Beitragvon Roman Pelek » 4. Juni 2003, 02:11
Hi Norbert,
Norbert Heimbeck schrieb:
>
> mit Erstaunen habe ich Deinem Posting entnommen, was man so
> alles versäumen kann ohne TV...
Hm, ob man was versäumt? Nicht wirklich, es ist sehr viel Schwachsinn darunter ;-) Ich fand's nur interessant, mir auch mal im Hinblick auf den Hauptsektor des Spiel(waren)markts mal wieder einen Überblick zu verschaffen - zumal ich manche Cartoons und Kindersendungen auch ganz gerne sehe (nebst Dokus). Auf jeden Fall allemal lieber als die 365. Talkshow oder Gerichtssendung auf dem Niveau einer öffentlichen Steinigung. Ansonsten sehe ich nicht viel fern - wann auch, wenn's doch Spiele, gutes Essen und gemütliche Plauschs mit Freunden gibt. Und DVD und Kino, wenn man gerne mal einen guten Film ohne "Verschnitt" oder Werbepausen genießen möchte oder Bücher und Musik für den entspannten Abend alleine.
> Ein ganz klein wenig fühle ich mich jetzt als "Rabenvater",
> weil meine Bande (immerhin 4 Stück zwischen 3 und 10) nicht
> fernsieht. Vielmehr müssen sie spielen!!! Ist das nicht
> schrecklich? ;-)
Grausamst :-)) Aber kommen da nicht auch Impulse von außen, wo Deine Kinder Dich ansprechen, ob sie nicht Serie XY sehen dürfen, weil die anderen alle drüber reden? Das hat man ja selbst als Erwachsener häufiger: wenn man die aktuellen Fußballnews oder das neueste Dämlich-Soap-Superstar-Hype-Produkt nicht kennt, wird's gerade mit dem Smalltalk manchmal schwierig :-)
> Aber im Ernst: TV-Verzicht (oder besser gesagt bewusster
> Konsum) schadet den Kiddies nix.
Glaube ich auch, aber man muss wohl auch mit diesem Medium den Umgang lernen, d. h. mal was bewusst schauen können. Wobei das Theorie ist, da ich noch keine Kinder habe :-) Ich kann da nur aus eigener Erfahrung als "Ex-Kind" urteilen:
> Das "Problem" bei der Sache:
> Wenn Kinder schon von ganz klein an spielen, springen sie
> schnell über die Altersangaben auf den Schachteln hinweg. Im
> Klartext: Meine 7-jährige Tochter spielt z.B. virtuos Magna
> Grecia oder Kurier des Zaren. Kürzlich hat sie einer
> Erwachsenenrunde die "Dracheninsel" erklärt. Und die Kleinste
> (3) hat das Playmobil Ritterrennen (eigentlich ab 6) zu ihrem
> Lieblingsspiel erkoren.
Interessant zu hören, in unserer Familie war es ähnlich. Es wurde viel gespielt, wodurch es mir immer leicht fiel, bestimmte Spiele oder auch Logikrätsel und abstrakte Problemstellungen allgemein zu bewältigen, die für mich eigentlich noch nicht gedacht waren. Mir persönlich hat es (nebst anderem wie Vorlesen, Lego etc.) viel geholfen, früh und oft zu spielen. Ich würd's mit zukünftigen eigenen Kinder nicht wesentlich anders angehen wollen.
> Unsere Familie zieht das Spiel dem Bildungsfernsehen auf
> jeden Fall vor. Ich hoffe nur, dass die Kinder bei dieser
> Einstellung bleiben, wenn die Pubertät beginnt.
Ich wette dagegen, da gibt es vielleicht doch zu viele andere Interessen und neue Erfahrungen zu sammeln. Aber ich tippe auch darauf, dass sie danach wieder darauf zurückkommen werden ;-) Nun denn, vielleicht treffen wir uns in fünf Jahren mal wieder in diesem Forum, um das zu verifizieren - dann habe ich eventuell auch den Nachwuchs dafür 8-)
Theoretische Grüße,
Roman