Beitragvon Dieter Niehoff » 7. April 2002, 11:39
Das ist ein Spiel mit einer sehr gut funktionierenden TV-Reklame!
Mir fällt zu "Doktor Bibber" ein Ereignis zusammen mit meinem Sohn ein. Er wollte als damals 6jähriger, unbedingt mal mit zur SPIEL (2000) nach Essen. Weil er dort doch sicher "Doktor Bibber" spielen könne - und das wolle er auf jeden Fall, weil das Spiel ja so megacool sei - sagen die im Fernsehen..
Da Fahrt dorthin war nicht zu weit - und schließlich galt es, das Spieleinteresse bei meinem Filius zu fördern.
Bekanntlich empfängt MB Spiele (dort ist "Doktor Bibber" erschienen) alle SPIEL-Besucher direkt zu Anfang. Und so wurde der sehnlichste Wunsch meines Sohnes flux erfüllt. Und dann noch durch einen überdimensionalen "Doktor Bibber". Er spielte also ........... und nach 10 Minuten sagte er zu mir: "Das ist ja langweilig". Und kurz darauf nach einigen Minuten konzentrierter Nachdenklichkeit sagte er etwas, was mich damals ziemlich umhaute: "Ich glaube, die im Fernsehen lügen auch manchmal."
Also hat "Doktor Bibber" meinen Sohn zu einem kritischeren TV-Bewußtsein verholfen. Und dafür bin ich ihm durchaus dankbar.:-))
Übrigens hat er sich damals für ein "Zapp Zerapp" und zwei Pokemon Kartenpakete als Mitbringsel von der SPIEL entschieden. Die Pokemons sind (natürlich) irgendwo auf dem Schulhof tauschend verschwunden. "Zapp Zerapp" wird gelegentlich noch mal hervorgeholt.
"Drachengold" ist jetzt der neue Hype. So kann es gehen.
Nein, "Doktor Bibber" ist ein überteuertes, hanebüchenes Spiel, was das entwicklungspsychologisch erklärbare Interesse von Kindern ("Doktorspiele") im Vorschulalter (aus)nutzt. Gleichzeitig beginnt bei Kindern diesen Alters erst so langsam die feinmotorische (sprich: Hand-)Kontrolle durch den Pinzettengriff. Und das ist eigentlich die einzige spielerische Menchanik in diesem Spiel: Der Griff mit Daumen und Zeigefinger um (wirklich!) eine Plastikpinzette zu führen. Na ja.
In guten Spielwarengeschäften gibt es mobileartige Gebilde mit einer Drahtskulptur. Darüber gilt es, einen Metallring entlangzuführen, ohne das sich Metallring und Drahtskulptur berühren. Falls doch, gibt es - ja nach Ausgabe - ein Blinken oder ein lautes Getröte. Hier haben wir ein ähnlichers Spielprinzip wie beim "Doktor Bibber": Ruhige Handführung. Aber auch hier beginnt meist fix die Langeweile.
MB-Spiele hat durchaus interessante Aktions-Spiele auf den Markt gebracht. Einige davon machen sogar Eltern genauso viel Spaß wie ihren Kindern. "Doktor Bibber" gehört m.E nicht zu dieser Gruppe.
Aber wie will man das einem kleinen Kind beibringen?
liebe Grüße
Dieter Niehoff