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Schuh des Manitu

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Achim

Schuh des Manitu

Beitragvon Achim » 22. Juli 2002, 22:59

Nach längerer Abwesenheit im Forum melde ich mich heute total verärgert zurück.

Ich habe gerade das Spiel " DER SCHUH DES MANITU" (Kartenspiel) von Ravensburger ausgepackt. Sage und schreibe ganze 55 Spielkarten, einige unnötige Kartonchips und eine fehlerhafte (schwarz-weiss) Regel für 12 Euro habe ich bekommen. Amigo oder Adlung schaffen so etwas für 5 Euro.
Dafür habe ich aber jetzt eine schöne große Schachtel.

Jetzt aber der Oberhammer:
auf der Schachtelrückseite steht:

Spielkonzeption: Funtasy Factory

Das Spiel ist vollkommen identisch mit dem Microsoft PC-Spiel "Hearts". Findet jeder unter Zubehör (sofern er das Office-Paket installiert hat.)
Von Ravensburger möchte ich da doch etwas mehr erwarten.
Zumindest verlangt es der Anstand einen entsprechenden Vermerk auf die Schachtelrückseite zu drucken.

Hingeschludert sind auch die Regeln:

Ein Beispiel:

"Der Spieler, der die höchste Karte der ausgespielten [unten liegenden] Farbe ablegt, erhält den Stich.
(Jetzt ein Beispiel dazu:)
"Beispiel: Unten liegt die grüne >3<,darüber grüne >7<, orange >12<, grüne >11<. Der Spieler mit der grünen >2< nimmt den Stich."

So nicht verehrte Ravensburger!
So nicht!

mit verärgerten Grüßen

Achim

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Schuh des Manitu

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 23. Juli 2002, 00:05

Achim schrieb:

> Amigo oder Adlung schaffen so etwas für 5 Euro.

Aber nicht mit Lizenz für Bilder aus dem Film! Die hast Du halt mit bezahlt.

> Dafür habe ich aber jetzt eine schöne große Schachtel.

Da passen noch ein paar Spiele von Adlung mit rein. Ideal für den Urlaub! ;-)

> Das Spiel ist vollkommen identisch mit dem Microsoft PC-Spiel
> "Hearts".

Nicht völlig. Bitte genau bleiben! Zählweise und einige andere Kleinigkeiten sind abgewandelt. Es basiert aber in der Tat auf dem traditionellen Spiel Hearts.

> Findet jeder unter Zubehör (sofern er das Office-Paket installiert hat.)

Ist auch ohne Office bei Window dabei.

> Zumindest verlangt es der Anstand einen entsprechenden
> Vermerk auf die Schachtelrückseite zu drucken.

Zumindest konnte man aufgrund der Beschreibung es erahnen!

> So nicht verehrte Ravensburger! So nicht!

Pardon, wir sind hier nicht bei Ravensburger. Vielleicht hättest Du die Mail dahin schicken wollen. Ich mag es nicht, wenn man sich bei mir über Ravensburger beschwert. Ich mag zwar an vielem schuld sein, DARAN aber nicht! ;-)

Roland (der Dir zwar in einigen Punkten recht geben würde, sich aber das Spiel gekauft hat, WEIL es so ähnlich wie Hearts ist und es in der Form nun mal etwas abgedrehter ist, als mit langweiligen Skaat-Karten)

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Brigitta Lindemann

Re: Schuh des Manitu

Beitragvon Brigitta Lindemann » 23. Juli 2002, 00:47

Und ich weiß jetzt, was ich für unsere Schmökernacht unter dem Motto "Schuh des Manitou" für ein Spiel kaufe :wink:
Brigitta

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Oliver Rißkow

RE: Schuh des Manitu

Beitragvon Oliver Rißkow » 23. Juli 2002, 08:12

> Das Spiel ist vollkommen identisch mit dem Microsoft
> PC-Spiel "Hearts". Findet jeder unter Zubehör (sofern er
> das Office-Paket installiert hat.)

Interessant, in meinen Augen ist es ein Plagiat des alten AH-Kartenspiels "Black Spy".
Oli

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Roland G. Hülsmann
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RE: Schuh des Manitu

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 23. Juli 2002, 08:24

Oliver Rißkow schrieb:

> Interessant, in meinen Augen ist es ein Plagiat des alten
> AH-Kartenspiels "Black Spy".

Oha, "Hearts" hatte also schon früher Ableger? Wäre fastr interessant, die Entwicklung des Spieles zurückzuverfolgen.

Es wäre ja nicht das erste Mal, daß ein traditionelles mit Skat-Karten gespieltes Spiel (ab und an mit einem Thema garniert) Grundlage für ein neues Spiel mit speziellem Blatt ist. Viele moderne Stichspiele haben Karten mit Zahlen in vier Farben und ähneln mehr oder weniger klassischen Stichspielvarianten mir Skat- oder Rommé-Karten. Und auch UNO ist ja nichts anderes als ein erweitertes MAU MAU mit einem eigenen, selbsterklärenden Kartensatz, bei dem man sich nicht mehr merken muß, was welche Karte bedeutet.

Gruß
Roland

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

... Hearts / Black Spy / Geister

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 23. Juli 2002, 08:48

Roland G. Hülsmann schrieb:

> Wäre fast interessant, die Entwicklung des Spieles zurückzuverfolgen.

Auch wenn ich mir ausnahmsweise selbst antworte, hier erste Ergebnisse:

"Black Spy" (Alan R. Moon) wurde auch schon als "Hearts"-Verschnitt "enttarnt":

http://www.boardgamegeek.com/viewitem.php3?gameid=1982

(Weiter unten auf der Seite die Kommentare lesen.)

Die deutsche Version vom gleichen Autor heist "Geister". Über Luding findet sich folgende Besprechung:

http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/keirat/txt/G/Gespenst.html

(Ich teile die Wertung nicht. "Geister" kommt bei uns hin und wieder mit Vergnügen auf den Tisch, "Der Schiuh des Manitu" (Kartenspiel) übrigens auch.)

"Der Schuh des Manitu" ist etwas näher am original "Hearts" als das Kartenspiel von Alan R. Moon, aber trotzdem ist die Ähnlichkeit nicht übersehbar. Die mehrfach vorhandenen "hochwertigen" 7er in der bösen Farbe (weiß bei "Geister", schwarz bei "Black Spy") bringen ein neues Elewment ins Spiel. Interessante Mechanismen finden halt in manchem Spiel ihren Widerhall.

Gruß Roland


>
> Es wäre ja nicht das erste Mal, daß ein traditionelles mit
> Skat-Karten gespieltes Spiel (ab und an mit einem Thema
> garniert) Grundlage für ein neues Spiel mit speziellem Blatt
> ist. Viele moderne Stichspiele haben Karten mit Zahlen in
> vier Farben und ähneln mehr oder weniger klassischen
> Stichspielvarianten mir Skat- oder Rommé-Karten. Und auch UNO
> ist ja nichts anderes als ein erweitertes MAU MAU mit einem
> eigenen, selbsterklärenden Kartensatz, bei dem man sich nicht
> mehr merken muß, was welche Karte bedeutet.
>
> Gruß
> Roland

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

... Geschichte

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 23. Juli 2002, 09:32

"Hearts dates back to around 1850, having evolved from older games in which the object was to avoid taking certain cards."
http://www.heartslinks.com/dir/sitevisit.asp?lid=4173

"Hearts is a game of trick avoidance, and has what is called a "reversed" outcome, in that the idea is to avoid scoring points. The reversal of what one might consider "normal" gameplay is a common element found in numerous card games, extending as far back as Reversis, and other titles from the sixteenth century.
Our version of Hearts can be traced back to the 1880s, when it first started to appear in game rulebooks. Hearts is known under a variety of names, including Black Maria, which is also another name for the Queen of Spades, a card that features prominently in the game."
http://www.heartslinks.com/dir/sitevisit.asp?lid=4175

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peer

Re: ... Geschichte

Beitragvon peer » 23. Juli 2002, 10:58

Hi,
schon mal danke an Roland - solche Geschichtslektionen mag ich ;-)
In dem Buch Kartenspiele aus dem BZ - Verlag (mehr Angaben kann ich nicht machen, da ich es auf unserem Dachboden gefunden habe und die ersten 100 SEiten fehlen - inklusive des "Impressums"; Autor ist nicht angegeben) wird das Spiel "Herz-Jagd" Vorgestellt. Auch das ähnelt stark Hearts, aber einige Regeldetails sind anders (z.B. gibts keinen "Mond abschiessen"). Wie bei allen traditionellen Kartenspielen scheinen auch hier mehrere Variationen zu existieren (Kennt jemand alle Regeln zu DoKo? :-)) )
ciao,
Peer

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Marc

Tja...wärst du mal täglich im Forum gewesen...

Beitragvon Marc » 23. Juli 2002, 11:40

Hy!

Kann deine Verärgerung verstehen.
Bereits vor Wochen schrieb ich im Forum folgende Zeilen:


DER SCHUH DES MANITU ( Kartenspiel ):

Es gibt ja Spiele, die sind erst nach dem ersten Weizen so richtig gut.
Bei diesem Spiel müssen es schon zwei sein.
Dann gibt es Spiele mit relativ großer Schachtel und relativ wenig Inhalt..
Beides trifft hier absolut zu.!
In der vom nomnierten DHdR-Kartenspiel bekannten Schachtelgröße
sind ganze 55 Spielkarten, 60 Hasi-Chips und eine vom Umfang her reiche Anleitung verpackt. Die Hasi-Chips haben auf der Rückseite den allseits beliebten
RaensburgerRavensburgerRavensburgerRavensburger
burgerRavensburgerRavensburgerRavensburgerRavens-Aufdruck in wunderhübschem blau.
Es gibt"gute" Spielkarten mit dem Zahlenwert 1-14 in drei Farben und Schurkenkarten mit den Zahlen 1-13 ( =Minuspunkte ).
Die Karten werden gleichmäßig an die Spieler verteilt.
Im folgenden Stichspiel muß die angespielte Farbe immer bedient werden.
Trumpf gibt es keinen. Besitzt man die Farbe nicht mehr darf man Karten abwerfen und den Mitspielern seine Schurken aufbrummen. Die höchte Karte in der angespielten Farbe sticht. Am Ende werden die Minuspunkte( Schurken) in den gemachten Stichen gezählt. Je nach Platzierung verliert oder bekommt man einen oder mehrere Hasi-Chips. Ach ja: Da die grüne 9 richtig scheiße aussieht bringt sie 15 Minuspunkte.
Wer nach mehreren Spielrunden noch lebt und die wenigsten Hasi-Chips sein eigen nennt gewinnt. Wir haben ganze zwei Runden überlebt.
Da ich noch drei Spiele auf Lager habe bleibt nur ein Urteil: KAUFEN!
Nein wirklich: ein schöner Merchandise-Artikel für DSdM-Enthusiasten - aber nichts für Spieler.
ACHTUNG: dies ist wirklich nur meine PEEM.

Viele Grüße!
Marc
MF

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Sylvia Berger

Re: Tja...wärst du mal täglich im Forum gewesen...

Beitragvon Sylvia Berger » 23. Juli 2002, 11:53

Hallo Marc,
Du hast vergessen zu schreiben, dass Du damals nach dem Kartenspiel in die Runde gefragt hast, ob wir das Schuh-des-Manitu-Brettspiel auch noch aufmachen wollen und die Runde - ohne vorherige Absprache - im Chor rief:
NEEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNN!!!!!!!

:lol: :lol: :lol:

Sylvia
(die sich ansonsten noch nie gegen Marks Spielvorschläge gewehrt hat, weil man da manchmal auch feststellt, dass ein Spiel, das hier im Forum schon zerrissen worden ist, doch eigentlich gar nicht so schlecht ist)

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Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Re: Schuh des Manitu

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 23. Juli 2002, 12:10

Lieber Achim,
ich fühle mit Dir, aber was lernen wir daraus ganz allgemein?
Kauft keine Lizenzthemenspiele, liebe Leute, sondern Autorenspiele!! Letztere müssen als Spiel überzeugen, während erstere sich halt auch dann verkaufen würden, wenn in der Schachtel nur Styroporkugeln wären - solange nur das richtige Bild obendrauf pappt...
Franz-Benno Delonge

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Peter Kolb

Re: Schuh des Manitu

Beitragvon Peter Kolb » 23. Juli 2002, 12:34

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Lieber Achim,
> ich fühle mit Dir, aber was lernen wir daraus ganz allgemein?
> Kauft keine Lizenzthemenspiele, liebe Leute, sondern
> Autorenspiele!!

Doch leider fangen die Verlage nun an, uns - absichtlich?? ;-) - zu verwirren, indem sie beides vermischen! Und dann auch noch im selben Verlag! Das HdR-Kartenspiel von einem (richtigen) Autor konnte sich ja nun wirklich sehen lassen, oder!? Auch das neue SW Ep. II Spiel ist ein Autorenspiel, dass es (vor noch gar nicht allzu langer Zeit ;-) als "normales" Kartenspiel zu kaufen gab.

Selbst die Jury hat das HdR-Spiel auf ihre Auswahlliste gesetzt - und dann gab´s nach Hörensagen auf der Presiverleihung eine Rede vom Jury-Vorsitzenden Synes Ernst _gegen_ Merchandising Produkte. Interessante Verwicklung!

Grüße.
Peter (der einfach immer empfiehlt, bei _allem_ genau hinzuschauen, bevor man´s kauft!)

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Marc

Re: Tja...wärst du mal täglich im Forum gewesen...

Beitragvon Marc » 23. Juli 2002, 13:49

Dem Partyspiel DSdM gebe ich immernoch eine Chance!
Nur ist Wattebäuschen werfen nicht unbedingt die größte taktische Herausforderung...

Grüßle!
Marc

P.S.: Wer ist eigentlich Mark?

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Michael Andersch

Re: Schuh des Manitu

Beitragvon Michael Andersch » 23. Juli 2002, 15:39

Achim schrieb:
>
> [...] einige unnötige Kartonchips und eine
> fehlerhafte (schwarz-weiss) Regel für 12 Euro habe ich
> bekommen. Amigo oder Adlung schaffen so etwas für 5 Euro.

Na, jetzt tust Du Amigo und Adlung aber Unrecht. Soviel unnötiges Material und fehlerhafte Regeln schaffen die auch für 5€ nicht.

Dich absichtlich falsch verstanden habende Grüße,
Micha


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