Beitragvon Marten Holst » 17. April 2003, 17:18
Moin,
> In der letzten Zeit häufen sich hier die Regelfragen. Viele
> dieser Fragen können durch aufmerksames Lesen der Regel
> beantwortet werden.
Frage: sind alle Fragensteller Besitzer des Spieles, oder gibt es auch solche, die es "erklärt" bekommen und dann (vermeintliche) Unklarheiten entdeckten?
Ansonsten bin ich immer wieder der Regelleser, wenn Spieleabende anstehen und keiner das Spiel kennt, habe aber ein wenig das Gefühl, dass das nicht an der Faulheit der anderen liegt, sondern daran, dass die meine Stimme so gerne hören. Und gerade gestern abend hatte ich diverse Male die mir nur zu bekannte Situation, dass die Regel noch einmal verlangt wurde, um etwas nachzulesen, anstatt nachzufragen (natürlich auch, um taktische Ideen nicht zu verraten - den taktischen Schweinkram, den ich machen wollte, ließen die Regeln nicht zu, aber wenn ich gefragt hätte, dann hätte ihn ansonsten bestimmt ein Mitspieler nicht zugelassen...).
Ansonsten kenne ich bei einigen Spielen auch noch das Problem, dass sich kleine, aber nicht egale, Details ändern und Leute irritiert sind (darf man beim Tichu eigene Stiche übernehmen? 1.Auflage: ja; 2.Auflage: nein), dass die Regeln vielleicht mal verloren gegangen sind (ist ja nicht jeder so ordentlich wie ich, *hüstel*), und die "immer bekannten" Regeln eben doch nicht klar waren, oder dass irgendwelche von den Normalregeln abweichenden Turnierregeln entstehen (beim Tichu der letzte Stich mit Drachen z.B.).
(Ansonsten beginne ich zu viele Absätze mit "ansonsten").
Schließlich ist es auch so, dass man manchmal ein Brett vor dem Kopf hat, und Dinge, die einfach sind und vielleicht auch klar in den Regeln stehen, irgendwie nicht begreift - ich denke da nur an die Punktewertung von "Paris Paris", die mir im fünfzehnten Anlauf dann im Kanon vorgesungen wurde, bis ich sie endlich begriff...
> Nun kamen die Postings zur BSW und auch da hieß es, zuviel
> zu lesen bzw. das ist mir alles zu komplex.
Warum mich die BSW mehr stört, kann ich genauer sagen.
Onlinehilfen auf vielen kleinen Seiten kann ich schlecht "ausdrucken", muss ich also online lesen, was diverse Nachteile hat. Zum einen liest es sich am Bildschirm schlechter, zum zweiten sind meine bevorzugten Lesepositionen (in der Badewanne, im Bett, in der Bahn) ausgeschlossen, zum dritten kostet es mich Geld (keine Flachrate, kein Arbeitgeber, kein Studentenwohnhem...), zum vierten zappeln der Bildschirm mit Animationen oder Chats, die einen irritieren und ablenken.
> Und im Spielekreis haben wir auch festgestellt, dass die
> Tendenz, sich selbst Regeln zu "erarbeiten" nachlässt. Man
> lässt sich lieber erklären.
Was mich persönlich betrifft, eher umgekehrt: die meisten Mitspieler sind didaktisch weniger genial, als die meisten Regelschreiber... ;-)
Grüße vom Marten