Beitragvon Steffen S. » 10. März 2003, 20:45
Zu Löwenherz:
Zuerst mal die "technischen" Unterschiede: Das Spiel wurde optisch gewaltig aufpoliert, das Metrial ist nicht nur schöner, sondern auch qualitativ hochwertiger.
Am Mechanismus dürfte der deutlichste Unterschied der sein, dass man Karten zieht, anstatt die Aktionen zu versteigern. Dritter wesentlicher Unterschied dürfte die Wertung der Gebiete sein, die nicht nach Größe, sondern nach ihrem "Inhalt" (Siedlungen, Wälder) bewertet werden, wobei zudem Minen stetig Gold in die eigene Kasse spülen.
V.a. der fehlende Versteigerungsmechanismus führt zu einem anderen Spielgefühl. Der Faktor Interaktion wird deutlich gestutzt, der Glücksfaktor geringfügig erhöht. Die Karten werden verdeckt gezogen oder vom Machtmarkt gekauft, der Machtmarkt wiederum ist die Goldquelle für die Spieler, da jede auszuspielende Karte bezahlt werden muss. Hat man zu wenig Gold, muss man eine Handkarte an den Machtmarkt verkaufen, um wieder liquide zu werden.
Unsere Spielgruppe liebt BEIDE Versionen von Löwenherz. Man muss sich wohl fragen, ob beim alten Löwenherz das Versteigern/Bieten für euch der speilspaßentscheidende Faktor war. Der Grundmechanismus der Gebietsumschleißung ist noch der selbe, und damit auch das Spielgefühl, wenn es um das Geschehen auf dem Brett geht. Ob man die Versteigerungen gegen das Kartenziehen (nebst indirektem Interaktionsfaktor Machtmarkt) zu tauschen bereit ist, lohnt das neue Löwenherz auf jeden Fall. Es ist weitaus mehr "straight forward", geht schneller, enthält weniger Regeldetails, schneidet einige alte Zöpfe ab, wertet endlich die Minen auf. Liebhaber des alten Beitmechanismus werden halt die Nase rümpfen.
Fazit: Wenn Du dir vorstellen kannst, dass euch Löwenherz auch ohne Versteigerungen Spass macht, wenn ihr vielleicht sogar die kürzere Spieldauer sucht, dann lohnt der Kauf. Die Unterschiede sind m.E. groß genug, um die Begeisterung neu zu entfachen und einen Kauf zu rechtfertigen.