Anzeige

Spieldauer-bin ich so langsam?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
dieknusperflocke

Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon dieknusperflocke » 4. März 2003, 13:13

Hi,

wir haben gestern zu zweit mal wieder Carcasonne gespielt und mal wieder ewig gebraucht.
Wir lagen Unlängen über die angegebene Spieldauer in der Spielanleitung.
Klar, haben wir berücksichtigt, dass wir die Erweiterung dabei hatten.
Trotzdem auch bei anderen Spielen brauchen wir meist länger.

Wie schnell/langsam seit Ihr?
Wird man von Spiel zu Spiel eher schneller, weil man das Spiel/die Regeln kennt oder braucht man eher länger, weil man anfängt noch mehr nachzudenken und taktisch zu handeln?

Was sind euere Erfahrungen?

langsame Grüße
dieknusperflocke

Benutzeravatar
Marten Holst

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Marten Holst » 4. März 2003, 13:46

Moinle,

> Wie schnell/langsam seit Ihr?

Hängt davon ab - meist halte ich mich für schnell, aber dann gibt es auch immer wieder Momente, in denen ich mit meiner körperlichen Unversehrtheit spiele, weil ich zu lange nachdenke.

Ich denke, dass allerdings viele Angaben auf Spielen eher, hmmm, konservativ geschätzt sind. Ausnahme ist vielleicht "Speed", da schafft man doch gleich mehrere Partien in der vorgesehenen Zeit.

> Wird man von Spiel zu Spiel eher schneller, weil man das
> Spiel/die Regeln kennt oder braucht man eher länger, weil man
> anfängt noch mehr nachzudenken und taktisch zu handeln?

Ja. Beides. Ich denke, die meisten Züge gehen schneller, weil es einfach auch immer wieder "offensichtliche Situationen" geben wird, die nicht all zu viel des Nachdenkens erfordern. Aber in verzwickten Einzelfällen sitzt man dann doch herum und was-wäre-wennt sich einen ab.

Mittelschnelle Grüße
Marten (hätte jetzt Zeit für ein 90-Minuten-Spiel)

Benutzeravatar
Frank"Riemi"Riemenschneider

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 4. März 2003, 13:56

Hi Flocke,

so wie Du schreibst würde ich sagen, Du spielst die Zermürbungstaktik.
Ziehe das Spiel so in die Länge bis der Gegner die Nerven verliert ;-)

Meistens dauert es bei neuen Spielen immer etwas länger.
Aber danach sollte es doch immer schneller werden.
Ich kann mich da an eine dreistündige Tikal-Anfängerrunde erinnern.
PR wurde nach der zweiten Partie richtig rasant.

Gruß

Riemi (Hat heute mal Zeit)

Benutzeravatar
Immanuel
Brettspieler
Beiträge: 86

Typabhängig?

Beitragvon Immanuel » 4. März 2003, 14:22

Hallole,

nach dem gewissen Übungseffekt, der nach ein oder zwei Kennenlernrunden das Spiel schneller macht, ist ein bestimmter Grad von Verlangsamung durch Nachdenken sicher normal.

Trotzdem glaube ich, dass es doch bestimmte Spieltypen gibt, für die man schon beim Skat eine Schachuhr bräuchte. :roll: Da sitzt man und wartet, bis sich das Gegenüber entschiedne hat, welchen der vier Buben er/sie jetzt spielen soll. Das nervt dann genau so, wie wenn jemand z.B. bei Siedler dreimal in die Runde fragt, wer denn noch ein Erz braucht und eine Wolle dafür bietet, auch wenn es seit vier Runden keine Wolle mehr gab!

Da könnte ich mich manchmal schon drüber aufregen, aber schließlich ertappe ich mich auch selber manchmal dabei ...
Vielleicht sollte man ja tatsächlich die Schachuhr in der Siedler-Handels- und Bauphase einführen? :wink:

Spiele Grüßle,

Immanuel
(der es heute abend nochmal ohne Sanduhr versuchen will)

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Typabhängig?

Beitragvon Michael Andersch » 4. März 2003, 14:48

Immanuel schrieb:
>
> nach dem gewissen Übungseffekt, der nach ein oder zwei
> Kennenlernrunden das Spiel schneller macht, ist ein
> bestimmter Grad von Verlangsamung durch Nachdenken sicher
> normal.

M.E. nicht. Die Zeit, die man nach einigen Partien aufgrund guter Spielkenntnis für taktische Erwägungen brauchst ist doch im Normalfall nicht länger als das (ich übertreib jetzt mal) ständige Regelnachlesen, Aktionsmöglichkeiten durchgehen, etc. in den ersten Partien.
Ich habe noch nie erlebt, dass ein Spiel als es alle gut kannten länger gedauert hat als zu Beginn.

> Trotzdem glaube ich, dass es doch bestimmte Spieltypen gibt,
> für die man schon beim Skat eine Schachuhr bräuchte.

Ja, die gibt es. Am Wochenende habe ich diese Erfahrung mal wieder machen dürfen - eine Partie PR hat (zu fünft) nahezu 2,5 Stunden gedauert (reine Spielzeit, keine Regelerklärungen etc.)!!!!!
OK, es war ein Neuling dabei, dem man verständlicherweise hin und wieder die Wechselwirkung einiger Gebäude und Rollen nochmal kurz beschreiben musste, und bei dem ich ein gewisses Nachdenken auf jeden Fall (auch in Situationen, in denen für einen erfahrenen Spieler offensichtlich ist, was zu tun ist).
Allerdings gab's auch zwei Mitspieler, da hätte ich mal vermutet dass sie über diese Partie eine Doktorarbeit schreiben wollten...

Anschliessend gab's noch eine Partie Bohnhansa - ebenfalls über 2 Stunden. Puh....

Tief ein- und ausatmende Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Ralf Bielenberg

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Ralf Bielenberg » 4. März 2003, 15:16

Hallo,

bei uns kann ich eher den Effekt beobachten, dass wir, wenn wir die Regeln einmal gut kennt, schneller werden. Klar kommt es durch das Abwägen der taktischen Möglichkeiten hin und wieder dazu, dass ein Spielzug länger dauert als bei den ersten unbedarften Spielen aber diese Verzögerungen sind aus meiner Erfahrung kleiner als das ständige "In-der-Regel-nachlesen"

Wir liegen also eigentlich nach einigen holprigen Anfangspartien normalerweise unter der angegebenen Spielzeit. (Vielleicht hilft da auch manchmal mein aufmunterndes Augenverdrehen, das ich den Diplomzauderern zukommen lasse)

Ausnahmen sind natürlich auch hier die Regel, aber die werden dann von mir nach einiger Zeit auch aus eben diesem Grund kaum noch gespielt (z.B. Tikal)

Liebe Grüsse
Ralf (nicht der Geduldigste unter Gottes Sonne, das muss ich zugeben)

Benutzeravatar
Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Niccolo » 4. März 2003, 15:55

Ich hab auch keine Ahnung, worauf die Spielzeitangaben basieren. Ich fürchte, dass sie dem Druck erliegen, dass ein Spiel nicht länger als rund 60 Minuten dauern darf, weil sie sonst der Vorselektion zum Opfer fallen.
Wir alle wissen, dass dieser Richtwert eher eine Untertreibung ist.
Somit würden ernstzunehmende Werte aber abschrecken. => Dilemma!

Benutzeravatar
Sonny

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Sonny » 4. März 2003, 16:35

Hallo,

auch ich brauche immer länger, allerdings habe ich mir darüber noch nie
Gedanken gemacht. Es dauert nun mal so lange es dauert. Viel mehr ist es gerade bei Carcassonne bei mir so, daß es mir nicht lange genug dauern kann. Wenn ich in den Stoffbeutel greife und schon merke, daß die Karten langsam weniger werden, könnte ich Anfälle kriegen. Da sind ja noch so viele Städt fertigzustellen und einiges anderes auch...
Also wie gesagt, so lange das Spiel Spaß macht und keine Langeweile durch eine längere Spieldauer aufkommt, einfach die Uhr ignorieren.

Grüße von Sonny

Benutzeravatar
Marcel Sagel
Kennerspieler
Beiträge: 166

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Marcel Sagel » 4. März 2003, 16:37

Bei uns geht es auch fast immer so, dass wir 50 bis 100 Prozent mehr Zeit brauchen als auf dem Schachtel steht.
Meistens sind dann ein oder mehrere Neulinge dabei, aber auch mit erfahrene Spieler finde ich die Angabe vom Verlag meistens sehr optimistisch...

Marcel

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Volker L. » 4. März 2003, 16:45

Sonny schrieb:
>
> Viel
> mehr ist es gerade bei Carcassonne bei mir so, daß es mir
> nicht lange genug dauern kann. Wenn ich in den Stoffbeutel
> greife und schon merke, daß die Karten langsam weniger
> werden, könnte ich Anfälle kriegen. Da sind ja noch so viele
> Städt fertigzustellen und einiges anderes auch...

Ich glaube, Du vergleichst hier Aepfel mit Birnen :-)

Wenn ich Knusperflocke richtig verstanden habe, ging es ihr(?) ihm(?)
eher darum, dass [i]pro Runde[/i] ziemlich viel Zeit draufgeht,
waehrend Du eine groessere Zahl Runden spielen willst. Fuer
letzteres kannst Du ja einfach mal die Plaettchenzahl erhoehen
(Fluss-EW + CC-die EW + CC B+H, ggf ein zweites Basisspiel
reinmischen).

ausufernde Gruesse, Volker

Benutzeravatar
Claudia Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 236

Re: Typabhängig?

Beitragvon Claudia Hülsmann » 4. März 2003, 16:47

Hi Immanuel

wie schnell es beim siedeln zu gehn kann durfte ich an einem Wochenende mit Tunier erleben. Ich traf in der zweiten Runde Nürnbergsiedler wurden gespielt und ich hatte zwar Erfahrung im Siedeln ,doch dieses Szenario war mir noch nicht bekannt,auf Familie Ditt ,d. h. Wolfgang und Brigtte saßen noch mit am Tisch . Ich wusste zwar das sie enorm mehr Praxis hatten,aber .. kaum hatte irgendjemand gewürfelt hattest du deine Rohstoffe schon zur Hand. Bevor ich einigermaßen ins spiel kam , war die Partie gelaufen.
Und nach dem Siedlerwochenende..wunderte ich mich bei den Spieleabenden , warum die all so lange brauchen.

Zeit ist halt doch ein dehnbarer begriff

Claudia

Benutzeravatar
Sven Weiss

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Sven Weiss » 4. März 2003, 21:34

Hallo Knusperflocke.

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir meist wesentlich länger brauchen als auf der Schachtel angegeben. Allerdings spielen wir auch immer wieder neue Spiele, die wir noch nicht kennen.
Wie ja auch schon oben erwähnt, ist das auch ein bisschen eine Typfrage. Persönlich mag ich es lieber mit ein wenig Gemütlichkeit. ;-) Schliesslich ist Spielen ja ein schönes Hobby und keine Akkordarbeit. Bei manchen Spielern, die ich schon getroffen habe, bekomme ich allerdings genau diesen Eindruck. Oft scheinen diese Spieler auch nur zeigen zu wollen, wie fix sie doch im Hirn sind. Und wenn dann noch dumme Kommentare kommen, wenn ein Spieler sich etwas Zeit lässt, habe ich da wenig Verständnis dafür. Klar, in einem gewissen Rahmen sollte es bleiben. Aber Spielen sollte immer eine schöne Freizeitbeschäftigung bleiben. Wenn ich da Druck von anderen spüre, dann macht es keinen Spass mehr, und dann lass ich es auch bleiben.

Deshalb denke ich, dass wichtigste ist doch, dass es Euch Spass macht. Ob Ihr da "in der Zeit" liegt oder nicht, ist doch völlig wurscht.

Weiterhin viel Spass beim Spielen und immer gut Milch wünscht

Sven

Benutzeravatar
Steffen

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Steffen » 6. März 2003, 00:01

dieknusperflocke schrieb:

> wir haben gestern zu zweit mal wieder Carcasonne gespielt und
> mal wieder ewig gebraucht.

Bei Carcasonne müßte man doch eigentlich durch ein vorheriges Ziehen Bedenkzeit gewinnen können, ohne daß sich das Spiel ändert, d.h. es zieht am Anfang jeder verdeckt ein Plättchen und dann legt der erste Spieler sein Plättchen an und setzt seine Figur etc. und zieht sofort wieder verdeckt sein nächstes und hat dann immer die gesamte Runde lang Zeit, über die Verwendung des Plättchens nachzudenken.

Ciao,
Steffen

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Spieldauer-bin ich so langsam?

Beitragvon Volker L. » 7. März 2003, 14:54

Steffen schrieb:
>
> dieknusperflocke schrieb:
>
> > wir haben gestern zu zweit mal wieder Carcasonne gespielt und
> > mal wieder ewig gebraucht.
>
> Bei Carcasonne müßte man doch eigentlich durch ein vorheriges
> Ziehen Bedenkzeit gewinnen können, ohne daß sich das Spiel
> ändert, d.h. es zieht am Anfang jeder verdeckt ein Plättchen
> und dann legt der erste Spieler sein Plättchen an und setzt
> seine Figur etc. und zieht sofort wieder verdeckt sein
> nächstes und hat dann immer die gesamte Runde lang Zeit, über
> die Verwendung des Plättchens nachzudenken.

Ein wenig Zeit wird man dadurch wohl schon einsparen koennen,
aber abgesehen von echten Tiefgruebler-Typen wird das auch
wieder nicht sooooviel sein.
Die endgueltige Entscheidung kannst Du ja erst treffen, nachdem
Dein Vordermann sein Plaettchen gelegt [b]und[/b] seine Figur
gesetzt hat, denn durch das Plaettchen koennen sich ja die
Moeglichkeiten, wohin Du setzten kannst aendern (beabsichtigter
Platz passt nicht mehr/neue Moeglichkeit entstanden), und die
Figur beeinflusst die Frage, ob Du Deine Figur dahin setzen
kannst, wo Du wolltest.
Also entweder rechnest Du Dir schon vorher 6-8 moegliche Plaetze
aus, wo Du anlegen kannst und waehlst dann den besten von den 3
noch vorhandenen, oder Du guckst vorher recht allgemein, wobei
Du vor allem die Plaetze, wo Du gerne anlegen moechtest, aber
nicht kannst (weil Dein Plaettchen nicht passt) eliminierst,
die konkreten Ueberlegungen aber eben doch erst anstellst, wenn
Dein Vordermann fertig ist. Statt 3 Minuten dauert das Nachdenken
dann eben vielleicht nur noch 2:30.
Andererseits laeufst Du Gefahr, dass bei nicht perfektem
Pokerface Deine Gegner ahnen, was Du vorhast (je nach Deiner
froehlichen oder aergerlichen Mine nach dem Legen der anderen)
und spielen gezielt dagegen.

Gruss, Volker (koennte sich evtl. mit der auch schon im Forum
vorgeschlagenen Variante mit 2 Plaettchen zur Auswahl anfreunden,
haelt diese Benkzeitverkuerzungsvariante aber nicht fuer
besonders sinnvoll)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 25 Gäste