Beitragvon Bastl » 24. Februar 2003, 18:19
Hallo Ueli,
ich besitze ein Weimar, eines der ganz wenigen Spiele, bei denen mich wirklich jeder Pfennig der Geldausgabe gereut hat.
Es muss allerdings schon etwas länger her sein als 5 Jahre, wann genau, müsste ich nachschlagen.
Ich hab's mir damals auf der Spiel in Essen gekauft, weil ich die Idee eines "Republic-of-Rome"-ähnlichen Spiels in der Weimarer Republik absolut genial fand.
Die Umsetzung ist leider weniger genial.
Zuerst haben wir uns durch die Anleitung gequält und dann mit dem Halbwissen, das uns die Regel vermittelt hat und dem, was wir für sinnvoll erachtend ergänzt hatten, ein Spiel versucht.
An den genauen Verlauf dieser Partie kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war eine echte Tortur.
Aufgegeben haben wir aber erst, als wir erkannt hatten, welche Wege uns der Spielmechanismus in eine paradiesische Zukunft (sprich Vergangenheit) ermöglichte:
Sämtliche Parteien waren sich nämlich so im Jahre 1922 darüber einig, dass die ganzen Probleme ganz einfach zu beheben sind.
Wir kurbeln die Inflation heftig an und drucken richtig brutal viel Geld. Mit diesem Geld konnten wir
- die Kriegsschulden tilgen (!!)
- den Lebensstandard auf Maximum heben
- die Arbeitslosigkeit auf 0 drücken
- die Wirtschaft auf Maximum pushen.
Danach wurde die Reichsmark entwertet - das durfte nämlich genau einmal passieren.
Folge: Wir hatten eine neue, von Inflation unbelastete Währung, keine Schulden, eine blühende Wirtschaft, nur glückliche Bürger.
Leider hat das Spiel nicht vorgesehen, dass sich daraufhin NSDAP und KPD eigentlich auflösen müssten, deswegen haben wir uns zu unserer tollen Politik beglückwünscht, laut gelacht - das Spiel zusammengeräumt und in die hinterste Ecke auf dem staubigsten Schrank gestellt - wo es auch heute noch steht.
Ich hol's aber gerne runter und verkaufe es dir ;-)
Ach ja, diese Anekdote war nur der Schlußpunkt eines sehr leidigen Tages mit einem Spiel, das vielleicht eines hätte werden können.
Gruß, Bastl