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Ad acta - warum _so_ gut??

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Karsten Stolz

Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Karsten Stolz » 4. November 2002, 12:45

Wir haben´s am Samstag zu dritt gespielt - und haben uns alle hinterher gefragt, was daran denn nun _so_ gut gewesen sein soll, dass es zu einer 1,6 bei der Fairplay-Umfrage gelangt hat. 1,6 bedeutet ja immerhin (oder sollte zumind. bedeuten!), dass es ein _Spitzen_spiel ist. Und das ists ja nun beim besten Willen nicht. Das beste Spiel in Essen dieses Jahr...???

Ist es nicht vielmehr so, dass es ein einziges und ständiges Gechecke ist, wo gerade welche meiner Buchstaben liegen - und die meiner Gegner, die ich dort haben möchte oder eben gerade auch nicht. Das mache ich vom ersten bis zum letzten Zug, nicht weniger, aber leider auch nicht mehr!!??

Wenn ich meine Anfangssituation einem Computer einspeisen würde, könnte der mir ziemlich sicher sagen, ob ich gewinne oder verliere, denn letztendlich ists für die Spielausgang, mal alle Sonderkarten etc. weggelassen, nur von Bedeutung, wie meine Karten von Anbeginn an ausliegen: Liegen die guten "Anfangsakten" (also die, die in den Körbchen I + II die fetten Punkte bringen) ganz unten in den Eingangskörben und die, die eher gegen Ende gut sind, ganz oben, dann gute Nacht!! Ich werde chancenlos gegen jemanden, bei dems gerade umgekehrt ist, sein und bleiben!! Alles andere ist Augenwischerei, die zugegebenermaßen beim erstem Mal ganz nett ist, aber u.E. wenig dauerhaften Wert hat.

Wir fragen uns also, warum das Spiel auch beim dritten oder vierten Mal noch Spaß machen sollte, tut man doch immer dasselbe - und lernt nicht gerade viel von Partie zu Partie, denn durchschauen tut mans ja schon während der ersten Partie.

Nichtsdestotrotz halte ich es aber nicht für eine einfaches Spiel, denn Normalspieler sehe ichs nicht mit Freude spielen, da es dafür einfach zuviel Geschaue und Gerechne und Gechecke benötigt. Frei von der Leber weg kann man es also auch nicht spielen. Aber auf der anderen Seite nützt auch alles Geplane nicht, wenn die Anfangsbedingungen schon sch... sind.
Für wenn ists dann eigentlich?
Und, vor allem, warum habt "ihr" ihm so gute Noten gegeben? Ist uns irgendwas entgangen??

Schaue euren "Gegendarstellungen" gespannt entgegen.

Karsten

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Rainer Fieseler

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Rainer Fieseler » 4. November 2002, 12:58

Hi Karsten,
ich habe noch keine große Erfahreung mit AD ACTA, aber ich denke, du hast recht, dass ein Rechner den Spielausgeng vorhersagen könnte, wenn man die Sonderkarten weglässt.
Aber gerade da liegt der Hase im Pfeffer: die Frage wann ich welche Karte einsetze. Das machte den Reiz des Spiels aus, denn das lernt man erst mit der Zeit richtig einzuschätzen, denke Ich.
Wie gesagt die Erfahrung ist noch nicht allzu groß, aber bisher lagen meine Misserfolge an falsch eingesetzten Sonderkarten.

gruß rainer

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Karsten Stolz

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Karsten Stolz » 4. November 2002, 13:15

Rainer Fieseler schrieb:

> Wie gesagt die Erfahrung ist noch nicht allzu groß, aber
> bisher lagen meine Misserfolge an falsch eingesetzten
> Sonderkarten.

Wie gesagt, der eine _muss_ Sonderkarten einsetzen, da er sonst gar keine Chance hat, der andere _kann_ sie einsetzen. Wer wird wohl gewinnen...?

Karsten

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Michael Andersch

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Michael Andersch » 4. November 2002, 13:15

Hallo Karsten,

aus der "reichhaltigen" Erfahrung einer Partie (auf der Messe) ein paar Sätze von mir dazu:

Was mir zunächst mal sehr positiv aufgefallen ist war die 1a und überaus witzige Umsetzung des Themas (gepaart mit einer ebenso witzigen Erklärung - aber die kann man ja nicht unbedingt dem Spiel zu Gute halten).
Ebenso positiv fand ich das Preis-/Leistungsverhältnis (zumindest wenn ich der Einfachheit halber zunächst mal Leistung gleichsetze mit Material und einen Kleinstverlagsbonus zugestehe).

Das Spiel selbst fand ich dann akzeptabel, allerdings mit den gleichen Kritikpunkten wie Du (Ausgangssituation, "Durchrechenbarkeit").
Ich habe eine Weile geschwankt, ob ich's mir zulegen soll, mich dann aber dagegen entschieden da ich ebenfalls befürchtet habe, dass der Wiederspielreiz nach ein paar Partien nachlassen könnte.

Da ich aber hin und wieder mit diversen Leuten spiele, die sich ihrerseits "Ad Acta" zugelegt haben werde ich es mit Vergnügen nochmal spielen und meine Meinung ggf. revidieren, aber zum jetzigen Zeitpunkt erscheint mir Deine Kritik nicht ganz unberechtigt zu sein.

VG,
Micha

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Volker Tietze

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Volker Tietze » 4. November 2002, 14:01

Hi Karsten,

wenn man "Tikal" sucht, dann ist "Ad acta" sicher nicht das richtige Spiel. Hier hängt der Reiz ganz wesentlich von der Zusammensetzung der Spielrunde ab. Für manche (zum Beispiel mich) gibt es kaum ein größeres Vergnügen, als Alles, was man so im Leben in diversen Behörden zu hören bekommen hat, mal ein wenig nach zu spielen, verbunden mit dem weiteren Vergnügen, die Züge der Mitspieler zwischendurch kräftig durcheinander zu wirbeln. Ad acta verstehe ich also eher als Spaß-Spiel, gewürzt mit zusätzlichen Taktik-Elementen.

Grüße, Volker

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Christian Hildenbrand

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Christian Hildenbrand » 4. November 2002, 14:11

Hallo Karsten !

Hm, ich muß jetzt gleich mal eingestehen, daß ich einer derjenigen war, die Ad Acta gut bewerteten in Essen, schlicht und einfach, weil ich es ein klasse Spiel fand (und immer noch finde).

Ja, es stimmt, daß Du letztlich aufgrund der Anfangsverteilung gewisse Prognosen für den Beginn des Spiels erstellen kannst. Aber ich hab ein meiner Runde die Erfahrung gemacht, daß es auf einfachste Art und weise machbar ist, eine "teure" Akte in eine "billige" und umgekehrt zu machen, indem man im richtigen Moment die richtige Sonderkarte spielt, im richtigen Moment eine eigene Karte oder eine fremde Karte bearbeitet oder nicht. Dadurch daß es Gratwanderungen sind zwischen 7 und 1 Punkt in der Aktenablage, ist es meines Erachtens ein Taktikspiel, bei dem man jederzeit alles im Auge haben muß, um einfach im richtigen Moment das richtige zu tun, vielleicht auch mal was opfern, um im nächsten Zug wieder besser da zu stehen.

Das Spiel bzw. der Spielverlauf entscheidet sich weniger nach der Anfangssituation, sondern mehr nach den taktischen Rafinessen (schreibt man das so ?), die von den einzelnen Spielern mit rein kommt. ;-)

Ich bezweifle auch sehr, daß ich das Spiel mit "Normalspielern" (blödes Wort!) gerne spielen würde. Aber dafür gibt es genügend andere Spiele in meiner Sammlung, die dafür herhalten können.

Zu dem allem kommt natürlich auch der von Micha schon angesprochene "Spaßfaktor", der das Spiel in der richtigen Spielerrunde, in der jeder seinen Schreibtischjob ein wenig verinnerlicht, zu einem lustigen Erlebnis machen kann. :-)

Soviel zu meiner Meinung.

Bearbeitete und abgelegte Grüße !

Ciao, Christian (... hätte auch gerne solch einen aufgeräumten Schreibtisch :-/ ...)

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Conny

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Conny » 4. November 2002, 14:23

Hi,
>
> Wie gesagt, der eine _muss_ Sonderkarten einsetzen, da er
> sonst gar keine Chance hat, der andere _kann_ sie einsetzen.
> Wer wird wohl gewinnen...?
da sich die Situation/Position ändert, wenn eine Sonderkarte eingesetzt worden ist, kann das nicht vorhergesagt werden.



Conny

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Michael Andersch

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Michael Andersch » 4. November 2002, 14:35

Karsten meinte wohl folgendes (ich drück's jetzt mal sehr überspitzt aus):

A's Akten liegen alle unten. Deshalb spielt er einen Durchzug.
B spielt seinerseits einen Durchzug oder wehrt den Durchzug ab und stellt die Ausgangssituation wieder her.

A hat sein Pulver verschossen, steht aber genau so schlecht da wie vorher.

Durcheinandergewirbelte Grüße,
Micha

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Conny

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Conny » 4. November 2002, 15:04

Hallo,
> Karsten meinte wohl folgendes (ich drück's jetzt mal sehr
> überspitzt aus):
>
> A's Akten liegen alle unten. Deshalb spielt er einen Durchzug.
> B spielt seinerseits einen Durchzug oder wehrt den Durchzug
> ab und stellt die Ausgangssituation wieder her.
>
> A hat sein Pulver verschossen, steht aber genau so schlecht
> da wie vorher.
>

ok, wenn A nur Karten getauscht hat ja, aber A kann auch mindestens 1 Akte bearbeiten lassen, oder kann die Akten so legen, dass B nicht unbedingt sofort Durchzug spielt.
Und wenn er auf eine gegnerische Akte Rücksprache spielt, wird der Gegner gezwungen Durchzug zu spielen. dann sieht es ja auch anders aus.



Ausserdem ist das kein 2-er Spiel, so dassC auch noch eingreifen kann.


Also: ich bin immer noch der Meinung, dass man den Sieger nicht vor der ersten Runde bestimmen kann. Dazu sind einfach zu viele Möglichkeiten da.


Conny

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Karsten Stolz

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Karsten Stolz » 4. November 2002, 16:55

Conny schrieb:

> ok, wenn A nur Karten getauscht hat ja, aber A kann auch
> mindestens 1 Akte bearbeiten lassen, oder kann die Akten so
> legen, dass B nicht unbedingt sofort Durchzug spielt.
> Und wenn er auf eine gegnerische Akte Rücksprache spielt,
> wird der Gegner gezwungen Durchzug zu spielen. dann sieht es
> ja auch anders aus.

Wie gesagt, der eine muss, der andere kann, das ist schon ein riesiger Unterschied.

> Ausserdem ist das kein 2-er Spiel, so dassC auch noch
> eingreifen kann.

C verfolgt in erster Linie seine Interesse, da ist ihm die Malesse von A ziemlich schnurz...


> Also: ich bin immer noch der Meinung, dass man den Sieger
> nicht vor der ersten Runde bestimmen kann. Dazu sind einfach
> zu viele Möglichkeiten da.

Das sage ich auch nicht so, sondern ich sage, dass das Spiel vorn vorneweg _sehr_ ungerecht verteilt sein kann.

Und dass es viele Möglichkeiten gibt, sehe ich nur begrenzt als Vorteil des Spiels, denn man muss sie eigentl. jedes Mal, wenn man dran ist, durchspielen (und das auch noch mitsamt aller Sonderkarten!!), ächz! Und das wiederum macht _jeder_ Spieler - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich all das Gechecke schlussendlich doch nicht lohnt, weils dann sowieso anders kommt, als man...

Karsten

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Günter Cornett

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Günter Cornett » 4. November 2002, 17:32

Karsten Stolz schrieb:
>
> Und dass es viele Möglichkeiten gibt, sehe ich nur begrenzt
> als Vorteil des Spiels, denn man muss sie eigentl. jedes Mal,
> wenn man dran ist, durchspielen (und das auch noch mitsamt
> aller Sonderkarten!!), ächz! Und das wiederum macht _jeder_
> Spieler - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass
> sich all das Gechecke schlussendlich doch nicht lohnt, weils
> dann sowieso anders kommt, als man...

eben, für Leute, die alles durchchecken (wollen), ist ad Acta ein Frustspiel. Und erst recht für Leute, die mit Leuten spielen, die alles durchchecken. Ein reines Glücksspiel ist ad Acta aber auch nicht. Es ist IMHO mehr was für diejenigen, die es locker angehen lassen, ohne dabei das Hirn ganz abzuschalten: Möglichkeiten grob abschätzen und eher intuitiv spielen. Wenn man verliert, verliert man [wegen Kartenpech natürlich ;-) ]

Eine 1,6 würde ich persönlich zwar auch nicht vergeben, aber ich kann diese Benotung schon nachvollziehen, zumal es sich hierbei um ein Spiel mit einem überdurchschnittlichem Preis-Leistungsverhältnis handelt.

Gruß, Günter

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Sven Gienke

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Sven Gienke » 4. November 2002, 22:19

Ja, Euch scheint viel entgangen zu sein, denn dass Spiel ist allein wegen seines humoristischen Hintergrundes nicht "so gut", sondern "sehr gut" !

Ansonsten kommt aber schon der Verdacht auf, dass bei den Scoutnoten die Kleinverlage sehr positiv gesehen werden. während die anderen Verlage sehr kritisch beäugt werden !

Ich habe Ad Acta auch eine 1 gegeben und stehe dazu !


Gruss
Sven

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Michael Andersch

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Michael Andersch » 5. November 2002, 07:29

Günter Cornett schrieb:
>
> eben, für Leute, die alles durchchecken (wollen), ist ad Acta
> ein Frustspiel. Und erst recht für Leute, die mit Leuten
> spielen, die alles durchchecken.

Das trifft aber nicht nur auf Ad Acta zu...
Bevor ich aus diesem Grund auf Ad Acta verzichten würde würde ich eher versuchen andere Mitspieler zu finden...

> Eine 1,6 würde ich persönlich zwar auch nicht vergeben

Schon mal weil Du entweder eine 1 oder eine 2 geben konntest ;-) ...

> zumal es sich hierbei um ein Spiel mit einem überdurchschnittlichem
> Preis-Leistungsverhältnis handelt.

Dem kann ich so zustimmen!

Bearbeitete Grüße,
Micha (hatte bzgl. Ad Acta bei der Scoutaktion eine "2-" im Sinn und eine "2" vergeben)

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Brigitte Ditt

Re:Scoutnoten

Beitragvon Brigitte Ditt » 5. November 2002, 08:18

Hallo,

zu ad acta kann ich nichts sagen, ich hatte jedenfalls den Eindruck, das die Klainverlagsspiele dieses Jahr eine hohe Qualität aufwiesen.

Andererseits:

> Ansonsten kommt aber schon der Verdacht auf, dass bei den
> Scoutnoten die Kleinverlage sehr positiv gesehen werden.
> während die anderen Verlage sehr kritisch beäugt werden !

ist mir auch aufgefallen. Vielleicht können sich die Scouts einmal hierzu äußern.
Wenn ich mich recht erinnere, waren die ersten veröffentlichten Noten (d.h. die Spiele, die häufiger getestet wurden) fast nur von Kleinverlagsspielen.

Brigitte

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Michael Andersch

Re:Scoutnoten

Beitragvon Michael Andersch » 5. November 2002, 09:32

Brigitte Ditt schrieb:
>
> > Ansonsten kommt aber schon der Verdacht auf, dass bei den
> > Scoutnoten die Kleinverlage sehr positiv gesehen werden.
> > während die anderen Verlage sehr kritisch beäugt werden !
>
> ist mir auch aufgefallen. Vielleicht können sich die Scouts
> einmal hierzu äußern.

Also, für mich ist eine Note ein Gradmesser dafür, wie wahrscheinlich ich ein Spiel kaufen würde. Im Vordergrund steht da zunächst mal die Spielidee. Da habe ich kleine und große Verlage gleich bewertet.
In die Kaufentscheidung und somit die Notengebung fliesst außerdem das Design und das Material ein. Da bin ich bei Kleinverlagen eher zu Kompromissen bereit und betrachte sie dementsprechend etwas wohlwollender.

> Wenn ich mich recht erinnere, waren die ersten
> veröffentlichten Noten (d.h. die Spiele, die häufiger
> getestet wurden) fast nur von Kleinverlagsspielen.

Das mag sein. Ich persönlich habe aber kreuz und quer gespielt, große und kleine Verlage. Wobei ich mich aufgrund nur zweitägiger Anwesenheit bemüht habe interessante Kleinverlagsspiele, die einem ansonsten vielleicht nicht jeden Tag vor die Füße purzeln vorzuziehen.
Mit Ausnahme der Neuheiten von Kosmos und Jumbo habe ich aber auch alle mich interessierenden Neuheiten der "Großen" (Queen, Goldsieber, Winning Moves, HiG) gespielt und bewertet, wobei das dieses Jahr nicht so viele waren wie sonst.

VG,
Micha

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Heinrich Glumpler

Re:Scoutnoten

Beitragvon Heinrich Glumpler » 5. November 2002, 09:48

Hi,

ich könnte mir auch vorstellen, dass die Beratung bei Kleinverlagen engagierter und enthusiastischer ausgefallen ist (zumindest bei einem Autor kann man davon ausgehen, dass er von seinem Spiel überzeugt ist).
Das könnte - insbesondere bei einer ersten Eindruck-Note natürlich auch mit einfließen.

Gruesze
Heinrich

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Jürgen Schmidt

Re:Kleinverlage bevorzugt

Beitragvon Jürgen Schmidt » 5. November 2002, 12:40

Brigitte Ditt schrieb:
>
> > Ansonsten kommt aber schon der Verdacht auf, dass bei den
> > Scoutnoten die Kleinverlage sehr positiv gesehen werden.
> > während die anderen Verlage sehr kritisch beäugt werden !
>
> ist mir auch aufgefallen. Vielleicht können sich die Scouts
> einmal hierzu äußern.
> Wenn ich mich recht erinnere, waren die ersten
> veröffentlichten Noten (d.h. die Spiele, die häufiger
> getestet wurden) fast nur von Kleinverlagsspielen.

Essen bietet für uns (Petra und ich) die Gelegenheit, unbekannte Spiele von Kleinverlagen kennen zu lernen, denen man sonst nie wieder über den Weg läuft. Die Spiele der etablierten Verlage findet man immer wieder.

Deshalb haben wir in den ersten beiden Tagen zum überwiegenden Teil die kleinen Verlage bevorzugt.

Bei Kleinverlagen drücke ich bei Mängeln eher mal ein Auge zu, da man berücksichtigen muss, dass sie nicht solche Ressourcen wie die Großverlage haben. Wenn bei denen ein Spiel z.B. grelle Farben a la Eurogames hat, bekommt es schon eher einen Minuspunkt.

Es muss aber auch gesagt werden, dass die Großverlage in Essen auch wenig zu bieten hatten:
- HiG: Carcassonne-Aufguss
- Kosmos: Catan-Ausguss
- Ravensburger: Herr der Ringe-Marketing-Spiele
- Amigo: Was hatten die doch gleich??
- Queens - ok Ausnahmen bestätigen die Regel

Die Highlights für mich waren einfach die Kleinverlage - weiter so!!

Jürgen (... allein im Büro)

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Volker Tietze

Re:Scoutnoten / Großverlage

Beitragvon Volker Tietze » 5. November 2002, 12:51

Hi,

trügt mein Eindruck, oder hatten die "Großen" einfach kaum Neuheiten in Essen? Natürlich interessieren einen zunächst die brandneuen Spiele, die "Nürnberger" finden sich schließlich schon in manchem Regal der eigenen Spielerunde.

Grüße, Volker

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Günter Cornett

Re: Ad acta - warum _so_ gut??

Beitragvon Günter Cornett » 5. November 2002, 13:21

Michael Andersch schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> >
> > eben, für Leute, die alles durchchecken (wollen), ist ad Acta
> > ein Frustspiel. Und erst recht für Leute, die mit Leuten
> > spielen, die alles durchchecken.
>
> Das trifft aber nicht nur auf Ad Acta zu...

Das stimmt natürlich. Aber Ad Acta reizt solche Spieler IMHO etwas mehr als andere Spiele dazu, die scheinbar offensichtlichen und klaren Abläufe (im Spiel wie in der Behörde) 'ganz einfach' durchzurechnen. Aber das Spiel müsste dann eben Ad Absurdum heissen. ;-)

> Bevor ich aus diesem Grund auf Ad Acta verzichten würde würde
> ich eher versuchen andere Mitspieler zu finden...

Jo, das wollte ich damit auch ausdrücken.

> > Eine 1,6 würde ich persönlich zwar auch nicht vergeben
>
> Schon mal weil Du entweder eine 1 oder eine 2 geben konntest
> ;-) ...

Ich hätte vermutlich eine glatte 2 gegeben, aber es vorher nochmal in der endgültigen Fasung gespielt (kenne nur den Prototypen).

Gruß, Günter

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Conny

Re:Scoutnoten

Beitragvon Conny » 6. November 2002, 15:38

Hi,

> ist mir auch aufgefallen. Vielleicht können sich die Scouts
> einmal hierzu äußern.
> Wenn ich mich recht erinnere, waren die ersten
> veröffentlichten Noten (d.h. die Spiele, die häufiger
> getestet wurden) fast nur von Kleinverlagsspielen.

ich habe mich in Essen auch mehr auf die Kleinverlage ausgerichtet.
1. weil die Spiele von den Grossen lernt man eh schon irgendwie kennen.
2. hatte ich den Eindruck, dass die Tische der grossen immer viel voller waren(bzw. auch blockiert wurden, von welchen die die neue Palette erstmal vollständig austesten wollten) und auch viel mehr Trubel war.
3. finde ich es nett, wenn man den Autor persönlich vor sich hat.


Viele Grüsse
Conny


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