Beitragvon Marten Holst » 13. Oktober 2002, 12:38
Moinle Hannes,
> Einem Spiel vorzuwerfen, dass es nur bei gleichen
> Spielstärken ausgeglichen ist, finde ich aber daneben. Gibt
> es denn überhaupt ein Spiel, dass total ausgeglichen ist,
> wo sich Spielfehler gar nicht auswirken ??
> Bei sehr vielen hier hoch gelobten Spieler - z. B. Puerto
> Rico - hat der hinter dem Schwächsten Sitzende enorme
> Vorteile.
Je nu, schwächere Spieler können öfters, eigentlich fast immer, spezielle Mitspieler (meist die Nachsitzenden) bevorzugen. Allerdings wohl um so mehr, je (a) deterministischer und (b) "direkter" (da schlägt die Sonntagsmorgenswortfindungsschwäche voll zu, gemeint ist: ein kurzer Zug, dann ist der nächste und man ist bald wieder dran) ein Spiel ist. Ganz extrem ist es mir aufgefallen (Pueblo kenne ich leider noch nicht, es klingt reizvoll) bei einer Partie Medina, bei der zwei "Schwache" und zwei "Erfahrene" spielten, und die "schwache", die eben noch einen Hauch besser war, als ihr Vorspieler, deutlich gewann, weil die Vorlagen nur so flogen. Eben gerade bei "Vorlagenspielen" ist dieses auch ein Problem - bei Puerto Rico kann der vor einem sitzende Spieler vielleicht eigene Chancen auslassen (einen dick beladenen Charakter nicht nehmen), aber direkte Steilvorlagen gibt es nicht so sehr.
Nun ist es ja so, dass man gute Spiele gerne auch öfters spielt, und dann kommt auch der "unerfahrenste" schon hinter die einfachen Tricks, dann relativiert sich das - aber es als Kriterium zu erwähnen, finde ich in jedem Fall richtig, und in gewissem Sinne negativ ist es auch. Und es gibt ja auch Spiele (wechselnde Zugreihenfolge, Versteigerung selbiger, "gleichzeitige Züge"), bei denen dieses Problem so nicht auftritt, und die für gelegentliche Spielegruppen mit unterschiedlicher "taktischer Erfahrung" dann eben wesentlich geeigneter sind.
Vorliegende Grüße
Marten (muss beim Fußball als Manndecker eher auf die Vorlagen der Gegner achten)