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Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Biberle

Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Biberle » 7. Januar 2003, 04:39

Da ich mich erst seit kurzem (verstärkt) mit Brettspielen beschäftige, versuche ich natürlich, mir eine "Wissensbasis" anzulesen bzw. möglichst interessante Spiele auszumachen.

Das Problem: Unter luding.org findet man zwar zu jedem halbwegs bekannten Spiel mehrere, teilweise ins Dutzend gehende Rezensionen, doch ist das alles irgendwie unbefriedigend. Ich lege (da ich selbst mit einem sehr ähnlichen Bereich meine Brötchen verdiene) nicht nur viel Wert auf den Inhalt, sondern auch auf die dargebrachte Form, also Sprache, Webdesign usw.

Meiner Meinung -- ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen -- scheiden schon mal gut 70% durch mangelhafte Verwendung der deutschen Sprache aus; teilweise Fehler, bei denen es einem als Journi/Redi selbst dann die Zehennägel hoch rollt, wenn man sie eigentlich geflissentlich übersehen wollte. Andere wiederum erfreuen das Auge mit einem Webdesign nach 1994er Mode: 14-Punkt-Serifenschrift vor farbigen Hintergrund und einer Navigation aus der Rumpelkammer. Nun gibt es aber auch einige, die auffgrund ihrer geschliffenen Sprache ein echtes Vergnügen sind, etwa Herr Knopfs Siegpunkt-Seite. Sprache toll, aber das war´s auch: Immergleiches Zweispaltenlayout ohne irgendein Bild (ok, Zugeständnisse ans Zeitungsvorbild), was die Rezension dann auch wieder unbefriedigend macht.

Ich bewundere zwar den Eifer, mit denen einige sich ihrem Hobby (oder Beruf) online verschrieben haben, aber so ne richtig professionelle Seite, die alle meine Wünsche gleichzeitig befriedigt, habe ich irgendwie (noch) nicht gefunden. Nach sechs, sieben Sites ergibt sich zwar so langsam ein schlüssiges Bild, aber das sollte sich doch auch irgendwie mit einer erledigen lassen, die zu konsumieren auch dem anspruchsvollen Leser zumindest keine Qual ist.

Ich würd´s ja gerne selber besser machen, doch neben den noch mangelnden Spielkenntnissen fehlt es mir auch an den Kenntnissen zum Erstellen professionell aufgemachter Webseiten. Lediglich das Reviews verfassen kenne ich aus dem Effeff. Denkt jemand ähnlich wie ich und hätte auch Lust, dem Zustand ein Ende zu bereiten?

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Jan Ostmann

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Jan Ostmann » 7. Januar 2003, 05:03

Hallo,

ich gebe Dir teilweise recht. Sicher sind viele dieser Seiten nicht professionell verarbeitet oder getextet. Aber ich denke man darf eines nicht vergessen: Die allermeisten Webseiten zum Thema Brett-und Kartenspiele werden von Leuten gemacht, deren Hobby(!) das Spielen ist. Die einfach ihre Freude daran haben, ihre Spielerfahrungen mit anderen zu teilen. Diese Leute gehen - nehme ich doch an - meist einen eigenen Beruf nach, nutzen die Freizeit zum Spielen, zum Reszensionen schreiben und zum Webdesigen. Ach ja und dann ist da noch die Familie und der Haushalt, die ihr Recht einfordern. Ganz schön viel für unsere kurze Tageszeit :-).

Da ich selbst schon Webseiten gestaltet habe und versucht habe, diese möglichst gut zu machen, weiss ich wie wahnsinnig zeitintensiv es ist, gutes Webdesign zu machen. Sicher gibt es dennoch einige Regeln, die auch Hobbygestalter beachten sollten: Gute, d.h. aussagekräftige Bilder, trotzdem eine geringe Ladezeit und eine gute Ausdruckbarkeit der Seiten halte ich mit für am wichtigsten. Rechtschreibfehler und ganze Sätze sollten natürlich auch korrekt sein.

Was das Verfassen von Reszensionen angeht: Was man nicht lernt kann man auch nicht professionell machen. Die meisten sind keine gelernten bzw berufstätige Journalisten wie Michael Knopf und schreiben daher die Reszensionen nach Gefühl und nehmen das hinein, was ihnen wichtig ist. Und das ist auch das was ich an diesen Kritiken sehr schätze: Die Meinungsvielfalt. Sicher ist eine einzige Professionelle Seite etwas wunderbares. (Nur zu und mach sie!) aber sie bleibt trotzdem immer nur das Meinungsbild eines(!) Reszensenten. Wenn ich mir ein Spiel zulege, möchte ich aber von möglichst allen Spielern hören, dass es ein gutes Spiel ist - oder zumindest von denen, deren Spielgeschmack in etwa den meinem trifft.

Zur Meinungsbildung ist Luding einfach ein genialer Ausgangspunkt: Titel des Spiels eingeben und möglichst viele Rezensionen lesen, um ein möglichst komplettes und vielfältiges Bild zu erhalten.

Dennoch fände ich es prima, wenn Du uns etwas genauer darüber sagen kannst, wie eine gute Reszension entsteht. Worauf muss man dabei achten? Was muss drin sein? Wie soll sie designt werden? etcpp. Gib uns doch bitte etwas Nachhilfe und dann kann ja jeder davon das übernehmen wass er will und kann. Und so nähert sich die grenzenlose Internetwelt dann etwas zumindest an deine Ansprüche - die durchaus nachvollziehbar sind - an.

Ich freue mich jedenfalls schon auf ein paar Tipps von Dir.

Gruß aus Münster, Jan

(der leider noch selbst keine Zeit hatte, an einer Spielewebsite mitzuarbeiten oder selbst zu entwickeln, aber sicher seinen (hobbymäßigen) Spaß daran hätte)

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Biberle

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Biberle » 7. Januar 2003, 06:50

Hi,

> ich gebe Dir teilweise recht. [...] Ganz
> schön viel für unsere kurze Tageszeit :-).

Hm, vielleicht kam ich etwas zu negativ rüber. Auch ich ziehe meinen Hut vor jedem, der für sowas seine Zeit opfert. Immerhin hat es mir schon sehr viel genutzt.

> Da ich selbst schon Webseiten gestaltet habe und versucht
> habe, diese möglichst [...] und
> ganze Sätze sollten natürlich auch korrekt sein.

Hm, ich selber bin im Print tätig, kann Online also auch nur aus User-Sicht urteilen, denke aber schon, dass ich einigermaßen geschmackssicher bin. Aber wie gesagt: Allein schon Serifenschriften und (unnötigerweise) farbige Hintergründe verstoßen IMO gegen aktuelle leitlinien zum guten, modernen Webpage-Design, sind aber immer wieder anzutreffen.

> Was das Verfassen von Reszensionen angeht: Was man nicht
> lernt kann man auch nicht professionell machen.

Stimmt schon. Andererseits gibt es sehr viele Leute, die sehr gut in einem Bereich sind, ohne das spezielle gelernt zu haben. Die wenigsten Romanautoren etwa sind AFAIK gelernte Journalisten. Wenn ich nun aber etwas online publiziere, dann sollte das nach meinen (vielleicht etwas strengen) Maßstäben schon ein gewisses Mindestniveau haben, auch im Hobby-Bereich. Manche der veröffentlichten Rezensionen genügen aber IMO im sprachlichen Felde aber nichtmal dem.

Die meisten
> sind keine gelernten bzw berufstätige Journalisten wie
> Michael Knopf und schreiben daher die Reszensionen nach
> Gefühl und nehmen das hinein, was ihnen wichtig ist. Und das
> ist auch das was ich an diesen Kritiken sehr schätze: Die
> Meinungsvielfalt.

Das auf jeden Fall, hat aber nun wenig damit zu tun, ob eine Seite gut oder nicht so toll ist. Auch zwanzig super-professionelle Seiten könnten verschieden meinungen haben. ;)

Sicher ist eine einzige Professionelle
> Seite etwas wunderbares.

mal eine, nicht "einzige" - ein gewisser Unterschied. ;)
meine "Anklage" war aber die, dass es IMO keine einzige (mir bekannte) gibt, die alle vier Anforderungen (guter Inhalt, gehobenes sprachliches Niveau, aussagekräftiges/detailliertes/gutklassiges Bildmaterial, gutes Webdesign) gleichzeitig erfüllt...

>(Nur zu und mach sie!)

:)
Du hast das im ersten Absatz schon ganz richtig beschrieben...

aber sie
> bleibt trotzdem immer nur das Meinungsbild eines(!)
> Reszensenten. Wenn ich mir ein Spiel zulege, möchte ich aber
> von möglichst allen Spielern hören, dass es ein gutes Spiel
> ist - oder zumindest von denen, deren Spielgeschmack in etwa
> den meinem trifft.

Hm, ich wollte ja gar nicht die EINE Seite haben/machen, die alle anderen verdrängt oder überflüssig macht. Das kann und soll sie nicht. Aber nicht schlecht wäre es, wenn es eine gäbe, an der man als ersten Anlaufpunkt etwa kaum herumkommt - so wie an luding, wenn´s um die datenbankmäßige Aufarbeitung der Spiele geht.

> Zur Meinungsbildung ist Luding einfach ein genialer
> Ausgangspunkt: Titel des Spiels eingeben und möglichst viele
> Rezensionen lesen, um ein möglichst komplettes und
> vielfältiges Bild zu erhalten.

Jo, aus Erfahrung weiß ich aber, dass der Großteil bei Produktberatungen nicht auf möglichst viele, sondern eher auf eine oder zwei für sie wirklich verlässliche Stamm-Quellen zurückgreifen will.

> Dennoch fände ich es prima, wenn Du uns etwas genauer darüber
> sagen kannst, wie eine gute Reszension entsteht. Worauf muss
> man dabei achten? Was muss drin sein? Wie soll sie designt
> werden? etcpp. Gib uns doch bitte etwas Nachhilfe und dann
> kann ja jeder davon das übernehmen wass er will und kann. Und
> so nähert sich die grenzenlose Internetwelt dann etwas
> zumindest an deine Ansprüche - die durchaus nachvollziehbar
> sind - an.

Jetzt hast du mich erwischt... ;)
Aber mein erstes Post war vielleicht etwas missverständlich: Ich bin nicht im Design, sondern im Verfassen von Test-Fachartikeln beruflich zu Hause. Und eine Standard-Vorgehensweise gibt es dafür leider (oder zum Glück) nicht.

> Ich freue mich jedenfalls schon auf ein paar Tipps von Dir.

Naja, ein paar unsortierte Gedanken dazu:
- auf richtige Länge achten: gerade im Internet wird der quasi unendliche Platz als Freifahrtschein für unendliche Quasselei missverstanden.
- wenn schon etwas länger, dann dringendst eine konsequente Gliederung mit Absätzen, Bildern und noch mehr Absätzen. ;) Textwüsten will kein Schwein lesen.
- wie gesagt: Bilder. Es kann nicht sein, dass im zeitalter der Digikamera auf so wenig Brettspiel-Seiten aussagekräftige und hochqualitative Bilder der Spiele zu finden sind. nach wie vor gilt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
- selbst für Nicht-Journalisten gibt´s ein paar ganz simple Regeln, deren Beachtung die Textqualität erheblich steigern kann: Keine Wortwiederholungen, lebendig schreiben, Aktiv-Konstruktionen verwenden (und keine Passiv-"werden"-Konstruktionen), Füllwörter mit null Aussage vermeiden usw.

> Gruß aus Münster, Jan

Da war ich bis vor kurzem auch regelmäßig. :)
>
> (der leider noch selbst keine Zeit hatte, an einer
> Spielewebsite mitzuarbeiten oder selbst zu entwickeln, aber
> sicher seinen (hobbymäßigen) Spaß daran hätte)

Me too. :)

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Mike

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Mike » 7. Januar 2003, 09:03

Hallo Biberle
Ich teile deine Meinung nicht:

1. Welche Informationen vermißt du denn bei den größeren Spieleseiten?

2. Warum sollen ALLE Informationen auf eine Seite und wie definierst du "alle" und wer soll das machen?

3. Finde ich die Rezensionen, die unter www.luding.org zu finden sind, größtenteils gut geschrieben und gestaltet. Die Leute geben sich mühe und investieren sehr viel Zeit. Selbst Rezensionen auf reinen HTML-Webseiten mit ausschließlich Text und keinem bunten Hintergrund möchte ich nicht missen.

4. Was für "Reviews" verfasst du?

Mike,
der seine Webseiten auch sehr einfach gestaltet, allerdings nicht zweispaltig ;-)

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Mike

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Mike » 7. Januar 2003, 09:15

Hallo Biberle
Die Webseiten sind häufig halt von Spielern für Spieler gemacht. Da ist nicht jeder ein Sprachgenie und so wird das auch bleiben. Trotzdem können die Rezensionen sehr viel Informationen bringen auch wenn sie in dieser Hinsicht vom Amateur kommen.
Oft ist es sogar umgekehrt, dass „professionelle“ Berichte in Zeitungen oder von Leuten aus diesem Metier mir weniger was bringen, weil sie oft keine Ahnung von der Materie haben und kein Inhalt rüber bringen oder den Hang, reißerisch zu schreiben haben.
Aber wie gesagt, mir sind bislang noch nicht häufig wirklich schlechte Texte aufgefallen.
Mike

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RoGo

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon RoGo » 7. Januar 2003, 09:51

Natürlich ist nicht alles Gold,
aber KMW-s Spielplatz mag ich sehr und Fairspielt von Carsten Wesel und die Pöppelkiste der Ditts sind für Hobbyseiten erstaunlich angenehm gestaltet und aktuell.
Gruß
Roland, der unbedingt mal alle alten Times-Brocken von seiner Lehrstuhlseite entfernen muß.

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Wolfgang Ditt

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Wolfgang Ditt » 7. Januar 2003, 10:32

Hallo Biberle,

da ich etliche Rezensionen geschrieben habe, die online zu lesen sind, möchte ich dir hier meine Meinung zu deinen Punkten sagen.

> Meiner Meinung -- ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen --
> scheiden schon mal gut 70% durch mangelhafte Verwendung der
> deutschen Sprache aus; teilweise Fehler, bei denen es einem
> als Journi/Redi selbst dann die Zehennägel hoch rollt, wenn
> man sie eigentlich geflissentlich übersehen wollte.
Natürlich passieren Fehler.Sie sollten nicht passieren, aber sie passieren. Manches wird in Hektik erstellt wie z. B. die Messeberichte. Wenn die Infos stimmen, kann man über Fehler hinwegsehen und wer es nicht kann, der sollte auf gedruckte Berichte, gerade von den Messen, warten. Da gibt es sicherlich weniger Fehler. Ansonsten brauche ich nur in den Tageszeitungen zu blättern, um Fehler zu finden und ... sind Wörter wie "Journi" und "Redi" gutes Deutsch?

> Andere wiederum erfreuen das Auge mit einem Webdesign nach 1994er
> Mode: 14-Punkt-Serifenschrift vor farbigen Hintergrund
Wünscht du dir Rezensionen in einer serifenlosen Schrift [für alle, die es nicht wissen, Serifen sind die kleinen Striche unten an den Buchstaben, die das Auge des Lesers führen (sollen); bekannteste Schriften: Arial - serifenlos; Times New Roman - mit Serifen]?
Grundregel für jeden Text und jeden Druck: Überschriften serifenlos, längere Texte - und dazu gehören Rezensionen - mit Serifen, weil das Auge geführt wird. Mir ist daher nicht klar, warum du Serifen so veteufelst und serifenlose Schriften forderst.
Ein farbiger Hintergrund ist durchaus sinnvoll, weil auflockernd, solange er das Auge nicht überbeansprucht wie z. B. durch ein knalliges Zinnoberrot.

> Nun gibt es aber auch einige, die auffgrund ihrer geschliffenen Sprache
>ein echtes Vergnügen sind, etwa Herr Knopfs Siegpunkt-Seite....
>..., aber so ne richtig professionelle Seite, die alle meine Wünsche
> gleichzeitig befriedigt, habe ich irgendwie (noch) nicht gefunden.
Vielleicht hast du einfach zu viele Wünsche und die Websites werden ja nicht erstellt um genau DEINE Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn du so wenig mit den Websites anfangen kannst, bleibe bei den Printmedien. In den letzten Ausgaben war die Spielbox auch zeitlich deutlich näher am Geschehen als noch vor einem Jahr. Aber Geschwindigkeit und Vielfalt sind Vorteile des Internets, auf die du bie Printmedien verzichten musst. Dafür sind dort Layout und Texte gefeilter.

> Ich würd´s ja gerne selber besser machen, doch neben den noch
> mangelnden Spielkenntnissen fehlt es mir auch an den
> Kenntnissen zum Erstellen professionell aufgemachter
> Webseiten.
Und damit gibst du schon slebst die Antwort, warum es die alleskönnende Website nicht gibt. Du brauchst Fachkenntnis im Gesellschaftsspiele und im Webdesign und da keiner von seiner Website lebt auch Zeit und sogar Geld (Hostingkosten).

und aus deinem zweiten Posting:
> - wie gesagt: Bilder. Es kann nicht sein, dass im zeitalter
> der Digikamera auf so wenig Brettspiel-Seiten aussagekräftige
> und hochqualitative Bilder der Spiele zu finden sind. nach
> wie vor gilt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Bilder sind erst einmal eine Auflockerung des Textes und somit besonders bei langen Texten sinnvoll (z. B. sind Michael Knopfs Texte recht kurz und brauchen daher meiner Meinung nach kein Bild zur Auflockerung). Nun gibt es so viele Möglichkeiten, Bilder anzufertigen: Spielsituation, gescannte Karten, Material á la Schachtelrückseite. Jeder Leser mag die für ihn aussagekräftigen Bilder genauer betrachter. Was die Qualität angeht, gibt es genügend Leser mit Modem, deshalb müssen Bilder klein sein und/oder eine geringe Auslösung haben. Denn bei langen Ladezeiten schaut keine auf die Seite. Zuletzt, ein Bild sagt weniger als 1000 Worte, wenn z. B. eine Rezension ein gute Beurteilung enthält. Schönes Spielmaterial führt - leider - nicht immer zu einem guten Spiel.

Wolfgang

P.S.: ich habe den Eindruck, du legst Maßstäbe für Printmedien hier als Maßstäbe für Sites zugrunde. Dabei entsteht ein Mismatch, weil Internet eben anders funktioniert als die gedruckten Medien.

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Biberle

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Biberle » 7. Januar 2003, 11:01

Erst mal danke für dein ausführliches Posting...
dummerweise gehören z.B. deine Rezensionen durchaus zu denen, die ich größtenteils von meiner Kritik verschonen würde. Text gut, man kann sich gut drunter was vorstellen, sogar halbwegs aussagekräftige Bilder sind dabei. Und das sage ich jetzt nicht, weil ich den Schwanz einziehe.

> Natürlich passieren Fehler.Sie sollten nicht passieren, aber
> sie passieren. Manches wird in Hektik erstellt wie z. B. die
> Messeberichte. Wenn die Infos stimmen, kann man über Fehler
> hinwegsehen und wer es nicht kann, der sollte auf gedruckte
> Berichte, gerade von den Messen, warten. Da gibt es
> sicherlich weniger Fehler. Ansonsten brauche ich nur in den
> Tageszeitungen zu blättern, um Fehler zu finden und ... sind
> Wörter wie "Journi" und "Redi" gutes Deutsch?

Hm, um billige Rechtschreibfehler, Vertipper oder vergessene Satzzeichen geht es nicht. Das ist in der Tat wurschtegal. Nur -- MEINER MEINUNG NACH (und nicht mehr :) ) -- sollte sowohl der Form als auch der Inhalt stimmen, wenn man etwas veröffentlicht, und bei ersterem hapert´s (zu) oft. Dass es den Leser evtl. nicht stört, ist übrigens nebensächlich. Evtl. würden sogar die FAZ-Leser Fehler nicht stören.

> Wünscht du dir Rezensionen in einer serifenlosen Schrift [für
> alle, die es nicht wissen, Serifen sind die kleinen Striche
> unten an den Buchstaben, die das Auge des Lesers führen
> (sollen); bekannteste Schriften: Arial - serifenlos; Times
> New Roman - mit Serifen]?
> Grundregel für jeden Text und jeden Druck: Überschriften
> serifenlos, längere Texte - und dazu gehören Rezensionen -
> mit Serifen, weil das Auge geführt wird. Mir ist daher nicht
> klar, warum du Serifen so veteufelst und serifenlose
> Schriften forderst.

Hier sitzt du anscheinend falschen Informationen auf: Deine Grundsätze gelten für den Printbereich, im Web benutzt jede professionell erstellte Seite serifenlose Schriften, und das nicht von ungefähr. Kannst du gerne selbst überprüfen. :)

> Ein farbiger Hintergrund ist durchaus sinnvoll, weil
> auflockernd, solange er das Auge nicht überbeansprucht wie z.
> B. durch ein knalliges Zinnoberrot.

Hm, denke ich nicht. Schau doch einfach mal auf der Seite, auf der wir uns gerade befinden. Bestenfalls sind noch Graustufen oder zarte Pastelltöne denkbar, eventuell auch weiße Schrift auf dunkelblauen Hintergrund. Was du vielleicht meinst: natürlich ist es schön, wenn die gesamte Seite durch verschiednfarbige Akzente aufgelockert wird, aber halt nicht unbedingt genau da, wo Textinfo drauf steht.

> Vielleicht hast du einfach zu viele Wünsche und die Websites
> werden ja nicht erstellt um genau DEINE Bedürfnisse zu
> befriedigen.

Schon klar, das verlange ich auch gar nicht. :)

Wenn du so wenig mit den Websites anfangen
> kannst, bleibe bei den Printmedien.

Tschuldigung, aber das ist nun ein wenig trotzig. Ich WILL ja was mit Webseiten anfangen können, und mach es ja auch. Ich hab ja nicht alles verteufelt, aber mir fiel halt schon auf, dass in vergleichbaren Bereichen das Webangebot im Schnitt befriedigender ausfällt.

In den letzten Ausgaben
> war die Spielbox auch zeitlich deutlich näher am Geschehen
> als noch vor einem Jahr. Aber Geschwindigkeit und Vielfalt
> sind Vorteile des Internets, auf die du bie Printmedien
> verzichten musst. Dafür sind dort Layout und Texte gefeilter.

Tja, und darum ging´s mir: Ich wüsste nicht, warum man das als gottgegeben ansehen sollte. Okay, Layout ist im Netz natürlich etwas eingeschränkt, aber es sagt kein Mensch, dass Texte im Netz automatisch schlechter/unsorgfältiger geschrieben sein müssen.

> Und damit gibst du schon slebst die Antwort, warum es die
> alleskönnende Website nicht gibt. Du brauchst Fachkenntnis im
> Gesellschaftsspiele und im Webdesign und da keiner von seiner
> Website lebt auch Zeit und sogar Geld (Hostingkosten).

Schon klar. Aber das muss ja auch gar nicht alles einer alleine machen.

> Bilder sind erst einmal eine Auflockerung des Textes und
> somit besonders bei langen Texten sinnvoll (z. B. sind
> Michael Knopfs Texte recht kurz und brauchen daher meiner
> Meinung nach kein Bild zur Auflockerung).

Nö, bei Spieletests sind Bilder IMO ein Muss. man stelle sich PC-Spiele-Tests ohne Bilder vor, kommt so ziemlich auf´s gleiche raus.

Nun gibt es so
> viele Möglichkeiten, Bilder anzufertigen: Spielsituation,
> gescannte Karten, Material á la Schachtelrückseite. Jeder
> Leser mag die für ihn aussagekräftigen Bilder genauer
> betrachter. Was die Qualität angeht, gibt es genügend Leser
> mit Modem, deshalb müssen Bilder klein sein und/oder eine
> geringe Auslösung haben.

Oje, glaubst du das etwa ernsthaft? Dann wundert es mich, warum 99% der Webseiten inzwischen nicht mehr 10-KByte-Bilder verwenden. Zudem gibt´s ja auch Thumbnails.

Denn bei langen Ladezeiten schaut
> keine auf die Seite. Zuletzt, ein Bild sagt weniger als 1000
> Worte, wenn z. B. eine Rezension ein gute Beurteilung
> enthält. Schönes Spielmaterial führt - leider - nicht immer
> zu einem guten Spiel.

Aber eines gehört zum anderen. Ist mir jetzt doch etwas rätselhaft, waruzm du die Abwesenheit von Bildern argumentativ verteidigen willst. Ich sehe da keinen einzigen Vorteil darin.

> P.S.: ich habe den Eindruck, du legst Maßstäbe für
> Printmedien hier als Maßstäbe für Sites zugrunde. Dabei
> entsteht ein Mismatch, weil Internet eben anders funktioniert
> als die gedruckten Medien.

Und ich hab den Eindruck, das "anders funktionieren" setzt du automatisch als "qualitativ niedriger" an. Und das sehe ich nicht ein, warum das so sein soll. Auf Wunsch gerne zig tolle Webpage-URLs, die teilweise Jugendliche in ihrer Freizeit machen.

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Roman Pelek

Serifen

Beitragvon Roman Pelek » 7. Januar 2003, 11:22

Hi Wolfgang,

>Grundregel für jeden Text und jeden Druck: Überschriften serifenlos, längere Texte - und dazu gehören Rezensionen - mit Serifen, weil das Auge geführt wird. Mir ist daher nicht klar, warum du Serifen so veteufelst und serifenlose Schriften forderst.<

Das Problem liegt leider in der ungenügenden Auflösung auf dem Bildschirm. Serifen wirken da leicht unruhig und zerfranst, deshalb wird häufig empfohlen, in Online-Publikationen Texte generell in serifenlosen Schriften abzufassen. Ähnliches gilt z. B. auch für die Verwendung von kursiven Textpassagen.

Ciao,
Roman

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Wolfgang Ditt

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Wolfgang Ditt » 7. Januar 2003, 13:14

Hallo Biberle,

wie so oft wenn man eine Diskussion schriftlich führt, gab es einige Missverständnisse. Deshalb hier noch ein paar Anmerkungen:

> dummerweise gehören z.B. deine Rezensionen durchaus zu denen,
> die ich größtenteils von meiner Kritik verschonen würde.
Danke für das Kompliment; dennoch verschließe ich mich einer Kritik nicht und wie du am ersten Posting sehen kannst, habe ich über deine Anmerkungen nachgedacht.

> Nur -- MEINER MEINUNG NACH (und nicht mehr :) ) -- sollte
> sowohl der Form als auch der Inhalt stimmen, wenn man etwas
> veröffentlicht, und bei ersterem hapert´s (zu) oft. Dass es
> den Leser evtl. nicht stört, ist übrigens nebensächlich.
> Evtl. würden sogar die FAZ-Leser Fehler nicht stören.
Das ist etwas ganz anderes, wenn du es als deinen persönlichen Wunsch deklarierst. Den Rest teile ich nicht ganz so, denn Texte werde für ihre Leser geschrieben und danach ausgerichtet. Dazu gehört dann auch ein wie immer gearteter "erlaubter Fehlerquotient". Es ist dann (m)ein Selbstanspruch, ihn gering zu halten.

> Hier sitzt du anscheinend falschen Informationen auf: Deine
> Grundsätze gelten für den Printbereich, im Web benutzt jede
> professionell erstellte Seite serifenlose Schriften, und das
> nicht von ungefähr. Kannst du gerne selbst überprüfen. :)
Ich lass mich da gerne von überzeugen. Die Frage ist dann wieder, drucken die Leser den Text aus oder lesen sie ihn am Bildschirm. Das sind ja nun die Dinge, die man nicht oder nur sehr schwer erfährt.

> > Ein farbiger Hintergrund ist durchaus sinnvoll, weil
> > auflockernd, solange er das Auge nicht überbeansprucht wie z.
> > B. durch ein knalliges Zinnoberrot.
> Hm, denke ich nicht. Schau doch einfach mal auf der Seite,
> auf der wir uns gerade befinden. Bestenfalls sind noch
> Graustufen oder zarte Pastelltöne denkbar, eventuell auch
> weiße Schrift auf dunkelblauen Hintergrund. Was du vielleicht
> meinst: natürlich ist es schön, wenn die gesamte Seite durch
> verschiednfarbige Akzente aufgelockert wird, aber halt nicht
> unbedingt genau da, wo Textinfo drauf steht.
Ich denke, wir sind gar nicht soweit auseinander. Ich "liebe" auch die lila-schwarz-roten Hintergrundbilder und die grüne Schrift darüber. Die Lesbarkeit, und da stimem ich mit dir voll überein, muss im Vordergrund stehen. Gilt nicht nur für Websites, sondern auch im Print.

> > Wenn du so wenig mit den Websites anfangen
> > kannst, bleibe bei den Printmedien.
> Tschuldigung, aber das ist nun ein wenig trotzig...
Das sollte nicht trotzig klingen. Es gibt Menschen, die bevorzugen so sehr das gedruckte Medium, dass sie mit dem Netz nicht klarkommen. Eine Form im Netz, die manchem unverständlich erscheint, ist die, dass jeder mit einfachen Mitteln ungeprüft etwas veröffentlichen kann. Das ist anders bei anderen Medien, weil dort ein verantwortlicher Redakteur sitzt. Die Spielesites leben von solchen Personenkreisen, die ihre Meinungen und Ideen einfach umsetzen. Mit der Einschränkung, dass die Pöppoelkiste meiner Frau Brigitte gehört, gehöre ich auch zu diesem "unkontrollierten" Kreis.

> Tja, und darum ging´s mir: Ich wüsste nicht, warum man das
> als gottgegeben ansehen sollte. Okay, Layout ist im Netz
> natürlich etwas eingeschränkt, aber es sagt kein Mensch, dass
> Texte im Netz automatisch schlechter/unsorgfältiger
> geschrieben sein müssen.
Nein, Texte bestimmt nicht, aber wie oben gesagt, hier kann jeder leicht Exte veröffentlichen. Auf der einen Seite bietet es Meinungsvielfal, die bei Spielrezensionen sicher hilfreich ist, auf der anderen Seite leidet die Qualität (schlechte Texte und Bilder) und auch inhaltlich können extreme Ansichten (politische, religiöse, usw.) leichter veröffentlicht werden.


> > Und damit gibst du schon slebst die Antwort, warum es die
> > alleskönnende Website nicht gibt. Du brauchst Fachkenntnis im
> > Gesellschaftsspiele und im Webdesign und da keiner von seiner
> > Website lebt auch Zeit und sogar Geld (Hostingkosten)
> Schon klar. Aber das muss ja auch gar nicht alles einer
> alleine machen.
Alleine nicht, aber zu sehr wenigen. Alles andere erfordert Organisation und schränkt die Unabhängigkeit ein. Ein Verbund der Spielesites gibt es nur locker über Linklisten. Ich denke, ich schreibe hier für die meisten Siteinhaber, wenn ich sage, das ist so gewünscht. Als "Zentrale" gibt es ja dann genau diesen Austausch hier.


> > Bilder sind erst einmal eine Auflockerung des Textes und
> > somit besonders bei langen Texten sinnvoll (z. B. sind
> > Michael Knopfs Texte recht kurz und brauchen daher meiner
> > Meinung nach kein Bild zur Auflockerung).
> Nö, bei Spieletests sind Bilder IMO ein Muss. man stelle sich
> PC-Spiele-Tests ohne Bilder vor, kommt so ziemlich auf´s
> gleiche raus.
PC-Spiele ohne Bilder sind schwer vorstellbar. Selbst der Stern druckt in seinen kleinen Besprechungen einen Screenschot ab. Ich würde auch nie auf Bilder verzichten, aber unter gewissen Umständen, w. z. B. Michael Knopfs Darstellungen, kann man es tun.

> Oje, glaubst du das etwa ernsthaft? Dann wundert es mich,
> warum 99% der Webseiten inzwischen nicht mehr 10-KByte-Bilder
> verwenden. Zudem gibt´s ja auch Thumbnails.
Mit Thumbsnails ginge es. Wir haben das auch schon gemacht, aber die Abrufzahlen sind doch sehr gering. Vielleicht ist es nur eine Minderheit, die sich bei Spielerezensionen große Bilder wünscht.

> Aber eines gehört zum anderen. Ist mir jetzt doch etwas
> rätselhaft, waruzm du die Abwesenheit von Bildern
> argumentativ verteidigen willst. Ich sehe da keinen einzigen
> Vorteil darin.
Das wollte ich nicht. Klang vielleicht so, weil ich es in einem Atemzug mit Michael Knopfs Seite geschrieben habe. Für mich sind Bilder zu Rezensionen auch ein Muss, was daran liegt, dass unsere Texte auch lang sind und sonst Bleiwüste entsteht. Menge und Größe müssen aus meiner Sicht zum Spiel passen, eine Rezension aus 5 Zeilen und 10 Bildern hat auch ein Missverhältnis. Was bleibt, ist immer die Einschätzung, was den Leser interessiert, denn die Palette der Darstellungen ist weit, eben von einer Spielsituation bis zu stimmungsvollen Details oder Kartenscans.

> > P.S.: ich habe den Eindruck, du legst Maßstäbe für
> > Printmedien hier als Maßstäbe für Sites zugrunde. Dabei
> > entsteht ein Mismatch, weil Internet eben anders funktioniert
> > als die gedruckten Medien.
> Und ich hab den Eindruck, das "anders funktionieren" setzt du
> automatisch als "qualitativ niedriger" an. Und das sehe ich
> nicht ein, warum das so sein soll. Auf Wunsch gerne zig tolle
> Webpage-URLs, die teilweise Jugendliche in ihrer Freizeit
> machen.
Ich weiß, es gibt tolle Seite und du hast recht, es muss nicht schlechter sein. Was ich meinte, es ist heute vieles qualitativ schlecht, einfach, weil es Masse gist, aber - vielleicht nicht für dich im Spielebereich - es gibt auch sehr viele gute Seiten. Als mein Sohn mal für die Schule Informationen zu Hannibal brauchte, haben wir eine Seite entdeckt, die uns vom Start Hannibals über die Alpen bis zur Niederlage Hannibals und die Konsequenzen daraus alles sehr ut erklärte und grafisch zeigte. Nie hat mir eine Stunde Geschichte mehr Spaß gemacht.

Wolfgang

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Michael Andersch

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Michael Andersch » 7. Januar 2003, 13:41

Hallo,

Deine Kritik mag vielleicht in der Theorie zutreffen, in der Praxis aber - für mich zumindest - sind die von Dir genannten Punkte kaum relevant.

Was zählt ist die Information - und die bekomme ich fast immer, unabhängig davon, ob diese sprachlich und grammatikalisch sowie vom Web-Auftritt her so ist, wie sie sein könnte oder sollte.

Natürlich gibt es einige Schreiber, da fragt man sich gelegentlich (ist bei mir genau bei einem der Fall), ob sie ihren Text nach dem Erstellen nochmal durchlesen, z.B. wenn Sätze begonnen und dann völlig unpassend beendet werden.
Allerdings: Wie gesagt - was für mich zählt ist die Information. Und die geht dadurch in den seltensten Fällen verloren. Und wenn doch würde ich mich hüten, hieran Kritik zu üben, da ich ja keinerlei Anrecht darauf habe, eine Kritik zu finden, die von Layout etc. her meinen Ansprüchen entspricht - in allen mir bekannten Fällen handelt es sich um Ein-Mann-Freizeit-Projekte. Bzw. ich würde vielleicht kleinere konstruktive Vorschläge machen, aber keinesfalls Dinge ansprechen, von deren Umsetzung ich vermuten würde, dass es einiges an Arbeit kostet.

Viele Grüße,
Micha

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Anreas Keirat

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Anreas Keirat » 7. Januar 2003, 14:20

Biberle schrieb:
>
> Meiner Meinung -- ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen --
> scheiden schon mal gut 70% durch mangelhafte Verwendung der
> deutschen Sprache aus; teilweise Fehler, bei denen es einem
> als Journi/Redi selbst dann die Zehennägel hoch rollt, wenn
> man sie eigentlich geflissentlich übersehen wollte. Andere
> wiederum erfreuen das Auge mit einem Webdesign nach 1994er
> Mode: 14-Punkt-Serifenschrift vor farbigen Hintergrund und
> einer Navigation aus der Rumpelkammer. Nun gibt es aber auch
> einige, die auffgrund ihrer geschliffenen Sprache ein echtes
> Vergnügen sind, etwa Herr Knopfs Siegpunkt-Seite. Sprache
> toll, aber das war´s auch: Immergleiches Zweispaltenlayout
> ohne irgendein Bild (ok, Zugeständnisse ans Zeitungsvorbild),
> was die Rezension dann auch wieder unbefriedigend macht.
>

Hallo!

Als Macher einer Webseite, die bei Luding gelistet ist (Rezensionen sind dort mit Kürzel DA zu finden), möchte ich zumindest über unsere Seite ein paar Informationen geben. Zur Klarstellung möchte ich vorwegnehmen, daß ich mich nicht angegriffen fühle und diesen Beitrag durchaus lobenswert finde!

Wir z.B. machen unsere Webseite aus Hobby und nicht, um als prof. Webseite über Abbo oder Werbung Geld damit zu verdienen. Demzufolge steht neben der eigentlichen Testarbeit (die pro Spiel ca. 4 Stunden und 1 Stunde für Nachbearbeitung beim Textschreiben und bei eventuellen Fotos) noch eine andere Tätigkeit im Vordergrund, mit der man den Lebensunterhalt verdient.

Die Webseite von uns ist schon im Grund vor ca. 10 Jahren auf einem Amiga erschienen. Damals gab es kein HTML 4.x, keine Frames, Cookies oder CGI Skripte, die man für so etwas nutzen konnte. Die Portierung auf PC-Systeme hat damals Mario Boller-Olfert übernommen, der das ganze für so ca. 400 Tests gemacht hat, die in dieser Zeit entstanden sind.
Das Design war damals naturgemäß einfach, vor allem, weil wir keine Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse hatten und ich mit einem 14.400 Modem agieren mußte. Digitalkameras gab es auch nicht, alles wurde mit einer Kleinbildkamera, einigen kleinen Strahlern und einem Stoffballen fotografiert. Diese Fotos mit dem typischen grauen oder grünen Hintergrunfd findest Du bei alten Texten von uns, etwas neuere sind mit gelben Hintergrund. Erst später kam eine Digitalkamera dazu, die so leidlich gute Bilder liefert (Hintergrund ist Parkettfußboden).
Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich Speicherplatz unter bestimmten Bedingungen bei Ludings Server haben wollte, um die HTML-Seiten selbst zu generieren und das Luding Team zu entlasten. Ich bekam den Platz unter kleinen Auflagen und konnte nun mehr Bilder integrieren.
Das "Design" unserer Seiten stand aber schon und sollte nicht geändert werden, um schnellen Zugriff und wenig Platz auf dem Server einzunehmen. Ich selbst habe bis heute keine HTML-Kenntnisse und verwende zum Erstellen nur einen Editor in seinen Grundfunktionen. Auf unserer Webseite soll Wert auf Text und Klarheit gelegt werden, keine Verschnörkelungen wie Hintergrundmuster, blinkende Farben oder Sounds. Außerdem würde ein Neudesign pro Text sicherlich 3 Minuten dauern, bei 2500 Texten kannst Du Dir dann ausrechnen, was das für eine Arbeit "nebenbei" ist.
Warum sind unsere Texte mit einem blauen Hintergrund versehen?
Irgendwo hat mal jemand gesagt, daß dies augenschonend sein soll und außerdem werden bei hellen Hintergründen und schwarzer Schrift auf Monitoren der alten Generation die Augen müde durch Hintergrundflackern. 1994 gab es keine TFTs, bei denen dies nicht passiert.
Ein Problem bei unseren Texten ist der Ausdruck. Er funktioniert nicht! Das liegt an den verwendeten Farben durch den dunklen Hintergrund. Da wird der weiße Text mit der Spielüberschrift nicht mitgedruckt und auch das helle Grau des Textes macht ein Entziffern schwer. Die Webseite ist aber als Medium nicht zum Ausdrucken da, sondern soll natürlich online gelesen werden bzw. offline auf der CD-Rom bzw. als HTML-Capture. In unseren Nachfragen hatte niemand erwogen, die Texte auszudrucken und seitdem sie so online sind, hat mich auch niemand auf diesen "Fehler" aufmerksam gemacht.

Zum Thema Navigation: Bei uns ist dies nicht mit Frames, sondern mit Links unter jedem Text gelöst. Das sieht zugegebenermaßen recht arm aus, funktioniert aber auf jedem Browser-System. Die Amiga-Browser der damaligen Zeit konnten mit Frames z.B. nichts anfangen und auch der kurzzeitig vorhandene Apple bei uns war nicht in der Lage, damit vernünftig zu arbeiten. Wenn ich mir das heutige HTML-Zeug anschaue, frage ich mich, ob es ernsthaft so sein sollte. Mein Netscape 4.51 bekommt neuerdings Probleme bei dieser Webseite, weil im unteren Bereich der Hauptseite irgendwas den Browser zum Absturz bringt... Natürlich kann ich einen neueren Browser installieren, aber der kann meine eMail-Verwaltung nicht richtig managen (Netscape 6.x)!

Mit den Serif-Schriften gebe ich Dir indirekt recht. Bei kleinen Auflösungen kann es dort zu Problemen beim Lesen kommen, wenn ein heller Hintergrund vorhanden ist. Bei uns denke ich, geht das aber doch ohne Probleme (allerdings habe ich einen TFT vor der Nase, bei normalen Monitoren mag das anders sein...).

Zum Schreibstil:
Der ist sicherlich von Person zu Person verschieden. Keiner wird ausgebildeter Journalist sein und die Schulbildung bzw. das Alter von jedem Schreiber dürfte sich auch unterscheiden. Bei uns ist es so, daß ich die Texte mittlerweile über Word schreibe und die automatische Rechtschreibkontrolle aktiviert ist. Sie steht allerdings auf alter Rechtschreibregelung, da ich die neue nach Möglichkeit ignoriere. Dann liest Claudia (meine Frau) eigentlich jeden Text einmal durch und versucht so, Satzbaufehler zu finden. Erst danach kommt es zur Veröffentlichung, weswegen wir auch nicht die Schnellsten bei den jeweiligen Spielen sind. Es mag sein, daß andere Leute nicht so vorgehen, aber es ist schließlich ihr Hobby und kein Bewerbungsschreiben.
Der eigentliche Schreibstil ist Ansichtssache. Ich persönlich finde blumige Umschreibungen und riesige Verrisse nicht angemessen (daher habe ich die Zeitschrift Fairplay auch nicht abboniert). Sie mögen vielleicht unterhaltsamer für einige Leser sein, gehen aber schnell zu weit und wirken verletzend. Ein wenig Distanz gehört für mich dazu. Deswegen sind unsere Berichte größtenteils mit dem Spielablauf beschäftigt und kümmern sich nur in kleinen Abschnitten um die eigentliche Bewertung des Spiels. Wir wollen niemanden zu stark loben oder niedermachen, nur weil uns ein Spiel nicht gefällt. Der ausführliche (recht objektive) Text oberhalb unserer Meinung soll dem Leser die Möglichkeit geben, sich selbst ein kleines Bild zu machen. Dies, zusammen mit den vielen anderen Texten bei Luding zu einem Spiel, bringt ihm dann ein Gesamtbild.

> Ich würd´s ja gerne selber besser machen, doch neben den noch
> mangelnden Spielkenntnissen fehlt es mir auch an den
> Kenntnissen zum Erstellen professionell aufgemachter
> Webseiten.

Der fehlt anscheinend allen nebenberuflichen Webdesignern. Es ist schwer, Inhalte und Webdesign auf hohem Niveau zu halten. Ich wünschte mir einiges mehr an Zeit für die Webseite (derzeit ca. 70 MB groß) und die Spiele an sich. Ich komme kaum noch dazu, alte Spiele einmal hervorzuholen und zu spielen.

Ciao,

Andreas Keirat

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Andreas Keirat

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Andreas Keirat » 7. Januar 2003, 14:23

Michael Andersch schrieb:
>
>>
> Natürlich gibt es einige Schreiber, da fragt man sich
> gelegentlich (ist bei mir genau bei einem der Fall), ob sie
> ihren Text nach dem Erstellen nochmal durchlesen, z.B. wenn
> Sätze begonnen und dann völlig unpassend beendet werden.
>
>
> Micha

Hallo!

Ich denke einfach, man sollte ruhig einem Webmaster sagen, wenn man einen Fehler in der Darstellung oder in einem Text findet. Ich persönlich finde dies immer sehr hilfreich und ich denke, niemand wird darauf "persönlich angegriffen" reagieren.

Ciao,

Andreas Keirat (der gerade entdeckt hat, daß er seinen eigenen Namen in einem anderen Posting zu diesem Thema falsch geschrieben hat 8) )

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Ernst Knauth

Re: [OT] Browser / Email-Programm

Beitragvon Ernst Knauth » 7. Januar 2003, 14:57

Anreas Keirat schrieb:
>
> ... Natürlich kann ich einen
> neueren Browser installieren, aber der kann meine
> eMail-Verwaltung nicht richtig managen (Netscape 6.x)!

Hallo Andreas,

wir hatten dasselbe Problem, als wir vorletztes Jahr einen Nachfolger für Netscape 4 suchen mussten. Jetzt haben wir [b] Opera [/b] als Browser und [b] The Bat [/b] für die Email-Verwaltung, und wir sind voll zufrieden.

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Michael Andersch » 7. Januar 2003, 15:03

Andreas Keirat schrieb:
>
> Ich denke einfach, man sollte ruhig einem Webmaster sagen,
> wenn man einen Fehler in der Darstellung oder in einem Text
> findet. Ich persönlich finde dies immer sehr hilfreich und
> ich denke, niemand wird darauf "persönlich angegriffen"
> reagieren.

Hallo Andreas,

wenn es einen objektiven Fehler in der Beschreibung eines Spieles gibt stimme ich Dir zu. Den Fall hatte ich schon mal, dass ein Spiel offensichtlich nach falschen Regeln gespielt und bewertet wurde, und der entsprechende Web-Master hat auf meinen Hinweis hin auch sehr erfreut reagiert.

Bei einem Rechtschreibfehler (oder auch mehreren in einem Text) würde ich darauf aber nicht hinweisen. M.E. lohnt der Aufwand das Ergebnis nicht. Kritik an derlei Dingen - wenn sie auch sachlich und konstruktiv ist - halte ich für sehr kleinlich.

Viele Grüße,
Micha

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Marco Aschwanden

RE: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Marco Aschwanden » 7. Januar 2003, 16:55

In der Tat sind viele Webdesigns schlecht (Stichwort: Designer-Wüsten). Einer der Usability-Päpste ist Jakob Nielsen. Der User wird ins Zentrum gestellt. Was will der User und wie kommt er optimal zu dem was er will. Viele Infos zu gutem Webdesign finden sich auf seiner Homepage:

http://www.useit.com/

Dort findet man auch Antworten zu den Fragen des Hintergrunds (ja, er sollte am besten weiss oder extrem neutral sein ... alles was den Kontrast beeinträchtigt ist schlecht - umso mehr, da es eh schon mühsam ist ab Bildschirm lesen zu müssen) und auch zur Schrift (nichts spricht gegen Serifen-Schriften einzig die Schriftgrösse sollte mindestens 10 Punkte gross sein und da halten sich ganz wenige dran! Nicht mal die SB-Online!).

Zum Inhalt von Internet-Texten gibt es klare "Vorschriften". Die zwei zentralsten Forderungen:

- Umgekehrter Pyramiden-Stil (Zuerst das Wesentliche / Resultat und dann erst ins Detail gehen)
- Texte im Internet sollten höchstens 50% des Umfangs eines Print-Artikels haben!

Eine gute Zusammenstellung findet sich hier:

http://www.gooddocuments.com/

Mit diesen beiden Links, kann man eigentlich alles Wesentliche fassen...

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Michael Weber

Re: Online-Seiten - Kooperationen oder Linktausch

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 16:58

Wolfgang Ditt schrieb:
> Eine Form im Netz, die manchem
> unverständlich erscheint, ist die, dass jeder mit einfachen
> Mitteln ungeprüft etwas veröffentlichen kann. Das ist anders
> bei anderen Medien, weil dort ein verantwortlicher Redakteur
> sitzt. Die Spielesites leben von solchen Personenkreisen, die
> ihre Meinungen und Ideen einfach umsetzen.

Ja, aber bei uns veröffentlicht niemand etwas, was nicht durch meine Hände gegangen ist ;-)


> Ein Verbund
> der Spielesites gibt es nur locker über Linklisten. Ich
> denke, ich schreibe hier für die meisten Siteinhaber, wenn
> ich sage, das ist so gewünscht.

Hm, das sehe ich nicht ganz so. Ich weiß sehr wohl, dass sich einige mit Kooperationen schwer tun, aber Reich der Spiele zum Beispiel sucht diese Kontakte. Wir haben eine Partnerschaft mit spieletest.at (die widerum mit Fairspielt), aus der wir noch viel mehr machen könnten. Wir kooperieren bei unseren Spiele-Charts mit Hall9000 und Spiele-Truhe. Wer weiß, was noch kommt. Wir verlinken zum Teil Berichte anderer Seiten, wenn wir zum gleichen Thema etwas haben und und und. Ich hoffe, wir machen das auch mal mit der Pöppelkiste :-)

Michael

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Michael Weber

Zeit und Schreiber

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 17:05

Michael Andersch schrieb:
> in allen mir bekannten Fällen handelt es sich um
> Ein-Mann-Freizeit-Projekte. Bzw. ich würde vielleicht
> kleinere konstruktive Vorschläge machen, aber keinesfalls
> Dinge ansprechen, von deren Umsetzung ich vermuten würde,
> dass es einiges an Arbeit kostet.

Hm, du leugnest also, uns zu kennen?

Bei Reich der Spiele handelt es sich um ein Team-Projekt, das natürlich von Gerlinde und mir lebt und verantwortlich betrieben wird. Dennoch wären wir ohne die vielen Texte unserer Mitsreiter sicher nicht da, wo wir heute sind. Aber hier liegt dann ein Problem. Je mehr mitmachen, desto mehr Texte, desto mehr Zeit benötige ich tatsächlich für das Design, die Korrekturen und den Upload.

Dennoch sehe ich genau hier den Vorteil: Mehr Schreiber, bessere Zuordnung zu den Testern (niemand wird ein Spiel verreißen, weil er die Art des Spiels nicht mag). Ein ähnblich großes Team kenne ich von den Web-Seiten nur von Hall 9000. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass es kaum Spiele-Magazine gibt, sondern dass viele einfach nur Besprechungen bieten.

Michael

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Michael Weber

RE: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 17:10

Marco Aschwanden schrieb:

> In der Tat sind viele Webdesigns schlecht (Stichwort:
> Designer-Wüsten).

Na, es werden aber Maßstäbe gesetzt, die kommerzielle Seiten oder professionelles Webdesignt betreffen. Die hier diskutierten Seiten sind Hobby-Projekte. Gut, die meisten könnten die Seiten User-freundlicher gestalten, aber ich denke, viele kennen gerade mal den Befehl zum Starten des Frontpage Express ;-)

> Dort findet man auch Antworten zu den Fragen des Hintergrunds
> (ja, er sollte am besten weiss oder extrem neutral sein ...
> alles was den Kontrast beeinträchtigt ist schlecht - umso
> mehr, da es eh schon mühsam ist ab Bildschirm lesen zu
> müssen) und auch zur Schrift (nichts spricht gegen
> Serifen-Schriften einzig die Schriftgrösse sollte mindestens
> 10 Punkte gross sein und da halten sich ganz wenige dran!
> Nicht mal die SB-Online!).

:-) Wir machen vieles, aber lange nicht alles richtig.

Die übliche Schriftgröße ist inzwischen von Normal auf -1 geschrumpft, was besser aussieht, weniger Platz weg nimmt, aber die Sehbehinderten (ab Brille) vergisst.

> - Umgekehrter Pyramiden-Stil (Zuerst das Wesentliche /
> Resultat und dann erst ins Detail gehen)
> - Texte im Internet sollten höchstens 50% des Umfangs eines
> Print-Artikels haben!

Ich denke, das die meisten Seiten viel zu lange Texte bringen. Das liest kein Mensch. Und das sogar per Umfrage erwiesen.

Michael

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Michael Weber

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 17:19

Anreas Keirat schrieb:
> Zum Thema Navigation: Bei uns ist dies nicht mit Frames,
> sondern mit Links unter jedem Text gelöst. Das sieht
> zugegebenermaßen recht arm aus, funktioniert aber auf jedem
> Browser-System.

und ist auch besser für Suchmaschinen! Diese Frame-Geschichten sind doch eigentlich nur etwas, wenn man sonst nicht so gut mit Webprogrammierungen umgehen kann ;-) Ernsthaft. Mich nerven Frames, weil sie viele Nachteile haben, die der Erschaffer oft nicht mal kennt. Ich habe zum Beispiel bis vor kurzem mit einem 15"-Monitor gearbeitet und da gab es bei einigen Framebereichen diverser Seiten nicht mal einen Scroll-Balken, weil der weg programmiert wurde. Das mir dann Teile der Navigation fehlen, haben die natürliuch auf ihren 19"-Bildschirmen nicht gesehen.

> Ich wünschte mir einiges mehr an Zeit für die Webseite
> (derzeit ca. 70 MB groß) und die Spiele an sich. Ich komme
> kaum noch dazu, alte Spiele einmal hervorzuholen und zu
> spielen.

Das Problem kenne ich. Ein Relaunch (Optik) unserer Seite ist dringend notwendig, aber die Zeit zu knapp, um alle Seiten umzustellen. Da müsste man im Prinzip über 1-2 Monate eine Mirror-Seite führen, um alles auf dem laufenden zu halten.
Was das Spielen angeht, gibt es zu viele Neuheiten, die getestet werden müssen, als dass man dazu kommt, Lieblingsspiel auf den Tisch zu bringen...

Michael

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Matthias Staber

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Matthias Staber » 7. Januar 2003, 17:21

>Naja, ein paar unsortierte Gedanken dazu:
- auf richtige Länge achten: gerade im Internet wird der quasi unendliche Platz als Freifahrtschein für unendliche Quasselei missverstanden.
- wenn schon etwas länger, dann dringendst eine konsequente Gliederung mit Absätzen, Bildern und noch mehr Absätzen. Textwüsten will kein Schwein lesen.
- wie gesagt: Bilder. Es kann nicht sein, dass im zeitalter der Digikamera auf so wenig Brettspiel-Seiten aussagekräftige und hochqualitative Bilder der Spiele zu finden sind. nach wie vor gilt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
- selbst für Nicht-Journalisten gibt´s ein paar ganz simple Regeln, deren Beachtung die Textqualität erheblich steigern kann: Keine Wortwiederholungen, lebendig schreiben, Aktiv-Konstruktionen verwenden (und keine Passiv-"werden"-Konstruktionen), Füllwörter mit null Aussage vermeiden usw.<

Ein ganz banaler Tipp: Sich eines der Bücher von Wolf Schneider reinziehen ("Deutsch für Kenner", "Deutsch für Profis" usw.). Harald Schmidt hat ihn einmal als "Zuchtmeister der deutschen Sprache" bezeichnet, und so liest er sich tatsächlich: Herrisch, arrogant, besserwisserisch. Aber die Lektüre lohnt sich in jedem Fall: Viele der Fallen, in die Textproduzenten gerne tappen (Passivkonstruktionen, Schachtelsätze, Leerphrasen, falsche Anglizismen usw.) werden genüsslich seziert und anhand sehr lustiger Beispiele vorgeführt. Lohnt sich auch, wenn man nicht vorhat, selbst zu schreiben, sondern einfach nur Printmedien konsumiert.

Deinem Tipp "Keine Wortwiederholungen" würde ich übrigens nicht uneingeschränkt zustimmen wollen (siehe auch: Esel->Grautier, Katze->Samtpfote, Hund->Vierbeiner, Boris Becker->der Leimener, Steffi Graf->die Brühlerin; Mexika->Tikal-Nachfolger usw.; es gibt viele, die sowas nicht lesen wollen und als Synonyme-Gegner der Meinung sind, Gleiches solle mit Gleichem, Unterschiedliches mit Unterschiedlichem bezeichnet werden).

Matthias

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Biberle

RE: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Biberle » 7. Januar 2003, 17:25


> In der Tat sind viele Webdesigns schlecht (Stichwort:
> Designer-Wüsten). Einer der Usability-Päpste ist Jakob
> Nielsen. Der User wird ins Zentrum gestellt. Was will der
> User und wie kommt er optimal zu dem was er will. Viele Infos
> zu gutem Webdesign finden sich auf seiner Homepage:
>
> http://www.useit.com/

Witzigerweise würde ich der Seite auch nicht unbedingt einen Award für gelungenes Webdesign verpassen...

hab ich außerdem was überlesen, oder kennt sich der Mann mit relativ einfachen Fragen nicht aus bzw. lebt technisch hinter dem Mond? So beschwert er sich über die umständliche Methode der Schriftgrößenänderung. Strg+Mausrad scheint ihm völlig unbekannt zu sein.

> Dort findet man auch Antworten zu den Fragen des Hintergrunds
> (ja, er sollte am besten weiss oder extrem neutral sein ...
> alles was den Kontrast beeinträchtigt ist schlecht - umso
> mehr, da es eh schon mühsam ist ab Bildschirm lesen zu
> müssen) und auch zur Schrift (nichts spricht gegen
> Serifen-Schriften einzig die Schriftgrösse sollte mindestens
> 10 Punkte gross sein und da halten sich ganz wenige dran!
> Nicht mal die SB-Online!).

Klar geht´s auch mit Serifenschriften. Der Grund, warum sich Serifenlose Schriften online trotzdem viel besser lesen, ist vielfältig: Anderer Blickwinkel, anderer Satzspiegel, Spatialisierung, Spaltenbreite usw. Ich behaupte mal, dass sich 8-Punkt serifenlos besser/angenehmer lesen lässt als 11-Punkt Serif. Wie gesagt: FAST JEDE mir bekannte, von kommerziellen Internet-Dienstleistern erstellte Page setzt auf serifenlose Schrift. Die wenigen Ausnahmen wie etwa heise-online wirken nicht umsonst extrem altbacken.

> - Umgekehrter Pyramiden-Stil (Zuerst das Wesentliche /
> Resultat und dann erst ins Detail gehen)

Ist IMO kein Muss (vor allem bei echten Tests ist ein Resultat gleich am Anfang nicht immer förderlich), aber wenn man´s konsequent angeht, kann man schon mal viele Laien-Fehler vermeiden.

> - Texte im Internet sollten höchstens 50% des Umfangs eines
> Print-Artikels haben!

Finde ich auch etwas "statisch", was, wenn der Print-Artikel nur ein Viertelseiter war? ;)
IMO sollte bzw. kann man die Freiheiten, die einem das Internet potenziell bietet, schon nutzen. Etwa einen straffen Haupttext, aber davon ausgehend vernetzt ausführliche, weiterreichende Informationen, wie sie in einem Printmag nicht möglich wären. Eine wirklich gute Gliederung ist dann aber unerlässlich.

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Biberle

Re: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Biberle » 7. Januar 2003, 17:32


> Ein ganz banaler Tipp: Sich eines der Bücher von Wolf
> Schneider reinziehen ("Deutsch für Kenner", "Deutsch für
> Profis" usw.). Harald Schmidt hat ihn einmal als
> "Zuchtmeister der deutschen Sprache" bezeichnet, und so liest
> er sich tatsächlich: Herrisch, arrogant, besserwisserisch.
> Aber die Lektüre lohnt sich in jedem Fall: Viele der Fallen,
> in die Textproduzenten gerne tappen (Passivkonstruktionen,
> Schachtelsätze, Leerphrasen, falsche Anglizismen usw.) werden
> genüsslich seziert und anhand sehr lustiger Beispiele
> vorgeführt. Lohnt sich auch, wenn man nicht vorhat, selbst zu
> schreiben, sondern einfach nur Printmedien konsumiert.


Kommt mir alles sehr bekannt vor. ;)
Problem ist halt, das wirklich konsequent durchzuziehen. Wenn man gaaanz viel Zeit für jeden Artikel hat, ist´s kein großes Problem, aber wenn man sich nicht mal mehr die zehn Minuten vor der Abgabe für´s nochmalige Durchlesen nehmen will...

> Deinem Tipp "Keine Wortwiederholungen" würde ich übrigens
> nicht uneingeschränkt zustimmen wollen (siehe auch:
> Esel->Grautier, Katze->Samtpfote, Hund->Vierbeiner, Boris
> Becker->der Leimener, Steffi Graf->die Brühlerin;
> Mexika->Tikal-Nachfolger usw.; es gibt viele, die sowas nicht
> lesen wollen und als Synonyme-Gegner der Meinung sind,
> Gleiches solle mit Gleichem, Unterschiedliches mit
> Unterschiedlichem bezeichnet werden).

Jo, stimmt, aber das geht ja schon eher in die "Begriffe"-Richtung. Ich meinte es eher eine Stufe banaler, etwa in Kombination mit Füllwörtern (wenn man andauernd "recht", "eher" usw. schreibt) oder wenn es arg einfallslos ist: In einer Spielerezension 15x "Spiel" zu schreiben, muss ja nicht sein. man muss es dann ja auch nicht durch andere Begriffe ersetzen, sondern es gibt auch Wege, sie ganz elegant zu umgehen.

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Michael Weber

Online-Seiten/Rezensionen: Ein Versuch zu antworten

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 17:42

Biberle schrieb:
> Meiner Meinung -- ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen --
> scheiden schon mal gut 70% durch mangelhafte Verwendung der
> deutschen Sprache aus; teilweise Fehler, bei denen es einem
> als Journi/Redi selbst dann die Zehennägel hoch rollt, wenn
> man sie eigentlich geflissentlich übersehen wollte.

Also, die beiden Kose-Namen für Schreiber sind ja wirkllich ... ;-)
Du hast Recht! Ich nehme uns davon nicht aus. Es wimmelt bei uns von kleineren und größeren Fehlern in den Texten. Aber so etwas passiert. Vor allem, wenn man viel Output hat. Es mag einige Schreiber geben, die echte sprachliche Schwächen haben und sich dennoch im Web präsentieren. Ich finde das in Ordnung. Sie müssen nur damit rechnen, dass nur wenige Besucher wieder kommen.

> Ich bewundere zwar den Eifer, mit denen einige sich ihrem
> Hobby (oder Beruf) online verschrieben haben, aber so ne
> richtig professionelle Seite, die alle meine Wünsche
> gleichzeitig befriedigt, habe ich irgendwie (noch) nicht
> gefunden. Nach sechs, sieben Sites ergibt sich zwar so
> langsam ein schlüssiges Bild, aber das sollte sich doch auch
> irgendwie mit einer erledigen lassen, die zu konsumieren auch
> dem anspruchsvollen Leser zumindest keine Qual ist.

Was hast du gegen viele Seiten? OK, du hättest gerne diese eine Seite für dich gefunden, aber das ist ja wie im Printbereich auch: Das Wunder muss erst gefunden oder von Dir selbst erschaffen werden.

> Ich würd´s ja gerne selber besser machen, doch neben den noch
> mangelnden Spielkenntnissen fehlt es mir auch an den
> Kenntnissen zum Erstellen professionell aufgemachter
> Webseiten. Lediglich das Reviews verfassen kenne ich aus dem
> Effeff. Denkt jemand ähnlich wie ich und hätte auch Lust, dem
> Zustand ein Ende zu bereiten?

Wir suchen immer fleißge Autoren ;-) Schließ dich doch der Seite an, mit der du am besten klar kommst und mach es besser (nein, das ist jetzt keine destruktive Kritik!).


Um mal für Reich der Spiele zu sprechen:

Wir haben einen recht eigenwilliges Konzept, das aber voll aufgegangen ist. Zu diesem Thema haben wir auch eine Umfrage gehabt. Dabei stellte sich in fast allen Bereichen heraus, dass auch Surfer, die das erste Mal bei uns waren, zumindest verstanden haben, was wir wollen. Hier mal einige Punkte unseres Anliegens, die gleichzeitig eine zusammenfassende Antwort auf vorangegangene Postings sind.

a) KURZE Besprechungen, die im wesentlichen das Spielgefühl und nicht unbedingt den Mechanismus widergeben, denn lange Texte gibt es genug und werden kaum gelesen. (OK, es gibt auch einige Schwafeleien bei uns). Wichtig ist doch, ob ein Spiel Spaß macht und warum!

b) schlanke und nachvollziebare Navigation
Die tollste Optik ist zum Scheitern verurteilt, wenn der Nutzer den nächsten Bereich nicht finden kann. Leider sind viele Seiten absolut unübersichtlich gestaltet. "Der User" sucht nicht nach Links, er muss sie sofort sehen.

c) Wir wollen nicht wie andere Webseiten sein. Wir sind für Vielfalt und verstehen auch Konkurrenzdenken nicht. Wir möchten ein Teil dieser Vielfalt sein und damit dem Spiel als solches helfen. Daher ist jede einzelne Seite zu begrüßen, auch wenn sie schlecht aussieht und schwache Texte enthält.

d) Was Bilder angeht, muss man genau abwägen, ob es sich wirklich lohnt, fünf große schlechte oder 3 kleine gute zu veröffentlichen. Es reicht eins, es geht auch mal ohne. Wir denken aber darüber nach, zukünftig wenigstens bei einigen Spielen mehr als "unser eines" zu veröffentlichen. Ich gebe dennoch zu bedenken, dass einige noch über Modem surfen und dei Ladezeiten deshalb grundsätzlich gering zu halten sind. Eien Bilderflut mit 60-80 kb wird einige nerven!

e) Der sprachliche Anspruch sollte jedem Schreiber selbst überlassen bleiben. Manche können nicht besser, manche sehen Fehler zu spät oder gar nicht. Es gibt natürlich guten und schlechten Stil, aber wer möchte denn - mal ein extremes Beispiel - einem Webmaster dafür kritisieren, dass er etwas erschafft, obwohl er nur Hauptschulabschluss hat? Sorry, aber da nehme ich Mängel in Kauf und freue mich über eine weitere Seite mit Herz!
Kurze verständliche und witzige Sätze sind vielleicht schön, aber Abwechslung ist doch noch schöner.

Das war sicher nicht alles, aber momentan reicht das erst Mal ...

Michael

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Michael Weber

RE: Online-Seiten/Rezensionen: naja...

Beitragvon Michael Weber » 7. Januar 2003, 17:45

Biberle schrieb:
> hab ich außerdem was überlesen, oder kennt sich der Mann mit
> relativ einfachen Fragen nicht aus bzw. lebt technisch hinter
> dem Mond? So beschwert er sich über die umständliche Methode
> der Schriftgrößenänderung. Strg+Mausrad scheint ihm völlig
> unbekannt zu sein.

Usability zeichnet sich dadurch aus, dass der User nicht erst die Seite nach seinem Geschmack ändern muss! Ganz abgesehen davon, funktioniert der Tipp mit dem Mausrad bei mir nicht ;-)


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