Beitragvon Alex » 10. Oktober 2003, 08:25
> Und daß auch er den
> Vergleich mit "Catan" zum Gegenstand seiner Betrachtungen
> gemacht hat, liegt zum großen Teil sicherlich auch daran, daß
> das "Publikum" bei einem neuen Teuber-Spiel meist sehr
> geneigt ist, zu hören, ob das neue Teuber-Spiel irgendwie mit
> den "Siedlern von Catan" zu vergleichen ist.
Jetzt tut mir Klaus Teuber fast schon Leid. Da kann er sich endlich mal von seinem Steckenpferd Siedler ein wenig trennen, dann wird ihm das auch schon wieder zum Vorwurf gemacht. Es ist ja schön und gut zwei Spiele miteinander zu vergleichen, besonders wenn das Vergleichsspiel den Bekanntheitsgrad von Siedler hat, aber diese Rezension ist leider überhaupt nichts wert. Schließlich handelt es sich bei Spielonaut.de nicht um eine Siedler-Fan Seite.
> Klaus Teubers Brettspieladaption des erfolgreichen PC-Spiels (3-4 Spieler, 29,95 >€, ca. 90 Minuten) hält sich zwar eng an die elektronische Vorlage, wird aber mit >seiner organisierten Mangelwirtschaft ebenso den Siedler-Fans auf Anhieb vertraut >sein.
...und von fast allen Knizia Spielen, und von fast allen guten Spielen. Also ich betrachte dies zunächst als positive Bewertung. Mangelwirtschaft in einem Spiel ist immer gut. Und wenn es Teuber gelungen ist die elektronische Vorlage so umzusetzen, dass sie im Brettspiel immer noch zu erkennen ist, dann klingt das auch positiv.
>Auch dass ein Spieler meist hoffnungslos abgeschlagen auf dem letzten Platz >landet, kennen wir schon von Catan.
Ja? - habe ich in meinen letzten dreißig Spielen aber nicht so erlebt. Wir spielen meist "Städte und Ritter" - beim letzten Spiel hatte einer 13, der nächste 12 und der letze mit 11 Punkten war weit abgeschlagen. Ich habe das bei Siedler höchstens erlebt, wenn ein Spieler eine eklatant schlechte Startaufstellung vorgelegt hatte. Fazit: Die Startaufstellung bei Anno1503 scheint wichtig zu sein. Also schon Planung beim Aufbau - mmmh gefällt mir auch (habe das letzte Wallenstein beinahe verloren, weil meine Startaufstellung nicht optimal war).
>Allerdings bleibt das schöne, konstruktive Spiel
Klingt immer noch gut - schon drei positive Punkte für Anno1503.
> durch das Verbot, miteinander Rohstoffe zu tauschen, im Unterschied zu den >Siedlern fast völlig interaktionslos.
Fürsten von Florenz ist auch fast interaktionslos und trotzdem eines meiner Lieblingsspiele. An dieser Stelle habe ich mich über die Kritik dann doch ein wenig aufgeregt. Wie kann man von einem Verbot sprechen? Kann ich dann auch sagen, dass mir Siedler nicht gefällt, weil mir verboten ist eine Eisenbahn zu bauen, oder weil ich keine Truppen kaufen darf, um die Städte meiner Mitspieler anzugreifen? Alles was nicht in den Regeln steht ist automatisch "verboten"? Finde ich ein wenig seltsam.
>Abgesehen von der bedrückenden Stille am Spieltisch ist dadurch so manche im >Ansatz Erfolg versprechende Strategie zum Scheitern verurteilt
Verstehe ich wirklich nicht. Wie kann man Strategien auf Regeln aufbauen wollen, die es für dieses Spiel überhaupt nicht gibt? Wenn ich das nächste mal Siedler verliere sage ich auch: "Ich habe nur nicht "Siedler" gewonnen, weil Ihr Euch geweigert habt mit den Regeln von "Puerto Rico" zu spielen!"
> - wie auch manche Sonderkarten des getesteten Vorserienmusters übermächtig >erscheinen. Weitere Spieltests werden zeigen, ob auf lange Sicht der Spielreiz >darunter leidet.
Imho die einzige wirkliche Kritik am Spiel. Die Sonderkarten sind nicht gut ausbalanciert. Daran sind schon viele Spiele gescheitert.
>Insofern wird
> Heiko Frings hier also in erster Linie einem journalistischen
> Auftrag an viele Leser gerecht.
Leider doch nicht, wie ich hoffentlich ein wenig darstellen konnte. Aber es handelt sich hierbei ja auch nicht um eine Rezension, sondern nur einen ersten Vorgeschmack. Hoffentlich werden wir in den nächsten Tagen bessere (nicht unbedingt positive, aber gehaltvollere) Kritiken bekommen.
Gruß
Alex