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Variantendiskussion, die zweite

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Thomas Rosanski

Variantendiskussion, die zweite

Beitragvon Thomas Rosanski » 30. März 2002, 09:53

Hallo alle zusammen,

nachdem Wolfgang vor kurzem die Frage nach den Sinn von Varianten ganz allgemein gestellt hat, will ich mal einen spezielle Aspekt herauspicken, der dabei bisher noch nicht gross betrachtet wurde. Subjektive Meinungen sowohl von Viel- aber ganz besonders auch von Gelegenheitsspielern sind ausdrücklich erwünscht.

Es geht mir darum, wie ihr Varianten einschätzt, die der Verlag gleich dem Grundspiel beilegt. Hätte Verlag und Autor sich lieber mehr Zeit fürs Testen nehmen und sich auf eine Spielregel einigen sollen? Oder macht es Sinn, das Spiel durch die mitgelieferten Varianten einem breiteren Kundenkreis zugänglich zu machen?

Ich will mal ein paar (Bei)spiele nennen:

- Tikal. Hier wird eine "Profi-Variante" gleich mitgeliefert, bei der man die Plättchen versteigert, statt sie einfach nur zu ziehen.

- Cartagena. Hier werden zwei Varianten geschickt nebeneinander präsentiert, es wird nicht von "Grundregel" und "Profiregel" gesprochen.

- El Caballero. Hier nennt der Verlag die Variante ganz einfach "Erweiterung".

- Müll & Money. Hier präsentiert der Verlag eine Variante auf Wunsch des Autors, distanziert sich aber gleichzeitig wieder von selbiger ("Sie spielen auf eigenes Risiko" oder so).

Ausserdem interessiert mich, was ihr von Varianten haltet, die durch veränderte Regeln in Neuauflagen zustandekommen. Sind solche Änderungen als Verbesserungen zu begrüssen oder machen sie das Einigen auf die Regeln bei bekannten Spielen schwerer? Auch hierzu ein paar Beispiele:

- Carcassonne. Hier gibt es zwei verschiedene Regeln, wie die Bauern zu werten sind.

- Kahuna. Als Neuauflage von Arabana-Ikibiti hat Kahuna leicht andere Regeln, wobei die Regeln von Araban-Ikibiti bei Kahuna als Variante mit aufgenommen wurden.

- Risiko. Hier haben sich die Regeln im Laufe der Zeit mehrmals geändert.

- RoboRally. Die deutsche Ausgabe hat viele Regeländrungen gegenüber der Originalausgabe erfahren.

(wem weitere Beispiele für verlagsseitige Varianten einfallen, darf diese gerne in die Diskussion mit einbringen.)

Frohe Ostern,

Thomas
--
[i]Heute schon gespieltt?[/i]
http://thomas-rosanski.de/spiele

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Jost Schwider

RE: Variantendiskussion, die zweite

Beitragvon Jost Schwider » 30. März 2002, 12:27

"Thomas Rosanski" hat am 30.03.2002 geschrieben:

> Es geht mir darum, wie ihr Varianten einschätzt, die der
> Verlag gleich dem Grundspiel beilegt. Hätte Verlag und
> Autor sich lieber mehr Zeit fürs Testen nehmen und sich auf
> eine Spielregel einigen sollen? Oder macht es Sinn, das
> Spiel durch die mitgelieferten Varianten einem breiteren
> Kundenkreis zugänglich zu machen?

M.E. sind Varianten i.A. eine willkommene Abwechslung, egal woher sie stammen. Ich als Spieler kann/muss ja immer noch entscheiden, wie ich dann konkret spiele.

Allerdings sollte es vom Verlag fest definierte Standard-Regeln geben, die ein Chaos wie z.B. bei Carcassonne ("Wie, ihr wertet die Bauern anders?") verhindern.

Außerdem sind dann die "richtigen" Varianten einfacher zu erläutern, weil man dann zumindest eine gemeinsame (funktionierende) Basis hat.

Österliche Grüße
Jost aus Soest (mag Varianten wider der Willkür)

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Bettina

Re: Variantendiskussion, die zweite

Beitragvon Bettina » 30. März 2002, 18:23

Hallo Thomas,

wie schon im anderen Thread erwähnt bin ich grundsätzlich kein Freund von Varianten, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel ;-)

Dein Beispiel Tikal ist ein sehr gutes.
Hier liefert der Verlag ein Familienspiel, auch Wenigspielern zu erklären.
Wem das nun zu glücksabhängig ist, der kann sich an die Versteigerungsvariante wagen. Gute Sache :-)
Es gibt ja auch Spiele, bei denen mitten in der Anleitung "haben Sie bis hierher gelesen, können sie erst einmal losspielen" steht. Auch nicht schlecht ;-)
Ich finde beides okay, denn wenn das Spiel nur die "komplexere" Regel beinhaltet, geht es vermutlich an Wenigspielern vorbei.

> Ausserdem interessiert mich, was ihr von Varianten haltet,
> die durch veränderte Regeln in Neuauflagen zustandekommen.
> Sind solche Änderungen als Verbesserungen zu begrüssen oder
> machen sie das Einigen auf die Regeln bei bekannten Spielen
> schwerer? Auch hierzu ein paar Beispiele:
>
> - Carcassonne. Hier gibt es zwei verschiedene Regeln, wie die
> Bauern zu werten sind.

Das stört mich ein wenig, da ich in verschiedenen Gruppen spiele und manche die "alte" und andere die "neue" Auflage haben.
Soweit ich weiss (?) ist die Änderung gemacht worden, nachdem sich "die Kunden" über die Bauernwertung beschwert haben???

Neuauflagen mit geänderter Regel finde ich grundsätzlich nicht so prickelnd. Zumal ich als "schnellkaufender" Kunde oft einen höheren Preis zahle und dann noch das Nachsehen habe :´-(

Liebe Grüsse und frohe Ostern
Bettina


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