Beitragvon Udo Möller » 4. September 2001, 00:12
Nein, das Brettspiel wird nicht aussterben! Ich glaube sogar, dass es auf dem Vormarsch ist. Probleme treten dann auf, wenn man unerfahrene Spielwillige mit "Strategiehämmern" (EL Grande) oder "Wartespielen" (Tikal) überfordert! Dies sind Top-Spiele, aber ob man der Allgemeinheit damit einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln. Da springen Carcassone, Zapp Zerapp oder Cartagena in die richtge Bresche!
Brettspiele habne vor allem den Vorteil der direkten Interaktion mit dem Gegner - was besonders dann reizvoll ist, wenn es bei Spielen wie Bohnanza oder Händler von Genua voll ausgenutz wird.
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt: du hälst "Spielmaterial" in den Händen. Das gibt einen Reiz, den dir der Computer noch nicht bieten kann.
Dass die Verkaufszahlen der meisten Brettspiele nicht riesig sind, ist klar. Geh doch mal in ein Kaufhaus und frag die Mitarbeiter nach einem empfehlenswerten Spiel für xyz. Da bekommst du eine Standardantwort, mit der man nichts anfangen kann. Da müsste man alos schon anfangen...
Das zweite Problem stellen nichtspielende Eltern da: der Spieltrieb des Kindes wird im Keim erstickt, weil die Eltern nicht mit-/vormachen. Und Eltern dienen ja immer als Vorbild...
Trotzdem: ausrotten wird man das Brettspiel nicht!
LUdo ergo sum [Gestern beim Cartagena-Turnier auf Rang 2]