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Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerald Rüscher

Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Gerald Rüscher » 25. April 2003, 13:18

Okok, mal wieder kein politisch korrekter Beitrag aber ich muss doch mal eine Frage loswerden, die mich seit einigen Spieljahrgängen beschäftigt:

Nach welchen Kriterien entscheiden Redakteure oder Verlage eigentlich, dass ein Spiel auf den Markt gebracht wird?

Hintergrund ist eine Runde "New England" (neu bei Goldsieber) am vergangenen Dienstag. Ohne auf die Details des Spielmechanismus etc. an dieser Stelle einzugehen muss ich sagen, dass ich mich bereits nach 15 Minuten gefragt habe, wann das Spiel wohl endlich zu Ende ist, damit wir den Abend noch sinnvoller nutzen können.

New England ist kein schlechtes Spiel. Wirklich nicht. Es funktioniert, hat keine Mechanismusprobleme, eine gute Regel und ordentliches Material. Nur dummerweise ist es ist schlicht und ergreifend einfach strunzlangweilig. Man kann es spielen, keine Frage und man nimmt auch sicher keine Schäden dadurch. Aber ich weiss ganz sicher, würde ich es kaufen und ins Regal stellen hätte es *Null* Chance irgendwann wieder rausgeholt zu werden, denn zu viele hervorragende Titel stehen und liegen links und rechts davon.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt wer so ein Spiel kaufen soll: hochgradig abstrakt, wenig Interaktion, plätschert so vor sich hin. Für Wenigspieler viel zu unspannend, für Vielspieler gibt es Dutzende von weitaus besseren Alternativen.
Öde, öde, öde. Würde ich New England für 5 Euro bei Karstadt sehen, ich würde es nicht kaufen, denn dazu wäre mir der Platz in meinem Regal viel zu schade.

Also frage ich mich: für wen wird sowas produziert und auf den Markt gebracht? Wer kauft das? Es entstehen doch Kosten die irgendwie wieder reinkommen müssen. Oder werden manche Spiele nur publiziert damit das Sortiment nicht so dünne ausfällt.

Fragende Grüße,
Jerry

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peer

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon peer » 25. April 2003, 13:31

Hi,
vorweg: So begeistert bin ich von New England auch nicht...
Aber: Der Versteigerungsmechanismus ist durchaus interessant - der Spannungsbogen nimmt gegen Ende durchaus zu. Und vergangene Postings berücksichtigt hatten wohl eine Menge Leute ihren Spass dran. Folglich hat es auch eine Existenzberechtigung.
Ich persöhnlich finde aber z.B. Amun Re um eine Klasse besser. Zugegeben: So viel gemeinsam haben die Spiele nicht, aber immerhin gehts in beiden um Grundstückersteigerung - und Nutzung für Siegpunkte. Allerdings ist AR viel anspruchsvoller - gut für mich, weniger gut für meine Familie, die es wohl nicht so mögen würde. Zudem halte ich New England für fehlertoleranter.
Es ist imho ein nettes, taktisches Familienspiel, dass dummerweise so aussieht, als wäre es was für Strategen, und zudem in einer grossen Schachtel kommt (Alhambra bietet z.B. wiederum ähnliches Spielgefühl - o.k. mir gefällt Alhambra besser - in einer kleineren Verpackung udn mit kleinerem Preis).

Ich denke schon, dass es seine Fangemeinschaft finden wird, da gibt es noch ganz andere Spiele, die überhaupt keine Existenzberechtigung haben ;-)

ciao
Peer

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Thomas O.

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Thomas O. » 25. April 2003, 13:42

Hi Jerry,

ohne NE ( ;-) an Michael und Roland) je gespielt zu haben, kann ich Dir auf die Frage im Titel Deines Threads nur eine eindeutige Antwort geben: Du nicht. Und das ist doch schön zu wissen, jedenfalls für Dich. Aber glücklicherweise gibt es sicher über NE anders denkende Menschen, von denen vermutlich einige Deine Lieblingsspiele ihrerseits totlangweilig, öde und platzraubend finden. Man kann Deine Meinung über NE teilen, aber sie stellt sicher nicht die Berechtigung, dass es auf dem Markt ist, in Frage. Ob Goldsieber damit eine Cash Cow auf den Markt gebracht hat, kann ich nicht sagen, aber zu wünschen wäre es dem Verlag auf jeden Fall. Auch NE wird seine Fangemeinde finden, und letztendlich ist es ja auch schon häufig die Entscheidung eines Preisverleihungsgremiums gewesen, die trotz geteilter Meinung in der "Szene" positiv über den Markterfolg eines Spieles entschieden hat.

Schöne Grüße, Thomas (dessen Spielegruppe noch niemals Carcassonne gespielt hat und die sich dennoch nicht fragt, ob es ein Markterfolg ist) (ein zugegebermaßen polemisches Gegenbeispiel ;-) )

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Gerald Rüscher

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Gerald Rüscher » 25. April 2003, 17:14

Thomas O. schrieb:

> Auch NE wird seine Fangemeinde finden, und letztendlich ist es ja
> auch schon häufig die Entscheidung eines Preisverleihungsgremiums
> gewesen, die trotz geteilter Meinung in der "Szene" positiv
> über den Markterfolg eines Spieles entschieden hat.

Hab ich jetzt 'n Smiley übersehen oder war das eben die bissigste Bemerkung die hier in den letzten zwei Wochen gefallen ist? :-> Übersetzt schreibst du doch: Ein Spiel kann noch so grottenübel sein, wenn nur die "Jury" 'n Pöppel drauftackert werden's schon genug Deppen kaufen :-D Respekt!

Was die Fangemeinde von New England angeht, naja, klar wird's die geben. Ob die groß genug ist, die Kosten wieder reinzuholen .. ich weiss nicht. Aber ... naja .. Fertigcurrywurst in der Tüte scheint sich ja auch zu rentieren.

Schmunzelnden Gruß,
Jerry

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Gerd Hebbinghaus

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Gerd Hebbinghaus » 25. April 2003, 21:16

Hallo

ich habe NE bis jetzt in 3 verschiedenen Runden gespielt und alle waren davon angetan bis begeistert. Einige der Spieler wollten es sich auch direkt kaufen.
Also - jedem das seine, und das Recht auf eine eigene Meinung...
Für mich ist NE ein ernsthafter Anwärter zum SdJ (aber wen interessiert der Titel hier eigentlich noch?)
gruß gerd

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Helmut Lehr

Öde-Spiele-Toto!?

Beitragvon Helmut Lehr » 26. April 2003, 15:14

Hallo Gerald,
Du bist ja für Deine recht kritischen Bemerkungen hier bekannt. Diesmal kann ich Dir in der Frage, wofür manche Spiele eigentlich produziert werden, allgemein nur zustimmen. Von NE habe ich leider bisher nur die Regel gelesen und kann daher dazu nix aussagen, aber es gibt genügend Spiele, bei denen man die Zielgruppe nicht genau weiß.
Ich würde daher vorschlagen, eine Art "Öde-Spiele-Toto" (Arbeitstitel) eines Spiele-Jahrgangs zu veranstalten, ein Pendant des SdJ-Toto. Welches von diesen genannten Spielen taucht als erstes auf einem Ramschtisch eines Kaufhauses auf? Das Datum der Verramschung, d.h. zu hohe Stückzahlen und zu geringer Verkauf, wäre das Kriterien für den Sieg im "Öde-Spiele-Toto". Das meine ich ernst, denn viele hier hantieren doch gerne mit Tabellen-Daten, und es ist kein Problem, die "Markt-Laufzeit" eines Spieles festzuhalten, vom Erst-Verkaufstag bis zur möglichen Verramschung bzw. Produktionseinstellung.
Da würdest Du, Gerald, also schon mal auf NE tippen?
Ich hätte mich mit TA im letzten Jahr wahrscheinlich vertippt.
VG
Helmut (der auf Eure Reaktion gespannt ist)

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Tom

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Tom » 26. April 2003, 15:27

Hi Jerry,

nö, so bissig war´s ganz sicher nicht gemeint. Ich spreche ja auch nicht von "grottenüblen" Spielen, sondern von denen, die viele Für- aber mindestens ebenso viele Widersprecher (zumindest in der hier vertretenden "Szene") haben. Und es ist ja kein Geheimnis (und wurde hier schon oft diskutiert), dass der Pöppel auf die breite Masse eine Anziehungskraft ausübt. Und die ist es, die die hohen Verkaufszahlen generiert. Und es sind sicher nicht alles Deppen, sondern Menschen, die darauf vertrauen, ein anerkannt gutes und familientaugliches Spiel zu bekommen. Spästestens dann hat das Spiel seine Existenzberechtigung, die Du ja in Frage gestellt hast. Ob´s NE zu hohen Verkaufszahlen bringen wird, kann nicht vorgesagt werden, aber IMHO auch nicht von vornherein auf Grund des eigenen persönlichen Geschmacks negativ prognostiziert werden.

Gerald Rüscher schrieb:
>
> Fertigcurrywurst in der Tüte scheint sich ja auch zu rentieren.

:lol: :lol: :lol:

Gruß, Thomas (der die fehlenden Smilies gerne nachholt, aber auf Jerry Currywurst-Beispiel beziehen möchte)

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Sylvia Berger

Re: Öde-Spiele-Toto!?

Beitragvon Sylvia Berger » 27. April 2003, 00:19

Hallo Helmut,
schöne Idee. Für den diesjährigen Spielejahrgang tippe ich auf das Racko für Arme im 70er Jahre-Look:
Europa Tour

Leider befürchte ich, dass es mir damit so geht wie Dir mit TA.

Grüße
Sylvia

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Sarah Kestering

Re: Öde-Spiele-Toto!?

Beitragvon Sarah Kestering » 27. April 2003, 04:36

oder vielleicht Squad 7 ? Obwohl ich es gerne mal ausprobieren würde.

Sarah

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peer

Re: Öde-Spiele-Toto!?

Beitragvon peer » 27. April 2003, 11:36

Hi,
das Problem ist nur, das anerkannt gut Spiele wie Medinabereits nach relativ kurzer Zeit schon verramscht werden, während so mancher Grind nicht aus den Regalen verschwindet...
ciao
Peer (würde wohl auf Memo Street tippen)

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Helmut Lehr

Re: Öde-Spiele-Toto!?

Beitragvon Helmut Lehr » 27. April 2003, 13:55

Das ist doch schon mal ein guter Anfang!
VG
Helmut

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Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: mir gefällts

Beitragvon Christian Schnabel » 27. April 2003, 19:09

Hallo,

mir gefällt es zum Beispiel ausgezeichnet und den bisherigen Mitspielern ebenfalls.

Viele Grüße

Christian Schnabel

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Marten Holst

[OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Marten Holst » 28. April 2003, 11:24

Tach Ihr,

>> Fertigcurrywurst in der Tüte scheint sich ja auch zu rentieren.
>
> :lol: :lol: :lol:

Schließe mich an.

Allerdings mein Lieblingsbeispiel für Produkte, deren Sinn ich nicht zu erkennen vermag: wer hatte bitte dereinst "kalten Kaffee in Dosen" gewünscht? Und das noch zum Preis eines Energiegetränkes...

Energisch grüßt der Marten

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Attila » 28. April 2003, 12:56

Gerald Rüscher schrieb:

> gefallen ist? :-> Übersetzt schreibst du doch: Ein Spiel
> kann noch so grottenübel sein, wenn nur die "Jury" 'n Pöppel
> drauftackert werden's schon genug Deppen kaufen :-D Respekt!

Ja, so in etwas ist es aber wohl auch. Man brauche sich nur Carcassone anzuschauen (war ja das Gegenbeispiel), es ist nicht Originell und es ist gähnend langweilig. Pöppel drauf und ab geht die Post !
Es ist nunmal Geschmacksache ! Der eine findet NewEngland überflüssig, der andere Carcassone und der nächste Siedler ! - Ob viele es "gut" oder "schlecht" finden, hat letztendlich nichts mit der güte des Spiels zu tun ! Sondern nur mit Geschmack !

> reinzuholen .. ich weiss nicht. Aber ... naja ..
> Fertigcurrywurst in der Tüte scheint sich ja auch zu rentieren.

Siedler scheint sich auch zu rentieren. Und es ist mir bis heute ein Rätsel ! Genauso gibt es viele Spiele die einfach *klasse* sind (meiner Meinung nach), die sich nicht rentiert haben ! Ob New England das tut oder nicht ist mir als Spieler aber ziemlich egal, weil es nichts mit dem Spiel an sich zu tun hat !

Atti

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Thomas O.

Re: [OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Thomas O. » 28. April 2003, 13:07

Schmeckt sehr lecker, wenn man z.B. im Sommer kein heißes Getränk trinken mag, aber dennoch eine Dosis Koffein benötigt. Da gut gesüßt, auch kalt genießbar. Über den Preis kann man allerdings wirklich streiten...

Das Produkt, oder besser die Produktgattung, hinteren deren Sinn, Zweck und Funktion ich nach über 30 Jahren Grübelns immer noch nicht gekommen bin, sind und bleiben Schlüsselanhänger. :-? :-? Klär mich mal einer auf, was die Dinger sollen...

Gruß, Thomas (der neben Schlüsseln nur einen Flaschenöffner am Ring hat)

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Thomas O.

Re: Polemik: Wer braucht eigentlich "New England"?

Beitragvon Thomas O. » 28. April 2003, 13:13

Attila schrieb:
>
> Siedler scheint sich auch zu rentieren.

Oh, oh, sehr gewagte These, bist Du sicher? ;-) Ich glaube allerdings auch, dass der Verlag die Produktionskosten gerade so wieder hereinbekommen hat... Vielleichts wird´s sogar eines Tages mal ein Erfolg ;-)

Gruß, Thomas

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Kathrin Nos
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Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

Carcassonne nicht erst durch SdJ-Poeppel erfolgreich!

Beitragvon Kathrin Nos » 28. April 2003, 13:22

Hallo,

in die Diskussion zu New England möchte ich mich jetzt nicht reinmischen (ich habe es einmal gespielt, mir hat's da nicht gefallen, ich möchte es aber nochmal spielen, weil ich es immerhin für möglich halte, dass ich beim Einfach-Drauflos-Spielen einfach einen schlechten Start hatte und es beim zweiten Mal anders machen würde), aber ein Detail möchte ich gerne kommentieren:

"Attila" hat am 28.04.2003 geschrieben:
> Ja, so in etwas ist es aber wohl auch. Man brauche sich nur
> Carcassone anzuschauen (war ja das Gegenbeispiel), es ist
> nicht Originell und es ist gähnend langweilig. Pöppel drauf
> und ab geht die Post !

Einspruch! Carcassonne war bereits kurz nach der Essener Messe 2000 zum Verkaufsrenner geworden und die erste Auflage war so schnell vergriffen, dass viele bis zum Erscheinen der 2. Auflage im Januar 2001 (stimmt das Datum?) recht lange warten mussten.

Zum Spiel des Jahres wurde Carcassonne aber erst später im Frühjahr 2001 gekürt.
Einen Zusammenhang zwischen dem SdJ-Pöppel und den guten Verkaufszahlen in dem von Dir geschilderten Masse kann ich nicht sehen (geschadet hat dem Spiel der Titel natürlich auch nicht).

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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peer

Re: Carcassonne nicht erst durch SdJ-Poeppel erfolgreich!

Beitragvon peer » 28. April 2003, 13:36

Hi,
dasselbe gilt im übrigen auch für Siedler, dass durch den SdJ zwar zum "Superstar" wurde, aber bereits vorher erfolgreich war.
Umgekehrt sind "Um Reifensbreite" oder "Torres" Beispiele für Spiele die SdJs waren, die es aber dennoch nicht geschafft haben.
Monopoly, Das verrückte Labyrinth oder Abalone haben es dagegen wiederrum auch ohne SdJ-Ehren gut verkauft...

Wann sich ein Titel nun gut verkauft, ist nicht so ohne weiteres vorherzusagen, auch wenn Qualität eine Rolle spielt. Dabei ist es natürlich unerheblich, ob man es persöhnlich mag, sondern, ob es der Mehrheit, die es mal spielen gefällt.
Und die SdJ versucht den Titel zu bestimmen, der pro Jahr den meisten Spielern gefallen dürfte und der gleichzeitig Werbung für Brettspiele macht (sonst würden wohl immer Pokemon-Merchandising gewinnen).
Klar, dass ein Tabeltopper, Cosimer oder Rollenspieler mit der Wahl nicht übereinstimmt...

ciao
Peer (der am Samstag einige Stunden lang Mers gemeistert hat)

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Polemik ist schön ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 28. April 2003, 13:55

> Okok, mal wieder kein politisch korrekter Beitrag ...
Fein. Macht viel mehr Spaß, sich mit pointierten Beiträgen auseinanderzusetzen.
Vor allem, wenn der Betreffende nicht auf Streit aus ist, selber klar weiß, daß er bewußt polemisiert um etwas auf den Punkt zu bringen.

> Nach welchen Kriterien entscheiden Redakteure oder Verlage eigentlich, dass ein
> Spiel auf den Markt gebracht wird?
Nach dem Kriterium der Gewinnmaximierung.
Und das ist gut so.
Es gab genügend Verlage, die dieses Kriterium nicht als oberste Priorität sahen. Die sind alle eingegangen und damit hat die Spielerszene einiges an Potential verloren.

> New England ist kein schlechtes Spiel.
Fein.
Und damit ist es sinnvoll.
Über weitere Geschmacksfragen lohnt nicht zu streiten.

> Aber ich weiss ganz sicher, würde ich es kaufen und ins Regal stellen hätte es
> *Null* Chance irgendwann wieder rausgeholt zu werden, denn zu viele
> hervorragende Titel stehen und liegen links und rechts davon.
Das ist eigentlich die Kernfrage des ganzen Beitrags: Wieso wieder ein anderes Spiel, wenn es doch so viele gute Spiele schon gibt.

Aus Sicht des Verlags ist die Antwort trivial: Die schon im Regal gestapelten Altspiele bringen dem Verlag keine Einnahmen.

Aus Käufersicht gibt es andere Gründe.
Bei den meisten Leuten ist es schlicht so, daß eben im Regal noch sehr wenig an Spielen steht. Leute wie wir mit einer großen Spielesammlung sind die krasse Minderheit. Es können noch unglaublich viele neue Spiele erscheinen, bis wirklich eine Übersättigung des deutschen Markts denkbar wäre.

Und selbst bei den Vielspielern wird immer noch gekauft.
Ich hatte vor 10 Jahren auch schon hunderte von Spielen rumliegen - und trotzdem jedes Jahr neue gekauft.
Von denen die meisten sich nach einigen Partien dann als nicht so prickelnd herausgestellt haben, seitdem stauben sie halt langsam ein.
Es macht halt Spaß ein neues Spiel zu kaufen. Und selbst wenn es nur genausogut ist wie Dutzende vorhandener Spiele - dann ist es immer noch etwas Neues und Reizvolles. Wenigstens für ein, zwei Partien.

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Sebastian-spielbox

Re: [OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Sebastian-spielbox » 28. April 2003, 15:16

Hej!

Aehm... Naja... Schluesselanhaenger erleichtern es ungemein den Richtigen Schluesselbund aus einem Haufen anderer Schluesselbunde herauszupicken.
:-)

Alles klar?

Bye, Basti
(der jetzt einen alten RAM-Riegel am Schluessel baumeln hat)

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Thomas O.

Re: [OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Thomas O. » 28. April 2003, 15:19

...bist Du Hausmeister?? ;-)

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Polemik ist schön ...

Beitragvon Attila » 28. April 2003, 16:27

Ralf Arnemann schrieb:

> Es macht halt Spaß ein neues Spiel zu kaufen. Und selbst wenn
> es nur genausogut ist wie Dutzende vorhandener Spiele - dann
> ist es immer noch etwas Neues und Reizvolles. Wenigstens für
> ein, zwei Partien.

Naja, fast stimme ich dir zu. Nur eine Sache sehe ich anders: Wie "gut" ein Spiel ist, ist doch absolut Subjektiv ! - Manchmal hab ich richtig Lust auf ein Spiel, obwohl andere Spiele mir vieleicht grundsätzlich besser gefallen - aber an dem Tag/Abend spiele ich dann halt dieses Spiel lieber als andere. Das hängt absolut von meiner "Stimmung" ab - manchmal hab ich lust auf ein schönes Bauspiel, manchmal auf ein Wirtschaftsspiel und genauso hab ich manchmal auch lust ein ganz bestimmtes Spiel zu spielen - das hat manchmal mit dem Thema des Spieles zu tun, manchmal mit der Art und auch mit den Mechanismen ! Ich bin halt sehr launisch ! :-)
Wenn man nur 5 oder 10 (oder auch 20) Spiele hat kommt man (als vielspieler) schnell an die Grenz: "Ach nee, nicht schon wieder DAS!" - Man kann sich jedes Spiel "überspielen" ! Oft bringen ähnliche Spiele mit anderen Themen / leicht anderen Mechanismen genau die Mischung auf die man (also ich) Lust hat und die (einem) viel mehr Spass machen als ein anderes Spiel "der gleichen Art" !

Atti

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indigoküper

Re: Carcassonne nicht erst durch SdJ-Poeppel erfolgreich!

Beitragvon indigoküper » 28. April 2003, 19:26

Hallo!

Kathrin Nos schrieb:

> Hallo,
>
> in die Diskussion zu New England möchte ich mich jetzt nicht
> reinmischen

Ich auch nicht, denn ich kenne es noch nicht.

> Zum Spiel des Jahres wurde Carcassonne aber erst später im
> Frühjahr 2001 gekürt.
> Einen Zusammenhang zwischen dem SdJ-Pöppel und den guten
> Verkaufszahlen in dem von Dir geschilderten Masse kann ich
> nicht sehen (geschadet hat dem Spiel der Titel natürlich auch
> nicht).

Naja, aber Verkaufszahlen, die weit in die Hunderttausende hineinreichen hätte ein Spiel heutzutage anders wohl kaum erreicht, doch der Erfolg sei dem Spiel gegönnt, doch die Erweiterungen & Nachfolger kann man sich an den Hut stecken, wie ich finde...(okay - der Fluss war ein nettes Give-Away, mehr allerdings nicht).

Auch dem Verlag sei der große Wurf gegönnt, einige meiner Lieblingsspiele sind doch beim lustigen Hans in Produktion gegangen, doch leider scheint sich der kommerzielle Erfolg nicht positiv auf die Firmenpolitik auszuwirken:
AMUN-RE kostet im Handel (ich klammere die Internet-Verscherbler hier einmal aus) sage & schreibe 40 Euro!!!
Ich finde das in Anbetracht der Ausstattung gelinde ausgedrückt eine Unverschämtheit & möchte nur darauf hinweise, dass ich für MEDINA, einem sagenhaften Spiel mit phantastischer Ausstattung, 35 Euro bezahlen musste...

Leider wird dieses Schmuckstück, wie ich an anderer Stelle las, inszischen schon verramscht...Das macht natürlich auch nachdenklich...

Okay, es wird wahrscheinlich immer so weiter gehen, die Marktwitschaft kennt kein Erbarmen, da hilft kein Jammern...

Grüße vom indigoküper, der hofft, dass wenigstens PUERTO RICO noch einige Wochen sein Preisniveau halten kann...

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Marten Holst

RE: [OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Marten Holst » 28. April 2003, 21:56

Moin Thomas,

es gibt:
- Wohnungsschlüssel
- Wohnungsschlüssel des Elternhauses
- Wohnungsschlüssel bestimmter Bezugspersonen
- Autoschlüssel
- Autoschlüssel für den Zweitwagen
- Autoschlüssel für den Drittwagen
- Schlüssel für den Arbeitsplatz
- Schlüssel rund um den Kleingarten
- Schlüssel und ums Ferienhaus

Alle hat wohl kaum jemand - aber bei meinen drei Bunden erweist es sich auch schon als praktisch. Und nein - ich will und kann nicht alle an ein Bund hängen ;-)

Schlüsselfertig grüßt der Marten

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Marten Holst

RE: [OT] Wichtige Produktentwicklungen

Beitragvon Marten Holst » 28. April 2003, 21:56

Moin Thomas,

> Schmeckt sehr lecker,

Bibber, naja, jedem das seine ;-)

> wenn man z.B. im Sommer kein heißes
> Getränk trinken mag, aber dennoch eine Dosis Koffein
> benötigt. Da gut gesüßt, auch kalt genießbar. Über den
> Preis kann man allerdings wirklich streiten...

Spannend fand ich nur, dass der Spruch "Das brauche ich, wie kalten Kaffee in Tüten" an meiner Schule zeitweilig recht modisch war :-)

Meine Grüße sind kein kalter Kaffee,
Marten


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