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Spiele-Preise (die in Euro)

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Sönke Weidemann
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Beiträge: 531

Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Sönke Weidemann » 9. Oktober 2002, 17:52

Hi!

Kommt Ihr auch so ins Grübeln, wenn Ihr Euch die Spielepreise für die Neuigkeiten anseht (sofern die denn in der Vorschau richtig sind)?

Kaum ein "großes" Brettspiel unter 30 - 35 Euro (wobei es ja so richtig viele "große" Spiele ohnehin dieses Jahr kaum zu geben scheint); die 2-Personen-Spiele von Kosmos bei 18 - 25 Euro, also der Preis, wenn auch eine andere Währung!, mit dem die Serie mal begann.Ganz schlimm: "Sauron", eine Erweiterung ohne Spielplan für satte 18 Euro, also fast 40,-DM.

Nun ist es nicht so, daß nur Kosmos richtig mit den Preisen klotzt, da fällt es nur besonders ins Auge. Ravensburger hat ja Anfang des Jahres mit fast 40 Euro für Mexica die Leidensfähigkeit der Spieler schon mal ausgetestet.

Aber so, wie es zur Zeit aussieht, wird die "Ausbeute" der diesjährigen Messe wohl deutlich magerer aussehen.

Gruß Sönke (freut sich trotzdem auf die Messe)

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Arne Hoffmann » 9. Oktober 2002, 23:25

Moin Sönke!

100% ACK, wie ein gewisser J. aus S. (nein, nicht Stuttgart ;-) ) häufig zu sagen pflegt :-))

Tschö,

- Arne - (freut sich primär auf die kleinen Verlage in Essen)

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erik

RE: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon erik » 10. Oktober 2002, 01:03

Hallo Sönke,

> Kaum ein "großes" Brettspiel unter 30 - 35 Euro (wobei es
> ja so richtig viele "große" Spiele ohnehin dieses Jahr kaum
> zu geben scheint); die 2-Personen-Spiele von Kosmos bei 18
> - 25 Euro, also der Preis, wenn auch eine andere Währung!,
> mit dem die Serie mal begann.Ganz schlimm: "Sauron", eine
> Erweiterung ohne Spielplan für satte 18 Euro, also fast
> 40,-DM.

Siedler hat auch mal 60 DM gekostet, El Grande 90. Kein Grund
zur Panik!? Marktpreise werden sicher wo anders landen-nur
die Schnell-Ersthabenwoller werden den Preis zahlen müssen :-)

Wie kommst Du denn auf die Preise für die 2er Spiele? Ich habe
da 15 (Hellas) bzw. 13 Euro (Odins Raben) gefunden-sicher kein
Schnäppchen, aber doch unter dem von Dir genannten.

Bei Sauron muss ich Dir aber schon mal recht geben: das habe
ich im Laden gesehen (direkt neben der anderen, ersten, etwas
preiswerteren Erweiterung) und dann, nur nach Lesen der
Inhaltsangabe, auf der ja fast jedes Plättchen mit Vornamen
genannt wurde, auch nach dem Gegenwert gefragt. Muss sicher
da sein, für Fans oder Sammler. Ansonsten sind sicher auch noch
Lizenzkosten mit zu berücksichtigen, wer weiss. Auch hier, wer
will der kauft, ansonsten gibts Sonderaktionen :-) Hier bin ich
aber wirklich leidenschaftslos, da weder das Spiel noch das Thema
mich zum Erwerb reizen.

> Aber so, wie es zur Zeit aussieht, wird die "Ausbeute" der
> diesjährigen Messe wohl deutlich magerer aussehen.

Hey, Kopf hoch: bei mir ist dies Jahr so schlimm, dass ich noch
nicht mal Zeit habe-was aber eher erfreuliche Ursachen hat :-)


> Gruß Sönke (freut sich trotzdem auf die Messe)

Erik-freut sich auf die Messeberichte

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Mike

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Mike » 10. Oktober 2002, 08:00

Hallo
Insgesamt stimmt das wohl schon, dass die Preise in diesem Jahr gestiegen sind. Das mit Mexika und 40 Euro hatte ich noch für einen Ausrutscher gehalten, schließlich war Java ja auch schon ziemlich überteuert. Aber das das jetzt zum Dauerzustand wurde ist nicht schön. Puerto Rico mit etwa 25 Euro (billig für 21 Euro) ist aber z.B. eine positive Ausnahme. Meines erachtens kein billigeres Material als bei Mexica oder Java, trotzdem 15 Euro (30 DM) billiger und besser vom Spiel her sowieso, was aber bei Mexica keine Kunst ist. Hoffen wir, es finden sich in Essen noch mehr von diesen Ausnahmen ;-)
Mike

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Jürgen Simon

RE: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Jürgen Simon » 10. Oktober 2002, 12:14

Sönke schrieb:
> Siedler hat auch mal 60 DM gekostet, El Grande 90. Kein Grund
> zur Panik!?

Also diese Preise sind ja wirklich astronomisch....die habe ich in meinem Leben noch nie gesehen!

Siedler habe ich damals für 40 DM noch ohne Pöppel bekommen!

Und El Grande habe ich auch nicht übe 50Dm gezahlt....allerdings habe ich es auch erst gekauft als es bereits SdJ war...

Ansonsten kann ich mich nur anschliessen...der Teuro schlägt wohl auch in der Spielebranche zu!

Ich kann nur auf anständige Messepreise hoffen und freue mich vielleicht ein wenig handeln zu dürfen;-) letztes Jahr hatte das wunderbar geklappt...:-)

Ich freu mich auf die Messe!

Jürgen.

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Jost Schwider

RE: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Jost Schwider » 10. Oktober 2002, 13:30

"erik" hat am 10.10.2002 geschrieben:

> Siedler hat auch mal 60 DM gekostet, El Grande 90. Kein Grund
> zur Panik!? Marktpreise werden sicher wo anders landen-nur
> die Schnell-Ersthabenwoller werden den Preis zahlen müssen
> :-)

Das Original: 100% ACK! :-D

Man muss halt ein wenig die Augen offen halten.

Es ist wie im "wirklichen" ;-) Leben: Entweder man "glaubt" an den Teuro :roll: - oder man kauft günstiger woanders ein! Ich kann wirklich nicht feststellen, dass "alles" teurer geworden wäre!

> Bei Sauron muss ich Dir aber schon mal recht geben: [...]
> sind sicher auch noch Lizenzkosten mit zu berücksichtigen,

Das wird einen betrechtlichen Teil des Preises ausmachen!

> Hier bin ich aber wirklich leidenschaftslos, da weder das Spiel
> noch das [i]Thema[/i] mich zum Erwerb reizen.

:-O Blasphemie! ;-)

>> Gruß Sönke (freut sich trotzdem auf die Messe)
>
> Erik-freut sich auf die Messeberichte

Viele Grüße
Jost aus Soest (freut sich auf die Messe und auf den 2. Teil zu HdR)

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Oli-spielbox

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Oli-spielbox » 10. Oktober 2002, 19:28

Hallo zusammen!

Als schlecht bezahlter Promotionsstudent bin ich natürlich auch nicht gerade glücklich darüber, dass die Spielepreise jetzt so anziehen, aber mich wundert es eher, dass sie die ganze Zeit so niedrig lagen. Mir ist hier schon öfters aufgefallen, dass doch einige Leute in dieser Hinsicht etwas verwöhnt sind. Da wurde jedes Spiel über 60 DM/30 € gleich als viel zu teuer abgetan. Ich bin nicht in der Verlagsszene, aber ich mache jetzt mal eine kleine Überschlagsrechnung, um Euch zu zeigen, wie BILLIG Spiele die ganze Zeit waren:

Gehen wir mal von einem üblichen Brettspiel mit 30 € Ladenverkaufspreis aus. Nach den Zahlen von Amigo verkauft sich ein relativ gut gehendes Spiel in dieser Kategorie ca. 20.000 mal (vgl. mit RR 18.000 und Union Pacific 26.000), sagen wir pro Auflagsjahr 8000mal. Der Händler verdient ca. 7 € (wie gesagt, alles nur geschätzt). Bleiben 23 € Verlagseinnahmen.

Materialien + Druck: - 6 €
Verpackung + Versand: - 3 €
Autor (5% Verkaufspreis?): - 3 €

Bleiben noch 11 € mal 8000 = 88.000 €. Von diesen bezahlt Ihr als Spielehersteller mind. einen Redakteur mit ca. 50.000 € (als Arbeitgeber), Marketing (z. B. auch einen großen Messestand), Miete und was sonst noch zu einem Geschäftsbetrieb dazugehört, Steuern und sonstige Abgaben, Geschäftsführer, Grafiker und eventuell eine Sekretärin etc. etc. Da bleibt selbst von einem gut laufenden Brettspiel nicht mehr allzu viel übrig. Und wenn es sich um einen Flop handelt (< 10.000 verkaufte Exemplare), dann muß da auch noch ganz schön was reingebuttert werden.

Fragt doch mal die “Kleinverleger“, wie hoch Ihr Stundenlohn ist und überlegt Euch, ob Ihr dafür z. B. bei Ravensburger arbeiten würdet. Dabei sparen die „Kleinen“ alle anderen Personalkosten und häufig noch den Händleranteil, wenn sie ihr Spiel direkt verkaufen (z. B. in Essen). Komischerweise sind diese dann trotzdem so teuer wie die Spiele der Großverlage, obwohl die wenigsten von ihrem Hobby leben müssen (ganz im Gegensatz zu den Großverlagen).

Dementsprechend schätze ich mich glücklich, dass es in Deutschland doch so viele Verlage gibt, die dieses risikoreiche Geschäft weiterbetreiben und es so lange geschafft haben, ihre Spiele zu solch niedrigen Preisen anzubieten. Ich denke, es ist leicht, auf die „gierigen“ Verlage zu schimpfen, aber dort sitzen auch nur hart arbeitende Menschen, die wie wir für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Und in den letzten Jahren haben die angebotenen Spiele nun wirklich sowohl vom Material als auch vom Spielreiz her kaum etwas zu wünschen übriggelassen.

Ciao, Oli

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erik

RE: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon erik » 10. Oktober 2002, 20:07

Hallo Jürgen,

"Jürgen Simon" hat am 10.10.2002 geschrieben:
> Sönke schrieb:
>> Siedler hat auch mal 60 DM gekostet, El Grande 90. Kein Grund
>> zur Panik!?

Nee, schrieb er nich: war ich :-)

>
> Also diese Preise sind ja wirklich astronomisch....die habe
> ich in meinem Leben noch nie gesehen!

Siehe oben angegebener Link: da steht was zu El Grande, und auch, wie Du zu der 50 DM-Ausgabe gekommen bist. Das stützt auch nur meine Meinung, dass die vom Verlag empfohlenen Erstverkaufspreise nicht immer Marktendpreise sein müssen.

> Ansonsten kann ich mich nur anschliessen...der Teuro
> schlägt wohl auch in der Spielebranche zu!

Wie gesagt: sehe ich nicht sooo schlimm.

> Ich freu mich auf die Messe!
>
> Jürgen.

Na dann, viel Spass,

Erik

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Berthold Heß

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Berthold Heß » 10. Oktober 2002, 22:20

Die Beispielrechnung soll ein Verlagsmitarbeiter kommentieren, nur einen Punkt füge ich hinzu:

In den 30 EUR sind bitte auch die 16% MwSt für H. Eichel zu berücksichtigen. Macht immerhin auch 4,14 EUR aus.

Nice dice!

Bert

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friedemann
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Beiträge: 517

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon friedemann » 10. Oktober 2002, 23:20

Ich glaube, daß jeder Autor gerne 3 Euro als Autorenanteil bekommen würde, aber 5% von 30 Euro sind immer noch 1,50 Euro und immer noch nicht richtig. Man bekommt die 5% von dem Preis zu dem es an den Handel geht.

Was ich aber viel wichtiger finde ist die Tatsache, daß man bei einem Spiel einfach den besten Preis pro Materialkosten für ein Kulturgut bekommt.

Bei CDs z.B. ist der Materialanteil am Gesamtpreis deutlich kleiner als bei Spielen.

friedemann

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Oli-spielbox

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Oli-spielbox » 10. Oktober 2002, 23:40

friedemann schrieb:
>
> Ich glaube, daß jeder Autor gerne 3 Euro als Autorenanteil
> bekommen würde, aber 5% von 30 Euro sind immer noch 1,50 Euro
> und immer noch nicht richtig.

Oh, ganz böser Lapsus meinerseits! :oops:

Man bekommt die 5% von dem
> Preis zu dem es an den Handel geht.

Wie gesagt, ich bin momentan nur Spieler und kenne die Modalitäten nicht so genau. Wenn man aber die von mir vergessenen 16% Mehrwertsteuer noch mit einrechnet, dann bekommt der Verlag sogar noch weniger.

>
> Was ich aber viel wichtiger finde ist die Tatsache, daß man
> bei einem Spiel einfach den besten Preis pro Materialkosten
> für ein Kulturgut bekommt.
>
> Bei CDs z.B. ist der Materialanteil am Gesamtpreis deutlich
> kleiner als bei Spielen.

Dann würdest Du also für ein Konzert oder einen Theaterbesuch nichts bezahlen wollen, da der Materialanteil nicht vorhanden ist? Diese Betrachtungsweise kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Einleuchtender wäre eventuell noch, wie oft kann ich mit etwas Spaß haben. Also ein Spiel für 30 € mit 4 Personen 10mal 90 min lang gespielt, macht pro Person und Stunde 0,5 € (? ohne Taschenrechner ;) ). Eine CD für 15 €, 60 min lang und 10mal gehört, kommt auf 1,50 €, wobei ich die ja auch nicht immer alleine hören muß. ;)

Aber manchmal will ich halt spielen und das andere Mal Musik hören, oder anders ausgedrückt: Das ist nicht Äpfel mit Birnen verglichen, sondern Äpfel mit Wiener Schnitzel. :)

Ciao, Oli

>
> friedemann

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friedemann
Kennerspieler
Beiträge: 517

Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon friedemann » 10. Oktober 2002, 23:57


>
> Dann würdest Du also für ein Konzert oder einen Theaterbesuch
> nichts bezahlen wollen, da der Materialanteil nicht vorhanden
> ist? Diese Betrachtungsweise kann ich nicht so ganz
> nachvollziehen.

Nein so meinte ich das doch nicht. Ich wollte sagen , daß man bei einem Spiel das Ganze tolle Material bekommt für sein Geld und das die Arbeit des Künstlers (Autors) im Verhältnis nicht so hoch bezahlt wird.

Spiele sind allein deshablb schon billig, weil man sie schön zu Hause spielen kann und zu viert gerade mal 7,50 Euro pro Person plus normale Verpflegungskosten für einen Abend zahlen muß und dann sogar noch das Spiel hat und für einen Kinoabend 7,50 Euro pro Person + teure Verpflegungskosten zahlen muß und auf materieller Ebene nix übrig bleibt.

friedemann

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Roland G. Hülsmann
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Re: Spiele-Preise (die in Euro)

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. Oktober 2002, 00:18

Oli schrieb:
> ... sondern Äpfel mit Wiener Schnitzel. :)

So was vergleicht man nicht, sondern ißt man: Ich würde zunächst das Wiener Schnitzel nehmen und anschließend den Apfel als Nachspeise ... ;-)

Gruß
Roland


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