Beitragvon Andreas Epplée » 24. September 2002, 12:18
Hallo Roland
> Ist
> nicht die zehnte Schachvarainte oder ein altes Spiel in neuer
> Optik oder die zweite Erweiterung zu einem kooperativen
> Kartenpiel Redundanz per excellence.
Nein, wieso?
1. Wenn eine Grundidee oder ein Analyseergebnis entsprechend fruchtbar, umfassend, interessant oder was immer ist, braucht auch noch die hundertste Variante oder die 5. Erweiterung nicht notwendig redundant zu sein. Was man bei Knizia ja vollendet studieren kann.
2. Wenn ein neues Thema eine alte Mechanik neu beleuchtet, oder in neuem, (auch nur bedingt) aktuellen Zusammenhang neu präsentiert, zu neuem Hingucken, zu neuem Spielen auffordert, ist das m.E. auch nicht redundant. Aber der Begriff ist natürlich ein wissenschaftlicher und deshalb sozusagen "voreingenommen"... Auf die Spitze getrieben könnte natürlich mein Ansatz den Begriff der Redundanz generell in Frage stellen, denn "es gibt nichts (wirklich) Neues unter der Sonne" ;-) Wie auch Knizias traditionelle Unterscheidung in "westlich" und "östlich" mit fortschreitender gegenseitiger Kenntnis immer weniger sinnvoll erscheint (man schlägt doch im Schach nicht einfach so "einen Läufer vom Brett" - genauso wie es im Go extrem dominante, aggressive, sogenannte "große" Züge gibt), oder auch seine Subsummierung der "Romanautoren oder Märchenerzähler" unter Redundanz-Vermehrer bzw. "Wissenschaftler" unter Verringerer ;-)
> Natürlich ist es schön, wenn ein Spiel auf einem einzigen
> Mechanismus beruht und ihn ausreizt
Kann man das wirklich abschließend entscheiden?
> und ich werde mir sicher
> keine Zusatzpackung zum SvC-Kartenspiel mehr kaufen,
Du bist ja ein ganz Unredundanter :-)
> aber
> gibt es nicht vielleicht ein großes Spiel mit dicker Regel,
> das es zu verteidigen gilt?
Da so direkt keins angegriffen wurde... ;-)
Zusammenfassend würde Dr. Knizia sicher mit mir übereinstimmen, dass er wie wir alle sein Leben im produktiven Mittelfeld zwischen den Extremen führt (wenn auch tendenziell sicher näher an der Redundanz-Verringerung). Und über Kunst und Redundanz gleichzeitig zu sprechen, ist ein sowieso ein Widerspruch in sich ;-)
Gruß
Andreas