Beitragvon Ulrich Roth » 6. November 2001, 02:13
Hallo Günter,
> d.h., du hast daraus wieder die originalen 6/2-Teile gemacht
> (sonst hättest du ja das gleiche Problem).
Genau; ich habe jetzt zwei identische Sätze von je 16 6/2-Teilen plus 8 verschiedene 5/3-Startplättchen.
> Freut mich, dass du die Teile brauchen konntest,obwohl du
> mich nun zum Komplizen einer Urheberrechtsverletzung gemacht
> hast (oder war ich das schon selbst?).
Theoretisch wohl ja, aber du hast ja die Grafiken netterweise zur Verfügung gestellt, damit auch andere Toscana-Spieler ihr _gekauftes_ Exemplar "heilen" können. Ich glaube nicht, dass es noch viele Verrückte gibt, die sich daraus gleich das ganze Spiel basteln.
> Mir wäre das zu viel Aufwand, alle 32 Teile neu zu machen,
> wenn man sie auch kaufen kann.
Eben. Ich war mit Grafikprogramm, Klebefolien und Schere schon ein paar Stunden zugange (dafür gibt es ja die Feiertage wie Allerheiligen), und einen vernünftigen Stundenlohn habe ich so natürlich nicht erarbeitet.
> Ich finde es aber schon ok, wenn man Spiele für den
> Eigenbedarf nachbaut. Entweder man hat sehr wenig Geld, oder
> man macht ein besonders schönes Spiel oder man bastelt
> einfach gerne.
Geld sparen kann man so nicht. Bastelmaterial und Druckertinte sind nicht gerade billig, und meine Zeit ist sowieso unbezahlbar.
Mir ging es einfach darum, ein materiell astreines Spiel zu haben, wo ich mich nicht jedesmal über den Pfusch mit den nachträglich beklebten Blankoplättchen (und die Tatsache, dass dieser überhaupt nötig wurde) ärgern muss. Die Ästhetik ist mir beim Spielen ungemein wichtig, und da mache ich ungern Kompromisse, wenn es sich vermeiden lässt.
> Ich habe das Spiel gerade verliehen und kann deshalb nicht
> nachschauen. Vielleicht gibt es einen Fehler, vielleicht ist
> auch nur gemeint, dass die Sätze eben nicht identisch sind
> sondern bei dem einen Hofteile bei dem anderen Dachteile
> überwiegen.
Wenn letzteres gemeint sein sollte, wäre die Formulierung "fast identisch" unglücklich, da irreführend. Ich wäre dir dankbar, wenn du das nach Rückerhalt deines Spiels mal überprüfen könntest; ich bin jetzt neugierig geworden...
> Es war auf der Seite gerade Platz für 3x3 Teile. da habe ich
> ein wenig rumprobiert und mich dann erst beim Ausschneiden
> für 8 Teile entschieden.
Dachte ich mir. Kandidat für's Weglassen ist m.E. eines der beiden spiegelverkehrten Teile, da sie, auf das Gesamtspiel bezogen (in dem ja sämtliche spiegelbaren Teile doppelt vorkommen), absolut identisch sind.
> Ich finde Toscana weder besonders originell, noch ist es
> irgendwie anspruchsvoll,
So ganz ohne ist es aber nicht - vor allem, wenn man eine Serie spielt und die Ergebnisse zusammenzählt. Es gibt zwar den Faktor Plättchen-Glück/Pech, aber auf lange Sicht geht es darum, diesen optimal zu administrieren. Der Spielverlauf enthält auch viele Dilemma-Situationen, etwa wenn man vor der Entscheidung steht, ein eigenes Gebiet trotz absehbarer knapper Niederlage weiter zu betreiben, oder es aufzugeben, mit der Idee, das des Gegners abzuwürgen um dann vielleicht noch Zeit (und Platz) zu haben, dieses zu überbieten. Ob man solche Risiken eingeht, hängt nicht zuletzt von der Zählweise ab (zählen einzig die erzielten Punkte, oder vorrangig die Siege?).
> Ich habe auch schon andere Spielverläufe gehabt, bei dem sich
> die Gebiete der Spieler mehr ineinander verhaken und nicht so
> große gebiete entstehen.
Richtig, das kam bei uns mittlerweile auch mehrmals vor. Diese Varietät ist auch eine Stärke des Spiels.
Schöne Grüße
Ulrich