Beitragvon Marten Holst » 5. Februar 2007, 13:07
Moin,
> Und: Damit gehörst Du wohl zu einer aussterbenden
> Generation.
kann sein, dass Mike das gehört. Ich denke eher, es gibt da verschiedene "Kulturen", die nebeneinander existieren, und je nach eigenem Umfeld sieht man das entsprechende als Norm.
> In meinem Kreis kenne ich niemanden (inkl. Frauen), die
> nicht am Computer spielen o. gespielt haben.
Das sieht bei mir ähnlich aus. "Niemanden" ist vielleicht zu stark, aber doch nur 2-3 Nasen.
> Daher werden
> die Spiele oft mit Computerspielen verglichen, gerade wenn
> es sich um Merchandising-Kram wie Anno 1xxx handelt.
> Ein PR hat mal jemanden an Hanse aufm C64 (sic!) erinnert.
Das "Vergleichen" hingegen ist bei uns unüblich - und der Vergleich Hanse-PR ist doch reichlich haarig. Aber auch sonst stehen in meinem Umfeld beide Genres für sich alleine, mit momentan der Ausnahme "WoW-CCG", das irgendwie die Beliebtheit stark analog zu der des "normalen" WoW hat. Und ein Anno muss sich natürlich gefallen lassen, dass es mit dem normalen Spiel verglichen wird - worauf man eigentlich nur feststellt, dass es anders sein muss in jeder Hinsicht. Die Mechanik von Anno dann aber abzuqualifizieren, weil dieses Thema übergestülpt wurde ist aber auch voreilig. Es gibt verschiedene Wege zu gut, und selbst der größte Fan eines Holzfällersteaks wird hoffentlich zustimmen, dass ein Obstsalat lecker sein kann, obwohl keine Pommes dabei liegen.
> Gerade bei PC-Spielen geht der Trend zum MP-Spiel,
> Kommunikation wird dort immer wichtiger. Ich sehe da keine
> Trennung.
Ja, der Trend geht dahin, aber das heißt noch lange nicht, dass der andere Markt verschwindet. In meinem Umfeld, und dazu zähle ich auch Bekannte in der "nachwachsenden Generation", wurden zum Beispiel die Experimente mit LAN-Partys und ähnlichem schnell eingestellt.
> Spätestens wenn die BSW ein Teamspeak bekommt, wird die
> Scheu/Hemmschwelle weiter sinken.
Zum einen zweifle ich an, dass die BSW einen dermaßen marktentscheidenden Einfluss hat, dass sie andere PC-Spiele mitsaugt. Zum anderen ist ja neulich erst von der BSW klar gemacht worden, dass sie kein Interesse hat, ein Teamspeak zentral zu organisieren - von daher kann Holland noch eingedeicht werden, bevor es in Not ist.
> Für "Oldschool"-Player ist das vielleicht ein Graus. Aber
> viele kommen vom PC- zum Brettspiel, wenn überhaupt; da
> inzw. ganze Klassenverbände WoW spielen, wird es imho
> "reine" Brettspieler in wenigen Generationen sowieso kaum
> mehr geben.
Es ist auch eine Frage der familiären Kultur denke ich. Viele lernen auch Brettspiele in der Jugend bereits kennen, und bleiben dem weniger oder mehr treu. Andere "wechseln" auf PC und kehren zurück. Andere wechseln und kehren nicht zurück. Andere spielen gar nicht, entweder von Anfang an oder sie hören irgendwann auf.
Ich stimme Dir zu, dass "reine Brettspieler", wenn Du damit wie ich vermute meinst "Brettspieler, die keine PC-Spiele spielen" weniger werden. Aber ich denke, dass das weniger eine Konkurrenz der Arten des Spielens untereinander ist, sondern einfach dem geschuldet, dass immer mehr Leute PC-Spiele spielen. Es ist so ähnlich wie man in den 50er Jahren prognostizieren konnte "es wird kaum noch Autofahrer geben, die nicht zu hause einen Fernseher haben". Stimmt - aber das heißt nicht, dass die beiden Sachen miteinander etwas zu tun hätten, lediglich, dass sich fernsehen immer mehr verbreitet hat. So sehe ich es auch mit PC-Spielen.
Zu WoW wäre eh noch die Frage, wie der Trend sich fortsetzt: wann wird WoW selber ermüden? Wird etwas in die Bresche springen, oder ist das Genre in dieser Massivität "endlich"? Was wird aus Dingen wie Second Life? Ich finde das alles nicht trivial prognostizierbar.
Tschüß
Marten