Beitragvon Roman Pelek » 30. März 2003, 13:16
Hi Dieter,
Dieter Niehoff schrieb:
> Welche neuen Erfahrungen gibt es von denen, die LÖWENHERZ
> bereits gespielt haben? Haben sich die in der Diskussion
> genährten Zweifel am Spiel bestätigt? Kann man einer
> anfänglich möglichen "Schlechtverteilung" der Karten durch
> eine bestimmte Taktik entgegen steuern?
Zum Anfang: man sollte sich schon bei der Startaufstellung unbedingt stark an den vorhandenen Karten orientieren, dann verringert sich der Effekt. Ziemlich tödlich kann es sein, wenn man sich in seinen Bauvorhaben zu Beginn übernimmt und dann ohne Mauernkarten dasteht. Eine so extreme Situation wie in meinen ersten beiden Spielen habe ich allerdings danach nicht mehr erlebt. Aber dafür stark variierende Spielverläufe:
Es gab bei uns Partien, die der von Dir geschilderten entsprachen: ausgeglichen, spannend, mit Überraschungen und knappem Sieg gegen Ende - prima. Aber auch das Gegenteil: Partien, in denen einzelne Mitspieler kaum einen Fuß auf den Boden bekamen, weil die Verteilung der Burgen/Minen etc. im Zusammenspiel mit geschicktem Vorgehen der Führenden ihnen irgendwann kaum mehr Raum ließen, sich später noch ein lukratives Gebiet zu schnappen. Kurzum: Partien, die ab gut der Hälfte quasi entschieden waren und die Hintenliegenden frustrierte.
Momentan, nach ca. 15 Partien mit verschiedensten Mitspielern und Besetzungen, tendiere ich zu der Ansicht, dass Löwenherz, gespielt mit gleichwertigen Mitspielern, die sich vor allem in der ersten Hälfte kaum Fehler leisten, eine sehr spannende Angelegenheit sein kann. Die Kehrseite der Medaille: die teilweise hohen Anforderung an das Können der Mitspieler sorgen, ab und an mal in Verbindung mit Kartenpech, dafür, dass Löwenherz auch mal sehr extreme Ausgänge erfahren kann, wo ein oder zwei Spieler davonrennen und den anderen keine Chance lassen (indem sie sie gezielt blockieren, z. B. durch Mauerbau zur Verhinderung großer Gebiete, aggressive Expansion in deren Gebiete hinein, abschneiden von Gebieten etc.).
Insgesamt ist mein Eindruck derzeit zwiegespalten: wenn's gut läuft ein sehr feines Spiel, aber ich hatte eben auch Runden, bei denen die dort anwesenden Mitspieler nicht mehr zu einer zweiten oder dritten Partie zu überreden waren. In dieser Hinsicht finde ich das alte Löwenherz schöner, da sich zumindest bei uns in der Regel mehr Gleichgewicht zwischen den Spielern einpendelte und mancher "Fehltritt" nicht so krass bestraft wurde. Ich denke, man braucht beim neuen Löwenherz schlicht relativ gleichwertige Spieler für spannende Partien, ansonsten kann es auch mal recht schnell (vor-)entschieden sein. Wie sehen die anderen das aus ihren Spielerfahrungen heraus?
Ciao,
Roman