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Anno 1503

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Ina-spielbox

Anno 1503

Beitragvon Ina-spielbox » 6. Juni 2004, 01:06

Hallöchen,

nun ist auch bei uns die Erweiterung "Aristokraten und Piraten" zu diesem schönen Spiel angekommen.

Immer wieder ist hier die fehlende Interaktion an diesem Spiel bemängelt worden. Warum eigentlich? Dürfte man in diesem Spiel handeln, würde man Klaus Teuber vorwerfen, es sei ein Siedlerklon ohne Hexfelder. Und würde irgendetwas versteigert, würden alle sagen: "Oh nee, schon wieder ein Versteigerungsspiel, das mögen wir nicht." Letztens sagte jemand hier im Forum, Versteigerungsspiele hätten den Vorteil, dass man sie nicht so gut austarieren müsse, das würde sich über das Versteigern von selbst regeln.

Genau das ist Anno 1503 aber. Daran erkennt man den erfahrenen Spieleautor, dass dieses Spiel sehr fein ausbalanciert ist. Und genau das ist der Trick dabei, dass man eben nicht handeln kann. Wenn die fünfte "zwei" hintereinander gewürfelt wurde, muss ich mir eben überlegen, was ich mit meinen fünf Steinen mache. Dafür gibt es die Gebäude, dass ich teurer an meine Einwohner verkaufen kann, um für das Gold anschließend die fehlenden Rohstoffe zu verkaufen. Es gilt eben, die vorliegenden Möglichkeiten optimal zu nutzen, um dem Würfel ein Schnippchen zu schlagen und letztendlich genau das zu bekommen, was ich brauche. Ich finde das ist hier perfekt gelöst.

Die Erweiterung ergänzt alle diese Möglichkeiten elegant, indem ich mein Gold in Verbindung mit den Aktionskarten nutzen kann, um preiswert ein Schiff zu bauen oder einen Einwohner aufzuwerten. Oder die Luxuswaren teuer verkaufen und die fehlenden Rohstoffe mit Handelsverträgen preiswerter einkaufen.

All diese Mechanismen greifen sehr gut ineinander und wenn man eine Handelphase einführen würde, würden man die fein ausbalancierten Mechanismen durcheinanderbringen.

Für mich ist Anno 1503 ein super schönes Spiel. Vom Anspruch nicht zu vergleichen mit Goa oder Fifth Avenue, aber ein funktionierendes Familienspiel mit einer angemessenen Spieldauer.

In diesem starken Spielejahrgang ist es eines der Highlights, das leider immer wieder sehr stark kritisiert wurde. Und was man nicht vergessen darf: Es funktioniert zu zweit ebenso gut wie zu viert. Das kann man nicht von allen Spielen sagen, auf den eine Spieleranzahl von 2-x angegeben wird.

Ich kann alles dieses Spiel nur wärmstens empfehlen. Verhandlungs- und Versteigerungsspiele gibt es viele und da der Grübelfaktor meines Erachtens gering ist, läßt sich Anno 1503 zügig spielen. Gegenüber dem hochgelobten Zug um Zug, bei dem man eben ein Problem hat, wenn die benötigten Karten vom rechten Nachbarn ebenso gesammelt werden, weil man dann seine Aufträge nicht erfüllen kann, für die es in der Abschlußrechnung viele Minuspunkte bekommt, ist es deutlich besser ausbalanciert und spielenswerter

behauptet

Ina Broß

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Michael Schramm

Re: Anno 1503

Beitragvon Michael Schramm » 6. Juni 2004, 11:56

Hi Ina,

danke für diesen Beitrag, so differenzierte Eindrücke sind wirklich eine gute Hilfestellung zur Beurteilung, ob einem das Spiel selbst wohl gefallen könnte. Fände ich gut, wenn man so etwas hier öfter lesen könnte ( jaja, ich schlage mir auch selbst vor die Brust, mea culpa!)

tschüss und nice dice

Michael

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Gernspieler

Re: Anno 1503

Beitragvon Gernspieler » 6. Juni 2004, 12:07

Hallo

habe das Spiel erst einmal und das vor längerer Zeit gespielt.
Auch mir erschien dieses Spiel sehr rund und gelungen, was wohl nicht zuletzt daran lag, dass ich diese Spiel gewonnen habe (grins).

Was ich nun allerdings als kleine Kritik anbringen muß, ist der Würfelmechanismus.
Meiner Meinung nach, sind alle Spiele, die mit einem Würfel zutun haben sehr glückslastig. Vielfach ist man dann schnell im Hintertreffen und man braucht recht lang diese Scharte wieder auszuwetzen.

Dies ist aber nur meine erste Meinung, da ich wie schon oben erwähnt, 1503 nur einmal gespielt habe.

Gernspieler

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Ina-spielbox

Re: Anno 1503

Beitragvon Ina-spielbox » 6. Juni 2004, 12:18

Gernspieler schrieb:

>
> Was ich nun allerdings als kleine Kritik anbringen muß, ist
> der Würfelmechanismus.
> Meiner Meinung nach, sind alle Spiele, die mit einem Würfel
> zutun haben sehr glückslastig. Vielfach ist man dann schnell
> im Hintertreffen und man braucht recht lang diese Scharte
> wieder auszuwetzen.

Hier muss man eben die Gelegenheit nutzen, die Rohstoffe verkaufen, mit Gold die fehlenden kaufen und die Gebäude erstehen, mit denen man die Rohstoffe teurer verkaufen kann! Und die Handelsverträge nutzen. Das ist genau das, was ich meinte.
Sankt Petersburg ist auch glückslastig: Wenn die Adligen, die mir noch fehlen, nicht aufgedeckt werden, nützt mir alles Geld nicht. Und bei Zug um Zug ist es auch so: Wenn die richtigen Karten nicht kommen, geht es nicht vorwärts.
Aber damit sind wir wieder bei dem Thema "Glücksfaktor" und der ist hier zur Genüge durchgekaut worden.

Viel Spaß bei weiteren Erfahrungen mit Anno 1503

wünscht Ina

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Marcel Kaul

Re: Anno 1503

Beitragvon Marcel Kaul » 6. Juni 2004, 12:41

Nachdem ich Anno anfangs aufgrund seiner doch vorhandenen Siedler-Nähe eher missachtet habe, muss ich nach mittlerweile vielleicht 6 Partien sagen, dass Anno wirklich unglaublich und absolut hervorragend ist. Weils sehr sehr gut ausbalanciert ist, sehr spannend, dabei aber immer noch ein Spiel und keine Rechenaufgabe. Und das Fehlen von Verhandlungen stört gar nicht, das Fehlen von Versteigerung natürlich noch Weniger. Insgesamt wirklich ein absolutes Highlight, mit Sicherheit eines der besten Spiele des Jahrgangs. Freu mich auch schon auf die Erweiterung (sollte nächste Woche ankommen).

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Peter Gustav Bartschat

Re: Anno 1503

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 7. Juni 2004, 06:51

Gernspieler schrieb:
> Meiner Meinung nach, sind alle Spiele, die mit einem Würfel
> zutun haben sehr glückslastig.

Und Spiele, bei denen man in seinem Zug zwischen mehreren Alternativen wählen kann, sind dann "taktiklastig"? :wink:

Liebe Grüße
Gustav

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Jost Schwider

RE: Anno 1503

Beitragvon Jost Schwider » 7. Juni 2004, 10:47

"Ina Broß" hat am 06.06.2004 geschrieben:

> nun ist auch bei uns die Erweiterung "Aristokraten und
> Piraten" zu diesem schönen Spiel angekommen.

Wie du schon zusammengefasst hast: Funktioniert sehr gut und erweitert Anno sinnvoll (etwa kein Wettrennen um die 30 Dublonen mehr... ;- )

Was micht (zumindest z.Zt.) aber ein wenig stört: Die Spielzeit hat sich extrem verlängert (2 Stunden statt vorher 45-60 Minuten).

> Immer wieder ist hier die fehlende Interaktion an diesem
> Spiel bemängelt worden. Warum eigentlich?

Das habe ich mich auch immer gefragt! Bezüglich deiner Argumente Pro-Anno schau auch mal in folgende Threads rein:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=77005&t=76865
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=82964&t=82920
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=84093&t=84085

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]


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