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PR:Lohnt sich die Hazienda?

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Christoph

PR:Lohnt sich die Hazienda?

Beitragvon Christoph » 20. Mai 2002, 01:15



Da ich erst vor kurzem die ersten Partien Puerto Rico hinter mir habe, habe ich nur eingeschränkte Erfahrung. Ich habe mir ein paar Gedanken über den Nutzen der Gebäude gemacht und bin auf die Frage gestoßen: Wie könnte man die Hazienda nutzen? Und wie hat sich bei euch die Hazienda in der Praxis erwiesen.

Theoretische Überlegung:
Man bekommt eine verdecktes Plantagenplättchen ,mit etwas Pech zieht man eine die man einen Rohstoff den man gar nicht vor hatte anzubauen. Oft wird man die Hazienda sowieso nicht brauchen und bei mehreren Fehlgriffen nützt sie wirklich nichts. Dies wird natürlich dadurch relativiert dass man erst die verdeckte dann eines der offen liegenden Plantagen nimmt. Doch auch wenn man eingeplante Plantagen zieht, die Plantagen sind nicht unbedingt das Problem. Ich finde man hat keinen großen Vorteil auch wenn es optimal läuft beim ziehen der verdeckten Plantage. Es müssen beide Gebäude also zu Beginn des Spiels die relativ Preiswerten Produktionsgebäude Zuckermühle oder Indigoküperei und die Hazienda bezahlt werden, da ist man schnell seine Dublonen los. Es ist natürlich ziemlich wahrscheinlich zuwenig Plantagen für diese Gebäude zu haben, wenn man keine Hazienda hat. Hier kann man mit etwas Glück z.B. gleich zwei oder drei Plantagenfelder dieser Sorte z.B. Zucker ergattern .Um schnell alle drei Zuckerfelder nutzbar zu machen braucht man jedoch sechs Kolonisten, was wohl eher ein Problem darstellt. Man wird also noch öfter den Bürgermeister nehmen um seine vielen freien Kreise auf Zuckermühle und Zuckerplantagen mit Kolonisten zu besetzen. So könnte man bei der nächsten Aufseherphase schneller an Rohstoffe kommen als die Mitspieler. Zieht man die Relativ seltenen Plantagen Kaffee oder Tabak so hat man vorgesorgt und muss sich keine Mühe mehr machen eine Plantage bei den offenen zu finden, So dass man sich um die Plantagen die man für eine Kaffeerösterei oder den Tabakspeicher braucht keine Sorgen machen muss. Doch das ist ohne Hazienda auch kein größeres Problem.. Der Siedler wird ausreichend oft genommen da ja jeder Plantagen braucht. Es wird kaum daran scheitern dauerhaft zuwenig Plantagenfelder dieses Rohstoffs zu besitzen, denn das relativ teure Produktionsgebäude kann man aber sowieso viel später kaufen(da man ja schon 2-3 Dublonen für die Hazienda gezahlt hat). Da ist die Hospiz doch besser, da kriegt man gleich einen Kolonisten mitgeliefert und hat einen Siegpunkt mehr für nur eine Dublone Mehrkosten. Wesentlich mehr nutzen bringt auch die Bauhütte und das kleine Lagerhaus für das Geld.

Fazit: Die Hazienda hat durchaus sienen Nutzen, doch dafür dass man die wenigen wertvollen Startdublonen ausgeben sollte, ist sie mir zu schwach.

Vielleicht kann mich ja jemand vom Gegenteil überzeugen.

Gruß

Christoph

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Roman Pelek

Nutzen der Hazienda

Beitragvon Roman Pelek » 20. Mai 2002, 03:02

Hi Christoph,

die Hazienda ist immer ein Vabanquespiel - das "zufälligste" Gebäude im Spiel eben. Man kann damit auf Mais gehen, um eine Verschiffungsstrategie zu spielen, nur weiß man vorher halt nicht, ob es lohnt. Zudem ermöglicht sie das Nehmen eines Steinbruchs bei Siedler-Wahl bzw. ist in diesem Sinne auch gut mit der Bauhütte in größeren Runden zu kombinieren. Auch mit Hospiz macht es Sinn, man kann dann entweder schnelle Monokulturen (bevorzugt Mais) oder Diversifizierung anstreben (->Manufaktur), je nachdem, was eben kommt. Man muss sich eben von der Plättchenauswahl etwas "treiben lassen", um zur optimalen Strategie zu finden.

Alles in allem eine Geschmacksfrage: reine Strategen werden nicht mit ihr spielen wollen, aber wenn man sich auf sie einlässt, kann sie sehr positiv sein. In der zweiten Spielhälfte (bei 10,11,12 Plantagen, wenn der Nutzen gering wird) hat man dann auch meist einen Kolonisten frei bzw. kann Bedarf gezielt mit diesem steuern. Ich halte sie, angesichts des Preises, aber nicht für schlechter als andere Gebäude wie Hospiz oder Bauhütte. Und sie macht die "Residenz" sinnvoll...

Ciao,
Roman

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Gabi Goldschmidt

Re: PR:Lohnt sich die Hazienda?

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 20. Mai 2002, 16:44

Hallo Christoph,

nachdem ich bei 2 Puerto Rico Partien die Hazienda im ersten Spielviertel gekauft habe und mir damit mehr oder weniger planlos die Plantagenfelder vollgelegt habe, bin ich davon wieder abgekommen.
Sinn macht sie, wie Roman schon erwähnte, wenn man als 10-er Gebäude die Residenz wählt.
Ich nehme die Hazienda aber zum Ende des Spiels gern, wenn ich das 10-er Gebäude "xxx" gewählt habe (Name fällt mir gerade nicht ein), womit ich am Ende des Spiels für jedes violette Gebäude einen Siegpunkt erhalte.
Ich muß aber sagen, daß ich das Spiel bisher nur zu dritt oder viert gespielt habe
und somit die Hazienda am Spielende immer noch zu haben war.

Ciao Gabi

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Re: PR:Lohnt sich die Hazienda?

Beitragvon Ralf Arnemann » 21. Mai 2002, 12:10

Den bisherigen Beiträgen kann ich nur zustimmen: Die Hazienda ist keines der starken Gebäude, und meist nur kurz vor Spielende sinnvoll, um noch einige Siegpunkt über große Gebäude zu sichern.

Andererseits ist sie sehr billig und fällt leicht mal in einer Bauphase ab, wenn man Geld übrig hat.

Zumindestens im 3er-Spiel aber ist mir einmal eine nette Hazienda-Siegstrategie gelungen.
Da hatten die beiden anderen Spieler das Hospiz und wollten außerdem auf teure Gebäude gehen (Markthallenrichtung, Steinbrüche, Geld verdienen ...).

Da habe ich spontan gekontert mit Hazienda und den beiden 3-er Produktionsgebäuden für Zucker und Indigo.
Und die dann frei lassen, und neben dem Siedler Bürgermeister spielen.

Das gab erst einmal eine gewisse Durststrecke, weil nur die Plantagen besetzt waren, aber nur einige Mais produziert wurden.
Aber die freien Gebäude schwemmten einiges an Kolonisten ins Spiel. Und bald darauf hatte ich nicht nur eine fette Produktion, sondern das Spiel ging recht überstürzt wegen Kolonistenmangel zu Ende. Und die Verschiffung brachte gut Punkte, während umgekehrt die Mitspieler noch nicht so weit waren, große Gebäude zu bauen.

So etwas läßt sich nicht ohne weiteres wiederholen, da der Erfolg auf einigen Vorentscheidungen der Mitspieler beruht. Aber es zeigt, wie auch eine Hazienda bei flexibler Planung plötzlich sehr viel bringen kann.

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Volker L.

Re: Nutzen der Hazienda

Beitragvon Volker L. » 21. Mai 2002, 13:47

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Christoph,
>
> die Hazienda (...) Zudem ermöglicht sie das Nehmen eines
> Steinbruchs bei Siedler-Wahl bzw. ist in diesem Sinne auch
> gut mit der Bauhütte in größeren Runden zu kombinieren.

Sehe ich genauso.
Scheint mir fast der einzige wirkliche Nutzen zu sein, es
sei denn, man liebt das Risiko. Denn das blind gezogene
Plaettchen [b]muss[/b] man ja anlegen, selbst, wenn's das 5.
oder 6. Indigo ist :-(

> mit Hospiz macht es Sinn, man kann dann entweder schnelle
> Monokulturen (bevorzugt Mais) oder Diversifizierung anstreben
> (->Manufaktur), je nachdem, was eben kommt.

Dir ist aber schon klar, dass das Hospitz nur das "offiziell"
bekommene Plaettchen bevoelkert und das ueber die Hazienda
erhaltene nicht?!

Gruss, Volker (der sein frisch erhaltenes PR am Wochenende
endlich mal (solitaer) probespielen konnte - zweimal 5, einmal
4 Spieler)

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Michael Andersch

OT: PR alleine

Beitragvon Michael Andersch » 21. Mai 2002, 14:05

Volker L. schrieb:
>
> Gruss, Volker (der sein frisch erhaltenes PR am Wochenende
> endlich mal (solitaer) probespielen konnte - zweimal 5, einmal
> 4 Spieler)


Hallo Volker,

nicht das man es unbedingt machen müsste, aber so zum gewisse Dinge testen ist eine Partie PR gegen einen selber nicht zu verachten.

Viele Grüße,
Micha (der PR auch schon zweimal mit viel Vergnügen gegen sich selber gespielt hat - und der auch gerne Carcassonne solitär spielt)

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Roman Pelek

Re: Nutzen der Hazienda

Beitragvon Roman Pelek » 21. Mai 2002, 14:52

Hi Volker,

Volker L. schrieb:

> Dir ist aber schon klar, dass das Hospitz nur das "offiziell"
> bekommene Plaettchen bevoelkert und das ueber die Hazienda
> erhaltene nicht?!

Ja, so steht's ja in den Regeln ;-) Dennoch macht das Hospiz allein schon deswegen Sinn, um die erforderliche Menge an Kolonisten schnell zusammenzubekommen.

Ciao,
Roman

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Volker L.

Re: Nutzen der Hazienda

Beitragvon Volker L. » 21. Mai 2002, 14:59

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Volker,
>
> Volker L. schrieb:
>
> > Dir ist aber schon klar, dass das Hospitz nur das "offiziell"
> > bekommene Plaettchen bevoelkert und das ueber die Hazienda
> > erhaltene nicht?!
>
> Ja, so steht's ja in den Regeln ;-) Dennoch macht das Hospiz
> allein schon deswegen Sinn, um die erforderliche Menge an
> Kolonisten schnell zusammenzubekommen.

Oops, jetzt habe ich mich wohl etwas ungenau ausgedrueckt.
Meine Bemerkung zielte nicht auf eine Abschwaechung des Hospizes
hin, sondern als Einschraenkung der Hazienda: Die ueber die
Hazienda erhaltenen Plantagen muessen erst noch mit den durch
den Buergermeister erhaltenen Kolonisten besetzt werden.
Darauf wollte ich hinweisen in Anbetracht Deiner Anregung,
mittels Hazienda sehr schnell viel zu produzieren.

Gruss, Volker (haelt nach seinen Solitaer-Versuchen im 4er-Spiel
die zweite Startposition fuer die guenstigste - besonders, wenn
der Startspieler den Baumeister waehlt um das Hospiz bauen zu
koennen)

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Kai Stemmler

Re: OT: PR alleine

Beitragvon Kai Stemmler » 21. Mai 2002, 23:24

Hi Ihr!
Ich hab PR auch grad allein(mit 5 Spielern) gespielt.Einer der 5 hatte die
Hazienda als erstes Gebäude.Dann hat er sich auf den Siedler konzentriert
und schnell drei Steinbrüche zusammen.Hat dazu auch noch drei
brauchbare Plantagen gezogen (war natürlich Glückssache).Als weitere
Gebäude hatte er dann u.a. die Küperei,die kl. Markthalle,das Kontor,
die große Markthalle.Das gab dann mit dem Händler gut Kohle und beim
Bauen mit den Steinbrüchen fette Gebäude.
Am Ende hat er mit 3 10-Gebäuden und 52 Punkten zu 42(2.) gewonnen.
War natürlich ein Kunstprodukt,dies Spiel,doch ich versuch aus allen Spielern
das beste herauszuholen und ich hatte die Siegerstrategie auch nicht im
Kopf als ich mit dem Spiel begann,mir wurde erst nach und nach bewußt,was da passierte.Demnächst werd ichs mal real probieren.Mal sehen....:grin:
Gruß,Kai

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Christoph

Re: OT: PR alleine

Beitragvon Christoph » 22. Mai 2002, 02:23



Ich bin ja wirklich ein großer PR-Fan aber alleine spielen ist mir ein bißchen langweilig ich hab's mal versucht aber nach 15 Minuten abgebrochen.Wie lange spielt ihr denn so alleine, habt ihr auch Durchhänger und macht es in irgendeinerweise spaß? Um Strategien zu testen o.k aber so ganz aus jedem spieler den man simuliert das beste rauszuholen vielleicht doch nicht immer möglich denk ich.

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Michael Andersch

Re: OT: PR alleine

Beitragvon Michael Andersch » 22. Mai 2002, 09:10

Christoph schrieb:

> Wie lange spielt ihr denn so
> alleine

dauert so ca. eine Stunde, plus Auf- und Abbau.

> habt ihr auch Durchhänger und macht es in
> irgendeinerweise spaß?

Was genau meinst Du mit Durchhänger? Falls Du Phasen meinst, in denen nichts passiert -> dann nein.
Und Spass macht es mir schon (sonst würde ich es nicht machen. Nur um Strategien zu testen würde ich es nicht tun).
Ich finde PR sogar vorzüglich geeignet, um es gegen mich selber zu spielen, da es (mit Ausnahme der Siegpunkte, die aber spielTECHNISCH nicht relevant sind) keinerlei verborgene Informationen gibt.

Viele Grüße,
Micha

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Kai Stemmler

Re: OT: PR alleine

Beitragvon Kai Stemmler » 23. Mai 2002, 00:26

Hallo Christoph!
Also ich spiel so 1-2 Stunden und es wird nie langweilig.Das Schöne ist
ja grade das Spiel so zu spielen als wäre jeder Spieler wirklich.Ich denk
mal dazu gehört eine gewisse Ignoranz,auf die man sich erst mal einlassen
muß und bei mir gehört auch noch dazu,daß ich höchstens einmal die
Woche Mitspieler hab. Kai


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