Beitragvon peer » 5. März 2003, 21:50
Hi,
Martin schrieb:
> Auch ich kann das nur bestätigen. Ich habe schon einige
> geniale Prototypen gesehen, die keinen Verlag gefunden haben!
Tja, dass kommt vor... Aber ich denke dass es mehr unveröfentlichen Schrott gibt, als unveröffentliche Goldstücke. Und ist ja immer so eine Sache - nicht nur bei Spielen - Alice Cooper brauchte 13 Jahre bis ins Musikgeschäft, so manches Filmprojekt lag Jahrelang auf Eis, weil es niemand wollte und wurde dann weltberühmt und bei Büchern siehts ähnlich aus. Die Entscheidung was gut und erfolgreich sein wird ist nicht einfach.
Und leider kommen neben Qualitätsmerkmalen auch Dinge wie Thema (zu kriegerisch?) oder Material (zu aufwendig in der Herstellung - z.B. Rumis) in die Erwägung. Und das die Verlage darauf achten und vorsichtig sind, ist denen nicht vorzuwerfen - das Geschäft ist hart und Gewinne schwierig
> Es wäre langsam an der Zeit, dass die Redakteure auch mal die
> guten Spiele der noch unbekannten Autoren aktzeptieren.
Oh, das tun sie doch auch immer noch. (Goldsieber: Boelinger, Schwäberl Eurogames: Laget, Kosmos: Glenn, Petersen, Ravensburger Löhlein und das nur ein paar der Autoren die ich gar nicht kenne; Henn, Schacht, Haferkamp, Schoeps, Meister, Delonge... sind alles auch keine professionellen Spieleautoren - auch wenn mans gerne vergisst, die machen das auch nur als Hobby!)
Ausserdem ists ja auch komisch. Da kommt ein Autor wie (willkürlich) Schacht, der gewinnt im Spieleautorenwettbewerb, ist begabt und bringt ein paar Ideen unter - ist ja ein Neuling unter den Spieleautoren. Aber da er gut ist und ein paar Ideen hat, wird er schon unter die grossen gezählt. Guck mal wie viele Spiele NICHT von Knizia, Teuber, Kramer sind (rechne meinethalben noch Baars und Moon dazu)...
> Meistens wollen die Verlage aber auf Nummer sicher gehen oder
> meinen das zumindest. Der normal-sterbliche Spielekäufer
> kennt ja sowiso keinen Teuber, Knizia und Co.
Die beiden Sätze wiedersprechen sich. Oder glaubst du die Verlage sind zu doof, um zu wissen, dass die Autoren von den wenigsten gekannt werden?
> fehlende Gegenwind aus den Verlagen dazu geführt haben.
Weiss ich nicht. Glaube ich nicht.
> Trotzdem möchte ich natürlich nicht (!) auf die Top-Autoren
> verzichten. Aber manchmal ist weniger mehr...
Das Problem war bei Knizia ja früher schon immer, dass er viele Varianten als eigenständig verkauft. Aber so viel neues von Teuber ist ja nicht erschienen und auch von Kramer fällt mir adhoc nicht so wahnsinnig viel neues ein.
In der Tat glaube ich, dass wir jetzt gerade wieder eine relativ hohe Autorenvielfalt haben. Ist aber rein subjektiv...
ciao
Peer