Beitragvon Roman Pelek » 11. Februar 2003, 23:47
Hi Erhard,
Erhard Portner schrieb:
> Dann wären noch die Strategiespiele "Axiom", "Eye" und
> "Gygés" zu nennen, bei denen allerdings das Besondere der
> Spielmechanik in wenigen Worten etwas schwierig zu
> beschreiben ist.
Interessant, dass Du "Eye" erwähnst, dass ich vor etlichen Jahren mal besessen und wieder verkauft habe und mir erst kürzlich aus Neugier preiswert ersteigert habe, um mich zu vergewissern, ob mein damaliger Eindruck richtig war :-D Hm, nuja, bei "Eye" liegt das Einzigartige ja darin, dass im Prinzip eine Scheibe mit diversen Farbsegmenten durch zwei bewegliche, spiralenförmige Lamellenscheiben abgedeckt wird, so dass immer nur gewisse Felder zu sehen sind, die man mit seinen Steinen in Besitz nehmen kann. Wer zuerst 4 Felder gleicher Farbe in bestimmter Anordnung sein eigen nennt, gewinnt. Soweit recht schnell erklärt - in diesem Fall bliebe aber natürlich die Frage, warum das Spielprinzip einzigartig ist bzw. einzigartig geblieben ist.
Bei "Eye" würde ich darauf tippen, dass sich niemand recht dafür erwärmen konnte. Denn für ein Strategiespiel ist es m. E. einfach zu unberechenbar, was passiert, wenn man die Lamellen dreht, außer man lernt alle Farbfelder vorher auswendig. Zudem sind die Siegbedingungen respektive -muster nicht gerade intuitiv bzw. leicht zu erkennen. In meinen Augen ein origineller Mechanismus, der aber in dieser Form eigentlich nicht zu gebrauchen ist, da er selbst Memory-gestählte Geister überfordern dürfte. Man dreht mal hier, mal da, und irgendwann hat einer gewonnen, sofern er's merkt - das ist nicht das, was ich unter einem Strategiespiel verstehe, zumindest wenn man die praxisrelevante Komponente "Mensch" bedenkt und nicht Computer drauf loslässt ;-)
Aber generell finde ich das eine interessante Frage: warum bleiben gewisse Mechanismen einzigartig? Liegt es daran, dass sie ziemlich unbrauchbar waren, daran, dass sie in nur sehr engen Grenzen in einem bestimmten Umfeld von anderen Mechanismen funktionieren und sich somit schlecht adaptieren lassen oder dass sie schlichtweg übersehen/unterschätzt werden? Was denkt Ihr?
Ciao,
Roman