Beitragvon Arne Hoffmann » 23. November 2003, 13:15
Moin moin,
als [i]heißer[/i] Verfechter der subtilen Möglichkeiten von Feurio möchte ich Volkers Beitrag noch ein paar Kommentare hinzufügen - ohne auf die weitere Diskussion in diesem Thread einzugehen.
Volker L. schrieb:
>
> Also, ich habe Feurio nur einmal auf der Messe gespielt, und
> es hat mir ganz
> gut gefallen. Dass ich es nicht gekauft habe, lag eher an dem
> Preis, 15 Euro
> waren mir dann doch ein wenig zuviel - für 8 bis 10 hätte ich
> es bestimmt
> genommen.
Mich hat es auch für 15 Euro überzeugt, so dass ich es direkt mitgenommen hatte. Allerdings (und das habe ich in dem letzten Thread zu Feurio auch schon erwähnt) konnte mich das Spiel nach der ersten Partie auch noch nicht so recht überzeugen - gut, dass wir noch eine zweite hinterher geschoben hatten. :-)
> Zoe schrieb:
> >
> > Ich habe es auch noch einmal gespielt und konnte noch immer
> > keine Feinheiten oder subtile Taktik erkennen. (...)
> > In unserem Spiel machte es auch wenig Sinn mehr als eine
> > Figur zu sezten, drei schon gleich gar nicht, da man mit
> > einzelnen Figuren viel mehr Punkte herausholen kann.
>
> Genau da hast Du schonmal eine der Feinheiten, nach denen Du
> gefragt
> hattest: Es kann durchaus sinnvoll sein, 3 Figuren zu setzen
> um das
> Feld für fremde Ketten zu sperren.
Genau! Letztlich muß das Spiel auch mehr als Ärgerspeil verstanden werden. Somit sollte man bestimmte Felder für die Gegner unzugänglich machen, so dass sie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Vergrößerung ihrer Kette haben - oder, was noch viel gemeiner ist, deren Kette so einschliessen, dass die Feuerwehrmänner komplett von Feuer umschlossen sind ([b]da[/b] macht man sich dann so richtig Freunde :-D ).
In dem Zusammenhang sollte man auch mit der Regel spielen, dass bei der Abrechnung abgerundet und nicht aufgerundet wird.
> > Man deckt ein
> > Plättchen auf, legt es da an, wo man muß und anschließend
> > setzt man ein Männchen möglichst auf ein Plättchen mit hohem
> > Wert, [b]das an ein schon (mit eigenem Männchen) besetztes
> > angrenzt.[/b] (...) da die anderen natürlich ganz
> > subtil taktisch selbst aufgedeckte 1er-Plättchen sofort
> > besetzen.
Immer auf das höchste Feld zu setzen und aufgedeckte 1er sofort zu belegen ist nicht sonderlich subtil - zugegeben - aber auch nicht gerade eine siegbringende Strategie. Zugegeben, wer ein/zwei 1er belegen konnte, steht schon einmal recht gut da. Wie jedoch bei anderen Landnahmespielen auch (und nichts anderes ist Feurio letztendlich), kommt es darauf an, die Position der Mitspieler und deren Absichten im Blickfeld zu haben. So belegt man auch schon einmal ein Plättchen mit niedrigerem Wert, um damit den Mitspielern evtl. den Weg darüber abzuschneiden. Hat bei uns bisher immer sehr gut funktioniert.
Und auch so manches sicher geglaubtes 1er-Feld ist später noch wieder vom Feuer eingeschlossen worden - wenn es in entsprechend hoher Nachbarschaft lag. Liegt es nicht in so hoher Nachbarschaft, kann man den entsprechenden Spieler durch Plazierung seiner eigenen Figuren einigermassen einengen, so dass er zwar einen guten Teiler besitzt, aber keine hohe Gesamtsumme hat.
Natürlich liegt in dem Aufdecken der Plättchen ein Glückselement, das eine Partie auch schon einmal entscheiden kann. So war es auch bei uns schon einmal geschehen, dass ein Spieler in seinem Zug ein 1er-Plättchen aufdeckte, das auch direkt bei seinen Feuerwehrmännern angelegt werden mußte und ihm somit den Sieg brachte. Aber man kann hier auch argumentieren, dass er sich im Vorfeld einigermassen geschickt plaziert hat und eh an vielen Randfeldern vertreten war.
> > Es gewinnt derjenige, der die höchsten Plättchen
> > besetzt hat. Wenn man meist nur 3er aufdeckt, sind die
> > Siegchancen dann eher schlecht.
>
> s.o.: Wenn Ihr auf 5er und 6er immer nur einen Mann absetzt,
> kannst Du Dich
> doch auf den von anderen gelegten teuren Plättchen einklinken.
Außerdem muß man ja auch nicht in jeder Runde einen Feuerwehrmann einsetzen. Ist auch nicht immer sinnvoll - und das Spiel ist ja erst beendet, wenn keiner mehr einen Feuerwehrmann einsetzen kann!
Ich habe in unseren Partien keine Relation zwischen Wertigkeiten der aufgedeckten Plättchen und Plazierung am Ende entdecken können.
> > Ich habe auch versucht mit Feuerschneise zu spielen, konnte
> > aber keine erheblichen Vorteile feststellen oder daß ich
> > irgend jemandem damit extrem geschadet hätte.
>
> Je nachdem ob Du das Plättchen mit der Vorderseite oder als
> Feuerschneise
> setzt, nimmst Du deutlichen Einfluss darauf, wo das nächste
> Plättchen
> gelegt werden muss - auf diese Weise kannst Du u.U.
> verhindern, dass
> Dein Randfeld eingebaut wird bzw. das Einbauen eines fremden
> Randplättchens
> erzwingen.
Genau! Zum einen kann man evtl. die eigenen Feuerwehrmänner dadurch etwas schützen oder aber auch anderen erst einmal die Möglichkeit verbauen, dass sich das Feuer in Nähe ihrer Feuerwehrmänner ausbreiten kann.
> > Also ich hätte gern mal ein paar konkrete Beispiele für diese
> > subtile Taktik bzw. Feinheiten, die das Spiel bieten soll.
>
> Bitte schön :-)
Bitte auch von hier. ;-)
> > Durch die für uns nicht erkennbaren taktischen Möglichkeiten
> > war das Spiel wieder sehr trocken und extrem langweilig. Wenn
> > ich allein diese Meinung hätte, würde ich den Fehler bei mir
> > suchen, aber da ich persönlich nur Leute kenne, die das Spiel
> > schlecht finden, muß es doch am Spiel liegen!
Es muß weder an Euch, noch am Spiel liegen - vielleicht an der Kombination von beidem. Meines Erachtens nach ist Feurio! am unterhaltsamsten, wenn man es als Ärgerspiel spielt und auch ruhig mal einem Mitspieler alle Siegchancen nimmt, indem man seine Feuerwehrmänner vom Waldrand abschneidet.
Ansonsten liegt Feurio! etwa auf Höhe von TransAmerica - man kann es recht flott herunterspielen und mit geschicktem Spiel auch sehr gut seine Siegchancen beeinflussen. Man kann aber auch mal gebeutelt werden und hoffnungslos hinten landen. Was jedoch bei einer Spieldauer von unter 30 Minuten eher zu einer Revanche einlädt als zum Verbrennen des Spiels. :-)
So - vielleicht konnte ich das Subtile etwas näher bringen. Wenn nicht, spielt einfach etwas anderes oder geniesst das tolle Wetter draußen. ;-)
Tschö,
- Arne - (kann bis heute auch noch nicht den Reiz hinter Löwenherz entdecken. :-) )