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Michael Andersch

Re: Religion im Spiel

Beitragvon Michael Andersch » 3. Juli 2003, 14:00

> 2. (Was sind CoSims eigentlich genau? Auf diesem Terrain bin
> ich nicht zu Hause...Lässt Du als Beispiel WAR - AGE OF
> IMPERIALISM gelten?)

Schau mal hier:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=53472&t=53472
http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=45965&t=45965

VG,
Micha

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Marten Holst

RE: Religion im Spiel

Beitragvon Marten Holst » 3. Juli 2003, 14:37

Moin Indigoküper,

> 3. Wer sich ernsthaft mit Nazis identifizieren möchte,
> sollte meines Erachtens von vornherein von jeglichem
> Spielbetrieb ausgeschlossen werden.

Ja, Du hast recht, ich habe mich da auch ungeschickt ausgedrückt. Ich wollte niemandem, der die Achsenmächte in einem WK-II-Szenario spielt, von vornherein eine Identifikation mit den entsprechenden politischen Inhalten unterstellen, es stellte sich mir nur die Frage, warum diverse Leute da besser abstrahieren können (ich spiele den Mechanismus, vertrete nicht das Thema), als bei krichlichen Spielen.

Grüße
Marten (auch kein Freund der Kirche der Heiligen der letzten Tage, aber bei einem Besuch in Salt Lake City mit dem Erlebnis ausgestattet, dass auf einmal jemand laut durch das Informationszentrum brüllte "Diese (zensiert) Kirche kann mich mal aAl (Goethezitat)", worauf ich erst einmal mit meinen Eltern bis zum Verlassen des Gebäudes Baskisch gesprochen habe...)

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Volker L.

Re: Religion im Spiel

Beitragvon Volker L. » 3. Juli 2003, 14:48

Marten Holst schrieb:
>
> Grüße
> Marten (auch kein Freund der Kirche der Heiligen der letzten
> Tage, aber bei einem Besuch in Salt Lake City mit dem
> Erlebnis ausgestattet, dass auf einmal jemand laut durch das
> Informationszentrum brüllte "Diese (zensiert) Kirche kann
> mich mal aAl (Goethezitat)",

[Besserwissermodus]
ganz korrekt heisst es beim Zitat aus dem Goetz aber "im", nicht "am" ;-) :-D
[/Besserwissermodus]

> worauf ich erst einmal mit
> meinen Eltern bis zum Verlassen des Gebäudes Baskisch
> gesprochen habe...)

Und woher koennt Ihr das?

Gruss, Volker (haette mangels Sprachkenntnissen (ausser englisch)
andere Methoden waehelen muessen, die Missbilligung am Verhalten
seines Landsmannes zum Ausdruck zu bringen)

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Marten Holst

RE: Religion im Spiel

Beitragvon Marten Holst » 3. Juli 2003, 17:54

Moin Volker,

>> worauf ich erst einmal mit
>> meinen Eltern bis zum Verlassen des Gebäudes Baskisch
>> gesprochen habe...)
>
> Und woher koennt Ihr das?

Können wir kein Stück. Aber hauptsache, es war erkennbar nicht Deutsch ;)

Grüße
Marten (dessen Baskischkenntnisse sich auf "Ongi etorri" beschränken).

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Roland G. Hülsmann
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Re: Religion im Spiel

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Juli 2003, 19:40

indigoküper schrieb:

> 4. Historische Figuren wie Attila, Napoleon oder Pappenheimer

:-?
Pappenheimer, .... Pappenheimer .... hm, ...
Attila und Napolen sagen mir schon etwas ... der eine schreibt hier im Forum und der andere steht bei manchen Leuten in der Bar ... :grin: ... oder waren es doch zwei Spiele? .... :-?
... aber Pappemheimer? ... Oppenheimer habe ich ja schon gehört ...
Kann mir hier jemand auf die Sprünge helfen. was es mit diesem Pappenheimer namens Pappenheimer auf sich hat ;-)

Gruß
Roland (SCNR)

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Peter Gustav Bartschat

OT: Pappenheimer

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 3. Juli 2003, 20:02

Die Pappenheimer sind eine Schwäbisches Adelsgeschlecht, benannt nach ihrem Stammsitz, Burg und Ort Pappenheim (zwischen Augsburg und Nürnberg). Pappenheimer stellten über mehrere Generationen traditionell die Marschälle (Führer der Kavallerie) unter den Habsburger Kaisern.

Der populärste, Heinrich von Pappenheim (von seinen Leuten wegen seiner zahlreichen Wunden respektvoll "Der Schrammenheinz" genannt), war Führer der Kaiserlichen Reiterei unter Wallenstein im 30-jährigen Krieg.

Die meisten Leute kennen den Begriff heute nur noch aus dem Schiller-Zitat "Daran erkenn´ ich meine Pappenheimer", das er seinen Wallenstein sagen lässt. Eine erstaunliche Sinnverkehrung hat dazu geführt, dass diese Redewendung heute eher in einem negativen Zusammenhang verwendet wird, während Schillers Wallenstein das als Zeichen seines Respekts vor Pappenheims unbedingter Loyalität sagt.

Freizeit-Landsknechten wir mir ist Burg Pappenheim auch noch durch die meist Ende Juni dort stattfindenden Ritterspiele bekannt.

Leider ist die Burg ziemlich herunter gekommen, aber die Renovierung von Burg Pappenheim dürfte auch für die heutigen Pappenheimer kein Pappenstiel sein.

http://www.wandern-und-geschichte.de/burgen3/pappenheim2.htm

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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indigoküper

Re: Religion im Spiel

Beitragvon indigoküper » 3. Juli 2003, 20:03

Hallo!

Um das Geheimnis um Hr. Pappenheimer zu lüften, empfehle ich eine Partie WALLENSTEIN.

Viele Grüße vom indigoküper, der ab jetzt Wochenende hat & gleich das heilige Portal seiner Sammlung für die Gläubigen der Spielgemeinde öffnet.

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Roland G. Hülsmann
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Re: Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Juli 2003, 20:18

Volker L. schrieb:

> Auch die Mormonen sind eine Glaubensgemeinschaft, die i.A. dem
> Glaubensbereich "Christentum" zugerechnet werden (aber
> vielleicht will RGH da noch ausfuehrlicher drauf eingehen?)

Ja, kann ich:
Die "Mormonen", die sich selbst "Heilige der letzten Tage" nennen, sind eine christliche Sekte, also im weitesten Sinne dem Begriff "Christentum" zuzuordnen. 1827 "fand" Joseph Smith die Platten (Glodtafeln) mit dem Buch Mormon in der Nähe von New York (USA). Das Buch erzählt in biblischem Stil die Geschichte Amerikas neu: Mehrere hundert Jahre vor Christus brachen Israeliten auf ins neue gelobte Land und segelten nach Amerika, errichteten dort eine Hochkultur. Zwischen Tod und Auferstehung erscheint Christus seinen Jüngern in Amerika und setzt dort seine "einzig wahre" Kirche ein. Der "Bericht" des Buches Mormon geht bis 421 nChr. Moroni schreibt den Bericht fertig und versiegelt ihn, damit er erst dann offenbart werde, wenn die letzten Tage der Menschheit anbrechen (was bei den meisten Sekten gerne mit dem Datum ihrer Gründung einhergeht ;-) ).
Für viele Auswanderer war Amerika in der Tat das gelobte Land. Nicht wenige von ihnen waren im alten Europa ;-) wegen ihrer religiösen oder weltanschaulichen Einstellung verfolgt. Religions- und Meinungsfreiheit war in diesem Kontinent noch weitgehend unüblich.
Wer mehr über die Mormonen erfahren möchte, kann sich auf dieser kritischen Seite informieren:
http://www.mormonen.de/

Andererseits:
Ich finde nichts Verwerfliches daran, die Siedler in dieser fiktiven Urgeschichte Amerikas spielen zu lassen. Am Spiel wird sich genauso wenig ändern, wie wenn ich ein Monopoly in meiner Stadt oder der Welt der PoKéMoN spielen lasse. Wenn sie die Rechte dazu nicht durch den Fund von Erzplatten ;-) , sondern durch eine Abmachung mit Klaus Teuber erhalten haben, soll es doch recht sein. Siedler ist sicher kein schlechter Zeitvertreib, gleich welcher Weltanschauung die Spieler auch sein mögen.

Prinzipiell spricht auch nichts dagegen, Spiele zu nutzen, um Inhalte zu vermitteln. was bei den genannten Beiden aber wohl weniger der Fall ist, da hier eher lediglich das unveränderte Spielgeschehen in eine andere Zeit und Gegend verlagert wird.

Gruß
Roland
(hat das Buch Mormon in seinem Regal neben dem 6. und 7. Buch Moses stehen)

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Roland G. Hülsmann
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RE: Religion im Spiel

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Juli 2003, 20:28

Marten Holst schrieb:

> "Diese (zensiert) Kirche kann mich mal aAl (Goethezitat)"

Manche haben offensichtlich leider Gottes die Geschichte mit der Toleranz und Religionsfreiheit immer noch nicht kapiert!

Roland

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Roland G. Hülsmann
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Re: Religion im Spiel

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Juli 2003, 20:49

Marten Holst schrieb:

> Moin Indigoküper,

> ..., aber wenn die christliche Religion ins Spiel kommt, wird
> zurückgeschreckt <...> Irgendwie kommt mir
> das merkwürdig vor...

Also merkwürdig würde ich nicht sagen.

Zum Einen gibt es Spiele mit religiösem Thema, wenn diese auch meist nur innerhalb der kirchlichen bzw. gemeinschaftlichen Institutionen verbreitet sind. Ich kann mich sogar erinnern, das eine oder andere Brettspiel zum Thema in meiner Kindheit gespielt zu haben. (Leider ist mir keines erhalten geblieben.) Nur ist es oft auch so, daß Spiele, die spielerisch Inhalte vermitteln sollen, außerhalb dieses Rahmens auch kaum Bestand haben, auch dann, wenn sie ihren Zweck gut erfüllen.

Zum Anderen ist es eben eine Sache des Marktes, was für Themen bei Spielen besonders gut ankommen. Historische Themen scheinen da zur Zeit eher angesagt zu sein. Weltanschauliche und religiöse Themen sind offensichtlich zur Zeit nicht gefragt ... vielleicht geben sie auch nicht so viel an Spielideen her ....

Gruß Roland
(ist zwar diplomierter Theologe und hat schon etliche - unveröffentlichte - Spiele entworfen, aber noch keines mit ausgesprochem religösen Thema ... die Kirchengeschichte hingegen böte einige interessante Szenarien ...)

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Marten Holst

[OT] Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Marten Holst » 4. Juli 2003, 00:47

Moin RoGo,

> (hat das Buch Mormon in seinem Regal neben dem 6. und 7.
> Buch Moses stehen)

Autsch.

Aber ganz was anderes: verwendest Du Sekte nur für christliche Glaubensgemeinschaften abseits der Hauptkirchen, oder allgemein für kleine Religionen. Da der Begriff ursprünglich nur das erste meinte, würde mich die "Praxis eines Profis" dazu interessieren.

Grüße
Marten

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Roland G. Hülsmann
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Re: [OT] Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. Juli 2003, 12:52

Marten Holst schrieb:

> Moin RoGo,

... ähem ... Da verwecheltst Du was. Ich heiße zwar auch Roland, aber es geht mit "G. Hülsmann" weiter. Alks Abkürzung sei RGH gestattet! ;-)

>> (hat das Buch Mormon in seinem Regal neben dem 6. und 7.
>> Buch Moses stehen)

> Autsch.

Die sind auch durchaus spaßig zu lesen!

> Aber ganz was anderes: verwendest Du Sekte nur für
> christliche Glaubensgemeinschaften abseits der Hauptkirchen,
> oder allgemein für kleine Religionen. Da der Begriff
> ursprünglich nur das erste meinte, würde mich die "Praxis
> eines Profis" dazu interessieren.

Von der Wortbedeutung her bedeutet Sekte "Absondern", "Aussondern" im Sinne von etwas "Besonderes" sein. Eine Sekte hält sich für etwas "Besonderes", für die "Auserwählten", die die "einzig wahre Lehre" vertreten.
Ich denke im christlichen Bereich gehört daher zu einer "Sekte" mehr, als nur eine Gemeinschaft abseits der Hauptkirchen zu sein. Ein wesentliches Element ist eben das "sich absondern" vom Rest der Christenheit, also zu behaupten, daß all die anderen Christen verdammt sind und nur die Sektenmitglieder gerettet werden, wie es z.B. sehr deutlich bei "Jehovas Zeugen" der Fall ist, für die alle anderen Christen unter dem Begriff "Babylon, die Große" zusammengefaßt werden, die im Endkampf das Böse verkörpert.Ein häufiges Merkmal von Sekten ist auch ein mehr oder weniger ausgeprägter Fundamentalismus gepaart mit einer gewissen geistigen "Schlichtheit" der Lehren. Ausdrücklich [b]nicht[/b] als Sekten werden daher auch viele freikirchlichen und andere christliche Gemeinschaften bezeichnet, die zwar nicht zu den "großen Kirchen" gehören, aber z.B. auch im ökumenischen Rat der christlichen Kirchen vertreten sind. Der Begriff "Sekte" sagt also weniger etwas über die Größe einer Gemeinschaft aus. So gibt es sicher auch sektiererische Gemeinschaften innerhalb der "großen Kirchen", die sich für die Hüter der wahren Lehre halten und für besser als der große Rest.

Aber ich denke auch außerhalb des christlichen Raumes kann man von der genannten Bedeutung ausgehend von "Sekten" sprechen. So kann man manche islamistischen Fundametalisten sicherlich als Sekten innerhalb des Islam bezeichnen. Und auch im Judentum und anderen Religionen gab und gibt es immer wieder extreme Gruppen, die durchaus auch als Sekten bezeichnet werden. (Der Begriff taucht sogar schon in der Bibel auf.)

(Leider ist es oft so, daß diese Sekten oftmals häufiger durch ihr Auftreten ins Licht der Öffentlichkeit treten, als die Glaubensgemeinschaften, von denen sie sich abgespalten haben und somit deren Bild in der Öffentlichkeit negativ verzerren.)

Und manchmal findet man selbst in weltanschaulichen politischen Parteien Gruppierungen, die durchaus als Sekten zu bezeichnen sind ... aber das führt jetzt vom Thema weg ...

Gruß
Roland (nicht RoGo, sondern RGH ;-) )

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Günter Cornett

Re: [OT] Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Günter Cornett » 4. Juli 2003, 17:10

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Von der Wortbedeutung her bedeutet Sekte "Absondern",
> "Aussondern" im Sinne von etwas "Besonderes" sein. Eine Sekte
> hält sich für etwas "Besonderes", für die "Auserwählten", die
> die "einzig wahre Lehre" vertreten.
>
> Ich denke im christlichen Bereich gehört daher zu einer
> "Sekte" mehr, als nur eine Gemeinschaft abseits der
> Hauptkirchen zu sein. Ein wesentliches Element ist eben das
> "sich absondern" vom Rest der Christenheit, also zu
> behaupten, daß all die anderen Christen verdammt sind und nur
> die Sektenmitglieder gerettet werden, wie es z.B. sehr
> deutlich bei "Jehovas Zeugen" der Fall ist, für die alle

Hallo Roland,

Ich glaube eher war. Da die Zeugen Jehovas inzwischen mehr Mitgliederhaben als die 144.000, die gerettet werden, mussten die das doch inzwischen irgendwie revidieren, oder irre ich mich ?

> anderen Christen unter dem Begriff "Babylon, die Große"
> zusammengefaßt werden, die im Endkampf das Böse
> verkörpert.Ein häufiges Merkmal von Sekten ist auch ein mehr
> oder weniger ausgeprägter Fundamentalismus gepaart mit einer
> gewissen geistigen "Schlichtheit" der Lehren. Ausdrücklich

Dann ist die katholische Kirche eine Sekte.
Der Papst als Stellvertreter Gottes, unbefleckte Empfängnis, etc. - es gehört IMHO ne Menge Schlichtheit dazu, das zu glauben; und es ist mindestens son großer Blödsinn wie das, was die Zeugen Jehovas von sich geben.

> [b]nicht[/b] als Sekten werden daher auch viele
> freikirchlichen und andere christliche Gemeinschaften
> bezeichnet, die zwar nicht zu den "großen Kirchen" gehören,
> aber z.B. auch im ökumenischen Rat der christlichen Kirchen
> vertreten sind. Der Begriff "Sekte" sagt also weniger etwas
> über die Größe einer Gemeinschaft aus. So gibt es sicher auch
> sektiererische Gemeinschaften innerhalb der "großen Kirchen",
> die sich für die Hüter der wahren Lehre halten und für besser
> als der große Rest.

der Papst z.B.

> Aber ich denke auch außerhalb des christlichen Raumes kann
> man von der genannten Bedeutung ausgehend von "Sekten"
> sprechen. So kann man manche islamistischen Fundametalisten
> sicherlich als Sekten innerhalb des Islam bezeichnen. Und
> auch im Judentum und anderen Religionen gab und gibt es immer
> wieder extreme Gruppen, die durchaus auch als Sekten
> bezeichnet werden. (Der Begriff taucht sogar schon in der
> Bibel auf.)
>
> (Leider ist es oft so, daß diese Sekten oftmals häufiger
> durch ihr Auftreten ins Licht der Öffentlichkeit treten, als
> die Glaubensgemeinschaften, von denen sie sich abgespalten
> haben und somit deren Bild in der Öffentlichkeit negativ
> verzerren.)

Na, ich weiss nicht. Betrachtet man die Rolle der offiziellen Kirche und der Zeugen Jehovas im Dritten Reich, so geben letztere ein deutlich positiveres Bild vom Christentum. Das sollte sicher nicht das einzige Kriterium sein, nachdem Kirche und Zeugen Jehovas zu beurteilen sind, aber doch zu denken geben.

Von daher wäre ich auch mit der pauschalen Ablehnung der Mormomen (wie das in einigen Postings rüberkommt) etwas vorsichtig. Für mich zählt immer, wie verhalten sich die Anhänger einer Glaubensrichtung gegenüber Andersgläubigen. Da wüsste ich nix negatives über die Mormonen zu berichten (kenne mich aber auch nicht genug aus).

Gruß, Günter

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: [OT] Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. Juli 2003, 20:16

Günter Cornett schrieb:

> Ich glaube eher war. Da die Zeugen Jehovas inzwischen mehr
> Mitgliederhaben als die 144.000, die gerettet werden, mussten
> die das doch inzwischen irgendwie revidieren, oder irre ich
> mich ?

Selbstverständlich haben sie die Lehre revidiert. Auch sie schreiten in der Erkenntnis voran! ;-) Irgendwann haben sie durch neuerliches Bibelstudium erkannt, daß von [b]zwei[/b] Gruppen geretteter Zeugen die Rede ist: Die "kleine" Herde der 144000, die eine himmlische Hoffnung haben, also in der Folge des großen Krieges der Heiligen gegen die Heere des Bösen in den Himmel auffahren und eine weitere große Herde, die eine "irdische" Hoffnung haben und nach dem Sieg der Heere Gottes auf einer runderneuerten Erde in Frieden leben werden. Die 144000 sind in der Tat schon nahezu gefüllt und bestimmt. (Nur diese - bzw. die noch Lebenden - dürfen am jährlichen Abendmal teilnehmen.) Außerdem haben die Zeugen Jehovas nach etwa vier Vorhersagen des Weltendes erkannt, daß man diese Zeiten aus den Schriften nicht mit letzter Gewißheit herauslesen kann. (Der letzte fix angegebene Termin war der Spätherbst 1975.)

> Der Papst als Stellvertreter Gottes, unbefleckte Empfängnis,
> etc. - es gehört IMHO ne Menge Schlichtheit dazu, das zu
> glauben;

Nun, es gehört zunächst einmal etwas an Bemühungen dazu, zu verstehen, was die kath. Kirche mit diesen Aussagen in Wirklichkeit meint! Aber das ist ein anderes Thema. Und daß es auch in der katholischen Kirche Richtungen gibt, die - vorsichtig ausgedrückt - etwas eigen wirken, ist noch einmal ein anderes Thema. Leider wird in Rom eine Gruppierung (das OPUS DEI) immer einflußreicher, die durchaus die Züge eine Geheimbundes und einer Sekte aufweist. Aber auch das ist .... ich wiederhole mich ... ;-)

> und es ist mindestens son großer Blödsinn wie das,
> was die Zeugen Jehovas von sich geben.

Naja, darüber könnte man diskutieren. Wer sich dafür näher inrteressiert, dem kann ich gerne meine Diplomarbeit "Zeugnis für Jehova" über die Zeugen Jehovas kopieren. Den ersten Teil der Arbeit, der die Lehren der Zeugen zunächst wertungsfrei darstellt, habe ich sogar von einem höheren Lehrer der Zeugen Jehovas gegenlesen lassen, der mir die Korektheit (leider nur mündlich ;-) ) bestätigte.

> der Papst z.B.

Ob er sich für besser hält, sei dahingestellt ...

> Von daher wäre ich auch mit der pauschalen Ablehnung der
> Mormomen (wie das in einigen Postings rüberkommt) etwas
> vorsichtig.

Von einer Ablehnung war bei mir nicht die Rede. (Und auch bei den anderen Antworten habe ich dies nicht so verstanden.) Es ging um die sachliche Definition des Begriffes Sekte. In unserem Land herrscht Religionsfreiheit; es steht also jedem frei, Mitglied einer Sekte zu sein. Dadurch wird keiner zu einem schlechteren Menschen! Die Zeugen Jehovas, mit denen ich mit im Zuge meiner Arbeit des öfteren traf, waren durchaus sehr nette, entgegenkommende und angenehme Gesprächspartner!

> Für mich zählt immer, wie verhalten sich die
> Anhänger einer Glaubensrichtung gegenüber Andersgläubigen.

Das ist sicher ein sehr wichtiger Punkt, ebenso wie unser Umgang mit Andersdenkenden!

Gruß
Roland

(BTW: Wenn für derartige Themen Diskussionsbedarf besteht, bin ich gerne bereit, auf meiner Domain innerhalb von Minuten ein Forum dafür einzurichten, um KMW, bzw. die spielbox etwas zu entlasten ... ich habe noch einiges an Traffic frei.)

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Günter Cornett

Re: [OT] Ark of the Covenant & Settlers of Zarahemla

Beitragvon Günter Cornett » 4. Juli 2003, 22:55

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Der Papst als Stellvertreter Gottes, unbefleckte Empfängnis,
> > etc. - es gehört IMHO ne Menge Schlichtheit dazu, das zu
> > glauben;
>
> Nun, es gehört zunächst einmal etwas an Bemühungen dazu, zu
> verstehen, was die kath. Kirche mit diesen Aussagen in
> Wirklichkeit meint!

Na, das sagen doch alle Sektenfuzzis über ihren Verein ;-)

> Aber das ist ein anderes Thema. Und daß
> es auch in der katholischen Kirche Richtungen gibt, die -
> vorsichtig ausgedrückt - etwas eigen wirken, ist noch einmal
> ein anderes Thema. Leider wird in Rom eine Gruppierung (das
> OPUS DEI) immer einflußreicher, die durchaus die Züge eine
> Geheimbundes und einer Sekte aufweist.

Klar, aber ich beziehe mich auch auf die Hauptfraktion.

> > und es ist mindestens son großer Blödsinn wie das,
> > was die Zeugen Jehovas von sich geben.
>
> > der Papst z.B.
>
> Ob er sich für besser hält, sei dahingestellt ...

zumindest gilt er als Stellvertreter vom lieben Gott, herrscht über geklaute Ländereien, residiert im Ablaß-Palast, spricht heilig wen er will, redet anderen Leuten mächtig ins Privatleben rein, hat aber noch kein wirklich kritisches Wort über die Vergangenheit seines Unternehmens verlauten lassen. Wer so einem zujubelt, wenn der Winkiwinki macht, ist in meinen Augen nicht reifer als andere Teletubby-Gucker. ;-)

> > Von daher wäre ich auch mit der pauschalen Ablehnung der
> > Mormomen (wie das in einigen Postings rüberkommt) etwas
> > vorsichtig.
>
> Von einer Ablehnung war bei mir nicht die Rede. (Und auch bei
> den anderen Antworten habe ich dies nicht so verstanden.) Es

Jo, hast recht, ich hab die Beiträge nochmal durchgesehen. Allenfalls Hajos Beitrag kann man so interpretieren, aber er hat's auch mehr andeutungsweise als konkret verurteilend formuliert.

> (BTW: Wenn für derartige Themen Diskussionsbedarf besteht,
> bin ich gerne bereit, auf meiner Domain innerhalb von Minuten
> ein Forum dafür einzurichten, um KMW, bzw. die spielbox etwas
> zu entlasten ... ich habe noch einiges an Traffic frei.)

Ich denke, das wird nicht nötig sein. Danke aber für deine Erläuterungen zu den Zeugen Jehovas.

Gruß, Günter

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Jost Schwider

RE: [OT] Religion / Sekte

Beitragvon Jost Schwider » 5. Juli 2003, 15:45

"Günter Cornett" hat am 04.07.2003 geschrieben:

> Dann ist die katholische Kirche eine Sekte.

100% ACK.
:-? Wer bestreitet dies ernsthaft? ;-)

Was soll man von einer Vereinigung halten, die ständig im Verborgenen agiert, den allgemein anerkannten Glauben in Frage stellt und geheime Symbole (wie z.B. einen abstrakten Fisch) benutzt? (Status Quo um 30 n.Chr.)

> Der Papst als Stellvertreter Gottes, unbefleckte
> Empfängnis, etc. - es gehört IMHO ne Menge Schlichtheit
> dazu, das zu glauben; und es ist mindestens son großer
> Blödsinn wie das, was die Zeugen Jehovas von sich geben.

Was ich wichtiger finde: Die Zeugen Jehovas haben noch niemals "im Namen Gottes" Krieg geführt.

> Von daher wäre ich auch mit der pauschalen Ablehnung der
> Mormomen (wie das in einigen Postings rüberkommt) etwas
> vorsichtig. Für mich zählt immer, wie verhalten sich die
> Anhänger einer Glaubensrichtung gegenüber Andersgläubigen.
> Da wüsste ich nix negatives über die Mormonen zu berichten
> (kenne mich aber auch nicht genug aus).

100% ACK.

Viele Grüße
Jost aus Soest (hält den Budhismus - in seiner ursprünglichen Form! - für die menschlichste "Religion"... Er ist nämlich nur eine Lebensphilosophie)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Jost Schwider

RE: Religion im Spiel [OT]

Beitragvon Jost Schwider » 5. Juli 2003, 15:45

"Hajo" hat am 03.07.2003 geschrieben:

>> Marten (kein Problem mit dem Christentum, aber bei gewissen
>> Ausprägungen auch eher, hmmm, skeptisch)
>
> Geht mir in diesem Fall auch so, wenn man liest, das dieser
> Siedler-Klon auf dem Buch Mormon basiert, in dem ja ein
> paar in meinen Augen recht seltsame Dinge drinstehen...

In welcher Sprache/Fassung/Version hast du denn das Buch Mormon gelesen?

Was genau steht denn da d.E. Seltsames drin (insbesondere im Vergleich zu den anderen "Weltreligionen")?

Viele Grüße
Jost aus Soest (findet Ethik und Moral deutlich wichtiger als Religion)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Marten Holst

RE: [OT] Religion / Sekte

Beitragvon Marten Holst » 5. Juli 2003, 16:27

Moin Jost,

>> Dann ist die katholische Kirche eine Sekte.
>
> 100% ACK.
> :-? Wer bestreitet dies ernsthaft? ;-)

Ich, aber primär aus der technischen Sektendefinition heraus.

> Was ich wichtiger finde: Die Zeugen Jehovas haben noch
> niemals "im Namen Gottes" Krieg geführt.

Achtung, man darf nicht eine Religion mit dem verwechseln, was in ihrem Namen gemacht wird oder wurde, auch wenn die Übergänge fließend sind. Für die Kreuzzüge, die im Mittelalter getätigt wurden, kann ein heutiger Katholik oder Christ so viel, wie der Dönerverkäufer um die Ecke für die Anschläge auf das WTC, oder wie ich als Deutscher für die Geschehnisse des dritten Reiches. Dass sich aus solcher Art Geschichte eine besondere Verantwortung und Aufmerksamkeitspflicht ergibt, ist allerdings unbestritten.

Ansonsten sind die Zeugen Jehovas stark verdächtig, ähnlich den Scientologen, durch massiven psychologischen Druck auf die Mitglieder diese in der Kirche zu halten. Des weiteren ist bei den ZJlern diversestes soziales Zusammenleben mit Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften ausdrücklich unerwünscht. Vielleicht kein Krieg im Großen, aber Terror im Kleinen.

Grüße
Marten

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Jost Schwider

RE: [OT] Religion / Sekte

Beitragvon Jost Schwider » 6. Juli 2003, 10:35

"Marten Holst" hat am 05.07.2003 geschrieben:

> Achtung, man darf nicht eine Religion mit dem verwechseln,
> was in ihrem Namen gemacht wird oder wurde, auch wenn die
> Übergänge fließend sind.

Da hast du natürlich Recht!

Ich dachte dabei an die "Kirche", welche eine Religion eben instrumentalisiert und u.U. auch "mißbraucht".

Frei nach dem Reklame-Motto:
"Gehst du noch zur Kirche oder glaubst du schon?" ;-)

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Rolf Mihm

RE: [OT] Religion / Sekte

Beitragvon Rolf Mihm » 6. Juli 2003, 15:21

Jost Schwider schrieb:

> Was ich wichtiger finde: Die Zeugen Jehovas haben noch
> niemals "im Namen Gottes" Krieg geführt.

Das mag wohl so sein; es ist auch richtig, daß die Zeugen Jehovas z.B. während des Dritten Reiches als sogenannte "Bibelforscher" massiven Verfolgungen ausgesetzt waren und in den Konzentrationslagern der Nazis sogar neben Juden, Homosexuellen und anderen verfolgten Gruppierungen einen eigenen "Status" der Kennzeichnung zu erdulden hatten - nämlich unter der erwähnten Bezeichung "Bibelforscher" zusammengefaßt wurden. Desweiteren könnte man noch anführen, daß sie sich meines Wissens zu keiner Zeit in irgendeiner Weise dem Naziregime angedient haben.

ABER - Tatsache ist doch auch, daß die Zeugen Jehovas jedwede Beteiligung an gesellschaftlichen, politischen oder sonstigen irgendwie mit dem geregelten Zusammenleben in einem Staat zusammenfallenden Tätigkeiten wie z.B. der Beteiligung an Wahlen (ein demokratisches Grundrecht), der Leistung des Grundwehrdienstes (ob der überhaupt noch sinnvoll ist, ist hier nicht die Frage) bzw. des Ersatzdienstes bei Wehrdienstverweigerung (der sicherlich sinnvoller ist, als die paar Monate Soldat zu spielen) verweigern. Im Grunde lehnen die Zeugen Jehovas diesen Staat ab - sicher, sie leben und arbeiten in diesem Staat, sie zahlen Steuern, aber von diesen für jeden unabdingbaren Beteiligungen am "Staat" besteht für jedes Gemeindemitglied sogar die Pflicht, sich nicht an wie auch immer gearteten gesellschaftlichen oder politischen Ereignissen zu beteiligen, selbst Kontakte auf freundschaftlicher Basis außerhalb des engen Kreises der eigenen Gemeinde werden zumindest nicht gern gesehen und wohl gegebenenfalls auch unterbunden.

Ich halte es deshalb für durchaus fragwürdig, einer Glaubensgemeinschaft, die nachweislich JEDE Form des Staatswesens bzw. die Beteiligung daran ablehnt, zugute halten zu wollen, daß sie sich z.B. noch nie an einem Krieg beteiligt oder diesen im Namen Gottes begonnen hat. Ebenso wie die Zeugen Jehovas sich z.B. nicht mit dem Regime der Nazis identifiziert haben, identifizieren sie sich heute nicht mit der Demokratie der Bundesrepublik Deutschland oder welchen Staates auch immer, in dem sie leben, wohnen, arbeiten.

Vielleicht könnte sich Roland (RGH) ja noch einmal zu diesem Punkt äußern.

Wie dem auch sei -
Schönen Gruß an wen auch immer...

UND

Jetzt schon verdächtige Grüße aus dem [OT]

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Günter Cornett

[F] RE: [OT] Religion / Sekte

Beitragvon Günter Cornett » 6. Juli 2003, 17:00

Hallo,

das scheint wohl doch eine etwas längere Diskussion zu werden.

Daher Fortsetzung im OT-Forum unter

http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=8560&t=8560

Gruß, Günter


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