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Spiele? - Kindisches Hobby!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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VolkiDU

Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon VolkiDU » 20. Juli 2005, 19:05

Hallo Spielerkommune,

ab und zu werde ich mit bestimmten Sätzen konfrontiert. Ich wußte erst nicht so recht, ob es auch hier ins Forum hingehört, aber wenn mir das noch einmal passieren würde - so hatte ich es mir festvorgenommen - dann werde ich es eben hier posten. Was soll ich sagen, vor zwei Tagen ist es wieder passiert.

"Brett- u. Kartenspiele - das ist doch nur für Kinder!" - ".... das ist doch nichts für Erwachsene" - "Spiele? - Kindisches Hobby!"

Kommen Euch diese Sätze bekannt vor? Wie sieht dann Eure Argumentation aus?

Diskussionsfreudige Grüße

Volker

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Helmut Lehr

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Helmut Lehr » 20. Juli 2005, 19:15

VolkiDU schrieb:
>
>
>
> "Brett- u. Kartenspiele - das ist doch nur für Kinder!" -
> ".... das ist doch nichts für Erwachsene" - "Spiele? -
> Kindisches Hobby!"
>
>
Ich sage dann: "Mensch, wenn man keine Ahnung hat, soll man lieber schweigen.
Soll ich dir mal meine Sammlung zeigen? Ich denke, dass ich spätestens in 30 Minuten ein Spiel finde, dass Du gerne spielst?"

SG
Helmut

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maura

Comics? - Kindisches Hobby!

Beitragvon maura » 20. Juli 2005, 19:17

selbiges im comicbereich.
ist mir aber ziemlich egal, insofern gehe ich da nicht drauf ein (nicht mehr.).
ich denke, wenn die leute die begeisterung für irgendwas nicht nachvollziehen können, kann man da argumentativ auch nichts machen.
vergebene liebesmüh.

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Comics? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. Juli 2005, 19:33

Hallo,

wieso sollten sich erwachsene Männer, die am Wochenende kleine Flugzeuge ferngesteuert in Baumwipfel fliegen, sich daran stören, daß ich als Begründung für zwei Kurzurlaube pro Jahr immer die festgebuchten Spielewochenenden angebe und ab und an ein Comic auf meinem Schreibtisch liegt (für die Pausen natürlich)?

Gruß
Roland
(könnte auch Interesse an ferngesteuerten Flugzeugen bekommen ...)

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 20. Juli 2005, 19:38

Hallo Volker,

das passiert mir so eher nicht. Es gibt zwar schon mal erstaunte Reaktionen. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass mir nur weitläufig Bekannte mir das Hobby "Spielen" wohl nicht zutrauen. Wenn ich gefragt werde, warum ich denn gerade dieses Hobby habe, dann begründe ich das damit, dass ich zur Entspannung bewusst einen deutlichen Gegensatz zum Beruf suche und trotzdem beim Spielen Denken nicht verboten ist. Wird dann doch mal "schräg" geguckt, macht mir das nichts aus, denn das ist bei meinem anderen Hobby ("Sticken" -machen ja nicht sooo viele Männer) viel schlimmer.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Klaus Knechtskern
Kennerspieler
Beiträge: 1660

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Klaus Knechtskern » 20. Juli 2005, 19:53

In diesem Fall zeige ich der Person einfach ein paar von den etwas umfangreicheren Spielen meiner Sammlung. So ab 1000 oder mehr Counter wird das "kindisch" dann eher durch verrückt ersetzt ;-)

Mal schaun wie das ist wenn ich das neue War in the Pacific in den Händen halte... (9000 Counter *lol*)

Klaus

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Steffen S:

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Steffen S: » 20. Juli 2005, 19:53

Deja vu, deja vu,

leider nur allzu gut. Neben der ganz sicher vorhandenen Unkenntnis auch der Tatsache geschuldet, dass sich "Spiele" in den Läden (Müller & Co.) meist irgwndwo zwischen Barbypuppen und Babyspielzeug finden.

Befriedigende Gegenargumente sind schwierig, wie fast gegen alle Vorurteile, die das Weltbild des Vorverurteilers ins Wanken bringen - niemand mag offensichtlich EInwände gegen die Form von Außendarstellung, die er sich in seinem Inneren zurechtgezimmert hat. Oft finde ich mich bei Aussagen wieder wie "ich besitze zahlreiche Spiele mit Altersangabe "ab 14". Das bedeutet: Das Spiel ist erst ab 14 SPIELBAR, es ist mathematisch und inhaltlich also so anspruchsvoll, dass erst der Wissensstand eines 14jährigen dazu ausreicht, es überhaupt anzugehen. Zeige mir eine Fernsehsendung, für die das (verständnistechnisch) gilt. Gilt es für Fußball? Gilt es für "Wetten dass"? SInd Fußbal und Wetten dass also "kindisch"?"

Manchmal zieht das Argument, häufiger ist aber die passende Reaktion zur obigen Grundeinstellung: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und selbst wenn man mir gegenüber dann mangels patenter Gegenargumente schweigt - sobald der nächste Gleichgesinnte am Horizont erscheint, werden die Köpfe zusammengesteckt und es heißt in trauter Einigkeit wieder "Kinderkram".

Wahrscheinlich lässt sich das nur durch praktisches Spiel ändern. Noch wahrscheinlicher ist, dass wir mit dem Klischee leben müssen.

Grüße,
Steffen

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Friedemann Friese

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Friedemann Friese » 20. Juli 2005, 20:01

Spielen als Beruf ist da noch schlimmer:

"Kann man davon leben?!"
"Und womit verdienst Du Dein Geld?"
(...)

Aber das Schlimmste ist, daß sowas dann auch teilweise noch aus der Szene kommt...

Gruß

friedemann
Spieleautor (Beruf)

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maura

funkflugzeuge? - Kindisches Hobby!

Beitragvon maura » 20. Juli 2005, 20:45



> Roland
> (könnte auch Interesse an ferngesteuerten Flugzeugen bekommen
> ...

oh, ein ferngesteuertes flugzeug. das will ich auch.
hatte mich sogar mal erkundigt. ging so bei 1300,- dm los, dann aber mit einfahrbaren fahrwerk und 4takt motor...
dummerweise sagte der verkäufer, das man erstmal mit elektroseglern anfangen sollte und ein jahr üben solle. was soll ich mit einem elektrosegler?
ich will krach machen...
naja, hab mir dann keins gekauft, aber irgendwann...........

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Gregor Breckle
Kennerspieler
Beiträge: 648

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Gregor Breckle » 20. Juli 2005, 22:31

Hallo,

ich frage dann immer, ob es so viel erwachsener ist, wenn 22 Mann in kurzen Hosen einer Lederkugel hinterherrennen und sich dabei manchmal so die Beine abgrätschen, dass das Gesundheitssystem davon belastet wird (auch wenn ich dabei wohl zugeben muss, dass man hiermit im Regelfall mehr Geld verdienen kann als mit Pöppel schieben).

Viele Grüße

Gregor (hat beruflich auch eine Affinität zu erstgenannter Tätigkeit, wenngleich er nur die zweite davon als Hobby bezeichnen würde)

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Hartmut

RE: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Hartmut » 20. Juli 2005, 22:36

...und noch ein Anekdötchen aus der beruflichen Bewerbungsphase eines Informatikers. Wenn's auch schon lange her ist, so dürften sich dies auch heute noch so zutragen. Mein Tipp: verschweigt das Hobby besser!

Da sieht der spielerisch ungeschulte Personaler also die Fakten: Berufsfeld Computer und Hobby Gesellschaftsspiele.

Sein beliebter Trugschluss: "Soso, der spielt den ganzen Tag bei der Arbeit." und schon ist man unten durch.

Auf die tatsächliche Gemeinsamkeit beider Felder, nämlich "Spaß am Denken / kreativer Problemlöser" kommen dann doch die wenigsten :-( Wäre er selber kreativ genug, hätte er ja auch nicht Personaler werden müssen ;-)

Hartmut

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 21. Juli 2005, 01:15

Friedemann Friese schrieb:
>
> Spielen als Beruf ist da noch schlimmer:
>
> "Kann man davon leben?!"
> "Und womit verdienst Du Dein Geld?"
>
> Aber das Schlimmste ist, daß sowas dann auch teilweise noch
> aus der Szene kommt...

Aber er soll auch Leute geben, die nebenbei noch anderen Einnahmequellen haben (z.B. DJ oder so) und sich so nicht zu sehr dem Hungertuch nähern, um daran zu nagen. Trotz allem ist es auch für mich immer wieder erstaunlich, daß ein gutes Spiel mich ein Jahr ernähren können könnte...

Gruß Carsten (der gerne aus dem Rahmen fällt und sich dann auch problemlos in die Schublade "Kindisches Hobby" stecken lässt)

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

RE: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Arne Hoffmann » 21. Juli 2005, 08:15

Moin Hartmut!

Hartmut schrieb:
>
> ...und noch ein Anekdötchen aus der beruflichen
> Bewerbungsphase eines Informatikers. Wenn's auch schon lange
> her ist, so dürften sich dies auch heute noch so zutragen.
> Mein Tipp: verschweigt das Hobby besser!

> Da sieht der spielerisch ungeschulte Personaler also die
> Fakten: Berufsfeld Computer und Hobby Gesellschaftsspiele.

Deshalb hatte ich das damals bei mir unter "Taktik- und Strategiespiele" im Lebenslauf geführt - das lenkt dann schon mehr in Richtung "Spaß am Denken/ kreativer Ideenlöser" und ist in meinen Bewerbungsgesprächen nie negativ aufgefasst worden.

Schöne Grüße

- Arne -

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Martin

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Martin » 21. Juli 2005, 09:17

Ich verschweige dieses Hobby auch immer bei Vorstellungsgesprächen, da vor allem Chefs, die in der Regel Workaholics sind, dafür absolut null Verständnis haben.
Interessant sind die Feste meiner Familie zu sehen. In meiner Familie hat Spielen Tradition, so daß meine Mutter, meine drei Geschwister und ich eigentlich bei jeder Feier irgendwann ein Spiel hervorholen. Natürlich sind meine Nichte und Neffen auch schon zu gewieften Spielern erzogen worden, so daß wir oft gleich zwei Runden parallel spielen.
Dagegen aber die gerümpften Nasen der "Angeheirateten", die aus Nichtspieler-Familien kommen und dem nichts abgewinnen können. Dies betrifft meine Frau und meine Schwägerin, die interessanterweise deshalb nicht mitspielen wollen, weil sie nicht verlieren können (das geben sie auch offen so zu). Bei meiner Schwägerin hat das Nichtspielen eben Tradition, und sie weiß einfach nicht genug über Spielen. Meine Frau hat ihre Mutter als Kind immer gewinnen lassen, deshalb ist sie etwas "verzogen".
Ich bin im übrigen öfter in Polen unterwegs (meine Frau stammt daher), und dort sind Brettspiele nahezu völlig unbekannt. Man kann in den Läden nur dasselbe Zeug kaufen, was es hier schon in den 70ern und 80ern gab - amerikanische Standardware wie Monopoly, Tabu, Mastermind etc. Von dem Boom, der in Deutschland seit 10 Jahren herrscht, haben die dort absolut nichts mitbekommen, und es gibt auch in den wenigen polnischen Online-Shops höchstens mal ein vereinzeltes Puerto Rico oder Carcassonne. Als einziges Spiel, das auf Polnisch übersetzt wurde, habe ich die Siedler von Catan gesehen.
Wenn man also einem erwachsenen Polen etwas von Brettspielen erzählt, fragt er "Brettspiele? Du meinst jetzt für Kinder, oder?"
Immerhin wird unser polnisches Au-pair Mädchen gerade vernünftig erzogen. Am ersten Tag faßte sie sich beim Anblick meiner Spielesammlung entsetzt an den Kopf, nach einer Runde Niagara und Sunda to Sahul fragt sie jetzt aber schon jeden Abend, ob wir nicht was spielen wollen...

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Droegi » 21. Juli 2005, 09:25

Sticken ist schon wirklich außergewöhnlich ;-)

Da wo ich her komme (also da wo ich nicht mehr hin will) gibt es einen riesen Haufen von diesen Leuten, die dumme Gesichter und Sprüche machen. Auf der Geburtstagsfeier meines Bruders waren es auch die Leute, die ihren fetten Arsch nicht mehr aus den Stühlen bekommen haben, um einmal das Tanzbein zu schwingen. Die Tanzfläche war von den Personen belegt, die nicht aus dem Dorf kamen.
Denen erzähle ich auch garnichts von meinen Hobbys. Sie würden mich aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit als gescheitert abstempeln. Neben Spielen ist bei mir noch Singen in einem Chor (was genauso blöde Fragen nach sich zieht, aber nicht als kindisch angesehen wird) angesagt. Innerhalb dieser beiden Gruppen klappt die Darstellung des anderen Hobbys aber sehr gut.

Schöne Grüße
Droegi

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Marcel-André Casasola Merkle

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Marcel-André Casasola Merkle » 21. Juli 2005, 11:11

Hallo,

> Aber er soll auch Leute geben, die nebenbei noch anderen
> Einnahmequellen haben (z.B. DJ oder so)

Ja, einige Spieleautoren haben neben ihrem Hauptberuf auch noch das ein oder andere Hobby. Lustig finde ich, wenn solche Nebentätigkeiten in den Medien dann zur eigentlichen Haupteinnahmequelle aufgeblasen werden, weil sich kein Journalist vorstellen kann, dass man vom Spieleerfinden leben kann (oder Leben können sollte).

Wahrscheinlich muss man den Leuten erst mal vermitteln, dass die deutsche Spielelandschaft die Branche weltweit kulturell prägt. Hej, wir können stolz auf unsere Brettspielkultur sein. Ich hoffe, das entwickelt sich hier nicht parallel zum Spielfilm. Da war Deutschland auch mal vorne dabei…

Beste Grüße
Marcel-André

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Daniela

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Daniela » 21. Juli 2005, 11:28

Wie wär's mit diesem Zitat von Schiller:

"Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." - Friedrich Schiller (Über die ästhetische Erziehung des Menschen, 15. Brief)

Gruß

Daniela

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Gerald Rüscher

Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Gerald Rüscher » 21. Juli 2005, 11:51

VolkiDU schrieb:

> "Brett- u. Kartenspiele - das ist doch nur für Kinder!" -
> ".... das ist doch nichts für Erwachsene" - "Spiele? -
> Kindisches Hobby!"
>
> Kommen Euch diese Sätze bekannt vor? Wie sieht dann Eure
> Argumentation aus?

Ich argumentiere in solchen Fällen erstmal gar nicht, sondern drehe den Spieß einfach um:
Wenn mir jemand einen der o.g. Sätze vorsetzt, frage ich, warum er denn der Meinung ist, dass das so sei. Und dann immer schön weiter bohren: was weisst du über Spiele, wie funktionieren sie, welche Typen gibt es usw. usf. Damit kann man dem Gegenüber erstmal die Luft ablassen weil er fast immer sehr schnell merkt, dass sein Horizont auf diesem Gebiet ziemlich begrenzt ist.

Je nachdem wie das Gespräch verläuft, kann man dann selber über die eigenen Lieblingsspiele erzählen, über die Runde in der man spielt etc. Oder - viel interessanter - man fragt weiter nach, wie denn nach Meinung des Gegenübers eine Freizeitbeschäftigung für Erwachsene auszusehen hat. Ist Bowling kein Spiel? Ist Billard kein Spiel? Liegt einem Schützenfestbesuch mehr Ernsthaftigkeit inne als einer Partie Bohnanza?

Generell: immer den anderen dazu bringen, die eigene Position zu erklären. Es ist erstaunlich, wie reflektiert und differenziert dann die Aussagen dann auf einmal werden.

Problematisch kann es allerdings werden, wenn man selbst ausser (Brett-)spielen keine anderen, wesentlichen Interessen hat. Es soll ja Leute geben, die außerhalb von Regellektüre, Spielkreisen und Turnieren keine weiteren sozialen Aktivitäten zeigen. Sowas wirkt auf Außenstehende natürlich immer etwas seltsam ("Spieler sind übergewichtig, Stubenhocker und müffeln unter den Armen")

Gruß & nice dice,
Jerry

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Arby

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Arby » 21. Juli 2005, 11:58

Tja... auch ich habe da vor kurzem wieder etwas vernommen, was mich mal wieder grübeln ließ...
Wir machen Postspiele in einem Zine und haben auch unsere eigene Homepage. Dabei möchte einer unserer "Macher" unter keinen Umständen im öffentlich zugänglichen Teil der Homepage namentlich auftauchen, weil er Angst hat, sein Arbeitgeber könnte auf diesem Wege Wind von seinem Hobby bekommen. Ich muss das akzeptieren, aber dennoch halte ich sowas schon für paranoisch...

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Arby

RE: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Arby » 21. Juli 2005, 12:08

Arne Hoffmann schrieb:

> Deshalb hatte ich das damals bei mir unter "Taktik- und
> Strategiespiele" im Lebenslauf geführt

Kann aber auch in Richtung "Soso, der zockt den ganzen Tag Counterstrike" missverstanden werden ;-)

Ralf "Arby" Brostedt

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Rainer

Re: funkflugzeuge? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Rainer » 21. Juli 2005, 12:19

Lidl 35 Euro

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Droegi » 21. Juli 2005, 12:38

Ich hatte mal ein nettes Erlebnis. Im Skiurlaub mit Freunden und deren Freunden (wir waren zu fünft) hatte ich eines Abends mal gefragt, ob wir etwas spielen wollten (ich hatte 6 nimmt dabei). Als Reaktion erntete ich von einem Freund eines Freundes lautes arrogantes Gelächter. Mir fielen nicht sehr viele Gegenargumente ein. Wir wurden auch nicht so richtig "warm" miteinander. Naja, "spielen tun ja nur Kinder" und er war doch so erwachsen.

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Rainer Fieseler

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Rainer Fieseler » 21. Juli 2005, 12:49

Hi,
na da hab ich's ja gut! Mein Chef ist Rollenspieler und ein anderer höher gestellter Kollege spielt so oft er kann Tabletops, so dass mir von den Seiten schon Verständniss entgegen gebracht wird - auch wenn unseren spielerischen Schwerpunkte halt etwas anders gelagert sind.
Aber es ist schon bezeichend: Als wir mal auf einem Kommunikationsseminar unseres Hobbies nennen sollte, kam von dort ein "Ich bin bekennender Spieler!" und es hörte sich fast trotzig an. Offenbar hatte er auch schon schlechte Erfahrungen gemacht.

gruß rainer

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Marten Holst » 21. Juli 2005, 13:05

Moin,

> Ich argumentiere in solchen Fällen erstmal gar nicht,
> sondern drehe den Spieß einfach um:
> Wenn mir jemand einen der o.g. Sätze vorsetzt, frage ich,
> warum er denn der Meinung ist, dass das so sei. Und dann
> immer schön weiter bohren: was weisst du über Spiele, wie
> funktionieren sie, welche Typen gibt es usw. usf. Damit
> kann man dem Gegenüber erstmal die Luft ablassen weil er
> fast immer sehr schnell merkt, dass sein Horizont auf
> diesem Gebiet ziemlich begrenzt ist.

wobei die Taktik zwar rhetorisch funktioniert - aber nicht wirklich überzeugend ist. In Gebieten, in denen ich mich "nicht wirklich auskenne", kann mir ein nur halbwegs versierter immer das Fell über die Ohren ziehen, selbst wenn er den größten Blödsinn verzapft. So funktioniert 90% der Öffentlichkeitsdarstellung von Esoterik :-)

> Oder - viel interessanter - man
> fragt weiter nach, wie denn nach Meinung des Gegenübers
> eine Freizeitbeschäftigung für Erwachsene auszusehen hat.
> Ist Bowling kein Spiel? Ist Billard kein Spiel? Liegt
> einem Schützenfestbesuch mehr Ernsthaftigkeit inne als
> einer Partie Bohnanza?

Das wiederum gefällt mir. Ich habe ja mit meinen momentanen Haupthobbies allgemein sämtliche Klischeevorurteile glaube ich inzwischen gehört:

Brettspielen - Kindisch, albern, "tut man nicht"
Schach spielen - trocken, mathematisch, der Typ hat keinen Spaß am leben (die beiden auch gerne so vom selben Gegenüber)
Tanzen - schwul, kein "richtiger Mann" (ja, kommt genau so.)
Fußball - Prolet, Dummbratz, kann nicht bis 3 zählen.

Wenn man das jetzt alles zusammn fügt, kommt da wiederum so was interessantes bei raus, dass man es fast gerne wäre :-)

Das Umfeld, bei dem ich am meisten "Probleme" damit habe, ist allerdings der Kollegen- und Freundeskreis einer Exfreundin. Die lehnen eh jegliche "organisierte" Freizeitbeschäftigung ab (organisiert ist alles obige... wieso auch immer) und - jetzt kommen meine aus ihren Beschreibungen gebildeten Klischees - sitzen jeden Abend Cocktail trinkend vor dem DVD-Spieler, der trotz des Namens wirklich nicht mehr viel mit unserem Hobby zu tun hat.

> Problematisch kann es allerdings werden, wenn man selbst
> ausser (Brett-)spielen keine anderen, wesentlichen
> Interessen hat. Es soll ja Leute geben, die außerhalb von
> Regellektüre, Spielkreisen und Turnieren keine weiteren
> sozialen Aktivitäten zeigen. Sowas wirkt auf Außenstehende
> natürlich immer etwas seltsam ("Spieler sind übergewichtig,
> Stubenhocker und müffeln unter den Armen")

Und - auch das sollte man mal sagen - diverse solcher Vorurteile tragen in der Hinsicht einen Keim an Wahrheit in sich, dass es die jeweiligen Typen auch gibt. Meist wohl auch häufiger im Bevölkerungsschnitt. Wenn man Fotos von Spielertreffen (oder in meinem Fall auch gerne Schachturnieren) sieht, findet man doch eine auffällig hohe Zahl an Leuten, die nett, sympathisch und was weiß ich noch alles sein mögen, aber nicht unbedingt Werbung für ihr Hobby laufen.

Tschüß
Marten

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Droegi
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Beiträge: 515

RE: Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Droegi » 21. Juli 2005, 13:15

Das Tanzvorurteil finde ich echt klasse. Was hast Du denn für einen (Ex)-Freudeskreis ? ;-)


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