Beitragvon Wolfgang Ditt » 7. Januar 2003, 13:14
Hallo Biberle,
wie so oft wenn man eine Diskussion schriftlich führt, gab es einige Missverständnisse. Deshalb hier noch ein paar Anmerkungen:
> dummerweise gehören z.B. deine Rezensionen durchaus zu denen,
> die ich größtenteils von meiner Kritik verschonen würde.
Danke für das Kompliment; dennoch verschließe ich mich einer Kritik nicht und wie du am ersten Posting sehen kannst, habe ich über deine Anmerkungen nachgedacht.
> Nur -- MEINER MEINUNG NACH (und nicht mehr :) ) -- sollte
> sowohl der Form als auch der Inhalt stimmen, wenn man etwas
> veröffentlicht, und bei ersterem hapert´s (zu) oft. Dass es
> den Leser evtl. nicht stört, ist übrigens nebensächlich.
> Evtl. würden sogar die FAZ-Leser Fehler nicht stören.
Das ist etwas ganz anderes, wenn du es als deinen persönlichen Wunsch deklarierst. Den Rest teile ich nicht ganz so, denn Texte werde für ihre Leser geschrieben und danach ausgerichtet. Dazu gehört dann auch ein wie immer gearteter "erlaubter Fehlerquotient". Es ist dann (m)ein Selbstanspruch, ihn gering zu halten.
> Hier sitzt du anscheinend falschen Informationen auf: Deine
> Grundsätze gelten für den Printbereich, im Web benutzt jede
> professionell erstellte Seite serifenlose Schriften, und das
> nicht von ungefähr. Kannst du gerne selbst überprüfen. :)
Ich lass mich da gerne von überzeugen. Die Frage ist dann wieder, drucken die Leser den Text aus oder lesen sie ihn am Bildschirm. Das sind ja nun die Dinge, die man nicht oder nur sehr schwer erfährt.
> > Ein farbiger Hintergrund ist durchaus sinnvoll, weil
> > auflockernd, solange er das Auge nicht überbeansprucht wie z.
> > B. durch ein knalliges Zinnoberrot.
> Hm, denke ich nicht. Schau doch einfach mal auf der Seite,
> auf der wir uns gerade befinden. Bestenfalls sind noch
> Graustufen oder zarte Pastelltöne denkbar, eventuell auch
> weiße Schrift auf dunkelblauen Hintergrund. Was du vielleicht
> meinst: natürlich ist es schön, wenn die gesamte Seite durch
> verschiednfarbige Akzente aufgelockert wird, aber halt nicht
> unbedingt genau da, wo Textinfo drauf steht.
Ich denke, wir sind gar nicht soweit auseinander. Ich "liebe" auch die lila-schwarz-roten Hintergrundbilder und die grüne Schrift darüber. Die Lesbarkeit, und da stimem ich mit dir voll überein, muss im Vordergrund stehen. Gilt nicht nur für Websites, sondern auch im Print.
> > Wenn du so wenig mit den Websites anfangen
> > kannst, bleibe bei den Printmedien.
> Tschuldigung, aber das ist nun ein wenig trotzig...
Das sollte nicht trotzig klingen. Es gibt Menschen, die bevorzugen so sehr das gedruckte Medium, dass sie mit dem Netz nicht klarkommen. Eine Form im Netz, die manchem unverständlich erscheint, ist die, dass jeder mit einfachen Mitteln ungeprüft etwas veröffentlichen kann. Das ist anders bei anderen Medien, weil dort ein verantwortlicher Redakteur sitzt. Die Spielesites leben von solchen Personenkreisen, die ihre Meinungen und Ideen einfach umsetzen. Mit der Einschränkung, dass die Pöppoelkiste meiner Frau Brigitte gehört, gehöre ich auch zu diesem "unkontrollierten" Kreis.
> Tja, und darum ging´s mir: Ich wüsste nicht, warum man das
> als gottgegeben ansehen sollte. Okay, Layout ist im Netz
> natürlich etwas eingeschränkt, aber es sagt kein Mensch, dass
> Texte im Netz automatisch schlechter/unsorgfältiger
> geschrieben sein müssen.
Nein, Texte bestimmt nicht, aber wie oben gesagt, hier kann jeder leicht Exte veröffentlichen. Auf der einen Seite bietet es Meinungsvielfal, die bei Spielrezensionen sicher hilfreich ist, auf der anderen Seite leidet die Qualität (schlechte Texte und Bilder) und auch inhaltlich können extreme Ansichten (politische, religiöse, usw.) leichter veröffentlicht werden.
> > Und damit gibst du schon slebst die Antwort, warum es die
> > alleskönnende Website nicht gibt. Du brauchst Fachkenntnis im
> > Gesellschaftsspiele und im Webdesign und da keiner von seiner
> > Website lebt auch Zeit und sogar Geld (Hostingkosten)
> Schon klar. Aber das muss ja auch gar nicht alles einer
> alleine machen.
Alleine nicht, aber zu sehr wenigen. Alles andere erfordert Organisation und schränkt die Unabhängigkeit ein. Ein Verbund der Spielesites gibt es nur locker über Linklisten. Ich denke, ich schreibe hier für die meisten Siteinhaber, wenn ich sage, das ist so gewünscht. Als "Zentrale" gibt es ja dann genau diesen Austausch hier.
> > Bilder sind erst einmal eine Auflockerung des Textes und
> > somit besonders bei langen Texten sinnvoll (z. B. sind
> > Michael Knopfs Texte recht kurz und brauchen daher meiner
> > Meinung nach kein Bild zur Auflockerung).
> Nö, bei Spieletests sind Bilder IMO ein Muss. man stelle sich
> PC-Spiele-Tests ohne Bilder vor, kommt so ziemlich auf´s
> gleiche raus.
PC-Spiele ohne Bilder sind schwer vorstellbar. Selbst der Stern druckt in seinen kleinen Besprechungen einen Screenschot ab. Ich würde auch nie auf Bilder verzichten, aber unter gewissen Umständen, w. z. B. Michael Knopfs Darstellungen, kann man es tun.
> Oje, glaubst du das etwa ernsthaft? Dann wundert es mich,
> warum 99% der Webseiten inzwischen nicht mehr 10-KByte-Bilder
> verwenden. Zudem gibt´s ja auch Thumbnails.
Mit Thumbsnails ginge es. Wir haben das auch schon gemacht, aber die Abrufzahlen sind doch sehr gering. Vielleicht ist es nur eine Minderheit, die sich bei Spielerezensionen große Bilder wünscht.
> Aber eines gehört zum anderen. Ist mir jetzt doch etwas
> rätselhaft, waruzm du die Abwesenheit von Bildern
> argumentativ verteidigen willst. Ich sehe da keinen einzigen
> Vorteil darin.
Das wollte ich nicht. Klang vielleicht so, weil ich es in einem Atemzug mit Michael Knopfs Seite geschrieben habe. Für mich sind Bilder zu Rezensionen auch ein Muss, was daran liegt, dass unsere Texte auch lang sind und sonst Bleiwüste entsteht. Menge und Größe müssen aus meiner Sicht zum Spiel passen, eine Rezension aus 5 Zeilen und 10 Bildern hat auch ein Missverhältnis. Was bleibt, ist immer die Einschätzung, was den Leser interessiert, denn die Palette der Darstellungen ist weit, eben von einer Spielsituation bis zu stimmungsvollen Details oder Kartenscans.
> > P.S.: ich habe den Eindruck, du legst Maßstäbe für
> > Printmedien hier als Maßstäbe für Sites zugrunde. Dabei
> > entsteht ein Mismatch, weil Internet eben anders funktioniert
> > als die gedruckten Medien.
> Und ich hab den Eindruck, das "anders funktionieren" setzt du
> automatisch als "qualitativ niedriger" an. Und das sehe ich
> nicht ein, warum das so sein soll. Auf Wunsch gerne zig tolle
> Webpage-URLs, die teilweise Jugendliche in ihrer Freizeit
> machen.
Ich weiß, es gibt tolle Seite und du hast recht, es muss nicht schlechter sein. Was ich meinte, es ist heute vieles qualitativ schlecht, einfach, weil es Masse gist, aber - vielleicht nicht für dich im Spielebereich - es gibt auch sehr viele gute Seiten. Als mein Sohn mal für die Schule Informationen zu Hannibal brauchte, haben wir eine Seite entdeckt, die uns vom Start Hannibals über die Alpen bis zur Niederlage Hannibals und die Konsequenzen daraus alles sehr ut erklärte und grafisch zeigte. Nie hat mir eine Stunde Geschichte mehr Spaß gemacht.
Wolfgang