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Medina - Regeln bei der DM

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Kathrin Nos
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Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Kathrin Nos » 10. Januar 2003, 10:48

Hallo,

auf der Homepage des Herner Spielezentrums werden die Regeländerungen für Medina bei der Vorrunde zur Deutschen Brettspielmeisterschaft angegeben (siehe URL).

Zu den Turmtafeln werden die Regeln wie folgt geändert (Zitat aus angegebener Quelle):
[i]Erläuterung zu "Turmtafeln":
Für die Übernahme von Turm-Tafeln ist der Neuanschluss (oder die Neuinbesitznahme) eines Palastes an eine Mauer entscheidend. Durch Weiterbau einer Mauer, die schon an den Palast angeschlossen war, kann eine Turmtafel nicht (zurück)erobert werden. Durch Anschluß der anderen Mauer ist ein Turm jedoch zurückzuerobern.
[/i]

Von einem Bekannten wurde ich darauf hingewiesen, dass in der Brettspielwelt die Regeln bereits von den Originalregeln von Hans im Glück abweichen. Hier die entsprechende Regelpassage (aus: http://www.brettspielwelt.de/de/Hilfe/Anleitungen/Medina/ - siehe Abschnitt 4. Wertung):
[i]Dabei zählt jede Kante der Mauer als Neuanschluss (Achtung: anders als in Orginalregel!). Ein Palast wird durch Setzen eines Daches an die Mauer NEU angeschlossen. Auch ein späteres Einsetzen eines Ziegenstalls kann zu einem Neuanschluss führen. [/i]

Vielleicht habe ich es einfach nicht richtig verstanden, aber unterscheiden sich diese beiden Regelungen nicht?

Während ich die Regel der Herner so verstehe, dass ich einen Palast zweimal neu anschliessen kann (einmal an jeder Seite des Turms), finde ich, dass man die Regel der BSW so interpretieren müsste, dass jede Kante der Mauer, die neu an den Palast angrenzt (sei dies durch Bau eines neuen Palastteils oder Ziegenstalls an die entsprechende Mauer, oder durch Verlängerung einer Mauer entlang eines Palastes) zu einem Neuanschluss und damit ggf. zu einem neuen Besitzer der Turmtafel führt.

Welche Interpretation ist nun richtig und wie genau wird Medina bei der DM gespielt?

War nicht Medina bei der DM-Endrunde 2001 schon dabei (ich spiele dieses Jahr das erste Mal DM)? Gab es dort auch Regelabweichungen zur Originalregel und wenn ja, wie sah diese aus?

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Lüder

Re: Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Lüder » 10. Januar 2003, 11:33

Hallo,

so weit ich das verstehe unterscheiden sich die beiden Regeln nicht. Zumindest für die Brettspielwelt kann ich sagen, dass dort ein Palast zwei mal an die Mauer angeschlossen werden kann, wenn man die zweite Kante anschließt.

Wie es bei der vorletzten DM geregelt wurde weiß ich leider auch nicht.

Schöne Grüße,

Lüder

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Frank Biesgen

Re: Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Frank Biesgen » 10. Januar 2003, 13:51

Moin Kathrin!

Kathrin Nos schrieb:

> Während ich die Regel der Herner so verstehe, dass ich einen
> Palast zweimal neu anschliessen kann (einmal an jeder Seite
> des Turms), finde ich, dass man die Regel der BSW so
> interpretieren müsste, dass jede Kante der Mauer, die neu an
> den Palast angrenzt (sei dies durch Bau eines neuen
> Palastteils oder Ziegenstalls an die entsprechende Mauer,
> oder durch Verlängerung einer Mauer entlang eines Palastes)
> zu einem Neuanschluss und damit ggf. zu einem neuen Besitzer
> der Turmtafel führt.

Ich interpretiere das genau wie Du - IMHO gibt's da keinen Spielraum. Laut Regeln von Jo Weigand kann ich einen Palast maximal zweimal in Besitz nehmen, auf der BSW quasi beliebig oft, solange Mauern bzw. Platz fuer Ziegenställe vorhanden ist. Diese Differenz könnte bei den Turnieren zu bösem Erwachen bei einigen führen...

> War nicht Medina bei der DM-Endrunde 2001 schon dabei (ich
> spiele dieses Jahr das erste Mal DM)? Gab es dort auch
> Regelabweichungen zur Originalregel und wenn ja, wie sah
> diese aus?

Damals wurde streng nach der Originalregel gespielt, also Inbesitznahme eines Turms war nur einmal möglich. Dies ist jetzt etwas flexibler gehandhabt. Die Regeln liegen auf der SPZ-Seite auch noch vor; einen direkten Link gibt es leider nicht.

Ich stimme mich sicherheitshalber mit Jo ab (schiedsrichtern mit Regellücken könnte unangenehm werden :roll: ) und gebe hier wieder Bescheid.

Gruß FBI

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Tobias / Glomeor

Re: Medina - Vorteil für Nachspieler

Beitragvon Tobias / Glomeor » 11. Januar 2003, 03:56

Hallo ihr Medina-Freaks,

ich habe mir Medina besorgt und uns kamen ganz naive Zweifel, ob nicht die nachspielenden Spieler einer Spielrunde einen prinzipiellen Vorteil haben, dadurch, daß die vorspielenden Spieler weniger Steine auf dem Plan haben und somit nur durchschnittlich kleinere Paläste in Besitz nehmen, als die nachspielenden.
Zufälligerweise war indizierend auf diese Vermutung die Sitzreihenfolge identisch mit der Reihenfolge vom Verlierer zum Gewinner.

Tobias (freut sich über das viele Holzmaterial ;-) )

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Roman Pelek

Re: Medina - Vorteil für Nachspieler

Beitragvon Roman Pelek » 11. Januar 2003, 12:12

Hi Tobias,

Tobias / Glomeor schrieb:

> ich habe mir Medina besorgt und uns kamen ganz naive Zweifel,
> ob nicht die nachspielenden Spieler einer Spielrunde einen
> prinzipiellen Vorteil haben, dadurch, daß die vorspielenden
> Spieler weniger Steine auf dem Plan haben und somit nur
> durchschnittlich kleinere Paläste in Besitz nehmen, als die
> nachspielenden.

Hm, ich bin mir nicht sicher, ob ich ganz genau weiß, auf was Du hinauswillst. So wie ich Dich verstehe: es ist ja niemand gezwungen, zu Beginn den hinten sitzenden Spielern solche Vorlagen zu machen (wie z. B. jeder setzt zwei Steine der immer gleichen Farbe, bis der letzte in 'ner 4er-Runde einen schönen 6er bekommt), dass sie es gleich in der ersten Runde abgrasen und sich das auch noch so fortsetzt. Somit kann es z. B. auch wieder der erste (oder zweite) in der Spielreihenfolge sein, der zu Spielbeginn die lukrativste Vorlage hat und als erster ein Dach setzt. Und mit jedem Inbesitznehmen eines Palasts verschiebst sich ja die Reihenfolge, wer vor- und wer nachspielt, diese beginnt dann beim linken Nachbarn des Dachsetzers. Und dann kommen noch die Zwänge hinzu, dass man manchmal Spielern aufgrund des knapper werdenden Materials ungewollte Vorlagen machen muss, egal "wo" man sitzt.

> Zufälligerweise war indizierend auf diese Vermutung die
> Sitzreihenfolge identisch mit der Reihenfolge vom Verlierer
> zum Gewinner.

Hm? Meinst Du damit, dass man aus dieser Überlegung Schritt für Schritt (also induktiv) schlussfolgern kann, dass die Platzierungsreihenfolge die umgekehrte Sitzreihenfolge ist? Nach obigem könnte man das so nicht. Hattet ihr das in einem Spiel so erlebt? Wenn ja, kann's entweder Zufall sein oder ihr solltet mal prüfen, ob's an Regelmissverständnissen oder Spielfehlern lag - sofern ich Deine Überlegungen richtig verstanden habe.

Normalerweise werde die vorne sitzenden Spielern den hinteren zu Beginn nicht solche Vorlagen machen, dass diese die wirklich unbedingt haben wollen :-) Ansonsten finde ich bei Medina für den Spielausgang eher den Aspekt entscheidend, dass in einer gemischten Runde (Neulinge+Erfahrene) der Spieler, der direkt hinter einem schwächeren sitzt, deutliche Vorteile durch unüberlegte Vorlagen des vor ihm sitzenden bekommt, gegen die die anderen nichts machen können. Da schlägt sich die m. E. die Sitzreihenfolge nieder, aber unabhängig davon, wer nun Startspieler ist.

> Tobias (freut sich über das viele Holzmaterial ;-) )

Tja, man soll's nehmen, solange man's kriegen kann, auch wenn der Sand leider nicht in der Packung enthalten ist :-)) Wär aber auch sonst 'ne ziemliche Sauerei beim Auspacken :-D

Ciao,
Roman

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Tobias / Glomeor

Re: Medina - Vorteil für Nachspieler

Beitragvon Tobias / Glomeor » 11. Januar 2003, 14:51

Roman Pelek schrieb:
> Hm, ich bin mir nicht sicher, ob ich ganz genau weiß, auf was
> Du hinauswillst.

Ich habe mich zwar etwas verquast ausgedrückt, aber du hast mich genau richtig verstanden.
Nach Deiner Erklärung bin ich mir ziemlich sicher, daß wir einfach unbemerkt eine Vorlage nach der anderen gelegt haben, weil wir die taktischen Möglichkeiten noch nicht so ausgelotet haben. Entscheidend war für mich der Hinweis von Dir, daß sich die Spielrunde durch das Inbesitznehmen ändert.

> > Zufälligerweise war indizierend auf diese Vermutung die
> > Sitzreihenfolge identisch mit der Reihenfolge vom Verlierer
> > zum Gewinner.
>
> Hm? Meinst Du damit, dass man aus dieser Überlegung Schritt
> für Schritt (also induktiv) schlussfolgern kann, dass die
> Platzierungsreihenfolge die umgekehrte Sitzreihenfolge ist?
> Nach obigem könnte man das so nicht. Hattet ihr das in einem
> Spiel so erlebt? Wenn ja, kann's entweder Zufall sein oder
> ihr solltet mal prüfen, ob's an Regelmissverständnissen oder
> Spielfehlern lag - sofern ich Deine Überlegungen richtig
> verstanden habe.

Es war lediglich in unserer Runde so vorgekommen. Eine Ableitung bei so einem komplexen Spiel würde ich mir nach einem Spiel nicht anmaßen. :-)

> Ansonsten finde ich bei
> Medina für den Spielausgang eher den Aspekt entscheidend,
> dass in einer gemischten Runde (Neulinge+Erfahrene) der
> Spieler, der direkt hinter einem schwächeren sitzt, deutliche
> Vorteile durch unüberlegte Vorlagen des vor ihm sitzenden
> bekommt, gegen die die anderen nichts machen können. Da
> schlägt sich die m. E. die Sitzreihenfolge nieder, aber
> unabhängig davon, wer nun Startspieler ist.

Das hört sich gut an. Danke für die Info.


> Tja, man soll's nehmen, solange man's kriegen kann, auch wenn
> der Sand leider nicht in der Packung enthalten ist :-)) Wär
> aber auch sonst 'ne ziemliche Sauerei beim Auspacken :-D

Ach, ich bin einfach gleich in ein Zoogeschäft und habe mir Vogelsand gekauft. Ist nur etwas kompliziert immer die Sandsituation auf der Schachtelrückseite so hinzubekommen, da hätten wirklich ein paar Tipps in der Anleitung gut getan. :-D

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Roman Pelek

Re: Medina - Vorteil für Nachspieler

Beitragvon Roman Pelek » 11. Januar 2003, 15:23

Hi Tobias,

Tobias / Glomeor schrieb:

> Nach Deiner Erklärung bin ich mir ziemlich sicher, daß wir
> einfach unbemerkt eine Vorlage nach der anderen gelegt haben,
> weil wir die taktischen Möglichkeiten noch nicht so
> ausgelotet haben.

Schätze ich mal, uns ging's in der allerersten Partie genauso und wir hatten uns ähnliche Fragen gestellt, irgendwo müsst das sogar noch in den Tiefen des Forums zu finden sein ;-) Ab der zweiten Partie fängt man dann an, die Möglichkeiten besser zu überblicken.

[Kein Sand in Medina]
> Ach, ich bin einfach gleich in ein Zoogeschäft und habe mir
> Vogelsand gekauft. Ist nur etwas kompliziert immer die
> Sandsituation auf der Schachtelrückseite so hinzubekommen, da
> hätten wirklich ein paar Tipps in der Anleitung gut getan. :-D

:-) Nuja, sie gibt ja auch keine Tipps, wie man den zweiten orangenen Palast in Besitz nimmt, wo's doch auf der Rückseite für Grün so abgebildet ist... ;-)

Ciao,
Roman

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Tobias Lang

Re: Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Tobias Lang » 12. Januar 2003, 00:51

Hallo Kathrin,

keine Sorge, die Regeln der BSW stimmen natürlich mit denen von Jo überein, da wir genügend oft alle Feinheiten telefonisch besprechen.
Du verstehst vermutlich den Begriff "Kante" falsch. Für mich gehen von einem Eckturm zwei Kanten aus. Somit kann ein Palast auch maximal zweimal an einen Eckturm angeschlossen werden :-)

Liebe Grüsse :-)

Tobias.

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Kathrin Nos
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RE: Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Kathrin Nos » 13. Januar 2003, 12:36

Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten :-)
Jetzt ist mir die Regel klargeworden!

"Tobias Lang" hat am 12.01.2003 geschrieben:
> Du verstehst vermutlich den Begriff "Kante" falsch.

Ok - ich verstehe jetzt, was Ihr damit meint. Trotzdem finde ich die Formulierung in der BSW nicht so glücklich gewählt. Immerhin war ich hier nicht die einzige, die es anders verstanden hat. Vielleicht solltet Ihr wenigstens ein Beispiel bringen?

Auch die Formulierung zur Erklärung, was wieviel Punkte bringt [i]Jede Mauer am Palast bringt einen Punkt.[/i] könnte m.E. missverstanden werden. Erst durch das Beispiel wird es klar.

Weshalb übernehmt Ihr eigentlich nicht den Wortlaut der Originalspielregel?

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Jürgen Simon

RE: Medina - Regeln bei der DM

Beitragvon Jürgen Simon » 15. Januar 2003, 09:14

Hallo Kathrin!
Ich denke, dass die macher der Brettspielwelt die Regeln meist so schreiben, wie sie Ihnen am verständlichsten vorkommen.

Sicherlich will man keinen verwirren, im Gegenteil...;-)

Falls etwas deiner Meinung nach schlecht oder schwer verständlich ist, genügt da meist ein Eintrag ins entsprechende Forum (hier denke ich Features+Request Forum) und das ganze kann behoben werden.

An den Seiten ist immer so viel zu tun, dass man meist wohl keine Zeit damit verbringt, noch einmal die Regeln durchzulesen, die man nach bestem Wissen erfasst hat.

Gruss
Jürgen.


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