Beitragvon Lindemann Brigitta » 3. Dezember 2001, 00:07
Jetzt versuche ich mal eine zusammenfassende Antwort
Autor: Petra Schmidt
"Wenn ich heute in ein Buchgeschäft gehe, verlange ich auch nicht, dass die alle Titel und Autoren kennen, aber die Verlage sollten sie schon einigermaßen kennen, auch kleine und da denke ich, ist Adlung eigentlich bei den Spielen gar nicht so klein - ODER?"
Schön wär’s - aber das habe ich mir schon lange abgeschminkt. Allerdings ändert sich zur Zeit der Buchmarkt so rapide, dass die Frage nach den Verlagen schon manchmal sehr fragwürdig ist – oft gibt es zwar noch den Namen, aber der Verlag gehört längst zu einem der großen .....
Autor: Gerald Rüscher
"Aber kann man das den Betrieben übel nehmen? Nein, denn der Motor dieser Entwicklung sind wir selbst, die Verbraucher. Denn in letzter Instanz entscheidet für die meisten von uns dann doch der Preis. Wie viele Leute habe sich schon bei Spezialisten in der Innenstadt Beratung geholt um dann den Kram doch bei Toys'R'Us oder Media Markt zu kaufen? Wer ohne Sünde ist ..."
Genau das ist der Punkt. Fachgeschäfte mit kompetenten Fachkräften können sich nur dann am Markt behaupten, wenn wir bereit sind, dort einzukaufen
Autor: "JOBO"Joachim Bonitz
"In der heutigen Zeit zielt man wohl eher auf Umsatz und Profit und weniger auf kompetente Beratung. Auf der einen Seite verständlich, da eine ausgebildete Fachkraft natürlich erheblich teurer ist als eine Aushilfskraft oder angelernte Kraft. Was mich jedoch immer ärgert, ist die "Bocklosigkeit" und Unfreundlichkeit vieler Verkäufer, egal ob Fachkraft oder Hilfskraft. Selbst wenn man nicht sofort eine Auskunft über einen bestimmten Artikel parat hat, kann man sich zumindestens bemühen, etwas näheres darüber in Erfahrung zu bringen. Selbst wenn man eine ehrliche Antwort bekommt die Unwissenheit bescheinigt, ist das noch kein Beinbruch, wenn sie denn freundlich kommt."
Ich glaube, wir erwarten hier etwas, was in der gesamten Verkaufsbranche gar nicht mehr gewünscht ist. In verschiedenen Gesprächen, die ich mt Einzelhandelskaufleuten aus verschiedenen Branchen hatte, kam immer wieder heraus, dass von seiten der Geschäftsleitung Beratung nur noch sehr bedingt erwünscht ist, denn in dieser Zeit wird kein Geschäft gemacht. Es zählt eigentlich nur noch der schnelle Umsatz – Zeit ist Geld. Wenn der Umsatz nicht stimmt, den der einzelne VerkäuferIn macht, kann er/sie gehen.
Autor: Roman Pelek
"Was man allerdings selbst durchaus positiv beeinflussen kann, ist eben auch eine gute Beratung durch eine gute Bezahlung zu honorieren bzw. eine schlechte Beratung durch Nichtkauf. Was soll man auch sonst als Kunde machen? Ich persönlich bin jedenfalls bereit, gute Leistungen mit höheren Preise zu entlohnen, aber genausowenig sehe ich ein, schlechte Beratung oder ausfallendes Verhalten in irgendeiner Weise "finanziell verständnisvoll" zu ertragen. Egal, was die Gründe sind, letztendlich unterstützt man in einem marktwirtschaftlichen System durch Kauf und entzieht Grundlagen durch Nichtkauf. Da mag das Problem komplex sein, aber das sind die schlichten Triebfedern. Das komplexe ist m.E. eher das Käuferverhalten, das sowas mitfördert"
Und da sind wir wohl alle mitschuldig. Denn wir suchen doch auch immer wieder die billigste Variante....
Autor: Marten Holst
"Ja, ein Verkäufer sollte freundlich und höflich sein. Aber auch: der Kunde muss freundlich und höflich sein. Platt gesagt: ich habe kaum Probleme mit Verkäufern, aber ich sage auch "Guten Tag", "Entschuldigen Sie", "Danke" und "Bitte" (Und jetzt alle im Chor mitsprechen auf drei: 1, 2, 3). Die meisten tun das nicht. Wer in den Laden geht "Ich bekomme ein Spiel für drei Spieler aber Dalli-Klick" - der sollte sich lieber nicht wundern. Aber so denken, wenn man mal darauf achtet, weit über 50% der Kunden. Und dass Verkäufer dann auch ersteinmal eine Grundgriesgrämigkeit (GGGK) entwickeln - nun, ich kann es ihnen nicht verdenken."
Dazu kommt noch, dass ich vielleicht das Pech habe, der nächste Kunde nach einem sehr unfreundlichen zu sein. Weiß ich denn, was vorher schon alles gelaufen war. Ich kenne mich selber und deshalb billige ich VerkäuferInnen auch schlechte Laune zu und oft habe ich schon erlebt, dass sich die Situation sofort entspannt hat, wenn ich gesagt habe: „Ich habe Zeit.“ Oder auch „War’s heute schon so stressig?“ (gehe oft erst am Spätnachmittag zum Einkaufen.
Brigitta