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Supremacy - wie isses?

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peer

Supremacy - wie isses?

Beitragvon peer » 6. Dezember 2000, 16:00

Hi,
ich habe ein Angebot bekommen, Supremacy für 40 DM zu kaufen (gebraucht). Sollte man (bzw. ich) da zuschlagen?
Wie stehts mit Spieldauer, Glücksfaktor, Spielspass?
freu mich auf euere Antworten (so sie denn kommen :-)
ciao,
Peer (der sich gerne prügelt)

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beat

re: Supremacy - wie isses?

Beitragvon beat » 6. Dezember 2000, 17:42

hallo
ja, die antworten kommen: supremacy ist schon etwas ein fall für sich. neben dem grundspiel gibt's ja noch zahlreiche erweiterungen. das spiel 'krankt' für mich an zwei problemen:
1. ethik: in supremacy wird der gegner schonungslos mit atombomben eingedeckt. für mich ist dies kein grosses problem, ich habe aber nun schon mehrmals erlebt, dass mitspieler diesen aspekt des spiels als sehr negativ empfanden (und ich spiele wahrlich nicht mit sozialen wir-wollen-alle-zusammen-gewinnen-idealisten!)
2. spielmechanismus:
auch wenn man die ethikfrage mal beiseite lässt kommt supremacy bei mir nicht besonders gut weg. eigentlich handelt es sich dabei um ein ziemlich aufgeblasenes risiko (also ein würfelspiel), das dem spieler vorgaukelt strategische entscheidungen treffen zu können. da bleibe ich doch gleich lieber bei risiko selbst: es ist einfacher zu spielen und genau gleich glücksabhängig.
du siehst: meine begeisterung hält sich in sehr engen grenzen.
gut wurf
beat

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Stefan-spielbox

re: Supremacy - wie isses? Gut!!

Beitragvon Stefan-spielbox » 7. Dezember 2000, 17:12

Ich finde Supremacy gar nicht mal so schlecht. Im Gegenteil, ich finde es sogar richtig gut. Deshalb möchte ich mich mal an die Kritikpunkte meines Vorredners wenden und versuchen sie zu entkräften:
1. Wer den Gegner schonungslos mit A-Bomben eindeckt ist auf dem besten Weg das Spiel zu verlieren. Natürlich ist eine Waffe mit einem solchen Offensivpotential schon sehr gut geeignet, einen Gegner empfindlich zu treffen. Allerdings darf man die "Nuclear Winter"-Regel dabei nicht vergessen. Die besagt nämlich, daß nach der 12. Atomexplosion ALLE das Spiel verlieren. Also müssen sich die Spieler schon darüber bewußt sein, ob sich der Abwurf einer A-Bombe "lohnt". Ich habe Spiele erlebt, in denen es nach Abwurf der 11. Bombe noch mal so richtig rund ging und plötzlich völlig andere Taktiken angesagt waren und man seine strategische Ausrichtung neu überdenken mußte.
2. Da man in einer Runde nur begrenzt Aktionen durchführen darf, ist ein strategischer Plan oder wenigstens eine grobe Vorstellung über das persönliche Ziel nötig. Einfach drauf los spielen und mal hiermal dort ein Land erobern bringt nicht viel und kostet nur wertvolle Rohstoffe. Die vielen Erweiterungen (über ein Dutzend) lassen das Spiel nach eigenen Vorstellungen ausbauen und erhöhen damit die Vielfältigkeit der möglichen Wege zum Sieg. Natürlich sind die Schlachten stark glücksabhängig, aber es gibt andere Wege einen Gegner zu schwächen oder zu schlagen (Stichwort. Finanzen, Bündnisse etc.).
Fazit: Die Meinungen zu Supremacy gehen weit auseinander. Entweder man findet es gut oder mag es überhaupt nicht. Im Endeffekt ist es tatsächlich eine aufgeblasene Risiko-Variante. Es bietet aber sehr,sehr viel mehr als einfaches Verschieben von Armeen und Schlachten mit Würfeln auszutragen.
Ein Handelsvertrag hier, eine Waffenbrüderschaft dort, eine Prise "Kalter Krieg" und eine Messerspitze Bündnisbruch: Fertig ist das Rezept für eine gute Partie SUPREMACY!

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beat

re: Supremacy - wie isses? Gut!!

Beitragvon beat » 7. Dezember 2000, 18:40

>>Allerdings darf man die "Nuclear Winter"-Regel dabei nicht vergessen. Die besagt nämlich, daß nach der 12. Atomexplosion ALLE das Spiel verlieren. <<
Hab ich nicht vergessen stefan. mir persönlich gefällt die regelung mit den atombomben sogar. wie du schon gesagt hast: wird zuviel gebombt sind alle raus. was lernen wir: der einsatz von atombomben lohnt sich nicht. nur habe ich es leider immer wieder erlebt, dass einige meiner mitspieler über ein spiel mit a-bomben die nase rümpften (passierte mir übrigens auch mit nuclear war, einem anderen a-bomben spiel).
deshalb denke ich, dass man sich dieses problems bewusst sein muss, wenn man ein solches spiel auf den tisch bringt.
>> Da man in einer Runde nur begrenzt Aktionen durchführen darf, ist ein strategischer Plan oder wenigstens eine grobe Vorstellung über das persönliche Ziel nötig.<<
denke ich nicht. wie willst du in einem so glücksabhängigen spiel eine strategische planung durchführen? klar, eine grobe zielvorstellung muss sein, aber in diesem spiel wird ja sogar ausgewürfelt wer in einer spielphase als erster kaufen, bewegen, kämpfen usw. darf! was mache ich wenn ich pech habe, und sehr oft als letzter drankomme? eine einmal geplante strategie wird meiner meinung nach permanent durch würfelglück über den haufen geschmissen!
>>Die vielen Erweiterungen (über ein Dutzend) lassen das Spiel nach eigenen Vorstellungen ausbauen und erhöhen damit die Vielfältigkeit der möglichen Wege zum Sieg.<<
stimmt für mich so auch nicht. die ausbausets verkomplizieren eigentlich nur das würfeln. ob ich nun zusätzlich noch neutronenbomben oder mehrfachsprengköpfe einsetzen kann, macht für mich keinen grossen unterschied: der spielmechanismus ist auf würfeln aufgebaut. ein solches spiel gefällt mir als leichte kost und funspiel für zwischendurch auch sehr gut; ich ziehe dann aber ein spiel mit einfacheren regeln (eben risiko) vor. will ich etwas anspruchsvolleres spielen, so stört mich dann halt der glücksfaktor und ich nehme lieber spiele wie stellar conquest, advanced civilization oder meinetwegen auch ein lords of zargos (alte version!) hervor.
aber klar: die geschmäcker sind verschieden und ich kenne auch einige leute, die an supremacy spass haben. an einen von denen bin ich dann mein exemplar auch losgeworden.
gut wurf
beat

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Stefan-spielbox

re: Supremacy - wie isses? Gut!!

Beitragvon Stefan-spielbox » 7. Dezember 2000, 22:17

<nur habe ich es leider immer wieder erlebt, dass einige meiner mitspieler über ein spiel mit a-bomben die nase rümpften>
Damit muß man eben klarkommen oder nicht. Mir persönlich ist es egal und sehe keinen Unterschied darin, ob sich jemanden mit einer Keule oder einer A-Bombe bekämpft.
<aber in diesem spiel wird ja sogar ausgewürfelt wer in einer spielphase als erster kaufen, bewegen, kämpfen usw. darf!>
Na ja, man kann pro Runde nur drei von sieben Aktionen durchführen, d.h. die Spieler verteilen sich schon mal auf diese Phasen. Sollten dann mehrere Spieler gleichzeitig z.B. angreifen wollen, so kommt erst dann der Würfel zur Ermittlung der Reihenfolge ins Spiel. Da aber nun höchst selten ALLE die gleiche Aktion ausführen wollen, relativiert sich das ganze wieder etwas. Hinzu kommt, daß man nicht sofort z.B. ALLE Bewegungen oder Käufe/Verkäufe ausführen muß, sondern erst mal abwarten kann wie die anderen Beteiligten dieser Phase sich verhalten um dann nochmal später darauf reagieren zu können (zuerst zu ziehen ist manchmal eher von Nachteil als von Vorteil). Außerdem ist z.B. in der Phase "Ressourcen an andere Spieler verkaufen" die Reihenfolge völlig uninteressant.
<ein solches spiel gefällt mir als leichte kost und funspiel für zwischendurch auch sehr gut; ich ziehe dann aber ein spiel mit einfacheren regeln (eben risiko) vor.>
Die Regeln zu Supremacy sind nun wirklich nicht sehr schwierig (wenn man nicht gerade alle Erweiterungen gleichzeitig benutzt) und durchaus mit Risiko zu vergleichen. Supremacy ist kein "anspruchvolles" Spiel und wenn wir schon den Vergleich zu Risiko haben, ist hier das Würfeln nicht noch schlimmer? Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß sich in einem Spiel in dem SEHR VIEL gewürfelt wird, das Würfelglück oder -pech schnell wieder ausgleicht (z.B. Formula Dé oder ASL).
<aber klar: die geschmäcker sind verschieden>
Siehst Du?? Doch noch ein Punkt gefunden, in dem wir absolut einer Meinung sind :)
Stefan


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