Beitragvon Marten Holst » 26. März 2002, 14:20
Moin Roland,
> Das mit der "Intention" einer Regel ist so eine Sache. Das
> kann immer interpretiert werden und im Zweifelsfall gibt es
> darüber dann unterschiedliche Meinungen. Gerade bei einem
> Turnier kann nur der nackte Wortlaut der Regel gelten und
> nicht unterschiedliche Vermutungen überdie Intention. Eine
> geschickte Turnierleitung ergänzt im Zweifelsfall dies
> geschriebene Regel durch Zusatzregeln oder Erläuterungen, wie
> die Regel im Zweifelsfalle während des Turniers auszulegen
> ist. Für darüberhinausgehende Fragen sollte seitens der
> Turnierleitung ein "Schiedsrichter" zur Verfügung stehen.
Ja, es ist schwierig, aber es sollte eben nicht unbedingt möglich sein (hatten wir die Diskussion nicht schon mal?), sich in jedem Fall auf den Wortlaut einer [i]offensichtlich[/i] (wie auch immer wir das definieren wollen) anders gemeinten Regel berufen zu können. Außerdem kann es leicht mal passieren, dass Regeln sich selber widersprechen, und was kommt dann?
Nicht umsonst findet man in jeglichem (zumindest jeglichem mir bekannten) Regelwerk von Sportverbänden Stellen wie "wer nur ein fadenscheiniges Recht sucht" oder "es gilt der Sinn, nicht der Wortlaut der Regeln" oder ähnliches. Denn an eines müssen wir uns auch gewöhnen: die Sprache ist nicht von Mathematikern entwickelt worden, es gibt genügend Unschärfen und Interpretationsspielräume, und Versuche, Eindeutigkeit zu erzielen, führen sowohl zu Beamtendeutsch, das niemand mehr versteht, als auch zu letztendlich gar nichts.
Also: grundsätzlich sollte man sich schon auf die Regeln und deren Wortlaut berufen können, wer aber versucht, am Rande der Regeln entlang zu hangeln, der sollte sich nicht wundern, wenn er auch dann schon runterfällt, wenn er sich noch auf festem Boden wähnte.
> Gerade bei Torres kann ich mir durchaus im Dreier- oder
> Viererspiel das Enstehen von Situationen vorstellen, wo sich
> eine Kopoperation zweier Spieler einfach so ergibt und man
> die Erfolge des anderen mitführenden Spielers zu seinem
> eigenen zu machen sucht. Wer zuerst abspringt verliert.
Wie schon gesagt, ich war nicht beim konkreten Beispiel. Dass man sich in diversen Spielen in eine "gegenseitige Abhängigkeit" begibt, oder einfach inhaltlich 2-gegen-2-Situationen entstehen, das ist mir wohl bekannt...
> http://roland.huelsmann.net/bil2000/img32.jpg
Auch nett, erinnert mich ein wenig an das schöne Spielbox-ElGrande-Rätsel der Punktemaximierung nach einer Runde...
kooperative Grüße
Marten (arbeitet auch gerne mal gegen andere, wenn er sich davon einen Vorteil verspricht, und hofft, dass sie dann nicht böse sind)