Beitragvon Gregor Breckle » 19. November 2003, 09:07
Hallo,
Volker L. schrieb:
> Ich gestehe hiermit - keineswegs beschaemt, sondern aeusserst
> selbstbewusst - dass ich genau dieser Typ Spieler bin.
Ich wollte auch keineswegs beschämen.
Ich glaube nur, daß wir von einer anderen Ausgangsituation ausgehen. Die Situation, in der mir dieses Verhalten aufgefallen ist, ist die, das keiner das Spiel ausreichend genug oder gar nicht kennt, und auch keiner vorbereitet ist, so daß die komplette Spielrunde auf die Spielregel angewiesen ist. Dabei geht es auch hauptsächlich aum komplexere Spiele.
Hier bleiben meines Erachtens tatsächlich nur zwei Möglichkeiten:
1. Man liest zusammen die Spielregel durch (je nach Umfang dauert das 10-45 Minuten oder noch länger).
Wenn ich selbst Zuhörer bin, kann ich meist nach ca. 15-20 Minuten nichts mehr aufnehmen und spätenstens dann ist mir auch Wurscht, ob nun bei einem Kampfverlust immer eine oder die Differenz der Kampfstärke Einheiten verlustig gehen.
Ärgerlich finde ich dieses vor allem dann, wenn man dann mitten im Spiel die Worte hört "Das hast du aber nicht erklärt" und die Situation wieder zurückgestellt haben will, obwohl ja tatsächlich die Regel mehr oder weniger vorgelesen wurde, und der Spieler schlicht und einfach was vergessen hat, weil eben die Aufnahmekapazität erschöpft war.
Die 2. Möglichkeit stellt demnach dar, das Spiel solange "ohne Rücksicht auf Verluste" zu spielen, bis alle Aktionsmöglichkeiten (Kampf, Nachschub, Rekrutierung...) einmal vorgekommen sind bzw. bewußt provoziert wurden ("dann greif ich halt auch mal an, auch wenn klar ist, daß ich einen auf die Mütze bekomme"), um den Ablauf und die Einflüsse darauf einmal gesehen zu haben. Dies passiert bei den meisten mir bekannten Spielen in spätestens der zweiren Runde. Danach wird dann ein neues Spiel gestartet. Diese Möglichkeit bietet sich gerade bei Phasenbasierten Spielen an.
Hinzu kommt für mich, daß ich ,wenn ich ein Spiel zum allerersten Mal spiele, egal ob erklärt oder nicht, keinerlei Ehrgeiz besitze, unbedingt gewinnen zu müssen (nicht das es mich nicht freuen würde, wenn es doch passiert), sondern nur das Spiel und seine Möglichkeiten kennenzulernen.
Ich für mich persönlich bilde mir ein, auch aus einem Spiel, das nicht optimal läuft, zu erkennen, ob es mir persönlich gefällt oder nicht, sprich gekauft wird oder nicht. Natürlich, und das gebe ich auch freimütig zu, kann es dabei immer noch vorkommen, daß man sich eine Gurke einhandelt, aber mit diesem Risiko kann ich leben. Wenn ich mir nicht sicher bin und das Spiel eine erheblich Investition darstellt, spiele ich es halt einfach, evtl. auch in anderer Runde, nochmal.
Viele Grüße
Gregor (hofft, daß sein Anliegen nun klarer wurde)