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Bayesianische Spiele

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Klaus Regenbrecht

Bayesianische Spiele

Beitragvon Klaus Regenbrecht » 19. September 2002, 15:42

Ist hier im Forum jemand anzutreffen, der sich mit bayesianischen Spielen beschäftigt?
Fragt Klaus

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Markus Barnick

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon Markus Barnick » 19. September 2002, 16:06

womit?

Markus
(unwissend)

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Gustav der Bär

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon Gustav der Bär » 20. September 2002, 06:28

In der Wahrscheinlichkeitsrechnung gibt´s eine "Bayes´sche Regel", benannt nach einem Herrn Thomas Bayes.

Nicht, dass ich wirklich verstanden hätte, worum es dabei geht - es hat was damit zu tun, wie man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses berechnet, das von anderen Ereignissen abhängig ist, deren Wahrscheinlichkeit man auch noch berechnen muss.

Ich stelle mir darunter - sehr laienhaft - Gedanken vor wie: "Mit welcher Wahrscheinlichkeit muss ich bei meinem nächsten Wurf die Hälfte meiner Rohstoffe abgeben, wenn die beiden Leute, die noch vor mir dran sind, so würfeln, dass ich genug Rohstoffe bekomme, um überhaupt welche abgeben zu müssen."

Mehr oder weniger beschäftigen wir uns also _alle_ mit Bayesianischen Spielen.

(Vermtlich haben du, Markus, und ich uns aber schon nicht für ein Spiel mit Klaus qualifizieren können, denn du musstest fragen und ich musste im "Meyer" nachschlagen ;-) )

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Michael Andersch

OT: Bayesianische Spiele

Beitragvon Michael Andersch » 20. September 2002, 07:46

Vielleicht meint er aber auch Spiele, die eine Kombination aus bayrischen und siamesischen Elementen enthalten?

Ratlose Grüße,
Micha (enthält sehr viele bayrische Elemente)

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Klaus Regenbrecht

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon Klaus Regenbrecht » 20. September 2002, 09:13

Es sind dynamische Spiele mit unvollständiger Information, die meistens auf ein Bayes-Nash Gleichgewicht aufzulösen sind. Alles basiert, wie Gustav sagt, auf Herrn Thomas Bayes. Zum Beispiel besteht eine Aufgabe darin eine schwarze Kugel zu ziehen, zur Auswahl stehen zwei Gefäße bereit. Eines mit 6 weißen und 6 schwarzen Kugeln, eines mit einer unbestimmten Mischung. Aus welchem Gefäß sollte der Kanditat ziehen? Als nächstes sollte es eine weiße Kugel sein, auf welchen Topf sollte jetzt die Wahl fallen? Es gibt viel Literatur darüber und Situationen über die Betrachtung als Bayesianisches Spiel aufzulösen bereit oft viel Vergnügen.
Klaus

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peer

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon peer » 20. September 2002, 10:47

Hi,
ja ich weiss, was du meinst, aber naja, das richtige Forum ist es eigentlich nicht ;-)
Im Ernst: Wenn du an Rätseln, die sich auf Wahrscheinlichkeitstheorie stützen interesse hast, schick mir eine Mail - Ausser Spielen sammel ich nämlich auch Rätsel (nimmt auch nicht so viel Platz weg)

ciao,
Peer (der auch bereits an eine Veröffentlichung gedacht hat)

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friedemann
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Beiträge: 517

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon friedemann » 20. September 2002, 11:16

Ich persönlich bin ja der Meinung, daß Spiele, die sich durch gemischte Strategien in Nash-Gleichgewichte ergeben, zwar spannend sind bei der Findung des Gleichgewichtes, aber spieltechnisch dann dummerweise darin enden, daß man auch würfeln kann.

Dann sind wir bei der Spieledefinition von Eigen, der in seinem Buch schreibt, daß man bei seiner Definition auch Spiele ohne Spieler haben kann.

Da finde ich doch Huizinga besser mit:

Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von dem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewußtsein des „Andersseins“ als das „gewöhnliche Leben“.

Da haben wir die menschliche Komponente. Mir sind ja sowieso Spiele lieber, die so komplex sind, daß man nie genau weiß was wirklich richtig ist und man das durch mehrmaliges Spielen heraufinden muß. Wenn man dann weiß wie es geht, hole ich ein neues Spiel aus dem Schrank.

Friedemann

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon Arne Hoffmann » 20. September 2002, 12:14

Moin moin!

friedemann schrieb:
>
> Ich persönlich bin ja der Meinung, daß Spiele, die sich durch
> gemischte Strategien in Nash-Gleichgewichte ergeben, zwar
> spannend sind bei der Findung des Gleichgewichtes, aber
> spieltechnisch dann dummerweise darin enden, daß man auch
> würfeln kann.

what a beautiful mind :lol:

- Arne - (meist im Gleichgewicht)

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Marten Holst

Re: Bayesianische Spiele

Beitragvon Marten Holst » 20. September 2002, 14:13

Moinle Klaus,

> Es sind dynamische Spiele mit unvollständiger Information,
> die meistens auf ein Bayes-Nash Gleichgewicht aufzulösen
> sind. Alles basiert, wie Gustav sagt, auf Herrn Thomas Bayes.
> Zum Beispiel besteht eine Aufgabe darin eine schwarze Kugel
> zu ziehen, zur Auswahl stehen zwei Gefäße bereit. Eines mit 6
> weißen und 6 schwarzen Kugeln, eines mit einer unbestimmten
> Mischung. Aus welchem Gefäß sollte der Kanditat ziehen? Als
> nächstes sollte es eine weiße Kugel sein, auf welchen Topf
> sollte jetzt die Wahl fallen? Es gibt viel Literatur darüber
> und Situationen über die Betrachtung als Bayesianisches Spiel
> aufzulösen bereit oft viel Vergnügen.

Abgesehen davon, dass ich mit der Bayes'schen Statistik nie so recht warm geworden bin, klingt das doch hinreichend interessant, als dass mich Literatur zu dem Thema interessieren könnte (nicht umsonst sind meine Studienschwerpunkte Stochastik und Spieltheorie (gewesen).

Spielerische Grüße
Marten (spieltheoretisch allerdings mehr Verhandlungstheoretiker)


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