Anzeige

Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Dieter Niehoff » 30. März 2003, 11:32

Nach meiner gestrigen ersten Partie LÖWENHERZ habe ich gerade per Suchfunktion die interessante, von Roman in Gang gebrachte, Diskussion zum Spiel vom Anfang des Monats verfolgt.

Welche neuen Erfahrungen gibt es von denen, die LÖWENHERZ bereits gespielt haben? Haben sich die in der Diskussion genährten Zweifel am Spiel bestätigt? Kann man einer anfänglich möglichen "Schlechtverteilung" der Karten durch eine bestimmte Taktik entgegen steuern?

Unser Spiel (zu dritt) lief m. E. sehr eindrucksvoll - und anders als bislang im Forum geschildert.

Ich bekam durch ein frühes, eher kleines Gebiet stetig (zwei) Einkommen, expandierte, bekam jedoch außer einigen Siegpunkten kein größeres Einkommen. Ein Mitspieler rüstete mit Rittern langsam aber stetig auf, und musste schließlich gar nicht mehr viel machen um sein kraftstrotzendes Gebiet mit nur noch zwei, drei Mauern zu erschließen. Zuvor haben die Mitspieler mit ihren Mauern ihm natürlich auch - ob sie es wollten oder nicht - zugearbeitet. Eine Expansion später hatte dieser Spieler stetig vier Einkommen - bis zum Spielende. Im Verlaufe des Geschehens konnten ihm selbst zwei gegen ihn gespielte Überläuferkarten und zwei Bündnisse nichts anhaben. Seine sieben(!) Ritter waren zu stark - und expandieren war immer möglich.

Dennoch hat er die Partie auf ganz anderen Wege gewonnen.

Der dritte Spieler im Bunde bekam sehr spät das Königsgebiet. Bis dahin war dieser Spieler scheinbar rettungslos hinten. Danach schloß er sofort Bündnisse um behielt dieses punktstarke Gebiet bis zum Schluß.

Das Spiel wurde schließlich entschieden durch die allerletzte gespielte Karte. Eine Mauerkarte. Damit konnt ich mir ganz zum Schluß ein "12-Punkte Gebiet (mit zwei Siedlungen!!)" in einer Spielfeldecke umschließen. Zwar waren die Nachbarn rittermäßig sehr stark - aber zum reagieren war es ja nun zu spät. Gleichzeitig wurde mit meinen letzten Grenzen ein eher sehr kleines Gebiet meines Nachbarn erschlossen. Er bekam dafür noch drei Siegpunkte. Jedoch erst beim zweiten Hinsehen fiel mir auf: Die eine zusätzliche Mine in dem Gebiet war die dritte seiner Art, die in seinem Besitz war. Daher: 5 Sonderpunkte - und der Spielgewinn für ihn. Denn wie gesagt: Das Spiel war mit dieser allerletzten Spielkarte beendet.

Das wirklich feine daran war jedoch für mich: Mein Nachbar hat stets darauf spekuliert, dass ich erst ganz zum Schluß dieses Eckgebiet erschließen würde. Daher bereitet er sein Gebiet soweit vor, dass er mit meinem Gebiet auch ein eigenes mit der begehrten Mine bekommen musste.

Was ich mit dieser langen Geschichte ausdrücken will:
Vielleicht ist nicht nur der schnelle anfängliche Besitz eines Gebietes mit sicherem Mineneinkommen ein Schlüssel zum Sieg. Ich glaube, dass auch abwarten, sehr, sehr langes abwarten ein Geheimnis zum Erfolg sein können.

Ich bin jetzt eher davon überzeugt, dass in dem neuen LÖWENHERZ durchaus Spieltife steckt. Mich hat es beeindruckt.

Starkes Spiel


Grüße
Dieter Niehoff

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. März 2003, 11:53

Grummel :-(

Meine einzige Erahrung zum neuen Löwenherz (abgesehen von einigen Prototyp-Runden auf dem letzten KOSMOS-Wochenende) ist die, dass es im Heidelberger Raum noch nicht ausgeliefert ist. Weder merine Lieblingsfachgeschäfte in Heidelberg und Wiesloch, noch VEDES oder TOYS'R'US haben es.

Die neuen Siedler nebst Seefahrererweiterung gibt es hingegen an jeder Straßenecke (näherhin TOYS'R'US Hd und REAL Hockenheim) stapelweise!

Ungeduldige Grüße
Roland

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Michael Andersch » 30. März 2003, 12:42

Dieter Niehoff schrieb:
>
> Welche neuen Erfahrungen gibt es von denen, die LÖWENHERZ
> bereits gespielt haben? Haben sich die in der Diskussion
> genährten Zweifel am Spiel bestätigt? Kann man einer
> anfänglich möglichen "Schlechtverteilung" der Karten durch
> eine bestimmte Taktik entgegen steuern?

Keine Ahnung: Ich hab's jetzt 4x gespielt, aber eine Schlechtverteilung der Karten hatte ich nie (und auch die Mitspieler habe ich diesbzgl. nicht jammern hören - was eigentlich erstaunlich ist, denn Jammern über die eigene Ach-so-schlechte Situation gehört doch auch immer irgendwie dazu, oder ;-) ? ).
Die Verteilung der Aktionskarten auf die Typen A-D sollte dem ja auch entgegenwirken, obwohl es in einem unwahrscheinlichen Fall sicherlich so sein kann, dass man am Anfang eher wenig Grenzen auf der Hand hält. Macht aber m.E. nix - verkauft man halt irgendwas anderes und tut etwas für die Finanzen. Auch die Mitspieler werden ja so ungefähr nach der zweiten Karte mal "nachtanken" müssen, und da hat man dann durchaus die Zeit und die Möglichkeit, grenzmäßig aufzuholen.

> Ich bin jetzt eher davon überzeugt, dass in dem neuen
> LÖWENHERZ durchaus Spieltife steckt. Mich hat es beeindruckt.

Mich auch. Für mich ist es bisher DAS Highlight dieses Spielejahrgangs (und es gefällt mir auch besser als die alte Version).

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Michael Behr

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Michael Behr » 30. März 2003, 13:05

Hallo zusammen,
wir haben das neue Löwenherz einmal zu viert gespielt und dabei war es in unserer Runde ganz entscheidend, wer in den letzten drei Spielrunden an Mauer-Karten herangekommen ist. Gewonnen hatte das Spiel derjenige, der als letzter Spieler dran war und seine Mauern einsetzen konnte und dadurch ein großes Gebiet neu errichten konnte (massig Punkte).
Das Spiel ist für mich nach diesem allerersten Eindruck ein sehr schönes Familienspiel - mir hat allerdings die alte Version besser gefallen mit der Möglichkeit (uns Spannung), bei jedem Spielzug den führemdem Spieler angreifen zu können, in dem man die gleiche Aktion auswählt!
Nice dice
Michael

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roman Pelek » 30. März 2003, 13:16

Hi Dieter,

Dieter Niehoff schrieb:

> Welche neuen Erfahrungen gibt es von denen, die LÖWENHERZ
> bereits gespielt haben? Haben sich die in der Diskussion
> genährten Zweifel am Spiel bestätigt? Kann man einer
> anfänglich möglichen "Schlechtverteilung" der Karten durch
> eine bestimmte Taktik entgegen steuern?

Zum Anfang: man sollte sich schon bei der Startaufstellung unbedingt stark an den vorhandenen Karten orientieren, dann verringert sich der Effekt. Ziemlich tödlich kann es sein, wenn man sich in seinen Bauvorhaben zu Beginn übernimmt und dann ohne Mauernkarten dasteht. Eine so extreme Situation wie in meinen ersten beiden Spielen habe ich allerdings danach nicht mehr erlebt. Aber dafür stark variierende Spielverläufe:

Es gab bei uns Partien, die der von Dir geschilderten entsprachen: ausgeglichen, spannend, mit Überraschungen und knappem Sieg gegen Ende - prima. Aber auch das Gegenteil: Partien, in denen einzelne Mitspieler kaum einen Fuß auf den Boden bekamen, weil die Verteilung der Burgen/Minen etc. im Zusammenspiel mit geschicktem Vorgehen der Führenden ihnen irgendwann kaum mehr Raum ließen, sich später noch ein lukratives Gebiet zu schnappen. Kurzum: Partien, die ab gut der Hälfte quasi entschieden waren und die Hintenliegenden frustrierte.

Momentan, nach ca. 15 Partien mit verschiedensten Mitspielern und Besetzungen, tendiere ich zu der Ansicht, dass Löwenherz, gespielt mit gleichwertigen Mitspielern, die sich vor allem in der ersten Hälfte kaum Fehler leisten, eine sehr spannende Angelegenheit sein kann. Die Kehrseite der Medaille: die teilweise hohen Anforderung an das Können der Mitspieler sorgen, ab und an mal in Verbindung mit Kartenpech, dafür, dass Löwenherz auch mal sehr extreme Ausgänge erfahren kann, wo ein oder zwei Spieler davonrennen und den anderen keine Chance lassen (indem sie sie gezielt blockieren, z. B. durch Mauerbau zur Verhinderung großer Gebiete, aggressive Expansion in deren Gebiete hinein, abschneiden von Gebieten etc.).

Insgesamt ist mein Eindruck derzeit zwiegespalten: wenn's gut läuft ein sehr feines Spiel, aber ich hatte eben auch Runden, bei denen die dort anwesenden Mitspieler nicht mehr zu einer zweiten oder dritten Partie zu überreden waren. In dieser Hinsicht finde ich das alte Löwenherz schöner, da sich zumindest bei uns in der Regel mehr Gleichgewicht zwischen den Spielern einpendelte und mancher "Fehltritt" nicht so krass bestraft wurde. Ich denke, man braucht beim neuen Löwenherz schlicht relativ gleichwertige Spieler für spannende Partien, ansonsten kann es auch mal recht schnell (vor-)entschieden sein. Wie sehen die anderen das aus ihren Spielerfahrungen heraus?

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roman Pelek » 30. März 2003, 13:22

Hi Michael,

Michael Behr schrieb:

> mir hat allerdings die alte
> Version besser gefallen mit der Möglichkeit (uns Spannung),
> bei jedem Spielzug den führemdem Spieler angreifen zu können,
> in dem man die gleiche Aktion auswählt!

Ja, auch mir fehlt diese Möglichkeit im neuen Löwenherz. Das Agieren gegen Führende im neuen Löwenherz rein auf dem Brett empfand ich als sehr diffizil.

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Steffen S.

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Steffen S. » 30. März 2003, 14:18

Hallo,

ich hatte mich ja an der damaligen Debatte bereits rege beteiligt. Ich kann nur sagen: Im Süden nix neues. In unseren Runden ist das neue Löwenherz ein Dauerbrenner, dar nach wie vor regelmäßig auf dem Tisch landet. Wirklich total schräge Partien hatten wir nie (und es mögen mittlerweile sicher um die 30 sein), es wurde immer um den Sieg gerungen und gefightet. Übrigens endeten bei uns mit zunehmender Spielerfahrung immer mehr Partien durch das Aufbrauchen des Kartenstapels, nicht durch erreichen der Siegpunktzahl. Das ist schon ein Indiz dafür, dass die Punkte sich bei uns ganz gut "verteilten". Sicher verzettelte sich ein Spieler auch mal , oder seine Anfangsstrategie erwies sich als erfolglos oder zu riskant - aber wäre ein Spiel nicht langweilig, wenn es auch mit der riskantesten Strategie jederzeit zu gewinnen wäre?
Für mich ist das neue Löwenherz (Hallo Michael... ;-)) DAS Spiel dieses Jahres bisher, schnell und flüssig zu spielen, und doch immer spannend und jedesmal anders. Seit den Siedlern hat sich in meinen Spielerunden kein Spiel mehr so durchgesetzt wie dieses.

Gruß,
Steffen

Benutzeravatar
Marc MF

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Marc MF » 30. März 2003, 15:33

Darf ich dich beliefern ? :-)

Benutzeravatar
Michael Behr

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Michael Behr » 30. März 2003, 18:13

Hallo Steffen,
meine Erfahrungen bassierten auf einem (!) Spiel! Zudem sind bestimmte Spielelemente sicherlich auch Geschmackssache. Unser Spiel endete übrigens durch Aufbrauchen der Karten und war zuvor recht ausgeglichen! Trotzdem empfand ich die Spannung innerhalb des alten Spieles interessanter, zu Beginn eines jeden Zuges zu sehen, wer sich wie/warum für eine bestimmte Handlung entschieden hat.
Nice dice
Michael

Benutzeravatar
Steffen S.

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Steffen S. » 30. März 2003, 18:20

Hallo Michael,

der Michael den ich in meinem Text ansprach hört auf den Nachnamen Andersch ;-)

Ich wollte noch ergänzen: Ich besitze auch das alte Löwenherz, und auch das gehörte schon zu meinen Lieblingsspielen. Aber in den Spielerunden fand es wegen der relativ langen Spieldauer (und weniger einprägsamer Regeln) eher selten den Weg auf den Tisch - ein Problem, das durch die neue Version beseitigt wurde. Wer sehr am Versteigerungsmechanismus hängt (ich fand den auch spannend!), wird sicher das alte mehr mögen - je nach Naturell der eigenen Spielerunde sind eben beide exzellent. Man sollte, denke ich, vermeiden, ein Spiel abzuwerten, nur weil es das "Pech" hat, einen ebenso hervorragenden Vorgänger (oder Nachfolger) zu besitzen. Nach eigenem Befinden hat ja jeder die freie Wahl, ohne dabei die Qualitäten der anderen Version leugnen zu müssen.

Gruß,
Steffen

Benutzeravatar
Marten Holst

RE: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Marten Holst » 31. März 2003, 01:59

Moinle,

> Das Agieren gegen Führende im neuen Löwenherz rein auf dem
> Brett empfand ich als sehr diffizil.

hmmm, ist das eine qualitative Wertung? Und wenn ja: eher positiv oder negativ?

Nachgefragte Grüße
Marten (der fest mit der brauchbaren Antwort "nein" rechnet, aber es gerne genauer hätte, da er ein Altlöwenherzbegeisterter ist)

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Michael Andersch » 31. März 2003, 07:31

Hi Roman,

Roman Pelek schrieb:

> Zum Anfang: man sollte sich schon bei der Startaufstellung
> unbedingt stark an den vorhandenen Karten orientieren

Ja, natürlich - das ist in der Tat zu empfehlen ;-) !


> Es gab bei uns Partien, die der von Dir geschilderten
> entsprachen: ausgeglichen, spannend, mit Überraschungen und
> knappem Sieg gegen Ende - prima.

Bei uns waren es meist 2 Spieler, die's letztendlich unter sich ausgemacht haben und 2, die gegen Ende dann doch eher chancenlos waren (aber erst gegen Ende, von daher finde ich das nicht besodners problematisch).Was bislang auch in allen meinen Partien vor kam: relativ früh (so nach dem ersten Drittel etwa) ist ein Mitspieler vorgeprescht und hätte durch geschickte Gebietsgründung fast gewonnen (teilw. nur 1 Punkt weniger als benötigte Siegpunkte).
Bis auf einmal gelang es den anderen aber jedesmal, ihm die sicher geglaubte Führung mehr oder weniger deutlich wieder abzunehmen - einmal wurde die Vorprescherin dann sogar nur letzte...

> Aber auch das Gegenteil:
> Partien, in denen einzelne Mitspieler kaum einen Fuß auf den
> Boden bekamen, weil die Verteilung der Burgen/Minen etc. im
> Zusammenspiel mit geschicktem Vorgehen der Führenden ihnen
> irgendwann kaum mehr Raum ließen, sich später noch ein
> lukratives Gebiet zu schnappen. Kurzum: Partien, die ab gut
> der Hälfte quasi entschieden waren und die Hintenliegenden
> frustrierte.

Hmm, aber das kommt mir auch vom alten Löwenherz bekannt vor.
Das alte fand ich zwar bis dato auch sehr gut (finde ich auch immer noch), aber im Vergleich zur neuen Version "härter" und mit einer größeren nötigen "Frusttoleranz". Nicht zuletzt deshalb, weil es auch länger dauerte.


Eingezäunte Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Roman Pelek

RE: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roman Pelek » 31. März 2003, 09:19

Hi Marten,

Marten Holst schrieb:

> > Das Agieren gegen Führende im neuen Löwenherz rein auf dem
> > Brett empfand ich als sehr diffizil.
>
> hmmm, ist das eine qualitative Wertung? Und wenn ja: eher
> positiv oder negativ?

Hm, wenn die Partie von Beginn an ausgeglichen läuft, ist das in Ordnung, wenn einer vorprescht, ist es sehr schwierig, ihn zu stoppen. In letzterem Fall also leicht von Unbehagen angehaucht ;-)

> Nachgefragte Grüße
> Marten (der fest mit der brauchbaren Antwort "nein" rechnet,
> aber es gerne genauer hätte, da er ein
> Altlöwenherzbegeisterter ist)

Dann würde ich Dir gerne, s. o., diplomatischerweise ein klärendes "Jein" präsentieren :lol:

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roman Pelek » 31. März 2003, 09:30

Hi Micha,

Michael Andersch schrieb:

> > Zum Anfang: man sollte sich schon bei der Startaufstellung
> > unbedingt stark an den vorhandenen Karten orientieren
> Ja, natürlich - das ist in der Tat zu empfehlen ;-) !

Nuja, bevor hier Phrasen gedroschen werden - wollte sagen: man sollte neue Mitspieler explizit drauf hinweisen. Wenn man das vergisst, können die manchmal ganz schönen Unsinn machen und sich damit aus dem Spiel werfen ;-)

> Was bislang auch in allen
> meinen Partien vor kam: relativ früh (so nach dem ersten
> Drittel etwa) ist ein Mitspieler vorgeprescht und hätte durch
> geschickte Gebietsgründung fast gewonnen (teilw. nur 1 Punkt
> weniger als benötigte Siegpunkte).

Hm - bei uns war dann wohl öfter mal ein Punkt mehr für den Führenden im Spiel :-D Darf ich Dir davon für Deine Partien einen halben Punkt abgeben?

> Bis auf einmal gelang es den anderen aber jedesmal, ihm die
> sicher geglaubte Führung mehr oder weniger deutlich wieder
> abzunehmen - einmal wurde die Vorprescherin dann sogar nur
> letzte...

Bei uns gelang das häufiger nicht, aber da fällt mir was ein: jüngst hatten wir eine interessante Situation: 3 Spieler gleichauf auf der 24, 1 auf 9. Der zurückliegende war eingekesselt von den anderen und hatte nun die Möglichkeit, einen Überläufer zu spielen, um noch zu expandieren. Er musste sich nur für einen der Führenden entscheiden - das tat er, gewann damit 4 Punkte, ein Führender verlor 4 und wurde kurz danach von einem anderen angegriffen, der damit dann natürlich gewann. Habt Ihr in euren Partien solche Königsmacher-Situationen schon erlebt?

> Hmm, aber das kommt mir auch vom alten Löwenherz bekannt vor.
> Das alte fand ich zwar bis dato auch sehr gut (finde ich auch
> immer noch), aber im Vergleich zur neuen Version "härter" und
> mit einer größeren nötigen "Frusttoleranz". Nicht zuletzt
> deshalb, weil es auch länger dauerte.

Die kürzere Spieldauer ist bei der neuen Version auch schön. Das mit der Frusttoleranz finde ich eher umgekehrt, da man sich bei uns doch manchmal wünschte, jemandem eine Aktion abspenstig machen zu können. Hm...

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Michael Andersch » 31. März 2003, 09:36

Hi Roman,

Roman Pelek schrieb:

> Nuja, bevor hier Phrasen gedroschen werden - wollte sagen:
> man sollte neue Mitspieler explizit drauf hinweisen. Wenn man
> das vergisst, können die manchmal ganz schönen Unsinn machen
> und sich damit aus dem Spiel werfen ;-)

Ja, hab ich schon so verstanden ;-)...
Und da stimme ich Dir auch voll und ganz zu.

> Habt Ihr in euren Partien solche
> Königsmacher-Situationen schon erlebt?

Nö. Aber ich hab ja auch noch nicht so viele Partien hinter mir wie Du.
Aber auch hier wieder Gegenfrage: Das ist doch ein Punkt, der nicht nur beim neuen Löwenherz, sondern auch beim alten bzw. bei komplett anderen Spielen hin und wieder vorkommt.
Wäre jetzt nichts, weswegen ich ein Spiel schlechter bewerten würde (wenn es sich bzgl. der Häufigkeit im Rahmen hält).

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Stephan Zimmermann

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Stephan Zimmermann » 31. März 2003, 09:58

Michael Andersch schrieb:

> > Habt Ihr in euren Partien solche
> > Königsmacher-Situationen schon erlebt?
>
> Aber auch hier wieder Gegenfrage: Das ist doch ein Punkt, der
> nicht nur beim neuen Löwenherz, sondern auch beim alten bzw.
> bei komplett anderen Spielen hin und wieder vorkommt.

Naja, es gibt solche und solche Königsmacher.

Wenn ein Nichtführender einen letzten Zug macht, der ihm was bringt
und einem anderen den Sieg vermasselt, dann ist das vollkommen ok.
Der Siegvermasselte hätte sich halt nicht in diese Situation bringen dürfen
da noch angreifbar zu sein.

Was ätzend ist, wenn ein Nichtführender im letzten Zug nix vernünftiges
mehr machen kann und dann einen der Führenden zum Sieger kührt.
Dabei ist zu unterscheiden:
- doofer Spieler: Spieler macht das obwohl er sich beim Kampf um den Sieg raushalten könnte
- doofes Spiel: Spiel zwingt Spieler dazu den Sieg willkürlich zwischen den Führenden zu entscheiden

Grüße, Stephan

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Löwenherz - Neue Erfahrungen?

Beitragvon Roman Pelek » 31. März 2003, 13:43

Hi Micha,

Michael Andersch schrieb:

> Aber auch hier wieder Gegenfrage: Das ist doch ein Punkt, der
> nicht nur beim neuen Löwenherz, sondern auch beim alten bzw.
> bei komplett anderen Spielen hin und wieder vorkommt.

Ja - klar.

> Wäre jetzt nichts, weswegen ich ein Spiel schlechter bewerten
> würde (wenn es sich bzgl. der Häufigkeit im Rahmen hält).

Nö, war ja auch nur ein recht interessanter Einzelfall. Ich glaube nicht, dass sich eine solche Situation wie bei uns allzu leicht reproduzieren lässt ;-) Und hier nutzte er ja auch dem hinten liegenden Spieler, nur das "Opfer" war ungewöhnlicherweise auch noch frei wählbar...

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Marten Holst

Variable Aufbauten

Beitragvon Marten Holst » 31. März 2003, 20:15

Moinle,

>> > Zum Anfang: man sollte sich schon bei der Startaufstellung
>> > unbedingt stark an den vorhandenen Karten orientieren
>> Ja, natürlich - das ist in der Tat zu empfehlen ;-) !
>
> Nuja, bevor hier Phrasen gedroschen werden - wollte sagen:
> man sollte neue Mitspieler explizit drauf hinweisen. Wenn
> man das vergisst, können die manchmal ganz schönen Unsinn
> machen und sich damit aus dem Spiel werfen ;-)

Dann gibt es aber noch die "Helden", die bei solchen Spielen der Meinung sind "in der Grundaufstellung / bei einer freien Aufstellung, bei der wir uns an der GA orientieren, weißt Du ja, worauf es ankommt, und hast einen Vorteil. Wenn wir aber anders aufbauen, dann hast Du ein Problem". Man glaubt gar nicht, wie einfach La Città zu gewinnen ist... :-/

Aber das ist wirklich ein allgemeiner Hinweis, erst einmal die Standardaufstellung spielen, und erst mit Erfahrung abzuweichen, der vielleicht eine Phrase ist, aber eine für so manchen doch lehrreiche...

Herzliche Grüße
Marten (Sohn eines Löwen)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 379 Gäste