Beitragvon Ronald Novicky » 26. April 2002, 06:32
Bastl schrieb:
>
> Ronald Novicky schrieb:
> >
> >
> > 18xx kann man locker in 25-30 Minuten erklären, wobei
> > zugegebenermaßen keine Feinheiten/taktische Hinweise
> > enthalten sind. Aber ich kenne niemanden, der als Anfänger in
> > einer erfahrenen 18xx Runde eine Siegchance hätte :-)
> >
> Da möchte ich widersprechen!
> Zugegeben, man kann das Spiel in der Zeit erklären. Nur wird
> das keinen Anfänger begeistern. Im Gegenteil, jeder Anfänger
> wird nach so einer Einführung das Spiel hassen. Vor allem,
> wenn er dann gleich in einer "Profi"-Runde mitspielen muss.
> Ich selbst hatte mein erstes Erlebnis in so einer Runde. Nie
> wieder 1830 sagte ich mir damals. Zum Glück habe ich doch
> noch den Zugang gefunden. Eigentlich gibt es nur zwei
> Möglichkeiten, jemanden an 18xx heranzuführen. Entweder ein
> paar Interessenten um sich scharen und eine laaaaaaangsame
> Einführungspartie spielen, bei der man jeden Spielzug
> erläutert oder die langweilige Variante, den Anfänger die
> Bank übernehmen zu lassen und ihn einfach zuschauen zu
> lassen, nachdem man ihm die Regeln erklärt hat. Man muss
> schon sehr interessiert oder abgebrüht sein, um in einer auch
> nur halbwegs erfahrenen Runde das Spiel zu lernen und dabei
> zu erkennen, warum es eines der genialsten Spielprinzipe
> darstellt.
> Natürlich geht es bei Anfängern nicht ums Gewinnen, das muss
> irrelevant sein. Aber keine 18xxRunde gleicht der anderen. In
> unserer Runde könnte ein Anfänger problemlos gewinnen. Was
> daran liegt, dass wir selten ausfahren. Wer nicht vorne
> mitfährt, platzt (wenn möglich), äh... geht bankrott. Und
> dann kann ein aktienhaltender Anfänger durchaus gewinnen...
>
Generell gebe ich Dir schon recht; vielleicht ist der Begriff 'Anfänger' nur falsch definiert - ich würde 18xx niemandem beibringen, der sich nicht für Spiele interessiert. Und Leute, die sich mit Spielen beschäftigen, erkennen das Potential eines 18xx auch wenn sie mächtig abbeißen. Ich wurde im Sommer 1988 in meine erste 18xx-Partie gesetzt (es war damals das neue 1835), und hatte absolut keine Chance. Ich kann mich noch sehr gut an den Franz Veitl erinnern, der mit der Badner Eisenbahn in der braunen Phase unpackbar geniale Strecken für seine 4 und 4+4 Eisenbahnen gebaut hat - bei der Berechnung der Dividende bin ich dann geistig ausgestiegen :-)
Der Ablauf und die Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet, waren für mich jedoch so faszinierend, dass ich mittlerweile über zwanzig 18xx Spiele besitze und auch spiele. Und ich habe den Virus auch weitergegeben - mit der momentanen Anzahl an 18xx-Freunden könnte ich jedes Wochenende zwei Partien spielen (wenn da nicht auch noch ASL wäre...).
lg
Ronald.