Ihr liebt Brettspiele und könnt gar nicht genug davon bekommen? Dann führt im Oktober eigentlich kein Weg an Essen vorbei. Vom 22. bis 25. Oktober 2026 findet dort wieder die SPIEL Essen statt. Vier Tage lang könnt ihr neue Spiele ausprobieren, mit anderen Spielefans und Produzenten ins Gespräch kommen und natürlich jede Menge Neuheiten entdecken.
Und davon gibt es in diesem Jahr besonders viele. Die SPIEL wächst 2026 noch einmal und nutzt erstmals alle acht Hallen der Messe Essen. Auf 81.200 Quadratmetern erwarten euch fast 1.000 Aussteller aus mehr als 50 Ländern und weit über 1.500 Spiele-Neuheiten. Das ist der Wahnsinn!
Aber die SPIEL besteht längst nicht mehr nur aus neuen Brettspielen. Es gibt Turniere, Tabletop, Trading Card Games und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Besonders interessant finden wir in diesem Jahr die SPIEL.talks. Hier wird unter anderem darüber gesprochen, warum Spielen eine eigene wissenschaftliche Disziplin braucht, was Brettspiele in der Schule bewirken können, wie ein Spiel überhaupt entsteht und was analoge und digitale Spiele voneinander lernen können.
Die SPIEL Essen wird 2026 noch größer
Wer schon einmal auf der SPIEL war, weiß: Die Messe ist riesig. Nicht ohne Grund gibt es die SPIEL App, ein Tool in welchem du ganz einfach deinen Besuch auf der Messe planen kannst. Trotzdem kommt 2026 noch einmal mehr Platz dazu. Erstmals werden alle acht Hallen des Essener Messegeländes genutzt. Die Fläche wächst damit auf insgesamt 81.200 Quadratmeter.
Bis zu 230.000 Besucherinnen und Besucher können die SPIEL in diesem Jahr besuchen. Fast 1.000 Aussteller aus mehr als 50 Ländern werden erwartet. Ihr könnt euch also nicht nur die Neuheiten der großen deutschen Spieleverlage anschauen, sondern auch Spiele entdecken, von denen ihr vorher wahrscheinlich noch nie gehört habt.
Genau das macht für uns einen großen Teil des Reizes der SPIEL aus. Natürlich wollen wir wissen, welche Neuheiten die bekannten Verlage mitbringen. Aber zwischen den großen Ständen verstecken sich immer wieder kleine Spiele, die uns Jahr für Jahr überraschen.
Und das Beste: beim reinen Anschauen muss es nicht bleiben. An unzähligen Tischen könnt ihr viele Brettspiele direkt spielen. Erklärteams helfen euch beim Einstieg ins Spiel und erläutern die Regeln und beantworten eure Fragen. Manchmal sitzt sogar der Autor oder die Autorin selbst mit am Tisch 😊

Bildquelle: SPIEL Essen – Eindrücke von der SPIEL 2025.
Brettspiele, Kartenspiele, Rollenspiele und noch viel mehr
Auch wenn wir bei der SPIEL natürlich zuerst an größere Brettspiele mit vielen Details denken, gibt es in Essen viel mehr zu entdecken. Vom schnellen Kartenspiel für die ganze Familie bis zum abendfüllenden Expertenspiel ist eigentlich alles dabei.
Dazu kommen Rollenspiele, Miniaturenspiele, Tabletop, Zubehör und ein immer größer werdender Bereich rund um Trading Card Games. 2026 bekommen die Sammelkartenspiele mit den neuen TCG Awards sogar eine eigene internationale Auszeichnung.
Wer gerne Miniaturen bemalt, sollte ebenfalls genauer hinschauen. Die europäischen Golden Demon Awards von Games Workshop kehren zurück. Mehr als 1.000 aufwendig bemalte Miniaturen werden erwartet. Die Preisverleihung findet am Sonntag in Halle 4 statt.
Warhammer 40.000 als Lasertag
Manche Spiele verlassen in Essen sogar den Spieltisch. Gemeinsam mit Games Workshop entsteht 2026 eine große Warhammer-40.000-Lasertag-Arena.
Bis zu 24 Personen können hier gleichzeitig gegeneinander antreten. Ihr erlebt das Warhammer-Universum also ausnahmsweise nicht mit Miniaturen auf dem Tisch sondern hautnah.
Auch außerhalb der Messehallen soll mehr gespielt werden. Unter dem Motto „Essen spielt!“ sind Spieleabende, Aktionen und weitere Angebote in der Stadt geplant. Die SPIEL soll damit nicht nur auf dem Messegelände stattfinden, sondern für einige Tage in ganz Essen spürbar werden.
SPIEL.talks: Was kann Spielen eigentlich?
Wenn du irgendwann das Gefühl hat eine Pause vom ganzen Ausprobieren zu brauchen, dann ist das ein guter Zeitpunkt für einen Besuch der SPIEL.talks in Halle 4.
Hier geht es nicht darum, euch das nächste Brettspiel zu präsentieren. Menschen aus Spielebranche, Wissenschaft, Bildung und anderen Bereichen sprechen darüber, was Spielen eigentlich kann und wie sich unsere Spielewelt verändert.
Die Vorträge und Gesprächsrunden könnt ihr mit eurem normalen Messeticket besuchen. Eine zusätzliche Anmeldung ist nicht notwendig.
Moderiert werden die SPIEL.talks von Manuel Fritsch, Spielekritiker, Podcaster und Mitglied der Jury Spiel des Jahres.
Das Programm reicht von Künstlicher Intelligenz und Game Design über Bildung bis hin zu Rollenspiel und Cosplay. Am Freitag findet auf der Bühne außerdem der Educators Day statt, bei dem der Einsatz von Spielen in Schule, Bildung und Forschung im Mittelpunkt steht.
Spielwissenschaft: Warum Spielen mehr Aufmerksamkeit verdient
Warum beschäftigen sich eigentlich Psychologie, Pädagogik, Kulturwissenschaft oder Soziologie mit dem Spielen, aber es gibt bislang kaum eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin, die das Spiel als Ganzes untersucht? Genau um diese Frage geht es am Donnerstag von 12:10 bis 12:40 Uhr bei den SPIEL.talks.
Unter dem Titel „Spielwissenschaft – Warum braucht es eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin?“ spricht Prof. Dr. Jens Junge darüber, warum Spiele und das Spielen in der Wissenschaft stärker berücksichtigt werden sollten.
Denn gespielt wird überall. Kinder lernen spielend ihre Umwelt kennen, Erwachsene treffen sich zum Spieleabend und digitale Spiele gehören längst zu den größten Unterhaltungsmedien überhaupt. Gleichzeitig können Spiele beim Lernen helfen, soziale Fähigkeiten fördern, gesellschaftliche Themen vermitteln oder einfach Menschen zusammenbringen.
Trotzdem wird das Spielen in vielen bestehenden wissenschaftlichen Disziplinen bislang nur als Teilbereich behandelt. Die neu gegründete Deutsche Gesellschaft für Spielwissenschaft (DGSW) möchte das ändern und dem Thema eine stärkere wissenschaftliche, bildungs- und kulturpolitische Bedeutung geben.
Das ist auch für die Brettspielbranche interessant. Denn wenn Spielen stärker erforscht und gesellschaftlich ernster genommen wird, verändert sich möglicherweise auch der Blick auf Brettspiele. Sie sind dann nicht nur Freizeitbeschäftigung oder Unterhaltungsprodukt, sondern auch Kulturgut, Lernmedium und Forschungsgegenstand.
Den Vortrag hält Prof. Dr. Jens Junge, Direktor des Instituts für Ludologie und Vorstand der Stiftung Spielen sowie der Deutschen Gesellschaft für Spielwissenschaft. Junge beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Spielen und verfügt mit seiner Lehr- und Forschungssammlung über mehr als 82.000 Brettspiele.
Für alle, die sich schon einmal gefragt haben, warum wir Menschen überhaupt spielen und welche Bedeutung das Spielen für unsere Gesellschaft hat, dürfte dieser Programmpunkt einen interessanten Blick über den eigentlichen Spieltisch hinaus bieten.
Das erwartet euch am Samstag bei den SPIEL.talks
Besonders voll ist das Programm am Samstag, dem 24. Oktober. Ab 11 Uhr gibt es fast durchgehend Vorträge und Gesprächsrunden.
Los geht es mit „Das spielerische Quartett live aus Essen“. Das Podcast-Format des Vereins Spiel des Jahres kommt auf die Messebühne. Vier aktuelle Spiele werden besprochen – und natürlich sind sich die vier Beteiligten nicht immer einig.
Spannend finden wir auch den Vortrag „Weg vom Handy, ab an den Tisch: Brettspiele zielorientiert im Schulalltag einsetzen“. Denn Brettspiele können Kindern ganz nebenbei Fähigkeiten vermitteln, die im Schulalltag wichtig sind. Gemeinsam eine Lösung finden, verlieren lernen, sich konzentrieren, Regeln verstehen oder strategisch denken, all das passiert während des Spielens.
Analog trifft Digital: Müssen wir uns überhaupt entscheiden?
Einen Programmpunkt am Sonntag finden wir besonders interessant. Von 14:10 bis 15:00 Uhr heißt es bei den SPIEL.talks: „Analog trifft Digital: Was Spiele verbindet und was sie voneinander lernen können“.
Brettspiel oder Videospiel? Für viele Spielefans ist das keine Entweder-oder-Frage. Trotzdem werden beide Welten häufig getrennt betrachtet.
Dabei haben sie mehr gemeinsam, als man zunächst denkt. Beide brauchen gute Regeln, interessante Entscheidungen und Herausforderungen, die uns motivieren weiterzuspielen. Und beide können Geschichten erzählen oder uns gemeinsam mit anderen Menschen an einen Tisch beziehungsweise vor einen Bildschirm bringen.
Natürlich gibt es auch große Unterschiede. Bei einem Brettspiel liegen Karten, Würfel und Spielfiguren tatsächlich vor uns. Wir sitzen gemeinsam am Tisch und müssen Regeln selbst umsetzen. Ein Videospiel kann dagegen komplexe Abläufe im Hintergrund berechnen und Welten erschaffen, die mit Pappe und Holz kaum möglich wären.
Doch die Grenzen verschwimmen zunehmend. Manche Brettspiele nutzen Apps für Geschichten, Musik oder die Verwaltung des Spiels. Gleichzeitig greifen Videospiele immer wieder Mechanismen auf, die wir aus klassischen Brettspielen kennen.
Beim Panel treffen Menschen aus digitaler Spieleentwicklung, analoger Spielewelt und Spieleforschung aufeinander. Gemeinsam diskutieren sie darüber, was beide Seiten voneinander lernen können und wo vielleicht ganz neue, hybride Formen des Spielens entstehen.
Plant euren Messebesuch
Bei acht Hallen und weit über 1.500 erwarteten Neuheiten werdet ihr unmöglich alles sehen können. Das ist aber auch gar nicht schlimm.
Unser Tipp: Überlegt euch vorher, welche Spiele und Verlage ihr unbedingt besuchen möchtet, und lasst trotzdem genug Zeit für spontane Entdeckungen. Gerade die gehören für uns zu einer Spielemesse dazu.
Dabei hilft euch die kostenlose SPIEL-App. Dort findet ihr Neuheiten, Aussteller und interaktive Hallenpläne. Favoriten lassen sich speichern und priorisieren. Neuheiten können unter anderem nach Spieldauer gefiltert werden.
2026 gibt es außerdem erstmals ein B2B-Matchmaking-System für Fachbesucher und Aussteller. Die SPIEL wird damit nicht nur für Spielefans immer größer, sondern auch als internationaler Treffpunkt der Spielebranche wichtiger.
Öffnungszeiten und Tickets der SPIEL Essen 2026
Die SPIEL Essen findet vom 22. bis 25. Oktober 2026 auf dem Gelände der Messe Essen statt.
Von Donnerstag bis Samstag könnt ihr jeweils von 10 bis 19 Uhr durch die Hallen ziehen. Am Sonntag ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Ein Tagesticket für Erwachsene kostet 25 Euro. Kinder zwischen vier und zwölf Jahren zahlen 16 Euro. Für Kinder unter vier Jahren ist der Eintritt kostenlos. Außerdem gibt es ermäßigte Tickets und Familientickets.
Ganz wichtig: Es gibt keine Tageskasse. Ihr müsst eure Tickets vorher online kaufen.
Wer am Samstag kommen wollte und noch kein Ticket hat, muss leider umplanen. Der 24. Oktober ist bereits ausverkauft.
Unser Fazit zur SPIEL Essen 2026
Vier Tage, acht Hallen und weit über 1.500 neue Spiele. Braucht ihr nochmehr Gründe die Herbstferien in Essen zu verbringen??
Uns gefällt aber besonders, dass die Messe inzwischen über den reinen Blick auf Neuheiten hinausgeht. Die SPIEL.talks zeigen, wie vielseitig Spielen sein kann. Die Frage nach einer eigenständigen Spielwissenschaft passt dazu genauso wie die Themen Bildung, Spieleentwicklung und Inklusion. Und bei „Analog trifft Digital“ geht der Blick noch einen Schritt weiter: Vielleicht liegt die Zukunft des Spielens gar nicht darin, sich zwischen Brettspiel und Videospiel entscheiden zu müssen.
Trotzdem freuen wir uns am Ende natürlich vor allem auf das, weshalb wir nach Essen fahren: an einen Tisch setzen, neue Spiele ausprobieren und vielleicht das nächste Lieblingsspiel entdecken.