Beitragvon Marten Holst » 20. Dezember 2001, 14:27
Moinle,
> Normalerweise ist von
> so einem Produkt nicht zu erwarten, dass es besonders
> innovativ ist oder dass es besonders tiefe Ansprüche erfüllt.
> Es muss dagegen schnell und einfach "funktionieren," also
> sich verkaufen. Deshalb muss es den Erwartungen des Marktes
> entsprechen und den Geschmack möglichst vieler treffen. Es
> kann somit höchstens handwerklich gut gemacht sein, im besten
> Sinne mainstream also.
So weit kann ich noch zustimmen - es gibt zwar erfolgreiche Experimente, aber die werden selten so geplant.
> Schlimmer noch: In vielen Fällen wird die Zugkraft des Namens
> (des jeweiligen Filmes, Buches u.ä.) dazu benutzt, die
> schnelle Mark auch mit schlechten Produkten zu machen. Denn
> was eigentlich verkauft wird, ist nicht das Spiel sondern
> eine Marke. Es wird also "Herr der Ringe" an den Mann
> gebracht und nicht ein Spiel von Knizia.
Hier sehe ich das schon anders, weil das kooperative Kniziaspiel ja [i]vor[/i] dem Hochgejuble erschien, und auch auf den ersten Blick nicht den Marketinganforderungen (hellgrüne Verpackung u.s.w.) erfüllt. Du wirst es auch kaum auf den HdR-Tresen in Läden finden können, das dürfen die nämlich gar nicht dahin packen, eben, weil es nicht offiziell zum Film ist. Steht also hinten in der Ecke und muss sich gefälligst als Knizia verkaufen, aber das reicht ja auch...
> Wenn man also ein solches "hype-Produkt" kauft, ist die
> Wahrscheinlichkeit dass es eher Durchschnitt ist, wesentlich
> höher als dass man an ein Spiel gerät, dass gerade einer
> Gruppe von Kennern mit hohem Anspruch zusagt.
Das stimmt wieder: Groß beworbene Produkte sind öfter "Durchschnitt". Das würde ich aber eher auf den Typus beziehen - Qualität ist ja Geschmackssache. Dürfte aber auch da zutreffen, denn meist sind solche Filme nicht innovativ (grundsätzlich ein Pluspunkt), aber eben auch nicht handwerklich fehlerhaft (grundsätzlich ein Minuspunkt). Ich denke, die wertneutrale Formulierung wäre: der Erwartungswert der Qualität ist gleich, die Varianz differiert.
Tatsächlich bin ich aber sogar der Meinung, dass Filme wie "Titanic" - um mal ein anderes Beispiel zu nennen - eher überdurchschnittlich gut sind, denn es wird dermaßen viel Totalausschuss produziert, der dann aber nur 10 Minuten in den Kinos läuft...
> Ich selbst habe Herr der Ringe aber noch nicht gespielt. Es
> kann durchaus sein, dass es sich hierbei um die berühmte
> Ausnahme von der Regel handelt, die es letztendlich ja immer
> gibt. ;-)
Wie immer Geschmackssache... den Knizia mag ich, der Grüne von Kosmos ist mir eher zu Glücksbetont, aber das ist Geschmackssache.
Tschüß
Marten (sollte eigentlich lieber Diplomarbeiten schreiben)