Beitragvon Marten Holst » 6. Mai 2002, 15:24
Moinle Ernst,
> Ich freue mich, daß in der Spielbox endlich mal ein Spiel wie
> "War! Age of Imperialism" rezensiert wurde.
ich stimme Dir zu. Als an solchen Spielen interessierter, der allerdings aus den bekannten Mangelkrankheiten (Zeit, Gelegenheit, Mitspieler, großer Wohnzimmertisch, tbc...) nie dazu kommt, derartiges zu spielen, bin ich doch an Kritiken interessiert, um dann zu träumen, derartige Spiele auch mal zu spielen...
> Ich werte das als
> ersten Versuch, nach den vielen nichtssagenden Rezensionen
> über nichtssagende Spiele in den letzten Jahren endlich mal
> wieder etwas mehr Anspruch in die Spielbox zu bringen. Ich
> hoffe sehr, daß dieser Weg in Zukunft konsequent
> weiterverfolgt wird.
Da hingegen stimme ich Dir nicht zu (so, wie ich das verstehe, was Du geschrieben hast, aber vielleicht missverstehe ich Dich auch). Wenn sich die Spielbox, wie ja selbst bekannt gegeben, zuerst an Spieler wendet, dann heißt das imho nicht notwendig, dass es sich hierbei um die "Extremstrategiehammerverdauer" handelt - statt dessen wünsche ich mir auch Rezensionen von "nichtssagenden Spielen", die den Markt erreichen, eben um zu erzählen, dass und warum es nicht gefällt. Und auch, um mich zu warnen.
> Michael Knopfs Meinung über die Carcassonne Erweiterung kann
> ich absolut nicht teilen, und seinen Artikel über Frauen beim
> Spielen fand ich total daneben. Auf solche Rezensenten kann
> ich wirklich verzichten.
Ersteres ist eine Meinung, die jeder Kritiker haben darf, und ich kann sie nachvollziehen. Die Frauen-Männer-Spiel-Geschichte fand ich allerdings auch nicht so richtig... dennoch sehe ich hier ein klassisches Problem: für eine Zeitschrift sind ein, zwei "Verrisse" ab und an notwendig, zum einen, um zu zeigen, dass man objektiv ist und die Skala nicht nur von 8 bis 9 reicht, zum anderen kann man da auch auflockernd schreiben. Problematisch ist dieses allerdings immer für Spieler, die das entsprechende Spiel mögen... die müssen dann halt drei Mal trocken schlucken.
> Leserbriefe wie der von Herrn Burkhardt gehören nicht ins
> Heft (genauso wenig die die Antwort darauf). Wenn jeder
> Autor, der sich ungerecht rezensiert fühlt, einen Leserbrief
> schreiben würde, hätte in der Spielbox nicht mehr viel
> anderes Platz.
Wenn jeder... da hast Du recht, Rezensenten sollten nicht von den Autoren nachkorrigiert werden, vor allem die These "Wenn der Autor keinen Spaß hat und von simpel spricht, dann hat er nur die Strategien nicht verstanden" erinnert mich fatal an eine Diskussion über ein Bierspiel vor einigen Monaten... aber vielleicht ist die Diskussion jetzt auch wieder für einige Zeit geklärt, eben dadurch, dass die SB die Kritik entsprechend gestützt hat.
Viele Grüße
Marten (Klammer auf, klammer zu)