Beitragvon Roman Pelek » 18. März 2004, 19:46
Hi Michael,
Michael Weber schrieb:
> Gestern haben wir das Spiel zu dritt gespielt. Nach dem
> Regellesen war ich ganz angetan, aber in der Praxis war das
> Spiel zu dritt nur bedingt interessant. Besonders negativ
> aufgestoßen ist uns der recht häufige Zwang bereits für den
> zweiten (!) Spieler, gar kein Angebot mehr wählen, sondern
> einfach nehmen zu müssen.
Das deckt sich mit unseren Erfahrungen. Der dritte Spieler kann bei defensivem Verhalten den zweiten Spieler leicht bewusst toppen, und falls der dritte Spieler sieht, dass der zweite ein sehr gutes Gebot abgibt, kann er sich immerhin sehr billig aus der Affäre ziehen. Insofern ist die zweite Position im Dreierspiel häufig undankbar - selbst wenn man noch eine Wahl hat, bezahlt man meist sehr teuer dafür.
> Wäre Oase vielleicht ein Spiel für die Packungsangabe "vier
> bis fünf Spieler"?
Hm, nun ja, solche oder ähnliche Probleme hat man ja häufig bei der Dreierbesetzung, wenn's von der Spielmechanik drum geht, sich Angebote zu machen. Meist sind da 4 oder 5 Spieler die - deutlich - bessere Besetzung.
> Heute probieren wir es zu viert, ich hoffe, der Mechanismus
> kommt dann besser durch.
Mir persönlich hat die 4er-Besetzung bei Oase bislang deutlich besser gefallen. Ich würd's mal damit versuchen.
> Michael
> (hat gestern mit über hundert Punkten Rückstand den zweiten
> Platz erreicht ...)
Und dieses Phänomen sehr großer Punkteabstände hatten wir bisweilen auch :-) Es lassen sich Geschenke an den Führenden halt nicht unbedingt vermeiden - dazu genügen manchmal nur wenige ungünstig aufgedeckte Karten beim Machen des Angebots.
Und bezüglich der nahe liegenden Variante von Dieter, in der man mit Handkarten spielt, die man auswählt, bin ich skeptisch (wenn ich seine Schilderung richtig interpretiert habe zumindest ;-) ). Nicht mal primär wegen der Spieldauer bzgl. möglicher Grübelphasen, die das sicherlich mit sich bringt, sondern bezüglich der Spielbalance an sich. So wie ich es sehe, ist die Balance zwischen Multiplikatoren und Feldern darauf abgestimmt, dass alle Karten im Spiel umgeschlagen werden, wie es mit dem verdeckten Aufdecken gewährleistet ist. Mit Handkarten können jedoch bewusst einige Karten mitunter das ganze Spiel zurückgehalten werden. Das macht es natürlich potenziell sehr destruktiv, nimmt aber darüber hinaus auch die Planbarkeit heraus, dass ich bei Konzentration auf Feldbau darauf spekulieren kann, irgendwann überhaupt noch Multiplikatoren zu bekommen bzw. umgekehrt.
Deshalb bezweifle ich, ob es wirklich besser wird damit, und Varianten, die den Kartendurchsatz gewährleisten, erscheinen mir vom Handling her sehr unattraktiv. Denn dann müsste man gewährleisten, dass man Karten, die man in einem Zug nicht spielt, zumindest im nächsten oder übernächsten einsetzen muss, d. h. man legt sie z. B. separat und muss auf jeden Fall die Regeln verklausieren. Insofern finde ich es durchaus verständlich, dass die Regeln so sind, wie sie sind, auch wenn sie speziell für die 3er-Besetzung nicht unbedingt das Optimum - zumindest für Spielerherzen - sein mögen.
Ciao,
Roman