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Colony-gespielt

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Udo G.

Colony-gespielt

Beitragvon Udo G. » 28. November 2001, 14:35

Hallo Ihr Europäer da draussen,

letztes Wochenende haben wir den Teck-Con genutzt, Colony zu spielen. In voller Besetzung (sechs) haben wir dann etwa 9 Stunden (incl. Essen etc.) damit zugebracht, die bank mehrfach zu sprengen.
Da wir das Spiel in Stuttgart schon mal angespielt hatten, und uns das Glückselement mit dem Kartenziehen zu extrem vorkam, haben wir mit folgender Regeländerung gespielt:

Am Anfang der Runde, wenn jeder seine Aktionskarte(n) verdeckt gespielt hat, bekommt jeder eine Ereigniskarte, die er durchliest und dann an einen anderen Spieler weitergibt, der die Karte nicht anschauen darf. Außerdem: Jeder nur eine Karte..:-) Gespielt wird die Karte dann gemäß der Regel am Ende des Zuges.

Mit dieser Regelung haben wir es geschafft, daß der zweite und fünfte Spieler gerade mal ca. 20 Kupferstücke auseinander lagen, bei insgesamt etwa 280. Die Anzahl der Kolonien, die die Spieler kontrollierten, lag (während des ganzen Spieles relativ konstant) bei zwei bis fünf (und davon war das Endergebnis nicht abhängig). Es gab am Schluß genau eine Demokratie, die vor der Entlassung in die Freiheit keine Rohstofffelder enthielt.

Wir hatten öfter Diskussionen über die Auslegung der Spielregel, denn diese ist zwar sehr stimmungsvoll, dafür nicht immer eindeutig, formuliert. Einige Probleme betrafen die Ereignis-Karten, die nicht einzeln erläutert sind (bei 24 x 6 Karten auch kein Wunder!).
Z. B. waren wir uns nicht sicher, ob bei einer Heirat die Kolonie mit dem einzigen Hafen gewählt werden kann (was für beide Spieler einschneidende Auswirkungen gehabt hätte, denn zurückerobern wäre erst zwei Jahrhunderte später möglich gewesen, und auch nur, wenn der Spieler sich einen neuen Hafen hätte kaufen können).
Auch die Kriegsführung /Aufstände waren nicht soo klar. Bei einem Aufstand hat das Land immer einen Würfel. Wenn eine Armee im Land steht, bringt diese drei (!) Würfel mit. Es können aber maximal drei Würfel verwendet werden. Warum hat die Armee dann nicht nur zwei Würfel?? (Auch mehrere Armeen bringen nichts, und es geht nur über eine Runde, und der Abbau ist auch vorgegeben).
Wenn ein Aufstand (der in der Ereignis-Karten-Phase des betroffenen Spielers abgehandelt wird), nicht niedergeschlagen wird, breitet er sich in ein angrenzendes Land aus. Wenn diese Kolonie den einzigen Hafen des Spielers, aber keine Armee, enthält (vielleicht war er ja noch gar nicht dran diese Runde), so bekommt dieser Spieler kein Einkommen, und hat es schwerer, die nötigen Truppen zu kaufen.

Aber nachdem wir uns geeinigt hatten, lief es ganz gut ...

Wir hatten bald alle Kolonien mit zwei oder drei Armeen bestückt, und die Kirchen verbreiteten sich auch, so daß die Rebellionen schnell kein Thema mehr waren und weiter fleissig kolonisiert werden konnte.

Unser Fazit: Warum haben wir unsere Kolonien aufgegeben? Mit ein paar Soldaten könnten wir sie viel besser ausbeuten...

So, das war ein erster Eindruck.

Grüßle,

Udo

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Frank S.

Re: Colony-gespielt

Beitragvon Frank S. » 2. Dezember 2001, 00:19

hallo Udo,

also ich habe es mal gespielt, da ich aber am gleichen tisch sass wie du, bin ich wohl nicht unbedingt die zielgruppe,
dennoch finde ich es Interessant, dass ein spiel einen didaktischen anspruch hat, mit dem ergebnis endet, dass man am besten aufstände niederschlägt, die kolonien behält, immer wieder mal die ureinwohner unterdrückt etc... nun klar es war anderes gedacht, aber ich kann mir nicht vorstellen wie man dieses spiel sonst gewinnen will, wobei schon die siegbestimung geld etwas merkwürdig ist .

eines muss man dem spiel lassen, ich habe selten ein spiel erlebt, bei dem ich so oft die regeln ausdisskutieren muss, somit hat es doch etwas was was man didaktisch nennen kann,... man muss sich oft einigen *gg*

hmm wohl nicht so ergiebig meine antwort auch egal, ich weis nur dass ich froh bin es mir nicht gekauft zu haben,.. ist irgendwie nicht mein fall

jedem das seine

gruss
Frank

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Achim

Re: Colony-gespielt

Beitragvon Achim » 2. Dezember 2001, 18:23

Hallo Frank,

ich habe das Spiel "Colony" nicht gespielt, der Spielablauf im Detail wurde mir auch nicht erklärt.
Ich wollte am Stand in Essen lediglich wissen, was unter dem Begriff "didaktisch" zu verstehen sei, und ob mahnend ein erhobener Zeigefinger über einem schwebe?
Mir wurde erklärt, (ich fasse etwas mit eigenen Worten zusammen) wer das Spiel wie die letzte Drecksau spiele, habe größte Chancen das Spiel zu gewinnen. Die Hoffnung der Spielautoren bestehe darin, dass die Mitspieler jetzt erkennen, wie weltpolitisch mit Kolonien umgegangen wird, und man am eigenen Verhalten die ethischen Fehler erkennen könne.

Dein Posting scheint diese Aussagen in ihrer Richtigkeit zu bestätigen.

Scheint ein interessantes Spiel zu sein, das ich hoffentlich demnächst einmal spielen werde.

mit ausbeuterischen Grüßen
Achim


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