Beitragvon Roman Pelek » 23. Juli 2005, 11:11
Moin Hartmut,
Hartmut schrieb:
>
> ...und noch ein Anekdötchen aus der beruflichen
> Bewerbungsphase eines Informatikers. Wenn's auch schon lange
> her ist, so dürften sich dies auch heute noch so zutragen.
> Mein Tipp: verschweigt das Hobby besser!
>
> Da sieht der spielerisch ungeschulte Personaler also die
> Fakten: Berufsfeld Computer und Hobby Gesellschaftsspiele.
>
> Sein beliebter Trugschluss: "Soso, der spielt den ganzen Tag
> bei der Arbeit." und schon ist man unten durch.
Wie wahr, wie wahr - ich hatte mir damals als Informatiker auch genau überlegt, wie ich mein Hobby im Lebenslauf verkaufe. Letztlich lief es auf die Schiene "Entwicklung / redaktionelle Betreuung von Gesellschaftsspielen" und "freier Journalist" hinaus. Mit vorzeigbaren "Ergebnissen am Markt" ging das dann auch als halbwegs seriös durch (a la "ja, der macht sich ja auch Arbeit damit - vermutlich für 'die Kinder'...") - ohne diesen möglichen Kunstgriff hätte ich vermutlich mein Hobby in diesen nicht unbedingt einfachen Zeiten auch verschwiegen, das muss ich ehrlich gestehen *seufz*
> Auf die tatsächliche Gemeinsamkeit beider Felder, nämlich
> "Spaß am Denken / kreativer Problemlöser" kommen dann doch
> die wenigsten :-( Wäre er selber kreativ genug, hätte er ja
> auch nicht Personaler werden müssen ;-)
:-)) Hätte ich nicht schöner sagen können. Aber diesem Missverständnis begegnet man nichtsdestotrotz dann im Job immer wieder:
Chef: "Herr Pelek, können sie mir diese Auswertung erstellen? Die ist aber vermutlich nicht einfach."
P: "Ich spiel mal ein bissl damit rum, und schau, was passiert."
Chef: "Herr Pelek, sie sollen hier nicht spielen, sondern arbeiten, außerdem soll was vernünftiges rauskommen und nicht irgendwas"
P (innerlich leicht resigniert): "Jajaichweißja..."
(30 Minuten später)
Chef: "Hm, ich dachte, die Auswertung sei an sich gar nicht machbar..."
P: "Dann nehme ich die Ergebnisse wohl besser wieder mit und vernichte sie?"
---
Chef: "Herr Pelek, hier ist ein Fehlbetrag in der Auswertung, können sie das mal prüfen."
P: "Hm, das ist ja nur ein Centbetrag..."
Chef: "Es geht hier um ernste Themen mit Außenwirkung, Herr Pelek."
P: "Mag ja sein, aber die Datenbasis erlaubt so oder so maximal Rückschlüsse im Bereich von Tausenderbeträgen."
Chef: "Fangen sie nicht an zu denken, finden sie mir einfach die fehlenden Cents."
P: "Darf ich dafür auch kreativ werden?"
Chef (leicht zerknirscht): "Ja, meinetwegen dürfen sie hier und jetzt ausnahmsweise mal ihren Spieltrieb ausleben - aber nur, wenn es schnell geht."
---
Chef: "Herr Pelek, spielen sie eigentlich noch?"
P: "Ach, nur so ab und an, wenn es halt die Zeit erlaubt, mit guten Freunden mal gemütlich zusammen zu sitzen..."
Chef: "Das ist gut so, sie sollen ihre Energien schließlich hier bündeln."
P: "Hm, was machen eigentlich ihre Aktiengeschäfte so? Man hört ja letzt nichts Gutes..."
Chef: "Och doch, die laufen gut - erst letzt hat Nokia wieder zugelegt. Wieso?"
P: "Ach, nur so aus Interesse. Es freut mich einfach, etwas Positives zu hören."
Ciao,
Roman