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Ravensburger Streichliste

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Stephan

Re: Streich- und Beobachtungslisten

Beitragvon Stephan » 5. November 2003, 01:59

Hai!

Ich kann kaum eine gegensaetzlichere Meinung haben... *g*

Ich fand Yellowstone eigentlich ganz gut, obwohl es so haesslich ist und dieses total unnuetze und unpassende Thema hat.

Dass es ein Spiel mit grandioser spielerischer Tiefe und taktischen Moeglichkeiten ist, will ich ja gar nicht behaupten, aber es gibt banaleres.

Stephan

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Michael Andersch

RE: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Michael Andersch » 5. November 2003, 07:25

"Armin" hat am 04.11.2003 geschrieben:

> Wenn Spiele so schlecht sind, daß man sie schon nach einem
> Jahr vom Markt nehmen muß, hat doch wohl der Redakteur oder
> die Marketing-Abeilung versagt. Dann muß man hier Leute in
> die Wüste schicken, anstatt sie den nächsten Flop
> produzieren zu lassen.

Hmmm.
"Stimmt so" würde ich mal gefühlsmäßig als Flop bezeichnen (habe aber keine Ahnung bzgl. der tatsächlichen Verkaufszahlen).
Ein paar Jahre später wird es - geringfügig überarbeitet - Spiel des Jahres.

Wie so oft im Leben wohl eine Frage von "zur richtigen Zeit am richtigen Platz".

Micha

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Roland G. Hülsmann

Re: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. November 2003, 08:44

Armin schrieb:

> Wenn Spiele so schlecht sind, daß man sie schon nach einem
> Jahr vom Markt nehmen muß, hat doch wohl der Redakteur oder
> die Marketing-Abeilung versagt.

... es sei denn, das Spiel hart in diesem einen Jahr seine Kosten eigespielt und einen Gewinn für den Verlag erwirtschaftet.

Gruß
Roland

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Andreas Epplée

Re: Streich- und Beobachtungslisten

Beitragvon Andreas Epplée » 5. November 2003, 10:21

Stephan schrieb:

> Ich kann kaum eine gegensaetzlichere Meinung haben... *g*

Ach Forum, wir lieben Dich - hier findet einfach jeder seine Bestätigung - oben schrieb sogar jemand eine Empfehlung für Adlungs "Titanic" ;-)

Was in aller Welt findest Du denn aufregend daran, ein komplettes Raster (am Besten noch mit doppelten Karten) nehmen zu müssen ohne das Geringste daran ändern zu können? Oder, andersrum, locker zu gewinnen, weil Du zufällig immer eine schön gemischte Auswahl auf der Hand hattest, wiederum ohne jemals darauf Einfluß gehabt zu haben??? Und dann auch noch eine Kramerleiste, um Deine Unfähigkeit in Zahlen festzuhalten - das ist nicht mal witzig! Ok, dass jemand TA oder meinetwegen "Feurio" spannend findet, kann ich noch verstehen, aber "Yellowstone" ist für mich jenseits der Schmerzgrenze. Wenn überhaupt irgendwas, bedient es Schadenfreude im einen oder Masochismus im anderen Fall - eins so unspielerisch wie das Andere. War Rosenberg nicht der Autor von "Mamma mia", "Babel" und "Bali"? Aber eben auch von "Komme gleich" oder "Bohnhansa" (auch ein "NzB"-Titel, oder habe ich mich da verguckt ;-))

>es gibt Banaleres

Stimmt - das ist nur leider nicht automatisch ein Kriterium für Spielreiz - zumindest für mich ;-)


Gruß

Andreas

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Ina-spielbox

Re: [OT] Santiago

Beitragvon Ina-spielbox » 5. November 2003, 10:51

Hi Erhard,

gute Empfehlung gewesen, gelle?

Gruß Ina

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Marten Holst

RE: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Marten Holst » 5. November 2003, 12:15

Moin Armin,

> Wenn Spiele so schlecht sind, daß man sie schon nach einem
> Jahr vom Markt nehmen muß, hat doch wohl der Redakteur oder
> die Marketing-Abeilung versagt.

Nein, denn wer nur auf Sicherheit fährt, fährt schlecht. Es ist halt wie bei einer Tichuansage: wenn man auf die garantierte Granate sagt, dann sagt man fast nie was, man verliert nicht, aber man gewinnt auch nicht viel. Man dümpelt so hin und ist den Unbillen des Spiels/des Marktes ausgeliefert.

Nur wer hin und wieder bei unklarem Blatt eine Ansage riskiert - die Chancen stehen gut, aber es kann eben auch schief gehen - der wird die Tichurunde auf Dauer gewinnen. Oder im anderen Bild: sich im Markt etablieren, den Trend/die Marke (Siedler, Magic...) haben und setzen und nicht irgendwann der Redakteur sein, dessen Namen man nur kennt, weil er sagte, Gitarrenmusik sei über den Zenit und diese vier Jungs mit den komischen Frisuren können gehen.

Fazit: Ein Verlag der [b]keine[/b] Flops produziert, macht etwas falsch, einer, der zu viele hat, natürlich auch. Die Mitte ist wie immer golden ;-)

Tschüß
Marten

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Andrea Harbke

Re: Santiago

Beitragvon Andrea Harbke » 5. November 2003, 12:18

Erhard Portner schrieb:
>
> Und, Andrea? Wie hat Dir "Santiago" gefallen?
Tja....nett.....mehr kann ich dazu nach nur einer Partie nicht sagen.
Ein Spiel steht und fällt bei mir auch mit den Mitspielern und der Stimmung.
Generell mag ich Spiele nicht so gern, in denen man Bieten/Ersteigern muß.
Ich werde es aber in jedem Fall nochmal spielen und dann nicht um 2 Uhr nachts ;-)
>
> Mit verspielten Grüßen von Berlin nach Hamburg
Unser Berlinwochenende hat uns übrigens sehr gut gefallen und uns ist durchaus nach einer Wiederholung zumute. Und die nicht erst in 3 Jahren, soviel steht fest.

Grüße
Andrea (würde gern mehr verreisen)

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Uli Schumacher

Re: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Uli Schumacher » 5. November 2003, 14:03

Andreas Epplée schrieb:

> Meinst Du im Ernst, dass man eine größere Anzahl von Menschen
> dafür begeistern könnte, sich zu überlegen, wie ein
> merkwürdig geformter Körper in eine Menge seinesgleichen so
> eingebaut werden kann, dass ein Pöppel, der zufällig daran
> vorbeiläuft, möglichst wenig davon zu sehen bekommt? Die dann
> auch noch für diese eher uninspirierte Aufgabenstellung
> hochwertigen Kunststoff bezahlen wollen?

...nichts für ungut, gerade dieses Spiel eignet sich hervorragend für die Werbung bei Nichtspielern. Die kommen nämlich häufig mit den Argumenten Kinderkram / zu lange Regel. Gripstraining dagegen steht bei Älteren und Gestressten und Eltern und... hoch im Kurs, und wenn man es dann noch gemeinsam mit Enkeln betreiben kann, hat man schon gewonnen.

Uli (empfiehlt oft Spiele & hat auf 90% der Empfehlungen von Blokus/Pueblo/Rumis als Reaktion die Frage nach Kaufquellen bekommen)

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Roland G. Hülsmann

Re: Streich- und Beobachtungslisten

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. November 2003, 15:50

Ist es für Dich [b]so[/b] problematisch, daß es Leute gibt, die einen anderen Geschmack haben, als Du?

Spiele sind nun mal - ebenso wie Musik, Literatur, Malerei und natürlch auch Kochkunst, nun einmal Geschmacksache, die sich objektiven Kriterien entziehen. Dem einen macht das eine Spaß und der anderen eben das andere. Damit sollten wir als Spieler gut leben können.

Gruß Roland (... und wenn wir bei den Dingen, die uns Spaß und Freude bereiten, allzusehr mit unserer Vernunft versuchen auf die Schliche zu kommen, [b]warum[/b] das so ist, ist es mit Spaß und Freude bald vorbei ... ;-) )

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Andreas Epplée

Re: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Andreas Epplée » 5. November 2003, 23:49

Uli Schumacher schrieb:

> ...nichts für ungut, gerade dieses Spiel eignet sich
> hervorragend für die Werbung bei Nichtspielern. Die kommen
> nämlich häufig mit den Argumenten Kinderkram / zu lange
> Regel.

Nichts für ungut auch meinerseits, ich weiß natürlich, dass auch solche Spiele ihre Fans haben - nicht nur bei den Nichtspielern ;-) (Haben es nicht die Wiener sogar zum "Spiel überhaupt" erklärt ;-)) Ich verbringe auch durchaus öfter mal einige Zeit damit, über den sinnvollsten Einsatz von Aktionspunkten zu spekulieren... Ich wollte nur mein volles Verständnis dafür ausdrücken, dass solche Tüftel- und Grübelfreuden wohl eher nicht den Massenerfolg haben, den Ravensburger sich ja doch immer wieder deutlich auf die Fahnen schreibt.


Gruß

Andreas

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Andreas Epplée

Re: Streich- und Beobachtungslisten

Beitragvon Andreas Epplée » 6. November 2003, 01:00

Roland G. Hülsmann schrieb:

> Ist es für Dich [b]so[/b] problematisch, daß es Leute gibt,
> die einen anderen Geschmack haben, als Du?

Wie kommst Du denn darauf? Ich gehöre zwar zu den Leuten, die es durchaus für sinnvoll halten, immer wieder mal den Versuch zu machen, über individuelle Geschmacksurteile hinaus zu gelangen - aber das ist bei unserer Materie tatsächlich nicht ganz einfach.

Im konkreten Fall kann ich einfach schwer nachvollziehen, dass jemandem so ein Spiel Spass macht - und habe deshalb nachgefragt.

> Spiele sind nun mal - ebenso wie Musik, Literatur, Malerei
> und natürlch auch Kochkunst, nun einmal Geschmacksache, die
> sich objektiven Kriterien entziehen. Dem einen macht das eine
> Spaß und der anderen eben das andere. Damit sollten wir als
> Spieler gut leben können.

Und die Kritiker aller Richtungen, die sich um Objektivität bemühen, arbeiten a priori vergeblich? So einfach ist es denn wohl doch nicht... Wenn die Leute tatsächlich immer nur schreiben würden: "Gefällt mir/nicht/auch/manchmal etc." hätten wir sicher nicht viel Gewinn bei der Lektüre. Klar kann man sich aus der Menge der Meinungen auch sein Bild zurecht zimmern - trotzdem lese ich(;-))lieber eine Rezension von jemandem, der eine fundierte - i.e. Objektivität anstrebende - Meinung vertritt, als zehn diffuse Geschmacksäußerungen...


Gruß

Andreas

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Roland G. Hülsmann

Re: Streich- und Beobachtungslisten

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 6. November 2003, 08:51

Andreas Epplée schrieb:

> Und die Kritiker aller Richtungen, die sich um Objektivität
> bemühen, arbeiten a priori vergeblich? So einfach ist es denn
> wohl doch nicht... Wenn die Leute tatsächlich immer nur
> schreiben würden: "Gefällt mir/nicht/auch/manchmal etc."
> hätten wir sicher nicht viel Gewinn bei der Lektüre. Klar
> kann man sich aus der Menge der Meinungen auch sein Bild
> zurecht zimmern - trotzdem lese ich(;-))lieber eine Rezension
> von jemandem, der eine fundierte - i.e. Objektivität
> anstrebende - Meinung vertritt, als zehn diffuse
> Geschmacksäußerungen...

Nun, ich denke tatsächlich, daß es bezüglich eines Spieles wenige objektive Kriterien gibt, die ausmachen ob ein Spiel nun gut oder schlecht ist. (Das Gleiche gilt m.E. wie gesagt für Literatur, Malerei, etc. etc.)

Gewiß: Die Eignung des Spielmaterials für seinen Zweck läßt sich objektiv messen, testen und bewerten. Der Glücksanteil eines Spieles läßt sich berechnen, mein Einfluß auf das Geschehen empirisch erheben. Es läßt sich sagen, ob der Spielmechanismus neu ist oder nicht, er läßt sich sogar recht objektiv beschreiben. Möglicherweise gibt es dergleichen Punkte mehr. [b]Diese[/b] Dinge erwarte ich auch in eine Rezension/Kritik. Also ich behaupte nicht, daß ein Kritiker nichts objektives und fundiertes zum Gegenstand seiner Kritik sagen kann.
Ich behaupte aber hingegen, daß er nicht oder nur sehr selten sagen kann, ein Spiel, ein Buch, etc. sei objektiv schlecht. (Das trifft vielleicht in seltenen Fällen dann zu, wenn Spielregel und -material nicht zusammenpassen und das Spiel nach den Regeln unspielbar ist, nicht funktioniert.)
Ob mir ein Spiel gefällt, mich unterhält, für mich also "gut" ist, kann kein Kritiker sagen, der mich und meine Marotten nicht kennt. Im Bereich der Literatur gibt es Kritiker, die halten Simmel für grottenschlecht und es gibt Millionen von Lesern, für die ist er absolute Spitze. Ist Simmel also gut oder schlecht? Eben beides: Für die Einen ist er gut und für die anderen schlecht. Objektiv betrachtet kann man zur "Gut" also nichts sagen (außer vielleicht die Verkaufszahlen heranziehen, die aber auch nicht beeinflussen, ob ich Simmel gut finde).
Kurz: Ein Kritiker kann schon eine Menge über ein Spiel sagen und schreiben, aber nicht ob es objektiv gut ist. Natürlich kann und sollte er schreiben, wie er es findet und warum das so ist. Und wenn die Kritik gut geschrieben ist, habe ich eine Vorstellung davon, ob das Spiel mir gefallen könnte oder nicht.

Gruß
Roland

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Hajo

Re: Ravensburger Streichliste

Beitragvon Hajo » 6. November 2003, 10:00

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> da vermutlich so schnell auch nichts ändern. Die Leute können
> eben auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben als sie haben.
>
Was? Wieso? In den USA können die Leute das doch offensichtlich sehr, sehr gut! 8-)


>
> Gruß
> Roland (der - wie sicher die meisten Lersewr dieses Forums -
> eher überdurchschnittlich viel dazu beiträgt, daß die
> Spielebranche am Leben bleibt. ;-) )

Genau. Ich glaube auch, daß wir uns in diesen Kreisen da nix vorhalten lassen müssen! ;-)

Ciao,

Hajo

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Frank Jaeger (AMIGO)

Was ist ein Flopp?

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 6. November 2003, 11:15

Ich kann natuerlich nur von uns ausgehen und nicht fuer die Mitbewerber sprechen, aber das ist sicher ueberall aehnlich:

Unsere Spiele muessen sich mit der Erstauflage rechnen. Das heisst, wenn die erste Auflage verkauft ist, sind die Kosten eingefahren und eine gewisser Erloes erzielt. Natuerlich waere es gut, wenn wir eine zweite (dritte... xte) Auflage produzieren und verkaufen koennen, aber das kann man vorher nie sagen (Beispiel: Gespensterjagd erlebte 5 (!) Auflagen, RoboRally 4, Piratenbucht 2, Wizard so etwa 25). Natuerlich werden jetzt viele aufschreien *RoboRally ist ja auch viel besser als Piratenbucht* - diese *Spieleexperten*, die alles so viel besser wissen als die Redaktionen der Verlage, haben natuerlich Recht (ich fange diese Diskussion gar nicht erst an). Statt dessen erklaere ich mal, was bei uns vor sich geht:

Da wird naemlich ein Spiel getestet, und nicht nur auf die Guete des Spiels, sondern auch auf die aktuelle Spielelandschaft (Wie in einem Posting vorher gesagt wurde, kommt es naemlich stark auf den Zeitpunkt an) und auf die Zielgruppe. Auch wenn ich jetzt einigen Leuten ziemlich weh tun muss: Es gibt Spiele, die gar nicht fuer die grossen *Spieleexperten* (siehe oben) gedacht sind!

Beispiel: Schussfahrt. Zugegeben, lief nicht so umwerfend. War der Versuch, ein einfaches Spiel fuer Oma mit Enkel zu produzieren. Kam auf Messen exzellent an, hat aber leider nicht das geleistet, was wir erhofft hatten.

Oder Schnapp, Land, Fluss: Muesst ihr gar nicht kaufen, ist fuer Kinder und junge Familien. Die 4. Auflage laeuft demnaechst, daher: Ziel erreicht.

Also versucht man, fuer verschiedene Zielgruppen Spiele zu entwickeln. Eiszeit ist auch so ein Beispiel, wo Stefan Brueck mal eine andere Kaeuferschicht im Auge hatte - oder meint ihr ernsthaft, das Ottonormalfamilie mit Puerto Rico wirklich gluecklich wird? Prompt faellt das Spiel bei einigen mit Pauken und Trompeten durch. In Essen habe ich dagegen auch zahlreiche positive Stimmen gehoert, allerdings nicht von den *Spieleexperten* (ich will da nicht drauf rumhacken, aber irgendwie muss ich es ja ausdruecken, oder?).

Tja, und dann kommt man an den Punkt, wo das Spiel unter Beobachtung steht. Und wisst ihr, wann das ist? Na, so wenige Monate, bevor die Erstauflage voraussehbar ausverkauft sein wird. Das kann schon nach zwei, drei Monaten der Fall sein. Und ich denke, das ist bei Bakerstreet und Richelieu zum Beispiel so.

Redaktionen muessen also bei der Beurteilung von Spielen die Zielgruppe und das darauf resultierende Verkaufspotential mit einkalkulieren. Ich denke, die Fairness gebietet, das immer im Hinterkopf mit ein zu beziehen. Ob es nachher klappt, oder ob ein Verlag alles richtig oder alles falsch gemacht hat, das entscheidet nachher sowieso der Kaeufer, und natuerlich ist hier immer Raum fuer Diskussion. Aber *Flopps* wird es immer geben, aus verschiedenen Gruenden, und es wird auch immer positive Ueberraschungen geben. Ersteres ist kein Grund, Redakteure zu feuern oder Marketingleute auszutauschen, genausowenig wie bei Erfolg Denkmaeler errichtet werden.

Puuh, sorry fuer das lange Posting ;-)

Frank.

P.S: Die wilden Fussballkerle ist ausverkauft, die zweite Auflage wird sehnsuechtig erwartet, wir kommen mit der Produktion nicht hinterher. Das ist eine Ueberraschung, denn Sportspiele sind eigentlich immer schwierig. Na, wer haette das erwartet?

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Frank Jaeger (AMIGO)

Ihr habt sooo recht....

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 6. November 2003, 11:29

Am Ende kann man das alles auf Folgendes reduzieren:

- finde ich 5.000 oder 10.000 Leute, die das Spiel erwerben?

Erst in zweiter Linie wird sich dann herausstellen, wie gut es wirklich ist, naemlich ob Nachverkaeufe stattfinden. Wenn wir jedes Jahr ein bis zwei Spiele machen, die sich gut nachverkaufen und ihre Anhaengerschaft finden, haben wir alles richtig gemacht. Okay, ob Yellowstone Park nun ein solcher Dauerbrenner wird, wage ich mal gelinde zu bezweifeln, aber ich lag auch schon bei Hit The Deck falsch, und bei Concerto Grosso, und bei Gespensterjagd.

Wenn der obige Punkt zutrifft, sind Verlag und Autor erstmal zufrieden. Und dann sehen wir weiter. Gluecklichwerweise sind Verlagsmitarbeiter da genau wie *ihr Verbraucher*: Ich habe aus dem aktuellen Jahrgang etwa ein halbes Dutzend interessante Spiele fuer mich gefunden. Ich sammel naemlich nicht, sondern will nur haben, was ich auch wirklich spiele. Daher sehen wir das alles immer mit zwei Augen, aber ich sage nicht zuviel wenn ich mitteile, dass Yellowstone Park nicht zu den sechs Spielen zaehlt ;-) , aber auch nicht, wenn ich euch sage, dass ich ueberhaupt nicht daran zweifele, dass sich die erste Auflage ruck zuck verkaufen wird.

Frank.

P.S.: Nein, ich werde die Liste nicht veroeffentlichen, ihr braucht gar nicht nachfragen. Nicht, weil mir das unangenehm waere, sondern weil ich die Produkte der Kollegen, die ich nicht nennen wuerde, nicht negativ ins Gespraech bringen will. Denn ich weiss, dass ich durch ganz schoen viele Zielgruppenraster glatt durchrassele.

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Frank Jaeger (AMIGO)

Hm... Nuernberg?

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 6. November 2003, 11:53

Na, jetzt machst du mich (und einige andere sicher auch) aber neugierig. Ja, Haendler ist, obwohl ich alle Spiele von Alea immer ausprobiere, mein absoluter Favorit (jetzt werde ich sicher gesteinigt: Finde ich immer noch schoener als Puerto Rico, allerdings muss ich zugeben, dass ich noch kein PR habe - irgendwie kommt man da nicht zu, wenn man sich dauernd beruflich damit beschaeftigt. Ich merke haeufig erst, dass ich ein Spiel, welches ich schoen finde, nicht habe, wenn es aus dem Programm ist. Daher hat Haendler natuerlich auch einen Verfuegbarkeitsvorsprung ;-) ).

Also: Bei wem kommt denn im Fruejahr etwas von dir, oder ist die Info noch nicht freigegeben?

Frank.

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Ina-spielbox

Re: Was ist ein Flopp?

Beitragvon Ina-spielbox » 6. November 2003, 12:04

Danke, Frank, für so eine ausführliche Beschreibung, was hinter den Kulissen so vor sich geht.

Gruß Ina (liest in diesem Thread sehr interessiert mit, was für Gedanken durch so manche Köpfe wandern ...)

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Andreas Epplée

Re: Was ist ein Flopp?

Beitragvon Andreas Epplée » 6. November 2003, 12:17

Na, das war doch mal ein klares Wort - thx! Da ist gegen die Länge nichts einzuwenden!

Aber auch ich könnte vielleicht noch was klarstellen: ich gehöre weder zur Sammler-, noch zur Komplex- oder RoboRally- oder sonst einer Fraktion. Mit meinen Kindern spiele ich z.B. "Biberbande", "Bunt herum", "Solche Strolche" oder auch das wunderbare "Fischer's Fritz" (einziger Wunsch: schönere Grafik!) ohne jedes Problem. Aber auch hier wie in allen anderen Kategorien gibt's solche und solche. Und solche wie "Yellowstone Park", wo man sich einfach nur fragt, was das soll... Dafür gibt's doch das Internet! Da kann man so eine Idee reinstellen und dazu schreiben: "Hier haben wir einen ganz hübschen Mechanismus von einem unserer Kreativen - hat jemand eine Ahnung, wie man daraus ein Spiel machen könnte?" ;-) Das ist doch das Merkwürdige: Amigo hat so eine Riesenmenge an tollen Produkten - und daneben immer wieder so etwas! Da möchte man dann einfach nur ausrufen: "Das wäre aber doch nicht nötig gewesen!" :-))


Viele Grüße und vielen Dank für den netten Ausflug ins Verlagsinnere!

Andreas

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Frank Jaeger (AMIGO)

Das ist schwierig

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 6. November 2003, 13:27

Andreas Epplée schrieb:
> Dafür gibt's doch das Internet! Da kann man so eine
> Idee reinstellen und dazu schreiben: "Hier haben wir einen
> ganz hübschen Mechanismus von einem unserer Kreativen - hat
> jemand eine Ahnung, wie man daraus ein Spiel machen könnte?"

Da hast du recht. Leider stehen da zwei Probleme gegenueber:

- eine solche Diskussion wuerde wahrscheinlich total ausufern und kein Resultat liefern (eben auch wegen der Geschmacksfrage)
- wir haben dafuer oftmals einfach keine Zeit. Wir haben nur zwei Redakteure, und die haben reichlich zu tun, da koennen sie kaum noch Internet diskussionsrecherchen leisten.

Ausserdem: Na ja, ich befuerchte, der Verantwortliche war davon ueberzeugt, sonst haette er es gar nicht gemacht. Und man stellt so etwas dann gar nicht zur Disposition, wenn man meint, alles richtig zu haben.

Wir bekommen so viele Spielideen, das selbst nach Aussortieren der Monopoly, Risiko und Siedler-Klone ;-) noch genug uebrig bleibt, um die beiden ausreichend zu beschaeftigen. Deshalb wuerden wir ein Spiel, an dem wir erst so viel arbeiten muessen, nicht einkaufen. Diese Arbeit muss der Autor vorher erledigen, zum Spiele entwickeln bleibt eigentlich keine Zeit.

Natuerlich ist das oftmals schade, denn beispielsweise das Finetuning an Piratenbucht hat mir persoenlich umheimlich viel Spass gemacht, aber wenn man bedenkt, wieviel Arbeitszeit da reinfliesst.... nee, nicht machbar.

Also, wie waere es, wenn das Autorenforum dazu genutzt wuerde? Ein Spiel wird dadurch sicher hoechstens besser, und die Chancen, es an den Verlag zu bringen, steigen wahrscheinlich auch. Ideenklau kann man da wohl getrost vergessen, das letzte Mal, das etwas wirklich Originelles und absolut Neues erfunden wurde, duerfte 1993 mit Magic gewesen sein. Ausserdem weiss dann auch jeder, wo es herkommt, und wer will schon den Plagiatsverdacht seinem Produkt anhaften haben...

Frank.

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Markus N.

Re: Hm... Nuernberg?

Beitragvon Markus N. » 6. November 2003, 13:55

Rüdiger, warum antwortest du nicht?
Ich platze vor Neugier! (oder heißt es Neugierde?)
Markus

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Michael Blumoehr

Die wilden Kerle

Beitragvon Michael Blumoehr » 6. November 2003, 14:43

Frank Jaeger (AMIGO) schrieb:
> P.S: Die wilden Fussballkerle ist ausverkauft, die zweite
> Auflage wird sehnsuechtig erwartet, wir kommen mit der
> Produktion nicht hinterher. Das ist eine Ueberraschung, denn
> Sportspiele sind eigentlich immer schwierig. Na, wer haette
> das erwartet?


Hallo Frank,

ich! ;-) :-)
So wunderlich ist das nicht, da verkäuft sich das Thema (und noch sind die meisten Spiele nicht bei den Endkunden), denn nach einem Dutzend Jugendbücheren und dem Film, da deckt sich der Handel doch ein...
(Oder glaubst Du, ohne die Bücher und Filme hätte Kosmos auch nur annähernd so viele Herr-der-Ringe verkauft? ;-)

Gruesse,
Michael (leicht gestresst vor dem Wochenende)

Die wilden Kerle spielen bei Darmstadt spielt am 8.+9.11.
www.darmstadt-spielt.de

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Volker L.

Re: Was ist ein Flopp?

Beitragvon Volker L. » 6. November 2003, 15:32

Frank Jaeger (AMIGO) schrieb:
>
> Puuh, sorry fuer das lange Posting ;-)

Da gibt's nix zu entschuldigen.
Ich finde es sehr gut, dass Du und ein paar andere Mitarbeiter
von Verlagen am Forum teilnehmen und wenn noetig mal die Dinge
aus Verlagssicht schildern - weiter so! :-)

Vielen Dank fuer das ausfuehrliche Statement.

Gruss, Volker

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Günter Cornett

Re: Die wilden Kerle

Beitragvon Günter Cornett » 6. November 2003, 15:45

Michael Blumoehr schrieb:
>
> Frank Jaeger (AMIGO) schrieb:
> > P.S: Die wilden Fussballkerle ist ausverkauft, die zweite
> > Auflage wird sehnsuechtig erwartet, wir kommen mit der
> > Produktion nicht hinterher. Das ist eine Ueberraschung, denn
> > Sportspiele sind eigentlich immer schwierig. Na, wer haette
> > das erwartet?
>
>
> Hallo Frank,
>
> ich! ;-) :-)

Hallo, ich auch ;-)

> So wunderlich ist das nicht, da verkäuft sich das Thema (und
> noch sind die meisten Spiele nicht bei den Endkunden), denn
> nach einem Dutzend Jugendbücheren und dem Film, da deckt sich
> der Handel doch ein...

Tja, solche Lizenzthemen verkaufen sich eigentlich immer von selbst.
Wenn Frank das nicht wußte, steht er wohl ab jetzt unter Beobachtung ;-)

Gruß, Günter

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Frank Jaeger (AMIGO)

Hey, ihr Schlauberger

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 6. November 2003, 17:14

ihr wollt mir doch nicht ernsthaft weissmachen, dass ihr erwartet habt, dass drei Wochen nach Erscheinen einen 10.000er Auflage ausverkauft ist??? Strebt ihr eine zweite karriere als Tarot-Leger an? ;-)

Nein, also ernsthaft: natuerlich sollte sich eine Lizenz besser verkaufen, aber nach einigen Jahren Erfahrung in diesem Bereich ist das doch ziemlich viel. Zumal fast gleichzeitig Das Wunder Von Bern angelaufen ist und den Kerle-Film ein bisschen in den Schatten stellt.

Na wartet, das diskutieren wir nochmal ueber einem Glas Kaffee oder einer Tasse Bier ;-)

Liebe Gruesse
Frank.

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Rüdiger Dorn

Re: Hm... Nuernberg?

Beitragvon Rüdiger Dorn » 6. November 2003, 18:03

Hallo Markus,

ganz einfach, weil ich erst jetzt von der Arbeit komme!


und hallo Frank,

Freut euch über das neue Spiel! Selten habe ich ein Spiel so oft und so gerne getestet.....
Mehr darf ich (noch) nicht verraten....(also bitte nicht mehr nachfragen)

Grüße
Rüdiger


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