keine Chance. Man muss immer aufpassen, was passiert und was die Mitspieler machen - und das ist das spannende an PR.
Ich jedenfalls gehe [i]jede[/i] Wette ein, dass es keine überlegene Siegstrategie bei PR gibt. Ich warte auf Gegenstimmen! ;-)
Ciao,
Roman