Vorab: Die Überschrift bezieht sich darauf, dass wir das Spiel nicht fertig gespielt, sondern nach einigen Runden einstimmig wegen allgemeinen Missfallens abgebrochen haben. Trotzdem möchte ich einige (wenn auch nicht unbedingt besonders positive) Eindrücke zu Armada loswerden:
Material: Schöner Spielplan, 2 nette Zinnschiffe pro Spieler, ein Haufen Aktionskarten und jede Menge äußerst billig wirkende Marker (Piraten und Besitzmarker in den Spielerfarben, Eingeborene, Gold).
Spielidee: Ausgehend von der eigenen Provinz (am Rand des Spielplans gelegene Inselgruppe) entweder mehrere andere Provinzen + auf einer zentralen Insel gelegene Handelsstützpunkte erobern und diese eine Runde halten, oder nur auf der zentralen Insel 4 der 5 Handelsstützpunkte erobern und ebenfalls eine Runde halten (so war es glaube ich – bin mir aber nicht mehr ganz sicher wegen s.o.).
Dazu kann man:
Piraten auf Schiffe laden, damit herumschippern, andere Inseln erkunden (dort tauchen dann jeweils mehr oder weniger Eingeborene und mehr oder weniger Gold auf), Eingeborene oder Mitspieler (von Ihnen besetzte Landgebiete oder deren Schiffe) angreifen, Gold auf Stützpunkte verfrachten und dort in Piraten umwandeln und Aktionskarten spielen bzw. nachkaufen. Dies alles geschieht auf Aktionspunktbasis (10).
Hmm... klingt alles ein wenig lustlos geschrieben? Ist es auch. Armada war meine grösste Enttäuschung seit „Cortez".
Nicht nur, dass man während der Züge der Mitspieler zu absoluter Untätigkeit verdammt ist, auch wenn man selbst am Zug ist plätschert es nur so vor sich hin. Das Spiel bietet keine neuen Mechanismen und unterscheidet sich von Risiko nur durch
-anderer Spielplan
-vereinfachter Kampfmodus, aber auch mit Würfeln
-Begrenzung auf 4 Spieler
-Aktionskarten, die teilweise sehr heftig sind
-eine andere Nachschubregelung (Piraten werden mit Gold gekauft, im Gegensatz zu den Armeen die mit den Karten bzw. über die Anzahl der besetzten Länder ins Spiel kamen)
-und die Möglichkeit, Armeen (Piraten) nicht nur von Land zu Land, sondern auch mit dem Schiff etwas weiter zu transportieren
Vielleicht liegt meine Enttäuschung einfach in der zu hohen Erwartung begründet (ich kannte die vorherigen 2 Ausgaben nicht), aber Armada merkt man eindeutig an, dass es ein Spiel aus der Mitte der 80er Jahre ist.
Seeehhhr enttäuschte und die weiter unten von Attila geäußerte Meinung keineswegs nchvollziehen könnende Grüße,
Micha