Beitragvon Marten Holst » 21. September 2008, 15:11
Moin moin zurück,
ich misch mich mal ein:
> 2.)
>> Beim Hausbau letzter Satz: "Im weiteren Verlauf des Spiels kann die Lehmhütte dann für 1 Schilf plus 1 Stein pro Raum in > ein Steinhaus renoviert werden". Also kostet es pro Raum "1 Schilf und 1 Stein"?<
> Siehst Du den Unterschied: "1 Schlilf plus ..." (Regel) und
> "1 Schilf und ..." (Deine Interpretation)?
Aber genau das ist ein Beispiel für eine unklare Regel. Selbst wenn es einem mathematen als eindeutig vorkommen mag, hier muss man auch den Horizont der Empfänger berücksichtigen, und einem solch kleinen Wort einen essenziellen Bedeutungsunterschied zu geben, der für mich im übrigen nicht einmal zwingend ist, weil es eher eine "Klammerungsfrage" ist, ist eben missverständlich. Das Gleiche und das Selbe sind ja auch nicht mehr das gleiche, sondern inzwischen das selbe. Selbst wenn Du genau beim Reden und Schreiben auf den Unterschied achtest, kannst Du nicht davon ausgehen, dass der Empfänger das auch tut.
> 3.)
>> Im Abschnitt "Die großen Anschaffungen" zum Thema "Brot backen": "Das sind neben Feuer- und Kochstellen auch Stein- und Lehmofen. Wer eine dieser beiden Anschaffungen tätigt, erhält sofort eine Aktion `Brot backen' dazu".
> Es wurden vier Anschaffungen genannt und nicht zwei. Es
> wurden aber nur zwei Öfen genannt. Was ist da der Fehler?<
Fehler nicht zwingend, aber man kann es so verstehen, dass eine Anschaffungsvariante hier die Gruppe "Feuer- und Kochstellen" ist, die andere die Gruppe "Stein- und Lehmofen". Hätte ich auch nicht so verstanden, kann es aber nachvollziehen.
> Auch hier ist die Regel eindeutig, da die deutsche Sprache
> (jedenfalls vor der Rechtschreibreform) eindeutig ist:
Eindeutig ist nich immer verständlich, ich hab Mathe studiert, ich kenne da ein paar Beispiele. Nicht umsonst versucht der Herr Beutelspacher seit Jahren für ganze Sätze in mathematischen Abhandlungen zu reden. Und er meint grammatikalische Sätze, nicht Lemmata und Theoreme.
Und die Rechtschreibreform hat mit dieser Problematik in der Tat erst mal gar nichts zu tun ;-)
> 4.)
>> und vorletzter Satz: "Die zehnte große Anschaffung ist der Brunnen." Wieso ist das die zehnte Anschaffung? Müssen die anderen in einer bestimmten Reihenfolge erworben werden?<
> Wie oben geschrieben leigt in diesem Abschnitt eine
> Darstellung der großen Anschaffungen vor. Da es zehn sind
> und es eine letzte geben muss, muss die letzte die zehnte
> sein! Von einer Reihenfolge des Erwerbs war auch bei den
> vorher erwähnten neun Anschaffungen nie die Rede!
Nichtsdestotrotz ist es hier nicht hilfreich, eine Nummer einzuführen, wo sie vielleicht sprachlich den Text runder macht, aber keinen inhaltlichen Wert hat. Gerade im Zuge, dass es oben eher umgekehrt war.
> 5.)
>> Was mich auch gestört hat: Beim Spielende werden die Siegpunkte viel zu knapp beschrieben. Man weiß z.B. nicht ob und wie ein frei stehender Stall (= "nicht eingezäunter Stall") zu bewerten ist, oder der Hinweis auf die Bettelkarten fehlen, wie gerade im ersten Spiel notwendig waren.<
> Aus der Tabelle der erwähnten Übersichtskarten entnimmt
> man: "1 Punkt pro eingezäuntem Stall" Und dieses wird im
> Text noch einmal erwähnt. Zu Punkten für nicht-eingezäunte
> Ställe findet man keinen Hinweis, da es ja auch keine
> Punkte dafür gibt!
> Aus der Beschreibung zu den Bettelkarten auf Seite 3 kann
> man entnehmen: "... und bekommt 1 Bettelkarte pro fehlendem
> Nährwert. Da jede Bettelkarte bei Spielende 3 Minuspunkte
> bringt, sollte ..."
Ja, vollständig, aber sowas sollte thematisch an einer Stelle zusammengefasst sein, also speziell die Bettelkarten. Weil man gerade später nur noch mal schnell auf die entsprechende Seite schaut.
> Fazit: Gerade Deine Beispiele zeigen, wie gut und genau die
> Regel verfasst wurde. Deine Fehlinterpretationen beruhen
> auf Nichtbeachtung des Satzbaus oder falsches
> Hineininterpretieren.
>
> Aber es sind DEINE Fehler und nicht Fehler der Regel, so
> dass Deine Kritik haltlos ist.
Nein, die Kritik ist nicht haltlos. Es ist zwar in der Summe nicht schlimm, aber die Formulierungen hätten anders getroffen werden können, um dadurch mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Ein solcher Text sollte durchaus eine gewisse Grundredundanz enthalten. Nicht zu Lasten der Genauigkeit, sondern daneben. Und der Unterschied zwischen "1 und 1 je" und "1 plus 1 je", den sehe ich in der Tat nicht.
Tschüß
Marten