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Gute und schlechte Spielejahrgänge

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerhard Passler
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Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Gerhard Passler » 10. Juli 2002, 21:04

Hallo!

Wenn man sich die Qualität und die Anzahl der Spitzenspiele eines jeden Jahres anschaut, so kommt man unweigerlich zur Ansicht, dass sich nicht jeder Spielejahrgang gleich stark offenbart. Zwischen den besten und den schlechtesten Jahrgängen klafft doch eine große Lücke.

Als einen Jahrgang sehe ich in dieser Hinsicht nicht das Kalenderjahr an, sondern, wie beim SDJ und dem DSP gehandhabt, die Neuerscheinungen von Essen und Nürnberg zusammengefasst.

Die stärksten (besten) Spielejahrgänge seit 1995, seit dem ich mich intensiv mit Spielen beschäftige, sind meiner Meinung nach in folgender Reihenfolge:

1. Jahrgang 2000 - u. a. mit den Highlights Die Fürsten von Florenz, La Città, Vinci, Torres, Tadsch Mahal
2. Jahrgang 2001 - u. a. mit den Highlights Die Händler von Genua, Medina, Carcassonne
3. Jahrgang 1998 - u. a. mit den Highlights Euphrat & Tigris, Ursuppe, Die Macher
3. Jahrgang 1999 - u. a. mit den Highlights Tikal, Union Pacific, Giganten

Die schwächsten (schlechtesten) Spielejahrgänge seit 1995, seit dem ich mich intensiv mit Spielen beschäftige, sind meiner Meinung nach in folgender Reihenfolge:

1. Jahrgang 1995 - mit dem einzigen Highlight Die Siedler von Catan
2. Jahrgang 2002 - mit dem einzigen Highlight Puerto Rico
3. Jahrgang 1996 - mit den Highlights El Grande, Entdecker

Dabei habe ich natürlich die großen Verdienste, welche Die Siedler von Catan für die gesamte Spieleszene geleistet haben, unberücksichtigt gelassen.

Wie ist Eure Einschätzung? Was meint Ihr dazu?

Verspielte Grüße

Gerhard

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Manuel

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Manuel » 10. Juli 2002, 22:11

Hi.

Interessant das dieses Thema gerade Heute zur Sprache kommt. Gestern Abend haben wir überlegt nächstes Jahr in eine komplette Spiele-Retrospektive zu verwandeln.
Es gibt einen Spieleabend pro Woche (bei uns ist das immer der Dienstag) und an jedem Abend darf ein Spieler eine Auswahl an Spielen mitbringen (Sonderregel fürs Retrojahr).
In den ersten 5 Monaten werden nur Spiele aus den Jahren vor 1995 gespielt:
Januar vor 1975
Februar 1975-1979
März 1980-1984
April 1985-1989
Mai 1990-1994

Ab Juni wird dann pro Monat ein Spiele-Jahrgang abgehandelt. Wir sind mal gespannt was dabei rauskommt und wie wir es trotzdem schaffen neue Spiele zu spielen (vermutlich an ausgedehnten Wochenenden). Auf jeden Fall werden wir am Ende 2003 ziemlich genau wissen, welcher Jahrgang gut und welcher schlecht war.

Abgesehen davon kann ich die schlechte Beurteilung des Jahrgangs 2002 nicht so ganz nachvollziehen. Erstens ist das Jahr grade erst halb rum und mit Puerto Rico, Nautilus, Wallenstein und Tyros sind doch schon ein paar echte Highlights erschienen.

take care
Manuel

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Roland G. Hülsmann
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Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 10. Juli 2002, 22:38

Manuel schrieb:

> Abgesehen davon kann ich die schlechte Beurteilung des
> Jahrgangs 2002 nicht so ganz nachvollziehen.

Mußt Du ja auch nicht. So wie die Bewertung eines einzelnen Spieles subjektiv und Geschmacksache ist, so ist es auch die Wertung eines Jahrganges.

Gruß
Roland

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Helmut Lehr

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Helmut Lehr » 11. Juli 2002, 06:45

Hallo,
ist doch klar: Genauso wie man zu einem Spiel ganz unterschieldicher Meinung sein kann, ist die eigene Einstellung zu einem ganzen Jahrgang absolut subjektiv.
Hallo Gerhard! Deine Negativ-Bilanz für 2002 kann ich auch nicht mittragen, wobei ich bei den Positiv-Werten die beiden Kramer-Spiele GOLDLAND und PUEBLO zitieren möchte.
Schönen Gruß
Helmut

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Hanno Schwede
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Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Hanno Schwede » 11. Juli 2002, 08:01

Hallo Gerhard,

sicherlich eine interessante Betrachtung, auch wenn ich nicht mit allen genannten Spielen einverstanden bin kann ich Deine Auflistung für uns Vielspieler durchaus nachvollziehen.

Aber was ist mit dem Normalspieler, sieht der das Ähnlich? Wie viele der hier aufgeführten Highlights haben den Weg in die Wohn-Spielzimmer der Normalspieler gefunden und werden dort auch häufiger gespielt? Letztlich werden es SvC und Carcassonne sein die sich in den meisten Normalspielerhaushalten befinden, dann eventuell noch das ein oder andere genannte Spiel, aber auch noch manche hier nicht genannte Highlights.
Dazu zählen im Normalspielerbereich sicherlich z.B. Elfenland und oFuA, unter Umständen ein Villa Paletti, aber dies wird das Nachweihnachtsgeschäft zeigen. Aus meiner Erfahrung, VP war unser Weihnachtsrenner 2001-2002, rechne ich aber auch VP zu diesen Normalspieler Highlights.

Ach ja Danke für die Spielschrankcheckliste für Vielspieler (natürlich muss man für meinen pers. Geschmack Torres, Tadsch Mahal und Die Macher herausnehmen, aber Urland, oFuA, Rasende Roboter, Samurai (HiG) und Drachendelta hinzufügen, aber dies ist nun ein Ausdruck meines persönlichen Geschmacks.

> 1. Jahrgang 2000 - u. a. mit den Highlights Die Fürsten von
> Florenz, La Città, Vinci, Torres, Tadsch Mahal
> 2. Jahrgang 2001 - u. a. mit den Highlights Die Händler von
> Genua, Medina, Carcassonne
> 3. Jahrgang 1998 - u. a. mit den Highlights Euphrat & Tigris,
> Ursuppe, Die Macher
> 3. Jahrgang 1999 - u. a. mit den Highlights Tikal, Union
> Pacific, Giganten
>
> Die schwächsten (schlechtesten) Spielejahrgänge seit 1995,
> seit dem ich mich intensiv mit Spielen beschäftige, sind
> meiner Meinung nach in folgender Reihenfolge:
>
> 1. Jahrgang 1995 - mit dem einzigen Highlight Die Siedler von
> Catan
> 2. Jahrgang 2002 - mit dem einzigen Highlight Puerto Rico
> 3. Jahrgang 1996 - mit den Highlights El Grande, Entdecker

Ciao

Hanno

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Roland G. Hülsmann
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Re: Gute und schlechte ...: 2002 ist gut!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. Juli 2002, 08:17

... und ich würde in 2002, das mir ein recht guter Jahrgang scheint, noch NAUTILUS und WILDLIFE hinzufügen.

Ich mag Spiele, die ein - meiner unbedeutenden Meinung nach - gesundes Verhältrnis zwischen Glück und Strategie haben. Der strategisch oder taktisch versiertere Spieler muß nicht immer gewinnen, aber die Wahrscheinlichkeit, daß er gewinnt ist höher. Selbst wenn ich als Kenner des Spieles gegen "Neulinge" spiele, habe ich nicht sicher gewonnen. Etwas Risiko (sei es durch Würfel- oder Kartenglück bzw. -pech), das ich nicht in der Hand habe bleibt immer - wie im Leben eben. "Back Gammon" ist für mich bei den klassischen Spielen ein Beispiel, in den 70er Jahren war es "Risiko" (mit Aufträgen) oder - mit recht hohem Glücksanteil - "Alaska". In den 90er Jahren ist sicher "Die Siedler von Catan" ein herausragendes Beispiel.

Kurz: Ich persönlich würde für meinen Geschmack 2002 als einen sehr guten Jahrgang bezeichnen! "Puerto Rico" spielt da sicherlich ganz weit oben mit, ist aber nicht allleine im oberen Bereich!

Gruß
Roland

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DiSta

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon DiSta » 11. Juli 2002, 08:23

Hallo Gerhard,

mit den Spielen ist es wie mit dem Wein - es gibt sicher Jahrgänge, die besser sind als andere, doch gespielt bzw. getrunken wird irgendwie doch immer wieder unterschiedliches, denn hier steht dann der pers. Geschmack im Vordergrund.

Meine Spiel"begeisterung" begann so Anfang bis Mitte der 80er, doch welcher "Jahrgang" mir seitdem am besten und welcher am wenigsten gefallen hat, kann ich irgendwie gar nicht sagen.

In jedem Jahr gab es Spiele, die mich geprägt haben, welche eine Erinnerung in mir wecken und wieder andere, die eine besondere Rolle in meinem bisherigen Leben gespielt haben......

Zurückblickend auf diesen Zeitraum (wie sich das anhört, als ob man schon uralt sei...) möchte ich nach kurzer und sicher nicht abschließender Überlegung sagen, dass folgende Spiele aus den einzelnen Jahren unter die obige Definition bei mir persönlich fallen:

Ich beginne mal mit dem Jahr 1979, dem Jahr des ersten SdJ:

1979: Hase und Igel, Alaska, Twixt
1980: Das Spiel
1981: ----
1982: Sagaland, Geister
1983: Scotland Yard, Hype
1984: Dampfross
1985: Abilene
1986: Heimlich & Co, Das ver-rückte Labyrinth
1987: Auf Achse, Der wahre Walter, Maritim, Shark, Aladdins Erbe
1988: Forum Romanum, LOA, Ben Hur, Targui, Merchant of Venus, Hol's der Geier
1989: Ein solches Ding, Maestro, Mitternachtsparty
1990: Adel verpflichtet, Airlines, Gespenster, Flusspiraten
1991: Bauernschlau, Neolithibum
1992: Elfenroads, Santa Fé, Der fliegende Holländer, Um Reifenbreite, Merlins Erben
1993: Modern Art, Tutanchamun, Vernissage, Sticheln, Pusher, W.C.T. Football Game
1994: Manhattan, 6 Nimmt!, Was sticht?, Capone, Das regeln wir schon, Phantoms of the Ice
1995: Siedler von Catan, Buzzle, Medici, Sternenhimmel
1996: El Grande, Downtown, Reibach & Co, Entdecker
1997: SvC-Kartenspiel, Showmanager, Löwenherz, Bohnanza, Elixir, Ursuppe
1998: Samurai, Basari, Durch die Wüste, Euphrat & Tigris, Tycoon, Pfeffersäcke
1999: Union Pacific, Big City, Mamma Mia, Robo Rally, Andromeda
2000: Fürsten von Florenz, Kardinal & König, Vinc, Ohne Furcht und Adel
2001: Händler von Genua, Magier von Pangea, Das Amulett, Evo, Carcassonne
2002: Puerto Rico, Dschunke, ......(noch nicht ganz klar)

Aufgrund meiner Auflistung dürfte für mich persönlich daher der "schwächste" Jahrgang das Jahr 1981 sein, da ich da kein Spiel in den Kopf bekomme, welches mir etwas bedeutete...
Oh, da fällt mir noch das Jahr 1997 auf, mit Spielen wie 'Win, Place & Show' oder dem 'Börsenspiel' - obwohl ich mir die erst später zugelegt habe....

nice dice
Dietmar

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Roland G. Hülsmann
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Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. Juli 2002, 08:30

Hanno Schwede schrieb:

> sicherlich eine interessante Betrachtung, auch wenn ich nicht
> mit allen genannten Spielen einverstanden bin kann ich Deine
> Auflistung für [b]uns[/b] Vielspieler durchaus nachvollziehen.

Für wen sprichst Du? Ich würde mich zwar auch als Vielspieler bezeichnen, weiche aber in meinem Geschmack durchaus von der Liste ab - wenn auch nicht in allen Punkten.Bitte keine Verallgemeinerungen im Allgemeinen und Vereinnahmungen meiner Person im Besonderen! :grin: Wer ist schon ein "Vielspieler", wer noch ein "Normalspieler" und was gar ein "Gelegenheitsspieler"? Vielleicht gibt es auch noch "Kneipenspieler", "Glücksspieler" und "Extremspieler"? ;-)

Schubladendenken macht die Welt subjektiv einfacher. bildet sie aber nicht wirklich ab.

Roland (der in keine Schublade paßt)

:-? Wer hat da gerufen: So große Schubladen gibt's auch nicht? :-x

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Hanno Schwede
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Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Hanno Schwede » 11. Juli 2002, 09:56

Hallo Roland,

ich werde es mal anders formulieren:

sicherlich eine interessante Betrachtung, auch wenn ich nicht mit allen genannten Spielen einverstanden bin kann ich Deine Auflistung für die meisten Vielspieler (ausgenommen Roland G. Hülsmann und andere Querulanten :-) ) durchaus nachvollziehen.

> Für wen sprichst Du? Ich würde mich zwar auch als Vielspieler
> bezeichnen, weiche aber in meinem Geschmack durchaus von der
> Liste ab - wenn auch nicht in allen Punkten.

Ich denke letztlich geben wir beide an das wir mit der Liste so wie sie von Gerhard leben können, auch wenn sie nicht 100% unseren Geschmack trifft. Ausserdem denke ich (vorsicht verallgemeinerung) das es fast allen (den meisten) hier so geht.

Ich denke das sich sogar manche (mehrere) zu einer Äusserung hinreissen lassen die bestätigt das sie die genannten Spiele für die besseren (die besten) der genannten Jahrgänge halten.

> Bitte keine
> Verallgemeinerungen im Allgemeinen und Vereinnahmungen meiner
> Person im Besonderen! :grin: Wer ist schon ein "Vielspieler",

DOCH, natürlich auch mit vereinnahmung deiner Person :grin:

Nein, natürlich habe ich Dich wie Du oben nachlesen kannst ausdrücklich ausgenommen.

> wer noch ein "Normalspieler" und was gar ein
> "Gelegenheitsspieler"? Vielleicht gibt es auch noch
> "Kneipenspieler", "Glücksspieler" und "Extremspieler"? ;-)

Zu dieser Frage kann ich nur meine Definition bringen, Vielspieler sind alle die sich Regelmässig wenn sie es schaffen mehrmals im Monat treffen um dann anspruchsvolle Brettspiele zu spielen, gerne auch neues. Diese Spieler beschäftigen sich auch so stark mit den Spielern das sie sich nicht über Internetforen zu diesem Thema wundern, sondern dort eher aktiv mitwirken.

Darunter kommt für mich der Spielerische Mittelstand, treffen sich gerne mal zum Spielen, wollen auch mal neues Spielen unter umständen sogar selbst erarbeitet, aber eher ein Spiel mehrmals da es so viel Spass macht (Siedler?).

Dann gibt es noch die Seltenspieler, die spielen mal mit würden aber von sich aus nicht auf die Idee kommen so etwas zu planen. Leute die zur obengenannten Vielspieler gruppe gehören werden zumindest argwöhnisch beäugt.

Mitglieder aller dieser Gruppen können zu den Gattungen Glücksspieler, Kneipenspieler und schlechte Verlieren gehören.

> Schubladendenken macht die Welt subjektiv einfacher. bildet
> sie aber nicht wirklich ab.

Das stimmt und sicherlich sind grade in der Spieleszene die Schubladen anders geformt als in anderen Bereichen, bzw nach meiner Definition so gross das wirklich alle (ausser Roland G. Hülsmann und Roman Pelek) da reinpassen.

> Roland (der in keine Schublade paßt)

Hanno, der keine Veranlassung dazu sieht Roland in eine zu stecken.........

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Michael Andersch

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Andersch » 11. Juli 2002, 10:17

Hmm..., nette Liste eigentlich, aber m.E. genauso subjektiv wie einzelne Spielegeschmäcker. Heisst für mich: "Den" guten bzw. schlechten Jahrgang gibt es nicht, genau so wie es "das" gute oder schlechte Spiel nicht gibt.

Würde ich diese Liste für mich machen würde sie sicherlich von Deiner abweichen (wie deutlich weiss ich nicht, da ich mir die Mühe nicht machen werde).

NB: Auch ein "schlechter" Jahrgang ist für mich ein guter Jahrgang: Er spart mir Geld und Schrankplatz (und gibt mir Zeit, weniger Neuheiten zu spielen und dafür wieder gute "Altheiten" hervorzukramen).

Viele Grüße,
Micha

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Roman Pelek

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Roman Pelek » 11. Juli 2002, 10:36

Hi Gerhard,

interessant an der Betrachtung von Spielejahrgängen finde ich neben der ja schon zur Genüge erwähnten Subjektivität der Beurteilung (und den Belangen, ob aus Vielspielersicht oder nicht) noch etwas anderes, was noch gar nicht thematisiert wurde. Nämlich: ob man die Highlights eines Jahrgangs aus damaliger Sicht auflistet oder aus der Sicht, ob diese Spiele heute noch bei Veröffentlichung bestehen könnten/würden. Bei letzterem ergibt sich für mich nämlich ein anderes Bild als bei erstgenanntem. Ich möchte mal auf ein paar Dinge eingehen:

Gerhard Passler schrieb:

> 1. Jahrgang 2000 - u. a. mit den Highlights Die Fürsten von
> Florenz, La Città, Vinci, Torres, Tadsch Mahal

Sicher ein starker Jahrgang; La Citta war allerdings nicht so mein Fall. Die aleas, Torres und Vinci sind aber sicher auch heute noch aktuelle Spiele (ist ja auch nicht lange her). Gleiches gilt für die Highlights aus 2001.

> 3. Jahrgang 1998 - u. a. mit den Highlights Euphrat & Tigris,
> Ursuppe, Die Macher

Euphrat&Tigris: ja. Aber wären Ursuppe und Die Macher heute wirklich noch so gut wie damals?

> 3. Jahrgang 1999 - u. a. mit den Highlights Tikal, Union
> Pacific, Giganten

Hm, ein Tikal ist sicher schwer einzuordnen, da's nun ja 3 Spiele dieser Art gibt, damals war es neuartig. Sind jedoch Union Pacific und Giganten aus heutiger Sicht noch Highlights?

> Die schwächsten (schlechtesten) Spielejahrgänge seit 1995,
> seit dem ich mich intensiv mit Spielen beschäftige, sind
> meiner Meinung nach in folgender Reihenfolge:
>
> 1. Jahrgang 1995 - mit dem einzigen Highlight Die Siedler von
> Catan

Mir fällt ad hoc nichts ein, was mir aus '95 noch prägnant in Erinnerung wäre, okay.

> 2. Jahrgang 2002 - mit dem einzigen Highlight Puerto Rico

Hm, schwierig. Puerto Rico ist so herausragend, dass durchaus daneben manches gut untergehen mag, was sonst evtl. zu Highlights hinzugezählt hätte. PR hätte auch in den vorhergehenden Jahrgängen den Rest ausstechen können.

> 3. Jahrgang 1996 - mit den Highlights El Grande, Entdecker

El Grande: Zustimmung. Aber wäre ein Spiel wie die Entdecker heute noch aktuell? Wir haben immerhin die Neuen Entdecker und ein Carcassonne in derselben Gattung.

> Wie ist Eure Einschätzung? Was meint Ihr dazu?

Ich halte es neben der subjektiven Komponente für teilweise sehr schwer zu vergleichen, da sich die Standards auch geändert haben und viel Lob für Spiele eines Jahrgangs auch auf einer - für damalige Verhältnisse - gewissen Neuartigkeit beruhte. Manche Highlights eines Jahrgangs würden in einem späteren sicher nicht mehr als solche zählen. Wenn man z. B. mal sagt, dass Jahrgang 2002 schwach ist, weil es nur PR als Highlight gibt, so ist das für mich nicht unbedingt vergleichbar mit einem alten Jahrgang, in dem 3 schwächere, zudem heute nicht mehr so aktuelle Spiele "Highlights" waren - zumindest wenn man die Stärke eines Jahrgangs an der Anzahl der Highlights festmacht...

Ciao,
Roman

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Michael Andersch

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Andersch » 11. Juli 2002, 10:47

Roman Pelek schrieb:
>
> ...ob man die Highlights eines Jahrgangs aus
> damaliger Sicht auflistet oder aus der Sicht, ob diese Spiele
> heute noch bei Veröffentlichung bestehen könnten/würden

stimmt!

> > 3. Jahrgang 1998 - u. a. mit den Highlights Euphrat & Tigris,
> > Ursuppe, Die Macher
>
> Euphrat&Tigris: ja. Aber wären Ursuppe und Die Macher heute
> wirklich noch so gut wie damals?

Ursuppe mag ich persönlich nicht so sehr, die Macher spiele ich nach wie vor sehr gerne!

> > 3. Jahrgang 1999 - u. a. mit den Highlights Tikal, Union
> > Pacific, Giganten
>
> Hm, ein Tikal ist sicher schwer einzuordnen, da's nun ja 3
> Spiele dieser Art gibt, damals war es neuartig. Sind jedoch
> Union Pacific und Giganten aus heutiger Sicht noch Highlights?

Aus meiner Sicht: Ja!

> > 1. Jahrgang 1995 - mit dem einzigen Highlight Die Siedler von
> > Catan
>
> Mir fällt ad hoc nichts ein, was mir aus '95 noch prägnant in
> Erinnerung wäre, okay.

Mir schon: Linie 1!

> > 2. Jahrgang 2002 - mit dem einzigen Highlight Puerto Rico
>
> Hm, schwierig. Puerto Rico ist so herausragend, dass durchaus
> daneben manches gut untergehen mag, was sonst evtl. zu
> Highlights hinzugezählt hätte. PR hätte auch in den
> vorhergehenden Jahrgängen den Rest ausstechen können.

Also ich halte Puerto Rico ja auch für ein sehr gutes Spiel, aber für so göttergleich dass kein anderes daneben Bestand haben könnte (wie es hier im Forum teilweise dargestellt wird) bei weitem nicht. Auch dieser Jahrgang hat seine Höhepunkte und nicht nur ein PR!

Viele subjektive Grüße,
Micha

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Attila » 11. Juli 2002, 11:03

Gerhard Passler schrieb:

> offenbart. Zwischen den besten und den schlechtesten
> Jahrgängen klafft doch eine große Lücke.

Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Das mag
a) daran liegen das meine Meinung zu "Spitzenspielen" nicht dem "Mainstream" entspricht
und
b) daran liegen das man lange nicht alle Spiele die in einem "Jahrgang" erschienen sind kennt !

[verm. Highlights]

Was man davon als "Highlight" sieht und was nicht, bleibt jedem selber überlassen. Ich empfinde die wenigsten hier genannten Spiele (auch wenn sie wahrlich nicht schlecht sind (ausnahmen bestätigen die Regel)) als "Highlight" - z.b. würde ICH als Highlight 2001 eindeutig "East & West" zuzählen - so gehen die Meinungen auseinander ! :-)

Und rein spielerisch würde ich SvC 1995 eher als "LowLight" einstufen - aber wie gesagt: Das muss jeder selber entscheiden ! :-)

Aber zu den "Spielejahrgängen":
Ein Spielejahrgang empfindet man "gut", wenn man einige Spiele daraus kennt die man "gut" empfindet. Wenn man keine Spiele aus diesem Jahrgang kennt die "gut" sind, dann ist der Jahrgang schlecht, obwohl man die restlichen 150 Spiele nicht kennt ? - Hmm - sehr schwierig und sehr individuell !
Mir ist es übrigens völlig wurscht was wann erschienen ist und mit welcher Auflage - viele "meiner" Highlights sind in sehr geringer Anzahl in recht unbekannten (und Teilweise erfolglosen) Verlagen erschienen und den meisten "Verkaufs-Highlights" kann ich spielerisch nicht viel abgewinnen. Vieleicht besteht da ja ein zusammenhang zwischen Anspruch und verkaufte Exemplare.

Ein Diskussion über "Highlights" und nicht "Highlights" ist aber sowieso irgendwie belanglos, denn der eine findet das neuste Würfelspiel total klasse, der andere die neuste Cosim und der nächste die x-te Siedler Erweiterung. Und ein Spiel an den Verkaufszahlen als "Highlight" auszumachen ist sehr zweifelhaft.

Atti

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Helmut Lehr

Re: Gute und schlechte ...: 2002 ist gut!

Beitragvon Helmut Lehr » 11. Juli 2002, 12:19

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> ... und ich würde in 2002, das mir ein recht guter Jahrgang
> scheint, noch NAUTILUS und WILDLIFE hinzufügen.
>
NAUTILUS gehört bestimmt dazu, obwohl ich vom Ausgang enttäuscht bin. WILDLIFDE habe ich noch nicht gespielt.


>
> Kurz: Ich persönlich würde für meinen Geschmack 2002 als
> einen sehr guten Jahrgang bezeichnen! "Puerto Rico" spielt da
> sicherlich ganz weit oben mit, ist aber nicht allleine im
> oberen Bereich!

100 % Zustimmung1
Helmut

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Markus Barnick

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Markus Barnick » 11. Juli 2002, 13:13

kann nur subjektiv drauf antworten:

> Euphrat&Tigris: ja. Aber wären Ursuppe und Die Macher heute
> wirklich noch so gut wie damals?
warum nicht? Ich finde die Macher überragend - da ich das Spiel inzwischen einigermaßen kann, sogar eines der besten Spiele, die ich habe. Wir schaffens inzwischen innerhalb von 5 Stunden. Allerdings ist der Glücksanteil teilweise sehr hoch.

E&T auch ein überragendes Spiel. HIG hat es ja ganz gut verkauft. Allerdings ist die Nachfrage plötzlich eingebrochen.

Ursuppe: Auf jeden Fall besser als Urland. ursuppe gefällt mir immer besser - leider hab ichs noch nicht. Nur die Erweiterung ;-)

> Sind jedoch
> Union Pacific und Giganten aus heutiger Sicht noch Highlights?
UP ja. Giganten hat mir nie gefallen.

>
> Hm, schwierig. Puerto Rico ist so herausragend, dass durchaus
> daneben manches gut untergehen mag, was sonst evtl. zu
> Highlights hinzugezählt hätte. PR hätte auch in den
> vorhergehenden Jahrgängen den Rest ausstechen können.

wird Zeit, daß ich sein 2. Mal spiele

>
> > 3. Jahrgang 1996 - mit den Highlights El Grande, Entdecker
>
> El Grande: Zustimmung. Aber wäre ein Spiel wie die Entdecker
> heute noch aktuell? Wir haben immerhin die Neuen Entdecker
> und ein Carcassonne in derselben Gattung.
Entdecker ist eher ein gutes bis mittelmäßiges Spiel. Zumindest die alte Version. Genügt zumindest den heutigen Ansprüchen fast nicht mehr.

El Grande :-)) besonders mit den Erweiterungen. In nächster Zeit werd ich mal eine FAQ zu Grandissimo machen. (Sobald wirs noch ein paarmal gespielt haben)

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friedemann

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon friedemann » 11. Juli 2002, 14:55

Laut der ewigen Top 100 (obiger Link) sind die Jahrgänge folgendermassen verteilt:

2002 2 Spiele
2001 5
2000 17
1999 17
1998 7
1997 9
1996 4
1995 8
1994 3
1993 keins
1992 2
1991 1
1990 4
1989 1
1988 2
1987 3
1986 2
1985 0
1984 0
1983 3
1982 1
1981 2
1980 1

Ist aber natürlich auch nur bedingt aussagekfäftig, da 2002 und 2001 sicherlich noch Stimmen bekommen werden und ältere Spiele entweder vergessen werden oder "aus der Mode" gekommen sind.

Aber für 1989 bis 1998 scheint doch deutlich zu sein, daß 1989, 1991 und besonders 1993 schlechte und 1990, 1995 und 1997 gute Jahrgänge gewesen sein müssen, da sie weniger bzw. mehr Einträge als benachbarte Jahrgänge haben.

Anfang der Neunziger galt auch immer noch der Jahrgang 1988 als legendär, heute scheint da niemand mehr darüber zu sprechen. Ich glaube aber, daß der 1988er Jahrgang (u.a. Forum Romanum, LOA, Ben Hur, Targui, Merchant of Venus, Hol's der Geier) ein starker Jahrgang war und immer noch als solcher gesehen werden sollte (auch wenn Roman da vielleicht widersprechen würde), da dort viele Spiele rauskamen die uns Spieler für mehrere Jahre "glücklich" gemacht haben.

Friedemann

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Roman Pelek

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Roman Pelek » 11. Juli 2002, 15:58

Michael Andersch schrieb:
>
> Roman Pelek schrieb:
> > Mir fällt ad hoc nichts ein, was mir aus '95 noch prägnant in
> > Erinnerung wäre, okay.
> Mir schon: Linie 1!

Das stimmt's, das war '95...

> Also ich halte Puerto Rico ja auch für ein sehr gutes Spiel,
> aber für so göttergleich dass kein anderes daneben Bestand
> haben könnte (wie es hier im Forum teilweise dargestellt
> wird) bei weitem nicht. Auch dieser Jahrgang hat seine
> Höhepunkte und nicht nur ein PR!

Ich finde auch, dass es dieses Jahr schöne Spiele gab, die neben (dem für mich subjektiv auch besseren) PR aber etwas untergehen. Deshalb ja auch die Frage, wie's denn gewesen wäre, wenn PR in einem anderen Jahrgang Platz gefunden hätte - vermutlich wäre dann manch anderes kein "Highlight" für den einen oder anderen gewesen.

Ciao,
Roman

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Michael Blumoehr

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Blumoehr » 11. Juli 2002, 16:43

Hallo,

friedemann schrieb:
> Ist aber natürlich auch nur bedingt aussagekfäftig,
>
> Aber für 1989 bis 1998 scheint doch deutlich zu sein, daß
> 1989, 1991 und besonders 1993 schlechte und 1990, 1995 und
> 1997 gute Jahrgänge gewesen sein müssen, da sie weniger bzw.
> mehr Einträge als benachbarte Jahrgänge haben.

Nun ja, die Liste ist natürlich auch deshalb mit Vorsicht zu geniessen, da die meisten Abstimmungsteilnehmer doch eher aus dem anglo-amerikanischen Raum stammen und da wurden die EuroGames doch erst ab Mitte der 90er Jahre bekannt (auch so ein Verdienst an dem die Siedler massgeblich beteiligt sind).

Michael (der heute zum Spieltreff auch mal wieder tiefer in die Sammlung greift)

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Werner Bär
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Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Werner Bär » 11. Juli 2002, 18:07

> Nun ja, die Liste ist natürlich auch deshalb mit Vorsicht zu
> geniessen, da die meisten Abstimmungsteilnehmer doch eher aus
> dem anglo-amerikanischen Raum stammen und da wurden die
> EuroGames doch erst ab Mitte der 90er Jahre bekannt

Aber die Liste kommt in erster Linie durch Benotungen zusammen, nicht durch den Bekanntheitsgrad der Spiele. Ein Spiel mit vielen durchschnittlichen Noten landet sicher nicht in den Top 100 (z.B. Trivial Pirsuit - 160 Nennungen, Platz 950), während es PR mit ~40 Benotungen an die Spitze geschafft hat.

Werner.

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Michael Blumoehr

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Blumoehr » 12. Juli 2002, 09:01

Werner Bär schrieb:
> Aber die Liste kommt in erster Linie durch Benotungen
> zusammen, nicht durch den Bekanntheitsgrad der Spiele

Aber was man nicht kennt, wird nicht benotet bzw. wird nicht die nötige Mindeststimmenzahl erhalten.

Michael (der es noch nicht geschafft hat, seine Noten einzuschicken)

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Michael Andersch

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Andersch » 12. Juli 2002, 10:11

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich finde auch, dass es dieses Jahr schöne Spiele gab, die
> neben (dem für mich subjektiv auch besseren) PR aber etwas
> untergehen. Deshalb ja auch die Frage, wie's denn gewesen
> wäre, wenn PR in einem anderen Jahrgang Platz gefunden hätte
> - vermutlich wäre dann manch anderes kein "Highlight" für den
> einen oder anderen gewesen.

Meinst Du wirklich? Für mich gesprochen muss ich das verneinen. Ich mache das Gefallen eines Spieles nicht davon abhängig, ob es im gleichen Jahrgang "Besseres" gibt. Oder Konkret gesagt: Wäre PR zusammen mit El Grande erschienen würde ich EG trotzdem genauso gut gefunden haben. Oder andersrum: Wallenstein gefällt mir sehr gut. Es würde mir aber nicht besser gefallen, wenn es PR nicht gäbe.
Die von Dir aufgestellte These halte ich höchstens dann für zutreffend, wenn jemand das Ziel hat - sagen wir - immer nur die 5 besten Spiele eines Jahrgangs zu kaufen (keine Ahnung, ob es so jemanden gibt). Da fällt natürlich ein gutes, wenn auch nicht ausgezeichnetes Spiel von der Liste, wenn sich ein Überflieger drauf breit macht ;-)

VG,
Micha

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Volker L.

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Volker L. » 12. Juli 2002, 10:22

Michael Andersch schrieb:
>
> Roman Pelek schrieb:
> >
> > Ich finde auch, dass es dieses Jahr schöne Spiele gab, die
> > neben (dem für mich subjektiv auch besseren) PR aber etwas
> > untergehen. Deshalb ja auch die Frage, wie's denn gewesen
> > wäre, wenn PR in einem anderen Jahrgang Platz gefunden hätte
> > - vermutlich wäre dann manch anderes kein "Highlight" für den
> > einen oder anderen gewesen.
>
> Meinst Du wirklich? Für mich gesprochen muss ich das
> verneinen. Ich mache das Gefallen eines Spieles nicht davon
> abhängig, ob es im gleichen Jahrgang "Besseres" gibt. Oder
> Konkret gesagt: Wäre PR zusammen mit El Grande erschienen
> würde ich EG trotzdem genauso gut gefunden haben. Oder
> andersrum: Wallenstein gefällt mir sehr gut. Es würde mir
> aber nicht besser gefallen, wenn es PR nicht gäbe.
> Die von Dir aufgestellte These halte ich höchstens dann für
> zutreffend, wenn jemand das Ziel hat - sagen wir - immer nur
> die 5 besten Spiele eines Jahrgangs zu kaufen (keine Ahnung,
> ob es so jemanden gibt). Da fällt natürlich ein gutes, wenn
> auch nicht ausgezeichnetes Spiel von der Liste, wenn sich ein
> Überflieger drauf breit macht ;-)

Also, ich sehe das tendenziell eher wie Roman.
Klar, wenn Du beurteilen willst, wie gut ein Jahrgang war und zu
diesem Zweck eine Liste durcharbeitest, auf der alle Titel
verzeichnet sind, wird der Ueberflieger dem nur guten Spiel
nichts wegnehmen. Anders sieht es aber aus, wenn Du nur durch
Nachdenken und Kramen in den eigenen Erinnerungen suchst - dann
kann der Ueberflieger tatsaechlich die anderen ueberstrahlen, und
an das nur gute Spiel denkst Du erst, wenn jemand anders es
erwaehnt "Ach ja, das gab es ja auch noch".
Auch die Sterne strahlen tagsueber genauso hell wie nachts - nur
werden sie von der Sonne derart ueberstrahlt, dass man sie nicht
sieht.
Und schliesslich ist bei Spielern mit begrenzter Freizeit auch
ganz konkret die Moeglichkeit gegeben, dass man den Ueberflieger
so oft spielt, dass fuer anderes wenig Zeit bleibt und man das
nur gute Spiel gar nicht kennen lernt.

Gruss, Volker

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Michael Andersch

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Michael Andersch » 12. Juli 2002, 10:31

Volker L. schrieb:
>
> Anders sieht es aber aus, wenn Du nur durch
> Nachdenken und Kramen in den eigenen Erinnerungen suchst - dann
> kann der Ueberflieger tatsaechlich die anderen ueberstrahlen,

Da schätzt Du meine Erinnerungen aber gut ein. Denkst Du, ich weiss nach 3 Jahren und 2 Veröffentlichungsterminen innerhalb eines Jahres noch ob Spiel xy jetzt Jahrgang 1998 oder 1999 war???
Alles was ich weiß ist ob mir das Spiel gefallen hat und ob ich es besitze oder es gerne besitzen würde und so ungefähr, wie alt es ist.
Vielleicht ist das aber auch nur so, weil mir persönlich einzelne Jahrgänge völlig wurscht sind. Wie oben bereits beschrieben: Jeder Jahrgang ist ein guter Jahrgang!

Verblassende Grüße,
Micha

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friedemann

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon friedemann » 12. Juli 2002, 13:32

Also ´ne Mindestsimmenzahl gibt´s nicht. Jedes Spiel bekommt pauschal 5 Stimmen mit je Note 3,5 verpasst, sodaß keine Spiel mit nur einer Note ganz oben steht.

Natürlich hast Du recht, wenn Du sagtst, daß das eher der anglo-amerikanische Raum ist, aber ich glaube wir sollten uns verinnerlichen, daß die Spieleszene sehr international geworden ist und Amerika, bei den (verrückten) Spielern, bestimmt schon 1/4 ausmacht - größeres Land, mehr Menschen.

Und die Innovationen kommen auch nicht mehr nur aus Deutschland, siehe z.B.:

Cwali
Splotter
Cheapass
Warfrog
Winsome

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Roman Pelek

Re: Gute und schlechte Spielejahrgänge

Beitragvon Roman Pelek » 13. Juli 2002, 05:01

Hi Micha,

> Roman Pelek schrieb:

> > Ich finde auch, dass es dieses Jahr schöne Spiele gab, die
> > neben (dem für mich subjektiv auch besseren) PR aber etwas
> > untergehen. Deshalb ja auch die Frage, wie's denn gewesen
> > wäre, wenn PR in einem anderen Jahrgang Platz gefunden hätte
> > - vermutlich wäre dann manch anderes kein "Highlight" für den
> > einen oder anderen gewesen.
>
> Meinst Du wirklich? Für mich gesprochen muss ich das
> verneinen. Ich mache das Gefallen eines Spieles nicht davon
> abhängig, ob es im gleichen Jahrgang "Besseres" gibt. Oder

Ich halte das aber für einen wesentlichen Faktor. Denn oftmals spielt für mich die subjektive Wahrnehmung diesbezüglich eine größere Rolle als häufig angenommen wird.

> Konkret gesagt: Wäre PR zusammen mit El Grande erschienen
> würde ich EG trotzdem genauso gut gefunden haben. Oder

Nun denn, Du bringst spielerisch Außergewöhnliches mit Außergewöhnlichem in Bezug. Da mag das angehen. Aber nehmen wir mal ein zitiertes "Entdecker", oder auch ein "Tikal", "Union Pacific", "Giganten". Wie sieht's dann aus? Verblasst so etwas nicht etwas leichter?

> andersrum: Wallenstein gefällt mir sehr gut. Es würde mir
> aber nicht besser gefallen, wenn es PR nicht gäbe.

Wenn es PR nicht gäbe, hätte ich Wallenstein sicherlich schon deutlich öfter gespielt. Dennoch ist letzteres ein sehr schönes Spiel, aber ich meine, dass das Bessere immer noch der Feind des Guten ist ;-)

> Die von Dir aufgestellte These halte ich höchstens dann für
> zutreffend, wenn jemand das Ziel hat - sagen wir - immer nur
> die 5 besten Spiele eines Jahrgangs zu kaufen (keine Ahnung,
> ob es so jemanden gibt). Da fällt natürlich ein gutes, wenn
> auch nicht ausgezeichnetes Spiel von der Liste, wenn sich ein
> Überflieger drauf breit macht ;-)

Das ist eine Seite der Medaille. Aber das Problem tangiert auch andere Bereiche: wenn ich in meiner - wie bei allen beschränkten - Freizeit die Wahl habe, ein Spiel zu spielen, spiele ich eines, das entweder herausragt oder alternativ eines, das mir zumindest Abwechslung oder Neuartigkeit verheißt. Und auch deshalb halte ich es nicht für unnatürlich, dass auch gute Spiele etwas im Schatten eines Highlights stehen, auch wenn sie in anderen Jahrgängen durchaus selbst zum Highlight getaugt hätten. Nicht mehr wollte ich sagen. Dass das nicht immer gerecht ist bzw. die Subjektivität manchmal mehr als einem lieb ist färbt, ist meinem Kommentar bewusst impliziert. Darauf wollte ich sogar hinaus - denn die von Dir postulierte Objektivität ist nur sehr schwer zu erreichen, m. E. schwerer als den Aufwand den Du dafür anberaumst.

Ciao,
Roman


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