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Komunikation - Herr der Ringe

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Tobias

Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Tobias » 6. November 2000, 20:19

Ich habe weiter unten in meinem persönlichen Bericht über Essen schon einmal zu dieser Frage gepostet, aber dort ist es offensichtlich verloren gegangen, in der zur Zeit herrschenden Postingwelle.
Eine Sache stört mich in der Spielanleitung von Herr der Ringe. In den Hinweisen auf Seite 6 findet sich: "Sie dürfen ihre Kartenhand ihren Mitspielern nicht zeigen, aber Sie dürfen darüber reden." Wenn ich über meine Handkarten reden darf, dann darf ich (eigentlich) auch sagen, was ich auf der Hand habe. Dann kann ich sie auch gleich zeigen. Vielleicht hat ja jemand von Euch eine geschickte Formulierung, die dieses Spielelement sinnvoll festlegt.
Fragen/Antworten wie: "Hat jemand 2 Versteck?" Pippin, Merry, Dick:" Ja, ich." "Gut dann Pippin, weil die anderen beiden so wenig Karten haben." sollten nicht vorkommen, schließlich verrät man den anderen damit seine Karten.
Mir schwebt da im Moment so etwas vor wie: Jeder, entscheidet sich verdeckt, ob er bei einer Kartenabgabe abgeben will, oder nicht (weil er nicht will oder kann).
Z.B. könnte dies so realisiert werden:
Ereignis: "Für Sprich, Freund, und tritt ein: Die Gruppe gibt 1 [Freundschaft] und 1 [Stern] Kartensymbol ab, sonst [Sauron]"
Jeder muß jetzt 2 Karten von seinen Handkarten verdeckt in die Mitte halten. Aufdecken. Der Erste in Spielreihenfolge nach dem Ringträger, der eine Freundschaftskarte hat, gibt diese ab; mit dem Stern genauso verfahren.
Mit diesem Verfahren kann einerseits verlangt werden, daß die Handkarten nicht ins Gerede kommen, andererseits wird aber taktischer Handlungsspielraum gelassen, da die Spieler durch das Aufdecken Infos über die Handkarten der anderen bekommen.
Tobias

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Thomas Rosanski

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Thomas Rosanski » 6. November 2000, 22:14

Ich glaube nicht, dass dein Vorschlag, alle sollen zwei Karten aussuchen und dann muss der erste, der die passenden Karten hat, diese auslegen, dem Spiel gerecht wird.
Mit "Sie dürfen ihre Kartenhand ihren Mitspielern nicht zeigen, aber Sie dürfen darüber reden" ist gemeint: Immer, wenn die gesamte Gruppe etwas abgeben muss, kann jeder Spieler selbst entscheiden, ob er seine "inneren Werte" preisgibt und sich opfert oder stur bleibt, und sich seine Karten für später aufbewahrt. Das ist so wie im richtigen Leben, manche geben sofort bereitwillig alles, andere schauen eben erstmal, ob nicht jemand anders weiterhelfen kann. Und vieleicht hat jemand mehr Weitblick und es ist sogar für die ganze Gruppe sinnvoll, dass er die Karten noch nicht abgibt.
Wenn alle Handkarten bekannt wären, würde m.E. auch schnell die Situation entstehen, dass der "Klügste" Spieler das ganze Spiel "beherscht". Es hat jeder jeder Spieler alle Informationen (er weisst nur nicht, welche Schicksalskarte als nächstes kommt, und wie der Würfel fällt). So aber ist jeder Spieler auch auf die anderen Spieler angewiesen.

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hippie

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon hippie » 7. November 2000, 15:12

Ich schließe mich voll und ganz deiner Meinung an. Jeder, der schon einmal Rollenspiel gespielt hat, kennt diese Situation: gebe ich bislang ungenutzte Zaubersprüche, Heiltränke etc. frei oder hebe sie für einen anderen Zeitpunkt auf. Ich denke, daß so ähnlich auch bei der Herr der Ringe verfahren werden sollte und dies im Sinne von Knizia ist.

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Tobias

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Tobias » 7. November 2000, 23:45

Ich verstehe, was Du meinst; und auch die Rollenspielelemente von "hippi" kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen.
Genau so wünsche ich mir dieses Spiel auch, aber trotzdem ist mir das zu schwammig.
Das, was Du als "Er kann entscheiden, ob er seine inneren Werte preisgibt" bezeichnest, birgt für mich die Schwierigkeit: Wenn es mir (auch für die Gruppe)sinnvoll erscheint, dann darf ich den Inhalt meiner Hand mündlich preisgeben, weil ich über meine Handkarten reden darf, aber ich darf sie nicht zeigen.
Das ist doch widersinnig. Konkret: Was heißt "Ich darf über meine Karten reden" spieltechnisch?
Der Mechnismus, den ich angedacht hatte, bringt zwar Klarheit in diesem Punkt (es darf kein Wort über die Karten fallen, aber einige Karten werden trotzdem offenbart), ist aber nicht schön, noch wird er dem Thema gerecht.
So etwas in die Richtung: Es ist lediglich erlaubt, den anderen Mitspielern zu sagen, ob man bei einer anstehenden Abgabe die Karten aufbringen kann, oder nicht.
Aber selbst das würde die Kommunikation, die ich mir wünsche/vorstelle, abtöten, da fast alles verboten ist.
Tobias

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Thomas Rosanski

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Thomas Rosanski » 8. November 2000, 12:00

Hallo Tobias,
denk dir statt "man darf seine Handkarten nicht zeigen" einfach "man muss seine Handkarten nicht zeigen". Ich glaube, dass wird für dich dem Sinn der Regel gerechter, als lange Erklärungen. Die Formulierung mit "man darf nicht" ist nur etwas härter, damit auch "schwächere" Spieler sich nicht dazu "überreden" lassen, ihre Karten offen zu zeigen.
Ein weiterer Unterschied: Wenn ich dir sage, welche Karten ich habe, musst du dir das merken. Wenn ich die Karten offenlege, kannst du jederzeit draufschauen. Und da die Handkarten laut Spieleerklärer auf der Spiel'00 sowas wie die "inneren Werte" des Hobbits sind, ist das ja auch wirklichkeitsnäher: Kannst du, wenn du einen Menschen anschaust, sehen, was er gut kann und was nicht? Du siehst vieleicht, wie viele Schilde er in der Hand (Rucksack oder wo auch immer die Hobbits alle ihre Schilde beim Reisen aufbewahren) hat, aber seine Stärken und Schwächen erfährst du nur in einem Gespräch. Und dieses Gespräch kann ehrlich sein, muss es aber nicht ("Ich verrate dir doch jetzt nocht nicht, dass ich drei Joker habe, die setzte ich später in Mordor ein").
Die "Karten nicht zeigen"-Regel ist natürlich um so wichtiger, wenn man das konkurrierende Spiel spielt. Dabei gewinnt entweder derjenige, der nach der Zerstörung des Ringes noch die meisten Schilde hat (die Schilde werden dabei verdeckt gehalten, hier kommt wohl der Rucksack zum Einsatz). Oder aber es gewinnt der Ringträger, wenn er mit drei oder mehr Ringen auf Sauron stößt.

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Tobias

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Tobias » 8. November 2000, 17:36

Das hat mich überzeugt.
Der Spieleerklärer für meine Runde hat die inneren Werte nicht erwähnt, stattdessen etliche Regelfehler erzeugt.
Abends in der Jugendherberge habe ich das festgestellt, aber schließlich hatten die ja auch viel zu tun.
Ich denke dieses Wochenende wird Sauron dran glauben müssen (2. Partie geplant)
Tobias

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Tobias

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Tobias » 8. November 2000, 20:40

Ich habe mir gerade Deine Beschreibung auf Deiner Site angesehen.
Gelungen, aber wer ist Salom?
Tobias

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Thomas Rosanski

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Thomas Rosanski » 8. November 2000, 22:47

Hallo Tobias,
ich meinte Sauron, nicht Salom. Wie du gemerkt hast, ich habe die Tolkien-Triologie nicht gelesen (nur vor langer Zeit mal "Der kleine Hobbit"). Den Fehler habe ich eigentlich schon kurz danach gemerkt, nur irgendwie doch die alte Datei ins Netz gestellt. Werde ich jetzt gleich mal ändern. Danke für den Hinweis.

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

re: Komunikation - Herr der Ringe

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 14. November 2000, 17:23

> In den Hinweisen auf Seite 6 findet sich:
> "Sie dürfen ihre Kartenhand ihren Mitspielern nicht
> zeigen, aber Sie dürfen darüber reden."
> Wenn ich über meine Handkarten reden darf, dann
> darf ich (eigentlich) auch sagen, was ich auf der
> Hand habe. Dann kann ich sie auch gleich zeigen.
> Vielleicht hat ja jemand von Euch eine geschickte
> Formulierung, die dieses Spielelement sinnvoll
> festlegt.
Ich würde es so formulieren: Niemand darf gezwungen werden seine Karten zu zeigen. Es ist halt wie im echten Leben: Natürlich darf man über ALLES reden, was einem in solcher Situation zum Überleben hilft (= Karten nennen) ... und das ist in jedermanns/fraus Interesse. Andererseits kann Dir niemand wirklich ins Herz oder das Hirn gucken (= in die Karten sehen.) Gerade wenn Erstspieler dabei sind, wird es unumgänglich sein, sich wirklich über alles zu unterhalten und den Einsatz der Karten taktisch zu planen, will man überleben.
Roland
(der Herr der Ringe schon einmal überlebt hat - bei Saurons Startplatz 15 - und mindestens 5 mal kalt erwischt wurde ...)


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